Hallo Muzel,
eine Therapeutin habe ich schon seit einigen Jahren. Im letzten halben Jahr drehte es sich regelmäßig um "das" Thema, die Jahre zuvor habe ich eben versucht mich zu arrangieren, nun wird aber in mir drin immer mehr diese Stimme laut, dass ich so nicht mehr kann.
Ich suche eben immer nach einer Lösung, nach einer Er-Lösung aus diesem Kreislauf, zusammen. Aber ich finde keine.
Ja, ich glaube, er bräuchte auch therapeutische Hilfe. Die wird er sich aber nie holen (keine Zeit und auch, wie du schon sagst, kein Leidensdruck). Ich denke leider nicht, dass ich ihm so wichtig bin, dass er sich das vorstellen könnte.
Meine Psychologin hat es allerdings als Möglichkeit vorgeschlagen - also, dass wir einmal gemeinsam zu ihr kommen oder auch mehrere Male. Um zumindest zu entwirren.
Dass mein Freund fremdgehen könnte, glaube ich zwar nicht (keine Zeit), aber rein daher, dass es s.uell natürlich auch immer schlechter wird, weil mir ständig diese Problematik im Kopf herumschwirrt, und ihm Sex zum Abschalten extrem wichtig ist, wäre irgendwann eine mögliche Folge, wenn wir so weitermachen.
Leider hat er in Streitgesprächen auch bereits geäußert, dass er in s.ueller Hinsicht "anderes" von Frauen gewohnt sei als von mir... Hat sich dafür zwar dann wieder entschuldigt, aber gesagt ist gesagt.
@ na-la
Ja, du hast schon recht, dass gerade in der freien Wirtschaft (bei ihm: Produktion) viel Druck gemacht wird und viel Arbeitsbelastung da ist. Das weiß ich und mache ich ihm ja nicht zum Vorwurf. NUR geht es ja bei ihm über diesen 250-Stunden-Job noch hinaus, weil er sich, seit er hier wohnt, nebenbei mit einem Kleingewerbe selbstständig gemacht hat und dafür fast alle Samstage des Jahres und teilweise sogar Feiertage opfert. Das fand und finde ich nie fair, denn ich hatte mir damals vorgestellt, dass er mehr Zeit/Geld hat, indem er zu mir zieht und sich die Miete spart, die er vorher ja bezahlen musste - und nicht NOCH mehr arbeitet.
Und wenn ich meine Tage mit Freunden verplane, schön und gut; nur hält er mir dann "gerne" hinterher wieder vor "du hast es gut, du hast ein schönes Leben, du "Faulpelz" und solche Dinge. Eben so, dass ich mir wieder schlecht vorkomme.
Ich hab im Prinzip nur noch meine Arbeit, ein paar Frauenfreundschaften und ihn. WEIL ich mich seinem Zeitschema anpassen wollte, damit wir genügend Paarzeit verbringen können. Weil ich vielleicht auch eine Art Helfersyndrom habe...
@ August2
Ja, das mit den Stressphasen und Hochphasen sieht hier ähnlich aus. Deshalb habe ich ja immer auf die Sonntage "hingelebt", weil ich wusste, dass er da entspannt und anhänglich und sehr lieb sein konnte. Völlig konditioniert. Und deshalb habe ich mir die Sonntage natürlich immer komplett für uns freigehalten.
Nur in der Wohnung zu sitzen und zu trauern ist sicherlich keine Lösung. Ich will morgen auch wieder zur Arbeit. Und heute zumindest mal raus an die frische Luft.
@ Superex
Ja, du hast recht, das kleine Kind in mir ist es, das an ihm so festhält. Dieses "Liebe" und "Schöne" zwischen uns hat viel damit zu tun, dass wir uns dann beide wie Kinder zueinander benommen haben. Oder er sich mir gegenüber wie ein wohlwollender Vater gezeigt hat. Oder ich mich ihm gegenüber wie eine bestimmende Mutter (ja, auch das kam vor, denn in gewissen Bereichen, die mir wohl auch anerzogen waren, habe ich mich doch auch wie selbstverständlich durchgesetzt).
Aber die erwachsene Paar-Ebene, die auch offene Paargespräche zulässt, die war teils schwer zu finden bzw. zu halten. Hier kommt er mir oft "fremd" vor.
Oh Gott, das klingt total krank... Da ist mein Anteil doch auch riesengroß, dass ich mir ihn ausgesucht hab
Jetzt muss ich wieder heulen...
Valerie