RaupeNimmersatt
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ich bin per Zufall auf dieser Seite gelandet und bin froh darüber, weil ich endlich reden kann.
Mein Freund hat sich getrennt, nach 1 Jahr und 8 Monaten Fernbeziehung.
Kurz zu uns: Ich, Azubine im Orgelbau, wohne in Braunschweig und er, Azubi im Klavierbau und wohnt in München.
Durch unsere gemeinsame Schule in L. im Blockunterricht haben wir zueinander gefunden.
Es passte einfach alles. Der Musikgeschmack, die Vorliebe fürs Reisen, den selben Humor, unsere Berufe, unser Wesen an sich, es hat einfach gepasst. Natürlich hatten wir unsere kleinen Probleme, aber die konnten wir immer irgendwie lösen. Und auch wenn wir uns eher selten sehen konnten (Abstände von 2-4 Wochen, zwischendurch dann 6 Wochen zusammen wegen dem Blockunterricht), wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Bis gestern.
Mein Freund, bzw Ex-Freund leidet sehr in seiner Firma in M., er wird schikaniert, ausgenutzt und niedergemacht. Zudem kriegt er Druck von allen möglichen Seiten, hat Angst vor der Zukunft (er wird nicht übernommen, und durfte trotz guter Leistungen die Ausbildung nicht verküzen), und ist auch finanziell nich gut gestellt (ist leider normal, auch im Instrumentenbau).
In den letzten Wochen wuchs ihm das immer weiter über den Kopf. Er konnte nicht mehr abschalten, wurde stur und er hat das Gefühl, dem allem nicht mehr gewachsen zu sein und an dieser Last zu zerbrechen. Er sprach schon selbst von einer Angst vor einer Depression, wobei ich ihm sagte, dass er sich dringend helfen lassen muss (von einem Arzt, denn sowas übersteigt einfach die Kompetenzen einer Freundin, selbst wenn sie in der selben Stadt leben würde, ich kann helfen, aber das nicht lösen). In den letzten Tagen wechselte das ständig von "Ich schaff das" zu "Ich pack es nicht". Mittlerweile kann er ohne Alk. nicht mehr einschlafen.
Zwischendurch sagte er dass diese Fernbeziehung ihn belaste, weil ich nicht da bin und er jemanden braucht, der präsent ist (was sonst eigentlich eher ein Problem für mich war). Gleichzeitig hatte er Angst dass ich nach Bayern ziehe, da er nicht wollte dass ich mein Leben hier für ihn aufegeb. Er verhielt sich die letzte Woche zurückhaltend und mir blieb nix anderes über als ihm zu sagen, dass er mich erlösen soll, auch wenn es mich so sehr fertig macht, denn die Liebe ist einfach so stark.
Nun, heute haben wir etwas geschrieben, wie es uns geht und was wir letzte Nacht zur ablenkung gemacht haben. Er warf mir irgendwann vor ich hätte ihm nicht geholfen, dass er das halt allein schaffen muss und warf mir als Trennungsgrund zusätzlich auf einmal Eifersucht und Dinge vor, die man leicht hätte ändern können.
Nun wissen seine Eltern bescheid, da ich seiner Mutter die Situation mit dem Stress erzählt habe. Ich will dass ihm geholfen wird und muss mich zurückziehen, damit es ihm besser geht und er sich sammeln kann. Ich liebe ihn unendlich und es tut mir weh, dass es ihm so schlecht geht und auch die Trennung trifft mich sehr hart.
Ich hatte vor dieser Beziehung eine andere, die 6 Jahre lang lief (ich bin 22, das heißt also ich war seit dem ich 14 war bis auf ein paar wenige Tage nie Single). Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll dass ich nun so alleine bin, das erste mal ganz auf mich allein gestellt.
Durch diese lange Zeit in einer Beziehung habe ich eher wenig soziale Kontakte. Durch meine Arbeit bin ich unter der Woche so kaputt, dass ich keine Motivation für Treffen mit Freunden o.Ä. habe. Die Wochenenden waren meistens für die Besuche in München geblockt.
Jetzt habe ich ab Donnerstag Urlaub und habe Angst, weil ich dann so alleine sein werde und nix habe was mich ablenkt.
Ich bin einfach fertig mit den Nerven, aber ich wünsche mir für ihn, dass er sein Leben in den Griff bekommt und alles macht, was er sich wünscht und ihn glücklich macht.
Er sagte vor ein paar Tagen zu mir: Ich bin die perfekte Frau für ihn, aber einfach zu früh da gewesen. Er will noch viel erleben bevor er sich fest bindet.
Ich würde es mir für uns wünschen, dass uns das Schicksal wieder zusammenführt, wenn er bereit ist.
Danke für das Lesen und schon jetzt für Antworten.
Ich musste mich einfach mal aussprechen und das niederschreiben, um zu reflektieren was hier passiert ist.
Nun bin ich allein und weiß nichts mit mir anzufangen.
