Willkommen - auch wenn der Anlass natürlich kein schöner ist. Wie alt sind denn Eure Kinder? Könnt Ihr Euch zusätzlich zu den Raten für das Haus jede/r ein WG-Zimmer / eine kleine Wohnung leisten? Soll das Ganze mehr als eine Übergangslösung sein (also plant Ihr, das Haus abzubezahlen und für Eure Kinder zu erhalten)?
Problematisch sehe ich auf jeden Fall, dass Dein NM nur Dir zuliebe mitmacht. Wie sind denn seine Vorstellungen? Wie lief die Trennung, von wem ging sie aus? Gibt es schon neue Partner (m,w,d)?
Bei uns ist die Trennung jetzt ein gutes Jahr her. Der Ex ist wenige Wochen nach der Trennung aus dem gemeinsamen (gemieteten) Haus ausgezogen. Wir haben bis vor wenigen Tagen eine Art modifiziertes Nestmodell gelebt, um besonders unserem Jüngsten (jüngerer Teenager) nicht gleich Knall auf Fall die Trennung und noch viele weitere Veränderungen in seinem Leben zuzumuten, sondern einen "sanften" Übergang zu gestalten. Für mich selbst war es auch ganz gut, um nach dem Schock der Trennung erst einmal nochmals zur Ruhe zu kommen und mich selbst zu sortieren, ehe große organisatorische Veränderungen auf mich zukommen würden. Mein Ex war ursprünglich einverstanden, auch wenn ihm vielleicht eine schnelle und direkte Auflösung des Haushalts lieber gewesen wäre. Bei uns war aber auch klar, dass das Ganze nur ein Übergangsmodell für maximal 1,5 Jahre sein sollte - wir wohn(t)en allerdings im Gegensatz zu Euch auch in einem gemieteten Haus, an dem niemand besonders hing und bei dem klar war, dass keine/r von uns es auf Dauer würde halten können und wollen.
Konkret zu Deinen Fragen:
Zitat von 40something: Wie lange kann das gut gehen?
Was habt ihr für Absprachen zum Wechsel?
Wie kommt/kamt ihr damit klar?
Gibt es etwas, auf dass ich bei den Absprachen achten muss, was euch erst später aufgefallen ist?
Wie haben eure Kinder das aufgenommen und angenommen?
Ich glaube, es ist in den allermeisten Fällen kein Modell für die Ewigkeit. Ich denke aber, für eine Übergangsphase, insbesondere, wenn die Trennung eher überraschend und "hart" war, kann es ein gutes Modell sein. Bei den allermeisten setzen, so denke ich, auch die Finanzen dem Ganzen ein natürliches Ende - bei uns war klar, dass wir das nicht auf Dauer finanzieren können würden (s.o.). Ich weiß, dass es auch die Möglichkeit gibt, dass nur eine kleine Wohnung angemietet wird und dort immer der Elternteil wohnt, der gerade nicht bei den Kindern ist. Das hätte ich aber, zumindest auf Dauer, nicht gewollt - und spätestens, wenn ein neuer Partner (m,w,d) im Spiel ist (war bei uns von Anfang an der Fall) wäre das ja ohnehin schwierig.
Wir haben unsere Präsenzzeiten im Haus immer über E-Mail koordiniert - wir kommunizieren ohnehin zu 95% über diesen Weg. Meist war der Ex da, wenn ich ohnehin auswärts gearbeitet habe. Das waren / sind jede Woche andere Zeiten - das mit dem Absprechen hat aber trotzdem gut funktioniert. Allerdings könnte das natürlich bei jüngeren Kindern, die tatsächlich 24/7 die Anwesenheit einer Betreuungsperson benötigen, schwieriger werden.
Ich selbst fand es am Anfang tatsächlich ganz O.K. - und, wie oben geschrieben, hätte ich in der initialen Phase nach der Trennung tatsächlich nicht die Kraft gehabt, den gesamten Haushalt aufzulösen, eine neue Wohnung zu suchen, ggf. Schulkram neu zu organisieren, die Finanzen final zu klären, die Kinder emotional aufzufangen u. s. w.. Jetzt, ein Jahr später, ging das. Dass der Ex immer wieder im Haus war, hat mich nicht gestört, so lange ich ihn nicht sehen musste. Man muss halt schon tolerant sein und darf sich nicht zu sehr über einen dreckigen Herd o.ä. aufregen.
Bei unseren Absprachen hat manches nicht geklappt bzw. der Ex hat sich einfach nicht daran gehalten. Das ist auch einer der Gründe, weswegen ich dann schon geschaut habe, dass ich das Ganze jetzt einigermaßen zügig beende. Darunter fiel z.B., dass er sich an Haus- und Gartenarbeiten so gut wie überhaupt nicht beteiligt hat und dass das alles an mir hängenblieb, obwohl eigentlich abgesprochen gewesen war, dass wir uns das 50:50 teilen.
Für die Kinder, insbesondere den Jüngsten, war es, glaube ich, wirklich eine gute Sache. Sie konnten zunächst in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, hatten nach wie vor beide Eltern dort (wenn auch abwechselnd) und konnten sich langsam an den Gedanken der Trennung und der finalen Auflösung der Familie gewöhnen. Sie haben, so scheint es bisher, die Trennung alle recht gut verkraftet. Bei jüngeren Kindern könnte ich mir sogar vorstellen, dass es für sie noch hilfreicher ist.
Ich wünsche Euch alles Gute!