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Erste Trennung überstehen

Amio

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Meine erste große Liebe hat sich nach 9 Jahren Beziehung getrennt. Ich bin so fertig, weiß gar nicht wie ich alleine leben soll. Er selber Rutscht gerade in eine Depression rein und merkt es nicht mal. Er will sich auch nicht helfen lassen.
Hat jemand Tipps wie ich aus diesem Loch komme ?

10.06.2021 22:20 • #1


Brokenh3art


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Hallo Amio,
Trennungen sind hart und manchmal auch unfair, wie viele hier bereits erlebt, durchlebt und überstanden haben. Nach neun Jahren Beziehung wird es definitiv nicht leicht sein, mit sich allein zu sein.

Du magst sowas bestimmt nicht hören, aber alles braucht jetzt erstmal seine Zeit. Verarbeiten die Trennung, lass die Trauer zu und reflektiere dich und auch die Beziehung.
Es mag sein, dass viele Tränen laufen und das ist auch vollkommen in Ordnung. Konzentriere dich auf dich selbst, versuche es. Ich weiß, es ist schwer...

Die Zeit wird dir helfen und auch deine liebsten um um dich herum... Nimm dir Zeit für dich und beschäftige dich so gut es geht, mit Dingen die dich ablenken.

Es tut mir leid für dich, drück dich!

10.06.2021 22:28 • x 4 #2



Erste Trennung überstehen

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Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Amino, willkommen hier. Es ist immer ganz hilfreich, hier noch mehr Details zu nennen. Wie alt seid ihr? Sind Kinder im Spiel? Wenn ja, wie alt? Welche Anzeichen gab es in den letzten Wochen? Was könnten mögliche Trennungsgründe sein (außer der vermeindlichen "Depression")?
Wie schaut die Wohnsituation? Wem gehört die Wohnung, gibt es schon Ideen zur räumlichen Trennung?

10.06.2021 22:35 • x 2 #3


Landlady_bb

Landlady_bb


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Hallo @Amio , erst mal herzlich willkommen hier.
Oje, da machst du ja gerade einen schweren Einschnitt durch, und dafür die richtigen Worte oder gar einen Rat zu finden ist nicht einfach.
Jetzt kommt es erst mal darauf an, dich an den Gedanken zu gewöhnen, Single zu sein. Nach neun Jahren ist das 'ne harte Nummer.
Aber in deinem Alter neun Jahre mit jemandem zusammen gewesen zu sein ist 'ne reife Leistung, auf die du durchaus stolz sein kannst, auch wenn es jetzt leider vorbei ist.
Zitat von Amio:
Er selber Rutscht gerade in eine Depression rein und merkt es nicht mal.

Es ist sicher schwer, so was an dem Menschen zu beobachten, den man liebt.
Aber er hat sich von dir getrennt, und das bedeutet, dass er trotz seiner Depression fortan ohne dich klarkommen möchte.
Du kannst da gar nichts tun, außer, dich um dich zu kümmern und dein Ding allein zu machen.
Dein Eingangspost ist als erste Info zwar eindeutig, aber ein bisschen mager.
Erzähl mal von dir: Hast du Eltern, Geschwister, Freunde, die für dich da sind? Was machst du beruflich? Hast du Hobbys, die dir Spaß machen und mit denen du die (schw)ersten Tage überstehen kannst?
Hier jedenfalls ist rund um die Uhr irgend jemand immer online, so dass du hier nicht allein bist.

10.06.2021 22:36 • x 3 #4


Sorgild


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Hi Amio, willkommen bei uns.
Gerade die erste Trennung ist meist die Schmerzhafteste, weil man diese Form der Erfahrung ja noch überhaupt nicht kennt. Von daher sind deine momentanen Ängste absolut normal und nachvollziehbar.

Zitat von Amio:
Ich bin so fertig, weiß gar nicht wie ich alleine leben

Das Gefühl ist am Anfang immer da. Viele Leute trauen sich gar nicht, sich überhaupt zu trennen und das obwohl sie unglücklich in der Beziehung sind. Einfach weil sie tierische Angst vor dem Alleinsein haben und erstmal gar nicht wissen, wie sie nun plötzlich ihr Leben allein leben können.

Ich kann dir nur sagen: Nur Mut!
Du kannst allein leben. Und mit jedem neuen Tag, den du als Single nun beginnst, wirst du sicherer in deinem neuen Leben auftreten. Du wirst natürlich deinen Alltag allein stemmen und mit jedem damit verbundenen Erfolg, wird auch dein Selbstbewusstsein steigen. Dies ist eine sehr wertvolle Erfahrung, die jeder von uns machen muss oder musste. Und es ist zugleich dein erster Schritt aus dieser Krise hinaus. Es wird viele Schritte brauchen, bis du wieder obenauf bist. Aber das ist einer der wichtigsten.

Zitat von Amio:
Er selber Rutscht gerade in eine Depression rein und merkt es nicht mal. Er will sich auch nicht helfen lassen.


Nun, du bist erwachsen und dein Ex Freund ist es auch. So wie du gerade deine Krisen hast, hat er eben auch seine und es ist an Euch beiden, völlig unabhängig von einander, diese Krisen nun in Angriff zu nehmen.
Du kannst ihm mit seinen Baustellen nicht helfen und umgekehrt kann der dir deine Last auch nicht abnehmen. Du solltest dich von daher jetzt weniger darum sorgen,was mit deinem Ex Freund wird, sondern was aus dir wird.
Aus diesem Loch kommst du am schnellsten raus, wenn du dich in der nächsten Zeit gut um dich selbst kümmerst. Mach dir bewusst, du steckst momentan in einer Art Krise und solange das so ist, herrscht für dich Ausnahmezustand. Tu alles, was dir persönlich gut tut und versuche alles zu unterlassen, was nicht gut für dich ist.
Ganz wichtig: Sorge dafür, dass du genug isst und versuche immer irgendwie etwas Schlaf zu bekommen. Und dann raff dich auf. Du solltest mindestens einmal am Tag nach draußen vor die Tür gehen. Egal ob du nur einen ruhigen Spaziergang machst oder dich mit Sport auspowerst. Wichtig ist, dass du etwas machst.
Und es ist auch ok, wenn du traurig bist und weinen möchtest. Tu das, wenn dir danach ist. Das ist ok.. Es entlastet dich. Du darfst traurig, wütend, verzweifelt und später auch wieder glücklich sein. Das ist alles erlaubt und in Ordnung.
So.. und dann eines noch: Habe Geduld. Es gibt leider keinen Schalter, den du umlegen kannst und dann ist wieder alles in Ordnung. Die Bewältigung einer Trennung nach so langer Zeit gleicht eher einen Weg, den du von vorn bis hinten laufen musst. Und ich sage dir: Es lohnt sich loszugehen.
Denn am Schluss wartet auf dich etwas ganz Besonderes und Einmaliges!

10.06.2021 22:47 • x 3 #5


Amio


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Erstmal vielen Dank euch allen! Mit so schnellen Antworten hätte ich nicht gerechnet. Ich hoffe ich nutze das Forum auch korrekt. Bin auf dem Gebiet absoluter Neuling...

Zur Geschichte:
Zusammengekommen sind wir mit 15 Jahren, also noch recht "kindlich". Er wollte mich und ich war zu schüchtern, um es offiziell zu machen. Habe ihn dann damals auch echt blöd behandelt, wollte die ersten Monate nichts mit ihm machen etc. Bis er dann einmal vor mir in Tränen ausbrach. Wie es also ist nicht geliebt zu werden weiß er schon mal.

Das war ein einschneidendes Erlebnis und ich habe mich auf die Beziehung eingelassen. Seitdem liebe ich ihn abgöttisch. Es gab wenig Streit, wir waren Seelenverwandte, haben viel miteinander gemacht und waren doch nie genervt voneinander.
Ich bin mit ihm quasi erwachsen geworden.

Habe meine Abschlüsse und mein ganzes Leben mit ihm an meiner Seite verbracht. Wir haben mittlerweile den gleichen (Kern)Freundeskreis und sind eng verbunden mit unseren Familien.
Er allerdings noch mehr mit meiner. Wir machten auch regelmäßig was mit meiner Familie.

Wie man sich das dann so wünscht, wollte er irgendwann mit mir ausziehen. Ich war sehr skeptisch, hatte immer Angst vor Geldsorgen, denn eine Wohnung alleine kann ich mir von meinem Studentenjob nicht leisten.
Er hat allerdings sein Auszubildenden Gehalt bekommen und auch seine Mutter überzeugte mich, dass ich das machen sollte. Sie hätte in den ersten Jahren damals auch so gelebt.

Ihm zu Liebe schon ich meine Sorgen beiseite, nahm meinen Mut zusammen und wir zogen letztes Jahr in unsere Wohnung. Eine Traumhafte und sehr günstige Wohnung mit viel Platz und Garten.

Er erzählte oft wie glücklich er sei, dass er nun nicht mehr bei seinen Eltern lebt. Der Haushalt lief gut, niemand fühlte sich scheinbar überfordert oder eingeengt.

Man muss dazu sagen, dass wir während Corona eingezogen sind. Ich sah da aber kein Problem, da wir auch sonst den ganzen Tag zusammen waren.
Vor ca. 4-5 Wochen veränderte er sich schlagartig.
Er nahm in 2 Wochen 8 Kilo ab, hatte keinen Appetit mehr und war traurig. Er redete kaum noch und war vom Wesen her ganz anders.
Ich dachte mir nichts dabei, das ist bestimmt ein Infekt.


Magenprobleme kamen dazu und seine Laune wurde immer schlechter. Zwischen uns war nie Streit.

An einem Abend hat er noch Gartenmöbel gekauft und am nächsten Morgen mache ich die Augen auf und er sagt nur "bist du auch so unglücklich wie ich?"

Bei mir hat sich sofort alles zugeschnürt. So einen Schmerz habe ich noch nie gefühlt. Er wollte sich trennen, sagte er sei nicht mehr glücklich und liebe mich nicht mehr. Da haben wir beide noch geweint. Er rief sogar seine Mutter an, um ihr zu erzählen, dass er dort schlafen wird (das ist sehr untypisch).
Nach einem langen Gespräch haben wir beschlossen es weiter zu versuchen. Er hat eine schlimme Zeit aber die würden wir überstehen.
Er versprach mir direkt anzusprechen, wenn ihn irgendwas belastet...gehört habe ich nie etwas.
Direkt nach diesem Gespräch war er wie ausgewechselt. Er hatte super Laune, wollte mit mir zu seiner Mutter Waffeln essen gehen und konnte überhaupt nicht verstehen, warum ich denn so fassungslos und traurig war.


Ich schickte ihn zum Hausarzt, denn auch meiner Mutter war inzwischen aufgefallen, dass mit ihm was nicht stimmt.
Ich sagte ihm er soll bitte alles erzählen, auch, dass er nicht mehr glücklich sei.

Natürlich hat er genau das nicht erzählt und so ging der Arzt von einem Infekt aus.

Ein weiteres Gespräch habe ich eingeleitet. Es war, wie auch schon beim ersten Mal, ein Kampf. Er wollte nie reden, lenkte immer vom Thema ab. Immer der unangenehmen Situation aus dem Weg gehen.
Als ich es schaffte, sagte er an seinen Gefühlen habe sich noch nichts getan (innerhalb weniger Tage). Aber so etwas dauert natürlich auch.
Es läge nicht an mir, aber er habe sich das Zusammenleben anders vorgestellt. Wie konnte er nicht sagen.


Ich flehte ihn an nochmal zum Arzt zu gehen, mittlerweile sprach mich auch meine Schwester und mein Schwager auf sein Verhalten an. Er war ein komplett anderer Mensch.
Er war der Meinung der Arzt finde eh nichts und er sei auch nicht verrückt.
Ich habe ihm versucht klarzumachen, dass das eine Krankheit sei wie jede andere auch, dass Depressionen gut behandelt werden können, aber dass er Hilfe braucht.
Einen Termin hat er dann endlich gemacht.

Zwischenzeitlich ging es weiter bergab. Er zog sic zurück. Von völliger Freude bis tiefe Traurigkeit reichte alles. Mein Schwager lud ihm zur Renovierung ein, um ihn abzulenken. Er redete dort lange mit ihm und bekam auch dort nochmal Unterstützung angeboten. Aber bis sich Gefühle ändern dauert es nunmal.
Er nannte absurde Gründe warum er mich nicht verlassen könnte. Sagte dort aber auch, dass es wohl nur eine Phase ist.

Am nächsten Tag war er gar nicht ansprechbar. Er war so traurig, immer mit gesenktem Kopf.
Ich wollte ihn in den Arm nehmen, doch er drückte mich weg. Er wollte was sagen, tat es aber nicht.
Eine halbe Stunde habe ich dann versucht, dass er mir endlich sagt was er auf dem Herzen hat. Er sagte er liebe mich noch immer nicht (wieder nach wenigen Tagen).

Ich wusste was er damit sagen wollte. Er wollte keine Hilfe und auch nicht mehr zuhören. Ich sagte, dass ich das Gefühl habe, dass er nicht mehr an der Beziehubg arbeiten möchte. Er meinte das könnte möglich sein.
Also wäre der nächste Schritt Abstand zu gewinnen und das war der einzige Satz den ich zur "Trennung" gehört habe.

Am Abend kam er von seinen Eltern wieder und schlief in der Wohnung. Der nächste Tag im Homeoffice war gruselig. Wie fremde saßen wir stumm im Büro. Als ich vom Hundespaziergang nach Hause kam, teilte er mir förmlich mit, dass er sich nun abholen liesse. Und das war das einzige.

Ich war so sauer, so traurig und verzweifelt. Ich habe Angst. Und frage mich, wieso er seine Feigheit so über das Wohl anderer stellt. Hatte ich nicht die Wahrheit verdient? Wenn ich eh keine Chance hatte, wieso musste ich mich so lange quälen?
Nach 9 Jahren hätte ich erwartet, dass er wenigstens sagt, er braucht Abstand aber sobald der Alltag wieder einkehrt, kann man erst sehen, ob das Zusammenleben ihn noch immer unglücklich macht.

In einem letzten Gespräch heute habe ich ihm das gesagt. Er wehrt sich mit Händen und Füßen, will nicht dran arbeiten. Alle sind traurig. Aber er ist wohl seit diesem Tag bei seinen Eltern wieder glücklicher sagt er.
Und das alles, weil er wohl denkt er würde was verpassen im Leben. Aber hätte er das nicht vorher überlegen können?

Ich bin aktuell echt am Boden. Vielen Dank für eure aufbauenden Worte. Das war jetzt ein Roman.

10.06.2021 23:26 • x 1 #6


Sorgild


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Zitat von Amio:
Und das alles, weil er wohl denkt er würde was verpassen im Leben. Aber hätte er das nicht vorher überlegen können?


Wenn ich so zurück denke, ich habe mich damals auch von meinem ersten Freund nach acht Jahren mit genau dieser Begründung getrennt. Ich hatte immer das Gefühl, ich würde was verpassen. Ich war nicht unglücklich mit ihm, er war ein echt toller Freund, doch da war auch immer dieses Gefühl .. ich muss hier weg. Ich kann hier nicht bleiben.

Ich bin dann auch raus aus der Beziehung und danach machte ich erst mal genau die Erfahrungen mit Männern, auf die Frau ja eigentlich auch verzichten kann. Rückblickend würde ich sogar sagen. Ich habe eigentlich nichts verpasst. Aber damals wusste ich ja nicht, was noch kommt und was nicht.

Ich glaube, ich wäre wohl weiter unglücklich in dieser tollen Beziehung geblieben.

Mein Freund hat sehr gelitten. Er lernte dann aber etwas später seine spätere Ehefrau kennen und die Frau war der totale Glücksgriff für ihn. Selbst ich mochte sie und ich war echt glücklich und habe mich so für ihn gefreut, während ich beziehungstechnisch eine Pleite nach der nächsten durchstehen musste.

Er ist heute noch mit ihr zusammen. Und immer noch glücklich.

Tja... so kanns gehen..

11.06.2021 00:32 • x 3 #7


BrokenHeart

BrokenHeart


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Zitat von Sorgild:
Wenn ich so zurück denke, ich habe mich damals auch von meinem ersten Freund nach acht Jahren mit genau dieser Begründung getrennt.

So erging es mir auch, allerdings nach 7 Jahren ......

Ich hatte damals Angst, dass in meinem Leben nichts weiter passiert und es jetzt so weitergeht, bis zur Rente ..... das wollte ich nicht, ich hatte quasi fertig gelebt .....

11.06.2021 00:55 • x 3 #8


Amio


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Kurzer Nachtrag, weil ich nicht drauf geantwortet hatte:

Sowohl meine Eltern, als auch meine Schwester mit Familie stehen hinter mir und kümmern sich ganz toll um mich. Leider hat sich der Freundeskreis mit der Zeit so verändert, dass die meisten Freunde weiter weg wohnen.
Heute bekomme ich Besuch von einem Freund und mit 2 Freundinnen telefoniere ich regelmäßig.
Eine wird auch extra eine lange Fahrt auf sich nehmen und mich besuchen.

Ich bin unendlich dankbar über diese Unterstützung und bin eigentlich rundum umsorgt.
Trotzdem fühlt man sich alleine. Alles steht noch in der Wohnung.
Ich habe Angst einzuschlafen, weil der Schmerz beim Aufwachen, wenn man realisiert, dass es kein Traum war, am schlimmsten ist.

Auf der einen Seite möchte ich niemandem zur Last fallen und auch sehr ungern bei meinen Eltern wohnen in meinem Kinderzimmer. Ich liebe meine Wohnung sehr und fühle mich wohl.
Andererseits fühle ich mich so einsam dort. Mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich könnte so vieles machen und mich beschäftigen aber ich kann nur noch daran denken.

Ich weiß, dass es irgendwann besser wird aber aktuell kann ich mir das noch überhaupt nicht vorstellen. Mein Leben ist gerade so perspektivlos.

Es wären jetzt nur noch große, spannende Schritte gefolgt. Letztes Jahr sind wir zusammengezogen, wir beginnen bald unsere festen Jobs, hätten wahrscheinlich irgendwann geheiratet, ein Haus gesucht und eine Familie gegründet. So vieles was jetzt nicht mehr möglich ist.

Es tut mir so leid, dass ich hier so rumheule. Ich weiß gerade einfach nicht wohin mit mir.

Und am meisten zerreißt es mich, dass er nach 2 Tagen schon wieder glücklich war. Obwohl mich das freuen sollte...

11.06.2021 10:17 • x 1 #9


Arnika

Arnika


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Was du spannend nennst, mich hätte das in dem Alter erschlagen. Wenn ich mit Anfang zwanzig mit meiner Teenie-Freundin mein ganzes Leben schon vor mir sehe. Pfff. Nie wieder die Aufregung des ersten Kusses, etc. Nochmal pfff. Aber gut, jeder Jeck ist anders. Wobei ich denke ich eher zur Mehrheit gehöre. Mein Bruder hat sich nach 6 Jahren von seiner Freundin getrennt, weil es für ihn nicht mehr vorstellbar war, sein Leben lang nur eine einzige Frau zu haben. Ich glaube, du verrennst dich da etwas, dass er krank ist und therapiert gehört. Der ging nur nie durch San Franzisco in zerrissnen Jeans und war noch niemals wirklich frei.

Ist nur leider kein Trost für dich. Ich kann dir nur sagen, es wird besser.

11.06.2021 10:47 • x 2 #10


Sorgild


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Zitat von Amio:
Es tut mir so leid, dass ich hier so rumheule. Ich weiß gerade einfach nicht wohin mit mir.


Darüber mache dir mal bitte überhaupt keine Gedanken. Dieser Platz hier, dein Thread ist genau dafür vorgesehen. Du darfst hier soviel rumheulen und später auch rumwüten, wie dir gerade ist. Und wenn es nicht reicht, darfst du jederzeit nachlegen.
Und das solltest du auch tun. Damit entlastet du nämlich auch ein Stück weit deine realen Freunde.

11.06.2021 11:49 • x 3 #11


unwissend


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Liebes Kopf hoch. das Ohnmachtsgefühl vergeht irgendwann und dann fängst du an zu reflektieren und bemerkst, dass nicht alles sonnenschein war.
das habe ich aber erst gemerkt, nachdem ich viele unterschiedliche Menschen und deren Ansichten kennen gelernt habe.
geh raus, tingel von Couch zu Couch deiner Mädels, sitz heulend im Auto im Wald und schrei.
Mach neue Sachen für dich.
mein Tipp: guck, was du schon immer machen wolltest. ich bin damals Fallschirm gesprungen. Spontan gebucht und alleine hin und gesprungen. Etwas, was ich mich nie getraut hatte. Ich habe mich gezwungen regelmäßig raus zu gehen, habe mich aber auch zu Hause ab und an verkrochen. die ersten drei Monate war ich erst jeden Abend um 23 Uhr zu Hause. meine Freundinnen waren ständig für mich da.
und erweitere deinen Freundeskreis. geh raus Menschen kennen lernen. du wirst sehen, dass du ganz neue Ansichten lieben lernst und dadurch bemerkst du, dass es da draußen so viel mehr gibt.
Rückblickend muss ich sagen, dass mein Singlejahr das beste Jahr meines Lebens war. ungewollt, aber es war von vorne bis hinten vollgestopft mit Menschen, Eindrücken, Weiterentwicklungen, Emotionen, up und downs.

in einem Jahr wirst du ganz anders denken,versprochen.

11.06.2021 12:22 • x 3 #12


Slove


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Also mir wird echt übel, wenn ich lese, was hier einige von sich geben.

Da ist eventuell eine Depression im Spiel verdammt nochmal. Das heißt, es kann passieren, dass derjenige gar nichts mehr fühlt. Und immer nur zwischendrin, sich mal wieder aufraffen kann. Informiert euch mal lieber über das Krankenbild.

Dem Thema Ersteller kann ich nur empfehlen, zieh dich jetzt nicht komplett zurück wenn es eine Depression ist. Der Mensch ist krank und braucht Hilfe.

Generell würde ich jetzt raten erstmal alles eine Woche zu verdauen, aber unter diesen Umständen google mal trennung wegen Depressionen. Da gibt es sehr viele Artikel und Tipps.

Nochmal Leute, wann fangt ihr endlich an zu verstehen, dass jede Trennung anders ist? Jede geht anders zu Ende, jede hat eine andere Vorgeschichte. Aber viele bekommen nochmal die Chance miteinander zu sprechen und zu schauen ob da noch was ist, sofern man sich nicht im Stress getrennt hat. Aber auch hier gilt, alles ist möglich.

Und hört bitte auf den Leuten immer zu raten sich abzulenken, neue Sachen zu machen, nein verdammt, man muss reflektieren und seinen Kopf sammeln. Man rennt nicht davon, so bringt das gar nichts. Und ja klar, mal bisschen quatschen oder nen Tee trinken solltest du, aber sonst ruh dich auch etwas aus. Es wird in nächster Zeit noch einiges an Wendungen kommen, ist nahezu bei jedem so

Ach und lass dir noch eins sagen, viele die hier meinen wie toll das eine oder andere jetzt doch alles geworden ist. Sie würden sich nicht hier im Forum aufhalten, sie versuchen eher so ihr Leben schön zu reden. Also reflektierte immer genau was dir geraten wird.

11.06.2021 12:57 • x 3 #13


unwissend


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Zitat von Slove:
Nochmal Leute, wann fangt ihr endlich an zu verstehen, dass jede Trennung anders ist? Jede geht anders zu Ende, jede hat eine andere Vorgeschichte.



eben, warum pauschalisiert du dann, dass es eine Depression sein MUSS?
es spielt doch keine Rolle für die TE, denn sie wurde getrennt, ihm geht es nach der Trennung gut. er hat sicherlich Freunde und Familie und zur Not kann er sich Hilfe holen (und die TE hat diesen Weg für ihn eingeschlagen! sie hat sich bemüht). er WILL aber nicht.

Zitat von Slove:
Und hört bitte auf den Leuten immer zu raten sich abzulenken, neue Sachen zu machen, nein verdammt, man muss reflektieren und seinen Kopf sammeln. Man rennt nicht davon, so bringt das gar nichts. Und ja klar, mal bisschen quatschen oder nen Tee trinken solltest du, aber sonst ruh dich auch etwas aus.

achso, deiner Meinung nach sollte sie sich jetzt in ihrer Wohnung verkriechen, bloß sich nicht ablenken? Sie wird reflektieren, mit Sicherheit wird sie das. aber wieso um Gotteswillen sprichst du es uns, ihr zu raten, dass sie sich grade ablenken soll? was soll das?
nach einer neunjährigen Beziehung, die so beendet wurde, sollte sie sich sogar ablenken und nicht selber davon eine Depression bekommen. Ablenken heißt nicht verdrängen.

Zitat von Slove:
Ach und lass dir noch eins sagen, viele die hier meinen wie toll das eine oder andere jetzt doch alles geworden ist. Sie würden sich nicht hier im Forum aufhalten, sie versuchen eher so ihr Leben schön zu reden.

herrje bist du frustriert.
Das Leben IST schön, auch nach einer Trennung. irgendwann ist es schön und wieso sollte ich diesen Ratschlag ihr nicht geben dürfen, wenn ICH das so empfinde? soll ich sagen: boah ne, die Trennung ist mies, bleib zu Hause, verkrümmel dich, es wird nichts gut? gelogen!
es wird irgendwann gut und sogar schön. hör selber auf der Erstellerin hier einen Floh ins Ohr zu setzen.

Zitat von Slove:
Also reflektierte immer genau was dir geraten wird.

das sollte sie wirklich tun - in dem Falle deinen Beitrag.

11.06.2021 13:10 • x 3 #14


Amio


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Vielen Dank euch allen!
Ich wollte keinen Streit auslösen. Ich denke eine Mischung aus Ablenkung und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen ist ganz gut. Aktuell schreibe ich alles auf und lese es mir aktuell mehrmals durch. Später will ich das bestimmt nicht mehr lesen aber jetzt tut es mir gut.

Ich glaube bis man realisiert, dass er wirklich nicht wieder kommt dauert es.

Meine Familie und Freunde sind der festen Überzeugung, dass er zurückkommen wird. Und das sagen sie nicht, um mich aufzubauen, sondern weil sie glauben zu wissen wie er fühlen wird.

Auch wenn das lieb gemeint ist, zieht mich das gerade runter. Denn ich weiß, dass er es nicht tun wird. Der Weg zurück ist sehr unangenehm und er hat ja nicht mal die Trennung selbst angesprochen weil er, wie er sagt, zu feige war.
Und er ist ein Mensch, der alles hinnimmt und akzeptiert. Er sucht bei Problemen oft keine Lösung, sondern akzeptiert sie und lebt damit weiter. Das ist der größte Unterschied zwischen uns.
Selbst wenn er feststellen würde, dass das großer Mist war, wird er nicht mehr versuchen zurückzukommen.


Zur Depression:
Mir bleibt nichts anderes übrig als mich zurückzuziehen. Die letzten Wochen waren sehr hart. Meine Schwester fragte mich, ob ich das durchhalte. Aber ich finde wenn der Partner krank ist, ist es schlimm ihn zu verlassen. Ich hätte das mit ihm durchgestanden. Auch wenn er nach einer Behandlung immer noch keinen Sinn in der Beziehubg sähe. Dann wüsste ich wenigstens, woran es liegt.

Aber er will nicht. Hatte ihn gerade überredet einen Arzttermin zu machen. Aber gestern erzählte er, seine Magen-Darm Probleme seien weg und er ist seit 1,5 Tagen wieder glücklich. Dass das eine Momentaufnahme ist, daran möchte er nicht denken.

Und nein, ich behaupte das nicht, weil er sich von mir getrennt hat. Einen Menschen, den man so liebt so leiden zu sehen macht einen fertig. Es wäre schöner, wenn es eindeutig an mir läge. Dann müsste ich mir um ihn keine Sorgen machen.
Aber damit lebe ich jetzt, denn seine Familie scheint das Thema nicht so ernst zu nehmen. Dabei ist es in den letzten Wochen schon so vielen Leuten aufgefallen. Er ist einfach traurig und emotionslos geworden. Seine Entscheidungen (egal welche) sind nicht mehr rational und seine Stimmung schwankt zwischen extremen.
In 14 Tagen 8 Kilo abzunehmen ist nicht normal.
Das ist nicht gesund und das rede ich mir leider auch nicht ein.


Ich danke euch sehr für eure Ratschläge. Mit allen kann ich etwas anfangen.

11.06.2021 13:22 • #15



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