j.p.
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es gibt schon wieder einen neuen Stand der Dinge. Langsam kann ich selbst nicht glauben, dass ich hier schon wieder sitze und etwas zu schreiben habe. Ihr müsst mir helfen. Ich bitte Euch sehr darum, mir ein wenig Licht in ein Dunkel zu bringen, von dem ich nicht mehr weiss, was ich denken und fühlen soll.
Ich bin komplett aus den Schuhen geworfen, verliere gerade völlig den Boden unter den Füssen, weil ich nicht mehr weiss wo A noch B ist.
Ich habe mich heute mittag mit meinem Exfreund getroffen. Nachdem er mir vor 2 Tagen auf meine Frage danach, ob er sich eine Beziehung noch einmal vorstellen kann, ganz klar und deutlich nein gesagt hat, war er gestern plötzlich hier, stand plötzlich vor mir hier in der Wohnung und hat mich mit den übelsten Vorwürfen konfrontiert, die man sich nur vorstellen kann. Ich sass danach völlig fertig hier und habe die ganze Welt nicht mehr verstanden.
Ich habe ihn dann um ein Gespräch in Ruhe gebeten. Daraufhin ist er heute mittag hergekommen. Wir haben einige Stunden gesprochen. Das hier sind die Inhalte des Gesprächs, von denen ich nicht mehr weiss, wo ich sie einordnen, geschweige denn, wie ich damit umgehen soll:
Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn immer noch liebe, aber selbst langsam nicht mehr wüsste, ob wir noch eine Beziehung führen könnten, nach alldem was inzwischen passiert ist seit der Trennung und dass ich auch nicht weiss, ob ich ihm nochmal vertrauen könnte.
Ich habe ihm mein ganzes inneres Seelenleben quasi vor die Füsse geworfen und ihm erzählt wie es in mir seit einigen Wochen aussieht. Dass ich zeitweise total am Ende war, sogar an Selbstmord gedacht habe und das mehrfach, dass ich keine Kraft mehr habe, dass meine Kraft von Tag zu Tag mehr schwindet, dass nicht alles mit ihm zu tun hat, was mich in letzter Zeit so runterzieht, sondern mit meinem ganzen eigenen bisherigen Leben und all dem, was darin schon immer schief gelaufen ist und das ist eine Menge, von der er auch weiss. Ich habe ihm gesagt, dass ich bald nicht mehr weiss, wie ich einen ganz normalen Tag überstehen soll, weil mir die Kraft fehlt für die alltäglichsten Dinge. Dass ich mit allem überfordert bin ohne zu wissen, woher ich neue Kraftreserven ziehen soll.
Inzwischen hat mir meine beste Freundin auch die Freundschaft gekündigt. Sie rief mich gestern an und sagte, dass wenn ich nicht auf ihre Ratschläge hören möchte im Bezug auf meinen Exfreund, dann bräuchte ich sie mit dem Thema auch nicht zu belästigen. Ich weiss gar nicht, was ich davon halten soll. Was ist denn das für eine Freundschaft, wenn sie nur dann Bestand hat, wenn ich auf die Ratschläge höre. Letztendlich muss ich doch entscheiden, was für mich gut ist und was nicht. Zumal sie selbst vor kurzem in einer ähnlichen Situation war. Sie wird oder wurde von ihrem Mann mit dem sie 4 Kinder hat, seit Jahren geschlagen und betrogen. Als sie letztes Jahr deshalb total am Ende war, habe ich sie immer wieder aufgefangen, ihr in jeder Minute zugehört, wenn sie mit mir sprechen wollte, war absolut jederzeit für sie da über Wochen hinweg. Und ich habe ihr auch geraten, wie es wohl jeder getan hätte, dass sie sich von ihm trennt. Sie hat es nicht getan. Auch wenn ich das nicht verstanden habe, so habe ich jedoch niemals mit dem Gedanken gespielt, sie deshalb als Freundin aufzugeben.
Was ist das für eine Welt, in der wir da leben ? Das frage ich mich immer öfter.
Jetzt bin ich total ausgeschwenkt. Ihr seht, ich bin immer noch völlig verwirrt von dem heute stattgefundenen Gespräch.
Nachdem ich meinem Exfreund all diese Dinge gesagt habe, fing er an zu weinen und sagte, dass er doch einfach nur Angst gehabt hätte und immer noch hat. Angst davor, dass wir es wieder nicht schaffen und er noch einmal so leiden muss und noch einmal so traurig ist in der Beziehung.
Und dann sagte er, dass er gestern überlegt habe, wie schön es wäre, wenn er wieder mit meinem Sohn und mir zusammen leben würde und wie sehr er sich das wünschen würde.
Dann sagte er, dass er meinem Sohn und mir einen Urlaub hat schenken wollen.
Und dann tat er etwas, was ich mir jetzt immer noch nicht erklären kann.
Er hat mir seine Hilfe angeboten. Er möchte für mich da sein, so oft und so intensiv es ihm möglich ist, bis ich wieder festen Boden unter den Füssen habe. Er möchte mir helfen, mich unterstützen, wieder Kraft zu finden. Dann sagte er, was ich sagen würde, wenn er mich jetzt einfach in den Arm nimmt und mit sich nimmt.
Und wisst Ihr, was ich geantwortet habe ? Ich habe gesagt: Nein, das würde nicht gutgehen unter diesen Voraussetzungen.
Ich weiss nicht, ob ich da was total idiotisches gesagt habe. Ich konnte ihm einfach nicht glauben, ihm nicht vertrauen. Es ging nicht.
Dann hat er mir endlich meine Vermutung bestätigt, die ich die ganze Zeit über schon habe. Er ist mit einer anderen Frau zusammen. Sie treffen sich seit unserer Trennung. Davon wusste ich auch, aber ich wusste nicht, wie intensiv und ernst das ganze ist. Das weiss ich auch jetzt noch nicht. Er sagt, dass er ihr gesagt habe, dass er mich liebt und dass er ihr vorgestern auch von meiner schwangerschaft erzählt habe, was in ihr natürlich einen riesigen vertrauensbruch ausgelöst hat, weil sie nämlich nicht wusste, dass er und ich seit der trennung noch so häufig intim waren. ich muss dazu sagen, dass sie selbst, als die treffen der beiden anfingen noch in einer seit 9 jahren bestehenden beziehung war, sich aber trennen wollte. ich weiss auch, dass sie das bis vor 1 monat nicht getan hat. ob er jetzt davon weiss, ich weiss es nicht.
tatsache ist, mein exfreund wartet nun auf eine entscheidung von mir. eine entscheidung darüber, ob ich seine hilfe annehmen möchte. in einem rahmen, den er setzt. dieser rahmen würde so aussehen, dass er für mich da ist, so gut er kann, oft auch hier sein wird, gleichzeitig aber sein leben nicht aufgeben möchte und damit auch nicht den kontakt zu seiner neuen "freundin" - insofern man sie als solche wirklich bezeichnen kann. ich weiss nicht ob das schon eine beziehung ist.
im grunde weiss ich gar nichts mehr.
er sagt mir in der einen minute,d Ar. er mich liebt und sich wünscht, wir würden wieder zusammen leben, er aber angst davor hat, in der nächsten minute erzählt er mir, dass es eine andere frau in seinem leben gibt, für die er zwar nicht ansatzweise so viele gefühle hat wie für mich, sie ihm aber gut tut und kraft gibt.
mit meinem kopf kann ich das auch alles irgendwie verstehen. aber eben nur irgendwie. ich bekomme kein rundes bild hin. ich weiss nicht, wie ich mich entscheiden soll, ob ich das überhaupt soll, ob ich die andere frau überhaupt tolerieren könnte, wie seine art der hilfe aussehen soll, wie wir damit umgehen sollen. ich weiss es alles nicht. das ist mir echt zuviel.
bitte helft mir ein bisschen Licht ins dunkel zu bringen.
Eure
Jacki