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Ex ist gestorben

Erfehlt

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Hallo ihr alle!
Ich habe vor einer Woche erfahren, dass mein Ex bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.
Wir hatten schon neun Wochen keinen Kontakt mehr. Die Trennung lief unschön, er hatte mich betrogen, ich bekam es raus, er zeigte keine Reue. Stattdessen ließ er mich per WhatsApp sitzen und startete mit der nächsten durch. Zwei Jahre waren wir zusammen, hatten vorher viele Monate keinen Kontakt, wir waren schonmal ein Paar, damals waren es wenige Wochen. Trotzdem hatte ich diesen Mann nie vergessen, gab uns eine nächste Chance, als er sich wieder meldete. Auch jetzt, wo er mich wieder so sehr verletzt und links liegen gelassen hatte, musste ich jeden Tag an ihn denken und vermisste ihn sehr. Wir hatten was tolles, auch wenn er mich zum Schluss so fies behandelt hatte, er gab mir eine schöne Zeit. Ich hielt nun die Kontaktsperre, irgendwie hatte ich noch auf eine Nachricht gehofft, auch wenn es aussichtslos schien und ich mich oft fragte, warum ich noch an dem hänge. Ich war ihm ja egal, sonst hätte er mir sowas nie angetan oder wenigstens gekämpft. Ich meine, ich bekam noch nichtmal eine Entschuldigung von ihm. Er war ein richtiger Eisklotz. Ich saß so oft die letzten Wochen fluchend zuhause.
Nun hatte ich die neun Wochen durchgehalten, jeden Tag schaute ich auf mein Handy, schaute all meine Accounts nach, natürlich war nie eine Nachricht von ihm da.
Jetzt habe ich erfahren, dass er einen Autounfall hatte, dieser war vor zwei Wochen.
Ich bekam keine Luft mehr, mein Hals schnürte sich zu, ich fing an zu weinen, ich bin durchgedreht.
Ich bin an die frische Luft, ging spazieren und bin dann zusammengeklappt. Ich saß eine Ewigkeit auf dem Radweg, mehrere Spaziergänger sprachen mich an.
Ich fühle mich so schrecklich. Er liebte ihn noch immer, wollte mit ihm reden, vielleicht irgendwann, wenn er ein zweites mal zurück gekommen wäre.
Jetzt ist er weg, meine letzte Nachricht an ihm war gemein, schließlich war ich wütend und verletzt.
Ich komme damit nicht klar, wir sind so schlimm auseinander gegangen, das wird jetzt für immer so bleiben. Vor so etwas hatte ich schon immer Angst.
Ich hatte noch so viele Fragen, da ich unser Ende und sein Verhalten nicht verstand.
Jetzt werde ich mich für immer fragen, ob ich wirklich nicht wichtig für ihn war.
Vielleicht hätten wir auch nie wieder Kontakt gehabt, vielleicht hätte er sich nie mehr gemeldet. Ich hatte die Hoffnung sowieso schon etwas aufgegeben, mich sogar dafür gehasst, dass ich ihm auch noch nachweine.
Er bedeutete mir so viel, so viel Liebe empfand ich noch nie in meinem Leben, ich wollte mit ihm alt werden, das sagte ich ihm so oft, er mir auch, aber von den Worten blieb ja nichts übrig.
Ich werde keine Antworten mehr bekommen, ich werde nicht mehr auf mein Handy schauen müssen, ich kann meine Hoffnung ablegen. Er wird nie mehr bei mir sein.
Ich sitze hier mit unseren Fotos, trage seine Kette, die er mir zum Geburtstag schenkte, mehr bleibt mir nicht. Aber auf ewig die Frage WARUM, warum hat er das getan, wieso war ich ihm so egal, warum konnte er nicht mit mir reden.
Ich glaube, ich werde das hier nicht durchhalten.

17.11.2019 22:00 • x 1 #1


Mia2902


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Wie schecklich für dich... das tut mir sehr Leid!

Bitte spreche über Deine Trauer, Deine Fragen, Deine Gefühle mit einem Menschen, dem Du vertraust. Oder gehe zu einer Beratungsstelle oder einem Therapeuten, damit Du das verarbeiten kannst.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft auf Deinem Weg.

17.11.2019 22:06 • x 1 #2


BlueApple


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Liebe TE,

das ist, Trennung hin- oder her, grauenvoll.
Aber mache dir keine Vorwürfe.... ER wollte keinen Kontakt mehr. ER hat keinen Kontakt zu dir gesucht.
Natürlich ist es schwer.... Was hätte noch kommen können.... Du wirst es leider nie erfahren.
Trotzdem suche die Schuld nicht bei dir. Zum Zeitpunkt des Unfalls wollte ER keinen Kontakt mehr zu dir.
Behalte ihn in guter Erinnerung und vergib dir selber. Du wirst es leider nicht mehr ändern können, also trauere in Ruhe ohne den Gedanken was hätte sein können....
Solltest du damit nicht zurecht kommen, vertrau dich Verwandten/Bekannten an. Im Notfall hilft ein Gang zum Psychologen.
Aber denke immer daran.... ER hätte sich zu Lebzeiten bei dir melden können, nicht du.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft in der schweren Zeit.

17.11.2019 22:34 • x 1 #3


NurEinGast


Das ist ganz furchtbar.
Ich kann nur meine Vorredner unterstützen. Geb dir keine Schuld, er wollte am Ende nicht mit dir reden und du hast auch keine Schuld an seinem Unfall. Manchmal ist das Leben so furchtbar und das einzige was wir tun können ist lernen damit zu leben.
Wie schon gesagt wurde suche dir Ansprechpartner wenn du fühlst das du Bedarf hast zu reden um das zu bewältigen.

Da ich nichts hilfreiches mehr hinzufügen kann wollte ich eigentlich nur eines hier sagen :
Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf dem Weg der vor dir liegt.

17.11.2019 23:21 • x 1 #4


Abendrot


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Zitat von NurEinGast:
Das ist ganz furchtbar.
Ich kann nur meine Vorredner unterstützen. Geb dir keine Schuld, er wollte am Ende nicht mit dir reden und du hast auch keine Schuld an seinem Unfall.


Zitat von Erfehlt:
Aber auf ewig die Frage WARUM, warum hat er das getan, wieso war ich ihm so egal, warum konnte er nicht mit mir reden.


Die Frage nach dem WARUM ist verständlich , aber sinnlos .
Die Frage nach dem WARUM , wird nicht beantwortet werden können .
Die Frage nach dem WARUM ,macht krank ,weil sie alles in dir blockiert
um heilen zu können .

Hab nicht das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben ,er wollte nicht mit dir reden , er hat seinen Weg weg von dir gewählt .
Traure , weine ,schreie , aber stelle keine Frage , die nicht beantwortet werden kann .
Sag ihm in Gedanken deine Trauer darüber , wie alles gelaufen ist und vielleicht bist du sogar eines Tages verärgert darüber , dass er dir ein Gespräch verwehrt hat .

18.11.2019 00:13 • #5


Perzet


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@Erfehlt Mein herzliches Beileid!

Neben dem sowieso Leiden nun auch der Schock des Sterbens, der für sich alleine schon ein harter Einschnitt ist.

Weißt du, wenn du demnächst hier in den Foren lesen solltest, wirst du viele, viele threads finden, in denen auch diese "Warum" Fragen auftauchen. Das beschäftigt viele. Und meistens kommt irgendwann die Einsicht, daß es keine befriedigende Antworten von ihm geben kann.
Die Antworten liegen alle bei dir. Warum hast du das mitgemacht etc.
Das kommt später dran.

Jetzt nutze die Zeit und trauere. Es ist ein Abschied und du darfst alle Gefühle durchleben. Das ist gut und wichtig für dich. Ein paar Tage und dann geht es dir besser. Heule, schreie, rede drüber, schreibe hier, sei wütend, lach über witziges, gehe raus und lass deine Gefühle laufen. Es wird wieder.

Viel Kraft dir. Du kannst das aushalten. Es wird danach besser sein

18.11.2019 11:25 • x 2 #6


Frauenfarn

Frauenfarn


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@Erfehlt

Auch von mir herzliches Beileid - das ist wirklich entsetzlich...
Kannst Du Dich mit Leuten treffen, die ihn kannten?

18.11.2019 11:26 • #7


HeartOfGold

HeartOfGold


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Es tut mir Leid, was du da erfahren musstest... Du beschreibst dort auch eine meiner größten Ängste.
Ich kann dir nur den "Tip" geben: Wenn du das Gefühl hast, dass du ihm noch etwas sagen willst, dann schreib ihm doch einen Brief... Verbrenne diesen Brief dann oder bastele ein Papierschiff draus und lass es den nächsten Bach herab laufen...

18.11.2019 11:33 • x 3 #8


latraviata

latraviata


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Wie furchtbar - das tut mir sehr leid, Blaubeere! Such dir alle Hilfe, die du bekommen kannst. Das mit den fehlenden Antworten und den ungelösten Konflikten ist etwas, was sehr oft mit dem Tod von Menschen einhergeht. Und eins der Dinge, die es so schwer machen, damit umzugehen. Ich wünsche dir alle Kraft der Welt dafür - mit eurer Trennung hört sich das doppelt schwer an..

Vielleicht hilft dir irgendwann das, was Perzet schon angedeutet hat: das Bewusstsein, dass sehr viele Menschen mit ungelösten Fragen leben müssen. Es wird sicher eine Weile dauern, bis du damit deinen Frieden machen kannst - vielleicht wird es auch etwas werden, was dich lange beschäftigt. Aber das kann auch heißen, dass du es irgendwann integrierst.

Mein Vater ist gestorben als ich 17 war. Es ist eins meiner Lebensthemen. Die durchgeschnittenen Fäden, die ich in den Händen halte und die ich nicht zusammenbekomme. Es war und ist und bleibt eine Tragödie für mich. Aber es ist auch etwas, was mich vieles gelehrt hat.

Ich würde dir wirklich raten, dir Menschen zu suchen, die dir helfen, da durch zu kommen. Es ist, glaube ich, das wichtigste in solchen Phasen: Beistand von anderen Menschen. Das Gefühl nicht allein zu sein. Das Gefühl nicht die einzige zu sein, die so etwas erlebt. Das Gefühl, dass man durch so etwas durchkommen kann.

Viel Kraft!

18.11.2019 12:46 • #9


latraviata

latraviata


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Ich habe keinen Ghosting-Thread gelesen, finde aber, dass deine Beiträge an der Stelle einfach unempathisch sind - also nicht zeigen, dass du dich irgendwie in die Gefühlssituation der TE hineinversetzen kannst. So was ist mal mehr, mal weniger gut auszuhalten - und vielleicht auch manchmal hilfreich. Ich finde es aber unangemessen, wenn man gerade so einen traumatischen Prozess durchmacht wie die TE offenbar. Vielleicht schaffst du es, dich irgendwo anders zu betätigen? Danke.

18.11.2019 13:49 • x 1 #10


Angi2


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Zitat von Rubiq:
Er hat es nicht verdient das sie jetzt dermaßen wegen ihm trauert, ganz egal ob er lebt oder tod ist.

Ganz falsch ist die Aussage nicht.
Er ist gegangen, er wollte die TE nicht mehr, warum soll die TE nun um ihn trauern.

Liebe TE, sieh es positiv, nun kannst du auf jeden Fall abschließen.

18.11.2019 14:06 • #11


latraviata

latraviata


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Lasst uns gerade diesen Thread nicht mit solchen Kämpfen füllen.

18.11.2019 14:12 • x 3 #12


Angi2


1998
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1562
Zitat von latraviata:
Lasst uns gerade diesen Thread nicht mit solchen Kämpfen füllen.

Was ist an diesem Thread so anders, als an anderen Trennungsthreads?

Der Mann hat sich getrennt, wollte von der TE nichts mehr wissen........dass er nun tot ist, ändert doch nichts an der Sache, dass er sie nicht mehr wollte.

Die TE sollte sich nicht mehr mit einem schlechten Gewissen herumplagen, weil ihr letzter Kommentar an ihn sehr mies war. Er hat sie betrogen, wenn ich das richtig gelesen habe, der Tod macht das doch nicht ungeschehen.

Ja, man soll vergessen und verzeihen...Verzeih ihm liebe TE und lass ihn gehen.

18.11.2019 14:14 • #13


latraviata

latraviata


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Ein Tod ist doch eine andere Art von Verlust als eine reine Trennung . Und ruft auch andere Arten von Verletzungen hervor. Kommt mir merkwürdig vor, dass das nicht alle so wahrnehmen. Vielleicht noch nicht erlebt? Ernsthafte Frage - für mich ist das schon was sehr anderes. Ein ganz anderer Schock verbunden mit dem Gefühl von Unwiderruflichkeit. Da ist von vornherein ganz klar: es wird von ihm keine Antworten mehr geben. Ein unerwarteter Tod ist wirklich ein Hammerschock für die Psyche. Normale Trennungsprozesse sind da "sanfter", da funktionieren Verdrängungs- und Verschleierungsprozesse, die einem helfen, die erste Zeit zu überstehen.

18.11.2019 14:16 • x 4 #14


Vidi


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Zitat von Abendrot:



Die Frage nach dem WARUM ist verständlich , aber sinnlos .
Die Frage nach dem WARUM , wird nicht beantwortet werden können .
Die Frage nach dem WARUM ,macht krank ,weil sie alles in dir blockiert
um heilen zu können .

Hab nicht das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben ,er wollte nicht mit dir reden , er hat seinen Weg weg von dir gewählt .
Traure , weine ,schreie , aber stelle keine Frage , die nicht beantwortet werden kann .
Sag ihm in Gedanken deine Trauer darüber , wie alles gelaufen ist und vielleicht bist du sogar eines Tages verärgert darüber , dass er dir ein Gespräch verwehrt hat .


Sinnvollster Rat in so einer Situation. Ich schließe mich dem an.

18.11.2019 14:35 • #15




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