Hallo Ihr Lieben,
es ist jetzt etwas mehr als fünf Monate her, seit mich der N von heute auf morgen entsorgt hat. In den ersten drei Monaten nach der Trennung war ich wie ein Zombie. Ich habe nicht geschlafen, nicht gegessen, nur geheult. Ich wusste morgens nicht, woher ich die Kraft nehmen soll, den Tag zu überstehen. Heute denke, nein weiß ich, dass ich von dieser Beziehung (2,5 Jahre inkl. gemeinsamer Wohnung) traumatisiert war. All die Gefühle und alle Verletzungen, die ich mir während meiner Zeit mit dem N nicht erlaubt habe zu spüren, weil ER sie nicht aushalten konnten, brachen an die Oberfläche. Und zwar mit aller Macht. Nach und nach kamen immer mehr Erinnerungen an Situationen, wo N mich verletzt, entwertet und stehen gelassen hat zurück.
Dazu kam noch, dass ich mich total entwurzelt gefühlt habe. Ich wusste überhaupt nicht mehr, wo oben und unten ist. Im Nachhinein erscheint mir das nur allzu logisch. Der N hat versucht, mich in eine Form zu pressen und ich habe mich verdreht um da hineinzupassen. Ich habe mich, meine Persönlichkeit und meine Gefühle komplett verleugnet um sein Wohlwollen und nicht seine Entwertungen zu bekommen. Und dann? Von einem auf den anderen Tag war die Beziehung weg und mich selbst hatte ich auch nicht mehr. Die Verzweiflung, die ich spürte war also mehr als nachvollziehbar und auch angemessen.
Mir hat dieses Forum unwahrscheinlich geholfen, mir sozusagen die Augen geöffnet. Nach und nach konnte ich dem N seinen Teil der Verantwortung an den Beziehungsdramen zurückgeben. Die hatte er ja konsequent IMMER auf mich abgewälzt und ich habe sie bereitwillig angenommen.
Zitat von sade76:Er hingegen warf mir ständig vor, ich wäre so mit mir beschäftigt, dass es für ihn keine Kapazitäten gäbe.
Das war eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich. Das sind PROJEKTIONEN. N sehen keine Grenze zwischen sich und anderen Menschen, sie sind das Du. Und deswegen projizieren sie all ihre ungeliebten Eigenschaften auf das Gegenüber und werten sie dort ab. Meiner sagte solche Dinge zu mir wie „Ich bin deine einzige Bezugsperson“ oder „Du klammerst“. Das ist alles vollkommener Quatsch. Er war derjenige, der keine sozialen Kontakte außer mir hatte während ich regelmäßig mit Freundinnen telefonierte und mich mit ihnen traf. Auch als er am Ende der Beziehung zu mir sagte, dass er es nicht mehr ertragen könne, wie ich ihn und anderer Leute behandele, da meinte er eigentlich sich selbst. Ich habe alles, wirklich alles gelesen, was im Netz über N und N-Beziehungen geschrieben steht und so nach und nach wich die Verwirrung, die die Beziehung und die (mir heute noch unverständliche) Trennung aus heiterem Himmel bei mir hinterlassen hat und ich bekam Klarheit. Klarheit, was eigentlich mit diesem Menschen los ist und was das Zusammensein mit ihm mit mir gemacht hat.
Zitat von abigail14:weil wir uns genau die Typen suchen, die so ticken wie wir
Jetzt, nach fünf Monaten merke ich, dass ich mich weniger mit ihm auseinandersetzen und mich mir selbst zuwenden möchte. Denn es hat einen Grund, warum ich in diese Beziehung geraten und dass ich geblieben bin, wahrscheinlich immer geblieben wäre. Bei mir hat es auf jeden Fall mit der Kindheit zu tun. Als ich meiner Tante erzählte wie der N so zu mir war, sagte sie ganz nüchtern: „Aber das kennst du doch. Deine Mutter (sie ist Alk.) war doch genauso zu dir.“ Der N und ich haben zusammengepasst wie Schlüssel und Schloss. Er hat jemanden gesucht, der die Verantwortung für seine Probleme übernimmt und für ihn löst und ich habe, wie in meiner Kindheit, diese Verantwortung für die Gefühle und das Wohlergehen eines kranken Menschen übernommen. Ich bin ja daran gewöhnt, kenne es nicht anders Und ich bin auch daran gewöhnt, dass ich etwas tun muss um Liebe zu bekommen oder dass Liebe mit Leid verbunden ist. Und vielleicht glaube ich auch tief in mir drin, dass ich es nicht anders verdient habe. Da liegt auf alle Fälle viel Arbeit vor mir sonst werde ich wieder und wieder in solchen destruktiven Beziehungen landen.
Ihr lieben starken Frauen (und auch Männer). Es gibt einen Grund, warum der N/Bordi uns ausgesucht hat. Wir haben etwas, dass sie nicht haben und wahrscheinlich ewig suchen werden. Wir können unsere Gefühle spüren und deshalb andere Menschen lieben.
Ich habe letztens Mal irgendwo gelesen, dass die Heilungschancen nach so einer Beziehung für den „Co-Narzissten“ (Ich bin auf alle Fälle einer und ich denke viele, die hier schreiben genauso - ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen oder pauschale Unterstellungen zu machen.) viel größer sind als für den N. Weil der Zugang zu den verletzten Gefühlen da ist, sie somit verarbeitet werden können und daher Weiterentwicklung und Wachstum möglich sind.
Natürlich ist das nur ein kleiner Trost. Ich trauere auch noch unheimlich um den Verlust dieser Beziehung und meines damit verbundenen Lebenstraums und vor allem um den Verlust des Menschen, der er sein könnte und den ich liebe. Aber es ist immerhin ein Trost. Für mich - für uns alle - wird die Sonne eines Tages wieder scheinen, heller denn je. Während die meisten N wahrscheinlich ewig in ihrer Dunkelheit sitzen (müssen).
Fühlt euch alle ganz lieb gedrückt von eurer elim