Guten Morgen @ all,
moin Conchita,
bei Deinen Zeile kam in mir doch nochmal ein Lachflash hoch

!
leider war es doch wirklich so. Manchmal hatte ich das Gefühl, einen ganz kleinen Jungen vor mir zu haben, der einfach nicht weiß, was er will. Spielen, essen, schlafen, spazieren - aller 5 min änderte er seine Meinung. Ich brauche Dich - kuschelig, da kam auch vom Gesichtsausdruck her der kleine Junge, der nur bedingungslos geliebt werden will. Mami hat nicht das gemacht, was ICH will - arrogant, ignorant, sich wegdrehen, wegrennen (real), sich die Decke übern Kopf ziehen, mich so lange betteln lassen, mir zu sagen was los ist, um mir dann um die Ohren zu knallen: "Das weißt Du selber!" - Neeee, eben nicht!
Mir ist klar, dass die Wurzeln dieser Störung in der frühesten Kindheit liegen und dass die Betroffenen nie die Liebe erfahren haben, die Eltern ihren Kindern eigentlich geben sollten, nämlich bedingungslos. Aber ich bin nicht bereit, einen 54-jährigen nachzubeeltern bzw. nachzubemuttern. Das Urvertrauen, welches ihm fehlt, kann ich ihm nicht mehr vermitteln. Das tut mir sehr leid für ihn, dass er dieses Gefühl nicht kennt, aber die Anstrengungen, die er bei SEINER Suche danach unternimmt, müssen doch ins Leere laufen.
Irgendeine Frau auf dieser Welt muss mich doch so lieben, wie ich bin. Wäre ja möglich, nur wer ist er? Auf jeden Fall nicht der, der er vorgab zu sein. Den gibt es nämlich nicht. Das war MEINE Vorstellung von MEINEM Traummann, in die Rolle hat er sich mühelos hineingepasst. Irgendwann fallen aber die Masken, weil dieses Rollenspiel unendlich mühselig aufrecht zu erhalten ist. Dann kommt der dreijährge zum Vorschein, der mit dem Fuß aufstampft und brüllt: "Ich will! ICH, ICH, ICH!" Und mit so einem groß-kleinem Egomanen will ich nix zu tun haben.
Nochmal speziell für Dich einer zum Thema Suppenkasper:
Er kam nach Hause, wie meistens obermürrisch. Er hätte einen Sch...tag hinter sich, nur Idioten. Auf meine Frage hin, ob er zu Abend essen wolle, kam die Antwort: "Jetzt noch nicht." Es ging auf 20:00 Uhr, ich habe mir dann ein Brot gemacht und dachte bei mir, er kann ja nachkommen und mitessen. Ich hatte für ihn mitgedeckt. Er blieb vorm Fernseher liegen. Na gut, dachte ich, ist ja alt genug, wenn der Hunger kommt, wird er sich woll was zu essen machen. Er aß an dem Abend nichts mehr außer Gummibärchen und Keksen.
Am nächsten Tag rief mich seine Mutter an, sie war oberentrüstet. Ich hätte ihrem armen Kleinen (O-Ton) nicht zu essen !gegeben! Ich war zu baff, um darauf etwas zu erwidern. Als ich ihm abends fragte, was dass sollte, seinen Eltern zu sagen, ich würde ihn quasi die Nahrung verweigern, sagt der doch zu mir: "Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe."

"Außerdem hat sich meine Mutter beschwert, dass ich sie solange nicht mehr besucht habe, da wollte ich nicht als der Böse dastehen. Da habe ich Dich eben vors Loch geschoben, dass es mir wegen dem Hunger so schlecht ging."
Nu sag mir noch einer, dass das Erwachsenendenke ist. Das ist wie im Kindergarten. Ich wars nicht, der wars. Hilf mich doch einer!
Er weiß übrigens, dass in einem kleinen Raum direkt neben der Wohungseingangstür große Kasten stehen mit so Klappen dran, die man auf und zu machen kann. In einem dieser Kästen sind auch so kleinere Kästen (drei Finger viel). Die kann man rein und raus schieben. Im mittleren liegen so Dinger aus Metall. Es sind Stiele, wo vorne dran entweder ein halbes Ü-Ei ist, es gibt Dinger, die aussehen wie ein Dreizack und andere Dinger, wo eine Seite von der flachen Metalplatte ganz scharf ist. In einem anderen Kasten stehen so runde Dinger. In der Ecke steht ein großes weißes Dings. Da brennt immer Licht drin. Dort stehen so Dosen drin mit gelber Schmiere, die man auf harten Teig schmiert. Es gibt auch andere Dosen mit runden und ovalen Scheiben. Die sind dann vom Schinken-, Salami- oder Bierschinkentier. Die kann man auf den harten Teig legen oder aber die gelben Scheiben aus der anderen Dose. In die Scheiben hat jemand kleinere und größere Löcher reingemacht.
Nochmal, ich weiß, dass es eine schwere Erkrankung ist, aber manchmal hatte ich den Eindruck, dass das grundsätzliche Lebensmotto lautet: " Dummstellen schafft Freizeit." das wiederum bekamen sowohl mein Vater als auch er sehr gut hin.
So, nu putz ich ein bisschen. Einen schönen Samstag und liebe Grüße, Aprilwetter