Das Taschentuch der Vernunft trocknet die Tränen des Herzens.
Ihr Lieben,
ich bin immer bei euch, lese hier jeden Tag auch wenn ich leider nicht sehr oft die Zeit finde zu schreiben.
Ich finde es echt schön, dass hier wieder so viel los ist - auch wenn die Gründe, die uns hier zusammenführen so abgrundtief traurig sind. Wie saxana schon schrieb, so viel Intelligenz, Wärme, Klarheit... Mädels ihr seid einfach super!
Meine Entsorgung ist jetzt 10 1/2 Monate her und: mir reicht es langsam! Ich hab keinen Bock mehr darauf, diese Wurst (danke übrigens für diese neue, so absolut treffende Bezeichnung

) zu vermissen oder auch nur einen Gedanken an ihn zu verschwenden. Doch leider bin ich davon noch weit entfernt. Gefühlt denke ich immer noch den halben Tag an ihn wenn ich ihn auch längst nicht mehr so schmerzlich vermisse wie am Anfang, habe ich manchmal aus heiterem Himmel ganze schlimme, kaum auszuhaltende Sehnsuchtsanfälle.
Es hat sich bei mir jedoch schon sehr sehr viel verändert. Dieser Felsbrock, der mein Herz in der ersten Zeit nach der Trennung so beschwert und versteinert hat, ist weg. Und ich merke, dass diese abgrundtiefe Traurigkeit, die mich seit Monaten in jedem Moment begleitet hat, die immer über mir hing wie eine Gewitterwolke, langsam, ganz langsam weniger wird und die elim-Sonne wieder ganz vorsichtig zum Vorschein kommt. Das lässt mich hoffen, dass es eines Tages wirklich überstanden sein kann. Etwas, was ich mir mir noch vor ein paar Wochen nie und nimmer hätte vorstellen können.
Das Schlimme ist, ich vergesse langsam den ganzen Mist, den er (mit mir) veranstaltet hat. Da meine Wurst ja von der passiv-aggressiven, subtilen Art war habe ich ja schon während der Beziehung nicht gerafft, was da eigentlich (mit mir) passiert. Nach der Trennung wurde es mir dann immer klarer, weil ich mich so viel mit dem Thema beschäftigt habe und mir fielen dann immer mehr schreckliche, unhaltbare Situationen ein, die mir eindeutig klar gemacht haben, dass mit diesem Menschen niemals eine andere als destruktive, auf Kontrolle und Unterdrückung ausgelegte Beziehung möglich ist. Aber wie gesagt, die Erinnerung verblasst (leider) - obwohl das sicher auch so ein Schutzdings von unserem Gehirn ist. Ich kann mich einfach leider an so viele "gute" Sachen erinnern - wir haben als Team (was die Organisation des Alltags und logistische Dinge betrifft) so perfekt zusammen funktioniert. Und dieses sch.eiß k.ack Verbundenheitsgefühl will auch einfach nicht weniger werden.
Außerdem muss ich jetzt auch noch mal was aussprechen, was ich mich im (gemeinsamen) Bekanntenkreis nicht traue zu sagen:
Ich wünsche ihm die Pest an den Hals! Ich wünsche ihm, dass er, nachdem die Euphoriephase mit Next abgeklungen ist, an seiner Unzufriedenheit, seiner inneren Leere und an all seinen verdrängten Gefühlen zugrunde geht. Ich wünsche ihm, dass er alleine und ohne irgendwen dasteht. Ach nee, seine übergriffige, kontrollsüchtige, eiskalte Mutti, die darf bleiben...
Trotzdem liebe Grüße
von eurer elim