Gerade ist es wieder etwas schwer für mich. Meine Gedanken kreisen um ihn. Um die Trennung. Und dass es ihm vermutlich ziemlich egal ist. Er meinte zwar, es wäre für ihn "emotional auch schwer" (blablabla), aber ich bin mir recht sicher, es ist es nicht. Ich weiß, ich sollte überaus froh sein, dass er sich nicht meldet. Ist auch noch keine Woche her, dass wir getrennt sind. Aber ich bin einfach so sehr verletzt. Mein verletztes Ego, mein verletzter Stolz hätte es einfach gern, dass er mir bald schon wieder den Ar. nachtragen möchte. Aber ich mich dann verwehren kann und mir sage: "Was will ich mit diesem Würstchen?" Aber dann tauchen wieder die paar schönen Momente auf, wo er sich um mich gekümmert hat, als es mir körperlich sehr schlecht ging (ich hatte übermäßig häufig Migräneanfälle, einmal brachte er mich auch ins KH, wo der Arzt meinte: "Na, eine junge Frau, die ihren Freund gerade besucht, die sollte nicht die Stresssymptome einer Arbeitskraft zeigen, die überarbeitet ist." Das gab mir zu denken, aber am falschen Ansatz bzw. nicht ausreichend, dass es WIRKLICH ER ist, der mich dazu bringt, so kaputt zu sein), oder wo er mich fürs Essen auf liebe Art lobte, oder wenn ich Selbstzweifel und Zukunftsängste hatte und sie mitteilte, dann versuchte er mir immer wieder Mut zu machen. Das ist eben das verdammt Paradoxe. Er war sich sicher, dass ich mein Leben, MEINES, definitiv bestreiten und alles erreichen würde, was ich mir vornahm. Aber bezüglich unserer Beziehung war es nie genug. Da, fand er, waren die Zweifel berechtigt, weil meine Gründe, wieso wir heftige Diskussionen hatten, an den Haaren herbeigezogen waren. Dass er mit seinem ständigen "ICH"-Gerede, vor Familie und Freunden und auch vor mir, mich sehr irritierte und auch verletzte, dass er ständig von sich aus der große Mann, der alles kann, war, dass er mich so oft anlog und die Wahrheit und Realität verdrehte, die Exen immer böse, böse waren, dann nach und nach immer mehr Ex-Freundinnen auftauchten in seinen Erzählungen, aber niemals genaue Erläuterungen... Sein ständiges "DU bist Schuld, dass die Leichtigkeit fehlt bei uns, ICH will doch nur meine RUHE, ICH kann eben keine Gefühle gut zeigen, ICH lasse mich nicht von dir zwingen, auch mal was Nettes zu sagen, und ja, da kannst du ruhig betteln" ... Es macht mich so unglaublich fertig, wie fertig er mich gemacht hat. Wie sehr ich DAS mit Liebe verwechselt habe. Obwohl ich immer wieder, bereits am Anfang, so irritiert von dieser seltsamen Art war.
Er war das erste Mal bei mir, auch das erste Mal mehr oder weniger, wo wir uns in RL sahen, und ohne zu fragen, nahm er sich einfach meine Dose voller Minz-Drops und bediente sich. Und es war klar, dass sie mir gehören mussten, da er so etwas nicht hatte. Er hat NIE bei solchen Dingen gefragt. NIE.
Wenn ich ihn sehen wollte, musste ich mehr oder weniger betteln und ihn überzeugen, da er permanent "Gegenargumente" hatte, aber ließ sich am Ende doch erweichen. Als Erstes schickte er immer ein "Nein" voraus, obwohl Wochen zwischen unseren Treffen lagen. Immer schob er irgendwelche nicht vorhandenen Termine vor. Meine Mutter, die ich zu Rate gezogen hatte, meinte damals noch, dass das einfach so ein Abwehrreflex wäre, den sie auch von sich kannte. Ich sollte es mir nicht so zu Herzen nehmen, er würde einfach Probleme haben. Später meinte mein Ex auch, er hätte immer eher schon "Nein" zu allem gesagt, eben aus dem Reflex heraus. Und irgendwann ließ er sich mehr und mehr drauf ein und erlebte tolle Sachen. Aha. Und bei mir stellte sich also wieder "Nein" ein? Obwohl ich mir den Ar. aufgerissen hatte? Habe ich bei ihm geputzt, die Wäsche gemacht, gekocht, dekoriert, kam entweder noch Kritik hinterher (also ich hätte das noch so und so gemacht; wenn, dann mach es halt gleich ordentlich;) oder eben ein loses "Danke", ohne sehr viel ersichtliche Freude. Und das war auch etwas, was mir sehr irritierte an dem Menschen. Er lachte eigentlich nie wirklich laut auf. Es gab schon Momente, wo er lachte, natürlich. Viele sogar. Oft gehässig. Aber es war dann mehr ein Lächeln oder ein halblautes Glucksen. Nie eine herzliche Lache, so wie ich es oft hatte. DAS ist eigentlich merkwürdig.
Wenn er wieder seine Perversionen auslebte und mir, während er mich im Arm hielt und wir durchs Shoppingcenter flanierten, ins Ohr flüsterte, XY sähe aus als hätte man ihn/sie gerade vorhin heftig in den A... gef.... Und wenn ich mich dann angewidert bzw. sichtlich genervt wegdrehen wollte, forcierte er einen Kuss und drückte mich, dass es weh tat, zu sich. Wenn ich es schaffte, mich lange genug dagegen zu wehren, war er mordsmäßig beleidigt und ich musste wieder um seine Gunst buhlen. Kein Verständnis für mich, weil mich seine "Witze" anwiderten. Oder auch diverse Spitzen, die JEDES verdammte MAL kamen. Wie das letzte Mal, als ich bei ihm war, und er von der Arbeit aus schrieb, um Punkt 16 Uhr wäre er daheim und ich solle mich abfahrbereit machen, da wir noch was erledigen müssten. Ich war Punkt 16 abfahrtbereit, er kam in die Wohnung, suchte noch Unterlagen zusammen und ich meinte grinsend, dass ich bereits überpünktlich fertig geworden war (hatte ihm erzählt, dass ich nebenher noch einen Kuchenteig gemacht hatte, während ich bügelte und mich fertig machte). Und was kam von ihm? "Ja, hab mich eh gewundert, dass du das mal geschafft hast." - Ah. Genau. Weil ich IMMER unpünktlich war und der feine Herr sicher nicht öfters vor dem PC versumpft war, wo ICH ihn dann erinnern musste, dass wir gehen wollten. Mhm. - Oder als wir eislaufen gingen im Februar. Ich dachte, es wäre romantisch. Doch mein Ex war so ein Mistkerl, er nahm mich an den Hüften, was ich anfangs total schön fand, aber fuhr anschließend immer schneller und schneller, bis wir kurz davor waren, in eine Gruppe junger Mädchen zu krachen, die zwar belustigt aber unsicher am Eis waren. Und dann stieß er mich sogar noch von sich weg, sodass ich auf die Seite und gegen eine Holzmauer fahren musste, um die anderen nicht umzustoßen. Er fand es SAUKOMISCH. Dieser Sch.weinehund.
Er tat mir so oft weh. Er verhielt sich so oft verletzend, widerlich und einfach abstoßend. Er provozierte mich bewusst, ließ mich immer wieder gern ins offene Messer laufen, meine Belange interessierten ihn nur dann, wenn sie mit anderen zu tun hatten und selbst da gabs dann bloß "rationalen Beistand", weil "Mitgefühlsgelaber" würde er nie bringen, das interessierte ihn nicht.
Und trotzdem. Trotzdem quält mich heute die Frage, wie es ihm geht. Ob er bereits mit einer anderen fröhlich und munter schreibt. Ob er mich vermisst... Ich schaffe es noch immer nicht zur Gänze ihn als einen Narz zu sehen. Er hat zwar alle Qualitäten davon, es passt einfach alles ZU gut, aber irgendwo kam er mir trotz allem nicht ständig so scheußlich vor. Mein Herz tut weh, Leute. Es tut heute extrem weh und ich vermisse ihn. Ich möchte mir keine Gedanken machen, ob er heute feiern geht und ob er dort dann mit einer anderen rummacht. Diese Gedanken treiben mir Tränen in die Augen. Zum Schluss, eine Stunde nach der telefonischen Trennung (da Fernbeziehung), schickte mir eine Nachricht mit dem Inhalt:
"Danke für die Auszüge aus dem Buch. Ich hab grad bemerkt, dass ich seit langer Zeit nicht mehr bereit war, etwas genau zu lesen. Ich werd mich auch mal das Buch besorgen und den kleinen Prinzen endlich beginnen zu lesen." Ich hatte ihm von Vera F. Birkenbiehl aus dem Buch "Zwischenmenschliche Kommunikation" Seiten abfotografiert. Es ging dabei um den Selbstwert, den wir in der Welt suchen, brauchen und auch geben. Und der Kleine Prinz ist eines meiner all-time Favoriten, einfach eine wundervolle Geschichte. Ich hatte ihm dieses Buch zum Nikolaus geschenkt... Ich bin grade so furchtbar unglücklich, und ich wünschte, ich bekäme ein Zeichen oder gleich eine Nachricht von ihm, dass er an mich denkt und mich vermisst. Ja, ich wünsche mir wirklich etwas, was ich nie bekommen werde, vor allem, weil er nicht dazu imstande ist. Es ist schrecklich.
Liebe Grüße und Umarmungen an euch alle