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Fehlgeburt allein verarbeiten

Jara


Zitat von gastfrau0912:
Guten Tag,

Du schreibst :
Wir waren bis dato Freunde, fanden uns aber immer gut.
Wir sind uns schließlich näher gekommen und schon war ich schwanger.

Schließlich hat er sich auf das Kind gefreut.

Ich verstehe nicht ganz ob ihr nun eine Beziehung hattet oder ob ihr euch nur (einmal..?) auf S. eingelassen habt.
Wie auch immer denke ich das Du aus dieser Enttäuschung und in Deiner momentanen Trauer nicht weißt wohin mit Dir und seine Art sich von Dir zu distanzieren die ganze Situation zusätzlich verschlimmert.
DENKEN kann jeder Mensch was er will...Deine Gefühle sind für mich absolut nachvollziehbar und die negativen Reaktionen hier im Forum darauf nicht.
Fühl Dich umarmt. alles Gute Dir und ich wünsche Dir eine duldsame Schulter zum Ausheulen und Anlehnen.

Ich für mich bitte meine Reaktion nicht als negativ zu verstehen, oder als Ausreden wollen ihrer Gefühle. Ich wollte vielmehr einfach einen konstruktiven Umgang damit vorschlagen, damit die TE sich nicht darin verliert und verzettelt.
Die Schulter zum Ausweinen wird der Typ auf jeden Fall eh nicht für sie sein.

09.12.2019 11:14 • x 2 #16


clarissa1


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dasselbe hatte ich mit meinem ex-mann.. inzwischen sind wir getrennt nach 14 jahren beziehung

09.12.2019 13:17 • #17


Floraa85


Hallo Sternschnuppe,

mir ist letztes Jahr leider sowas ähnliches widerfahren wodurch wir unser Kind in der 17ten Woche abtreiben mussten. 4 Wochen lang waren wir in der Schwebe, weil wir einige Untersuchungen hatten und zum Schluss eben leider das Todesurteil.

Mein wohlgemerkt Partner konnte auch nicht zu mir stehen. Bei der Abtreibung bin ich allerdings bewusst alleine hin, dauerte auch 3 Tage bis der Horror sein Ende fand. Zwischendurch kam er natürlich immer. Mein Freund konnte damit einfach nicht umgehen und hat sich stattdessen in Arbeit gestürzt, fand ich damals ziemlich beshicen, aber jeder verarbeitet nun mal anders.

Dein Nichtpartner hegt keine Gefühle für dich, ist es dann nicht etwas zu viel verlangt von ihm zu fordern, dass sich um dich kümmert? Wenn du dich in seine Lage versetzt, wie würdest du reagieren?

Tut mir dennoch sehr leid, dass auch du diese Erfahrung sammeln musstest.

09.12.2019 13:53 • #18


Banelei


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Ich hatte auch mal so eine ähnliche Geschichte mit meinem jetzigen Partner.

Hätte er mich in dieser Zeit alleine gelassen, dann wäre er danach nicht mehr mein Partner gewesen. Jemand, der mich in so einer schwierigen Zeit alleine lässt, der lässt mich in jeder schwierigen Situaution alleine und das will und brauche ich nicht.

Zitat von Floraa85:
Mein Freund konnte damit einfach nicht umgehen und hat sich stattdessen in Arbeit gestürzt, fand ich damals ziemlich beshicen, aber jeder verarbeitet nun mal anders.


Finde ich aber trotzdem sehr sehr schade. Weil du kannst auch nicht einfach arbeiten gehen und dich ablenken.

09.12.2019 14:01 • #19


Sternschnuppe55


@floraa85: Nein, ich finde nicht das es zuviel verlangt ist, wenn er sich nach so einem Erlebnis um mich kümmert, mir beisteht. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit dieses zu tun. Unabhängig davon, ob er oder ich Gefühle füreinander haben oder nicht.

Ich frage mich, was dich zu so einer Einstellung bringen konnte. Ich finde sie herzlos.

An alle: Lieben Dank für Eure Worte. Ich finde es schrecklich, dass es so vielen auch schon passiert ist... Ich persönlich kann damit nicht so gut umgehen. Ich finde (noch) keinen Weg.

Ich habe keine romantischen Gefühle für ihn. Ich habe nicht erwartet, dass wir eine Beziehung oder dergleichen führen. Da ich sowieso schon angefressen bin, will ich nicht von ihm hören, dass er keine Gefühle für mich hat. Das ist unsensibel. Dafür hasse ich ihn.

Ich muss auch nicht bei mir psychologisch gucken, ob alles i.O. ist oder an Themen arbeiten. Das ist Schwachsinn und auch völlig unpassend.

Ich erlebe gerade eine Trauer, die ich so noch nicht kannte. Und der Vater des Kindes ist nicht bei mir, damit wir uns gemeinsam verabschieden können oder darüber reden können oder er auch einfach nur da ist, damit er mich aus dem Krankenhaus abholen kann.

09.12.2019 14:39 • #20


Banelei


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Zitat von Sternschnuppe55:
Ich erlebe gerade eine Trauer, die ich so noch nicht kannte.


Das Problem ist, dass wir Frauen das sehr viel intensiver fühlen als Männer, weil wir es auch sind, die alles durchmachen müssen. Wir haben was in uns, was wächst und gedeiht usw.

Für Männer ist das alles nicht so real wie für uns. Auch ich habe viel intensiver und länger getrauert, als mein Partner. Für meinen Partner war es eben "noch" nichts. Es war damals auch eine ungewollte Schwangerschaft.

Ich denke, dass ist ganz normal, dass wir Frauen anders damit umgehen, als die meisten Männer (nicht alle).

09.12.2019 14:44 • #21


Floraa85


Vielleicht ticke selber wie ein Typ. Das einzige was mir blieb ist es Tatsachen die nicht meiner Macht liegen so hinzunehmen wie sie sind. Dementsprechend war dieses Erlebnis nach ca. einem Monat verdaut (für mich, mein Freund trauerte wohl länger ohne ein Wort darüber zu verlieren).

Was mich von dir unterscheidet sind allerdings die Faktoren, dass wir ja dranbleiben und wissen, dass wir können und es das nächste Mal auch sicher klappen wird.

Wie alt bist du wenn ich fragen darf und was sagen die Ärzte zu diesem kleinen Wunder?

09.12.2019 15:50 • #22


Jara


Zitat von Sternschnuppe55:
@floraa85: Nein, ich finde nicht das es zuviel verlangt ist, wenn er sich nach so einem Erlebnis um mich kümmert, mir beisteht. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit dieses zu tun. Unabhängig davon, ob er oder ich Gefühle füreinander haben oder nicht. Ich frage mich, was dich zu so einer Einstellung bringen konnte. Ich finde sie herzlos. An alle: Lieben Dank für Eure Worte. Ich finde es schrecklich, dass es so vielen auch schon passiert ist... Ich persönlich kann damit nicht so gut umgehen. Ich finde (noch) keinen Weg. Ich habe ...

Ihr habt doch so auch nix gemeinsam, warum solltet ihr denn gemeinsam trauern? Statt an dem Eisklotz Typ solltest du dich an echte Freunde, einen Seelsorger, oder ne Trauerbegleiterin wenden, da hast du einfach mehr von, dabei bleib ich. Die können dich auffangen, wenn du weinst, was der Typ nicht machen wird und wenn du dich noch so an dem Gedanken festbeißt. Ignorier ihn und kümmere dich selber darum, dass deine Trauer angemessen heilen kann, mit Leuten DIE dir helfen. An Leute, die dir nicht helfen, kannst du jetzt nicht auch noch Gedanken und Energie verschwenden.

09.12.2019 16:22 • #23


Plentysweet

Plentysweet


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Zitat von Sternschnuppe55:
Ich erlebe gerade eine Trauer, die ich so noch nicht kannte

Liebe Sternschnuppe,
ich kann es nachfühlen wie es Dir geht. Es tut mir sehr leid für Dich. Ich kenne es selber und die Trauer um das verlorene Baby ist grenzenlos. Dabei spielt das Schwangerschaftsstadium überhaupt keine Rolle. Man verliert sein Kind. Punkt. Und man wünscht sich nichts mehr als Begleitung durch den Kindsvater/Beistand/gemeinsames Durchleben und Verarbeiten. Es zeugt von Charakterschwäche die schwangere und dann trauernde Partnerin allein zu lassen und da gibt es überhaupt kein Pardon. Im Grunde verlierst Du in dem Moment zwei Menschen.
Du kannst nur hoffen, ähnlich wie beim Liebeskummer, daß die Zeit für Dich arbeitet und Du Trost in Dingen finden kannst, die Dich stützen und aufbauen. Hast Du Freunde, Familie, Menschen mit denen Du direkt reden kannst? Und die Deinen Kummer ein bißchen mitabfedern könnten? Du kannst Dich auch an eine Hebamme wenden oder an die Caritas/Diakonie, wenn Du magst. Dort gibt es viele gut ausgebildete Leute, die begleiten und beraten.
Ich drück Dich ganz fest aus der Ferne .
Alles im Leben hat einen Sinn- vielleicht sollte es nicht sein. Frühe Fehlgeburten sind leider sehr häufig.
Ganz viel Kraft Dir und fühl Dich bei lieben Menschen aufgehoben !

09.12.2019 16:28 • x 1 #24


McCree


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Wenn ich mich als Mann in diese Lage versetze, sehe ich da schon zwei Seiten der Medaille.
Jedoch wäre es für mich ausnahmslos klar gewesen, dass ich der "Freundin" beigestanden hätte.
Wer dies als Mann nicht mitmachen kann, der sollte nicht Vater werden bzw. auch nur daran denken. Es liegt im Sinne der Verantwortung da zu sein, egal wie es ausgeht... wer das nicht tut ist einfach ein A.

Die Problematik die ich sehe ist, dass sich die Beziehung dadurch durch ein massiven Faktor vertieft hätte und er das ggf. nicht wollte. Entweder er hatte Angst davor oder er war unreif und hatte keine Lust dazu (s.o.).
Es wäre danach wohl zu einem harten Cut gekommen, wofür du ihn wohl ebenfalls gehasst hättest, traurig wärst, aus allen Wolken gefallen wärst.

Dennoch hätte er danach mit einem mehr oder minder gutem Gewissen die Sache beenden können. Sich dieser Verantwortung zu entziehen, wäre für mich als Mann keine Option gewesen. Ich wünsch dir alles Gute für die Zukunft und drücke die Daumen bald einen richtigen Mann kennenzulernen.

09.12.2019 16:38 • x 1 #25


Sternschnuppe55


Ich verstehe das alles auch nicht so genau, zumal wir uns schon so lange kennen. Über 20 Jahre.
Wir haben uns natürlich auf das Baby gefreut, zumindest soweit wir konnten. Es gab auch bereits erste Überlegungen, wie wir das alles managen. Auch in Punkto zusammen ziehen. Diese Idee stammte von ihm.

Vllt war und ist es auch zuviel für ihn u er hat Angst bekommen oder oder oder. Ich weiß es nicht. Er ist manchmal einfach so stumpf u einfach auch zu ehrlich. Das tut einfach weh.

Ich möchte ihn nicht mein weiteres Leben lang ignorieren. Jetzt aber gerade schon. Ich habe viele Freunde, die mich unterstützen und auch meine Familie ist da. Doch letztlich muss man da ja irgendwie selber durch.

Ich finde das alles schlimm

09.12.2019 17:19 • #26


Sevi

Sevi


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Vielleicht trauert er einfach nur anders als du.
Und muss damit alleine sein.
Nicht jeder kann dann auch noch für einen anderen da sein.
Er hat ja schliesslich auch etwas zu betrauern.

Ich empfinde dich, in diesem Thread als sehr schroff und nicht sehr sensibel mit den Antworten die dir nicht passen.
Du möchtest Empathie , aber du teilst ganz schön aus.

Vielleicht kannst du das jetzt momentan so nicht sehen, weil du mittendrin steckst.
Aber wenn du ihn genauso angegangen hast , wie deine Reaktionen hier auf Antworten, dann würde ich mich auch zurück ziehen.
Wieso hasst du ihn eigentlich?
Weil er sich nicht so verhält wie du es wolltest?
Hass ist eine enorme Emotion, er kann ja schliesslich auch nichts dafür , dass es kam wie es kam.
Oder brauchst du einen Sündenbock , damit du das besser aushalten kannst?

Es tut mir sehr leid was dir passiert ist.
Aber ja, man kann das schaffen.

09.12.2019 17:38 • x 3 #27


Sternschnuppe55


Es ist doch im Grunde egal, wann eine Schwangerschaft entsteht. Wir beide wussten, was das bedeutet. Weder er noch ich waren gefühlstechnisch auf dem Level: Yippie.
Das Gefühl der Freude kam erst im nach hinein. Weil es tatsächlich ein Wunder war.

Ich bin ihn nicht angegangen. Ganz im Gegenteil. Er hatte sich gewünscht, dass es wegging. Das war damals schon ein Schlag für mich. Aber wir beide (!) haben gesagt: Wir lassen es nicht wegmachen. Das widerspricht unserer Einstellung. Somit haben wir versucht, die Sache anzugehen. Und ob ihr das glaubt oder nicht: Irgendwann freut man sich.

Warum habe ich ihn gehasst? Wahrscheinlich , weil er ein Pflichtprogramm abspielte, was mir damals nicht bewusst war. Eine Theorie.
Vielleicht auch, weil ich schwanger war und nachdem ich es nicht mehr war, alles allein durchmachen musste. Er war nach der OP 2 Tage da. Vielleicht auch deswegen, weil wir (das schreibe ich bewusst) uns eine andere Zukunft widerwillen aufbauen mussten. Nichtsdestotrotz bleibe ich dabei: er war immerhin der Vater. Und er kann sich nicht, trotz Pflichtbewusstsein, so aus der Affäre ziehen. Zumal wir ja Freunde sind.

Ich persönlich bin ihm mittlerweile dankbar, dass ich überhaupt schwanger werden konnte. Gleichzeitig traurig, dass ich diesen sch. durchmachen musste. Anscheinend, wie so viele. Unfassbar. Es verändert einen.

Ich habe mich an das Forum gewendet, um Trost zu bekommen. Nicht um Kritik zu ernten.

Die Medaille hat immer 2 Seiten.

14.12.2019 21:51 • #28




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