Zitat von unbel-Leberwurst:Richtig. Die Diskussion dreht sich ja letztlich um folgende Punkte:
1. Die polyamoren Gedanken der Frau: Es darf durchaus bezweifelt werden, ob sie wirklich poly leben will oder doch nur hier und da mal öffnen will. Auch hätte sie ja Probleme damit, wenn der TE gleiches täte. Also viele Fragen sind da offen, aber ...
Zustimmung.
Zitat von unbel-Leberwurst: 2. Wie soll der TE damit umgehen?
Hier gibt es 2 Lager:
Hier sagen die einen, dass es völlig ok ist, auf seinem Standpunkt zu beharren und sich nicht zu bewegen.
Andere sagen, dass er durchaus mal seinen Standpunkt hinterfragen soll.
Hier gibt es nicht 2, sondern 3 Lager:
Die zwar den eigenen Standpunkt zu hinterfragen für sinnvoll und richtig halten, aber in diesem Fall
- durch die Reihenfolge und wie sich die EF sich insgesamt verhalten hat -,
der TE eine OE/Poly generell nicht leben will und kann, keinen Sinn mehr macht
Der TE hat sich mehrfach geäußert, dass er einer OE bzw. Poly-ZW-BZ nicht zustimmen kann und
will. Er hat, nachlesbar, im I-Net nachgelesen sich eingelesen. Das 3. Lager sieht es kritisch, dass
der TE nicht an diesem Punkt abgeholt wird, sondern sich mehrfach wiederholend ihm eine OE
als Problemlöser zu empfehlen. Dabei ist, ich teile das nicht, der Eindruck entstanden, dass es
dabei nicht nur um den TE geht, sondern das eigene BZ-Modell anzupreisen.
Und ja, es ist auffallend, dass zwar ca. 90 % monogam leben, aber von denen das so gut wie nie
hier etwas von anpreisen ihrer BZ-Art zu lesen ist. Da ist es nicht verwunderlich, wenn das an-
preisen von OB/OE, zudem von einer kleinen Minderheit (reale Leben), und sich mehrfach wieder-
holt als etwas übergriffig empfunden wird.
Zitat von aequum: Ich finde es sehr gut wie offen ihr miteinander kommuniziert und hoffe inständig, dass ihr es gemeinsam schaffen werdet.
Nur noch eine Anmerkung zum Zitat:
Wenn ich mir Gedanken über eine Zweitbeziehung mache und diesen Wunsch direkt bei meinem Partner oder bei meiner Partnerin anspreche und ja, auch einfordere, dann kann man kaum von einem "in den Sog rutschen" und einer zeitlich bedingten Empfänglichkeit sprechen.
Nein, dann hat man sich intensiv mit dem Gedanken befasst, bzw. sich mit der Thematik auseinandergesetzt und sich sehr bewusst dafür entschieden.
Sehr gut auf den Punkt gebracht.
Zitat von carlos7: Das wirklich positive und mumachende ist: Endlich ist der Elefant im Raum auch auf dem Tisch. Jetzt haben beide gemeinsam die Möglichkeit sich damit auseinanderzusetzen und gemeinsam eine Lösung für sich als Paar zu finden. Das Ergebnis ist offen, aber die Diskussion und die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Bedürfnissen ist da.
Ich habe nichts darüber gelesen, dass der TE nun doch einer OE bzw. Poly-BZ von ihr mit dem
Chorknaben zustimmen wird oder darüber nachdenkt. Für mich habe ich entnommen, dass seine
Frau da in einen Sog hineingeraten ist, ihr das nun bewusst ist und beide gemeinsam die Ehe
wieder auf feste Füße stellen wollen. Dazu gehört, ihr das nötige Vertrauen zu schenken und über
alles offen, ehrlich und nichts verschweigen zu sprechen und im Gespräch, nicht überfrachten, zu bleiben.
@Temporis, es war gut mit deiner Frau das Gespräch zu suchen. Ich denke, zwischen den Zeilen
lesend, hat deine Frau wohl erkannt, dass sie da in etwas hinein geraten ist, sie empfänglich dafür
war und ihr jetzt bewusst geworden ist, dass sie ihre Ehe und Familie leichtfertig und naiv aufs
Spiel gesetzt hat.
Dennoch, trotz seiner gegenteiligen Bekundung, dürfte ihr AM es bei ihr weiter versuchen. Er hat
sie am Harken, sie ist bereits viel zu weit gegangen, ist verliebt in ihn, warum sollte er aufgeben?
Er ist geschult und hat es geschafft, sie von Poly nicht nur zu überzeugen, sondern das sie glaubt
zu 100% auch so zu denken. So Sprüche u.a. wie :
- Wenn dich dein Mann lieben würde, würde er wollen das es dir gut und viel besser geht und das
so leben kannst.
- Dein Mann ist völlig egoistisch, weil er nicht will das du und ich glücklich werden, und das ohne
ihm etwas wegzunehmen.
- Dein Mann liebt dich nicht, denkt nur an sich und daher wird die Ehe eh nicht mehr lange halten.
- Bei mir wirst du alles haben, was du brauchst und was dir guttut. Ich liebe dich, wie ich noch nie
eine Frau geliebt habe.
- Die Liebe zwischen uns ist etwas ganz Besonderes, einmaliges und die will gelebt werden.
Wenn er deine Frau nicht loslassen will, wird er sie, den Kontakt und ihre Verliebtheit in ihn aus-
nutzend, nicht von seinem Harken lassen.
@Temporis, bitte denke noch mal darüber nach und versuche deine Frau zu überzeugen, dass ein
Ausschleichen -so wie sie das möchte - alles andere als optimal ist. Da Liebesgefühle im Spiel sind
sollte die Gefahr wieder in seine Fänge zu geraten oder sich von ihm nicht lösen zu können, nicht
unterschätzt werden. Ich halte einen vollständigen Kontaktabbruch für notwendig, um genau das
zu vermeiden. Ich denke, deine Frau wird das, ihr richtig und eindringlich erklärt, verstehen.
Ich finde, ihr seid auf einem guten Weg. Mehr aber noch nicht. Ihr könnt es schaffen, wenn ihr
beiden das gleichermaßen wollt und die Liebe beidseitig noch da ist. Eines muss jedoch klar sein,
das darf sich so oder ähnlich nicht wiederholen. Deine Frau sollte das als 2. Chance begreifen.
Ich drücke die Daumen, dass ihr es schafft, die Ehe wieder auf feste, stabile Füße zu stellen und
das das dann so bleibt. Dir und euch alles Gute