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Fremdküssen und Sexting

Löwenzeh
Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen würde.
Klar sucht man die Schuld bei sich und siehe da: findet sich immer was.
Trotzdem gehören zwei zur Beziehung. Trotzdem muss man nicht lügen.
Trotzdem du ihm S.uell nicht zur Verfügung standest, darfst du jetzt das verlorene Vertrauen bedauern.
Darfst es ihm übel nehmen und darfst wütend sein.

Ich würde S.therapie o.ä. machen, wenn die S.losigkeit mich störte. Und wahrscheinlich stört sie ja, in jeder Beziehung, zumindest als Erwartung, die an dich gestellt wird.

Ich würde mich trennen, wenn ich nichts ändern kann oder will. Denn dann wird er zwangsläufig wieder ausbrechen, denn seine Bedürfnisse sind halt auch vorhanden und in diesem Punkt meinen entgegengesetzt.

x 2 #16


Ragna
Ich würde auch erst einmal pragmatisch an die Sache heran gehen und das "medizinische" von der Beziehung trennen.
Vielleicht erst einmal nur den Focus auf die Gesundheit legen? Und natürlich kann eine Beziehungspause hier auch hilfreich sein um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren?!

x 1 #17


A


Fremdküssen und Sexting

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Stella31
Zitat von Löwenzeh:
Alles aus dieser Kategorie verändert/verfälscht oder killt die Libido.

Wenn du mich zitierst und so fragst, fühl ich mich angesprochen. Meine Libido passt 🙈😉😄

x 1 #18


Heffalump
Zitat von Pixel-6602:
sein Leben mit mir verbringen zu wollen und keine Ehe auf Lügen aufbauen möchte.

Und zum fögeln geht er dann in den Melkstand beim nächsten Bauern?

#19


mokka_23
@Pixel-6602 Vielleicht könnte dir der Blog Lustfaktor von Julia Henchen weiterhelfen. Sie schreibt über weibliche Lust in feministischer Perspektive und ist auch Therapeutin. Ich finde, sie zeigt gut, dass Lust, nicht nur eine Frage der Biologie und zwischenmenschlichen Chemie ist, sondern auch emotional und sozial bedingt ist, dass also die Frage, ob du S ex willst, auch davon abhängt, wie du dich (in der Beziehung) fühlst, wie allgemein über S ex und s exuelle "Leistungsfähigkeit" geredet wird, welche Erfahrungen (junge) Frauen machen, wenn sie durch Männer s exualisiert werde.

x 2 #20


S
Zitat von mokka_23:
dass Lust, nicht nur eine Frage der Biologie und zwischenmenschlichen Chemie ist, sondern auch emotional und sozial bedingt ist,

Meiner Meinung nach spielt das eine sehr große Rolle.
Ja, hin und wieder kann die Libido sicherlich auch durch die Pille oÄ. eingeschränkt sein, aber ich denke, viel öfter hat es gar nichts mit etwas medizinischem zu tun.
Sexualität ist sehr fragil, finde ich.
Wenn ich mit irgendwas an meinen Partner unzufrieden bin, ein Konflikt in der Luft liegt oder die Augenhöhe nur ein kleines bisschen aus dem Gleichgewicht gerät, kann es ganz schnell vorbei sein mit der Lust.

Oder eben die Beziehungsdynamik passt nicht.
Bei mir und meinem Exmann war es so, dass ich ihn als Freund und "Kümmerer" sehr geliebt habe. Er hat mir beim Erwachsenwerden geholfen (Wir kamen zusammen, als ich 19 war).
Er war später ein toller Vater usw.
Aber er hat mich als Frau nicht angesprochen.
Er war wie ein Beschützer. Quasi wie ein Vater. Aber nicht wie jemand, der bei mir Leidenschaft auslösen würde.
Da hätte ich Tausend Mal zum Gyn laufen können und irgendwelche Hormone bestimmen lassen und so einen Schnickschnack. Es hätte nichts gebracht.

Nach der Trennung habe ich erst "entdeckt", dass ich eine Frau bin.
Dass ich einen tollen Körper habe und den auch einsetzen will.

Und bei meinem jetzigen Partner brauche ich Sex auch, um ihm auf jeder Ebene nahe zu sein.
Da geht es nicht nur um Befriedigung. Die könnte ich mir auch selbst verschaffen. Habe ja zwei gesunde Hände. Aber die emotionale Nähe, die beim Sex entsteht und vertieft wird. Die ist mir sehr, sehr wichtig!


P.S.
Das alles soll keine Entschuldigung für deinen Partner und seine Fehltritte sein.
Ich wollte nur sagen, dass jemand, der keine Nähe in einer Partnerschaft bekommt, auch in großer Not sein kann.

x 9 #21


P
Danke für euren Input! Wollte nur kurz sagen: Anziehung ist da, medizinisch ist auch alles geklärt, meine Libido war einfach schon immer eher niedrig, die 20er waren dann geprägt von Schicksalsschlägen und sehr belastenden Ereignissen. Das hat sich auf die Sexualität stark ausgewirkt.

Wir haben darüber wirklich oft und offen gesprochen, und von seiner Seite kam immer, dass es für ihn so passt. Im Nachhinein wohl von beiden Seiten falsch eingeschätzt.
Vieles von dem, was hier also angesprochen wird, ist uns auch bewusst, steht teilweise schon im Ausgangstext und ist etwas, woran ich und wir als Paar aktuell arbeiten.

Mein Fokus lag eigentlich mehr auf dem Vertrauensbruch, aber interessant, dass viele das bei den Gesamtumständen anders gewichten. Danke euch!

x 2 #22


DieSeherin
Zitat von Pixel-6602:
Mein Fokus lag eigentlich mehr auf dem Vertrauensbruch, aber interessant, dass viele das anders gewichten.


hmmmm... im grunde gibt es doch da auch nicht viele möglichkeiten!? sobald du verstehst (und damit meine ich nicht "verständnis haben"), was ihn dazu getrieben hast, gibt es für mein gefühl eine echt gute möglichkeit, das ganze zu schaffen.

insgesamt glaube ich, ihr beiden habt eine gute chance, wenn ihr das als anlass nehmt, euch neu aufzustellen - also nicht da weiterzumachen, wo ihr standet, als er die seine sachen gebeichtet hat, sondern neu anzufangen!

dein vertrauen wird bestimmt nicht von jetzt auf gleich wieder da sein, sondern langsam wieder wachsen.

x 4 #23


Usambara
@Pixel-6602
Wäre es für dein Vertrauen für dich besser gewesen wenn er ehrlich gewesen wäre? Gesagt hätte: " Du ich weiß ich hab immer gesagt es ist ok dass wir kaum S. Haben aber ich habe im Laufe der Zeit einfach gemerkt dass ich damit doch nicht klar komme. Mir fehlt es. Ich habe einfach das Bedürfnis nach mehr körperlichem Kontakt.
Könnte wir schauen dass wir das hinbekommen dass wir da einen Weg finden in dem ich meine Bedürfnisse nicht unterdrücken muß, damit aber nicht klar komme. Ich möchte es nicht heimlich machen weil ich dann Schuldgefühle deswegen habe."

Dann wäre der Ball bei dir gewesen. Du hättest aktiv werden können. Mir scheint dein Weg war, er soll akzeptieren du willst nicht und er muß sich da anpassen. Und hast ihm damit praktisch deinen einzigen Lösungsweg aufgedrückt.

Wahrscheinlich steckt er in einem Dilemma. Er hat nun mal die Bedürfnisse, liebt dich aber wohl und will dich nicht verletzen, tut es dann heimlich weil er es eben nicht gebacken bekommt und auch nicht drüber reden will.

Klar ist das Vertrauen irgendwie weg auf einer Ebene aber auf so einer ungleichen Bedürfnisverteilung ist es auch nicht einfach damit klar zu kommen.

Die Lösung kann nicht heißen: "ich mag nicht, sieh zu wie du damit zurecht kommst." (um es mal überspitzt auszudrücken)

Möglicherweise hat er auch gedacht und gehofft dass er es gebacken bekommt aber im Laufe dieser langen Beziehung eben gemerkt dass es anders ist. Ihr wart sehr jung als ihr zusammengekommen seid. Da hat man ja auch nicht so viel Vorerfahrung und kennt seine eigenen Bedürfnisse noch nicht richtig.

Vielleicht hat er Angst dich zu verlieren und will sich deshalb in ein Korsett zwängen was ihm zu eng ist
Aber es scheint nicht sein Weg zu sein.

x 4 #24


A
Zitat von Pixel-6602:
Kann man nach mehreren Vertrauensbrüchen und jahrelangem Verschweigen wieder echtes Vertrauen aufbauen und lohnt sich eine 2. Chance oder würdet ihr in so einer Situation eher gehen?

Kann man, wenn man sich gegenseitig verzeiht. Du ihm und er dir. Aber das ist ein Prozess.

Ich verstehe deine Gefühle. Für mich wiederum wäre es verzeihbar. Das ist eine ist harmlos (knutschen) und nur ein Symptom, dass er Nähe sucht. Das andere ist anonymer Konsum.

Klar hat er Fehler gemacht, besonders es nicht sofort zu kommunizieren und sich mit dir auszutauschen. Das ist klar.

Aber wenn es für dich schlimm ist, vielleicht wäre es dann besser, ihn gehen zu lassen und einen Mann zu suchen, der so wenig körperlich ist, wie du.

Bist du denn wegen deiner Angststörungen in Behandlung?

Wäre eine offene, ehrlich kommunizierte Beziehung was für euch?

x 5 #25


aequum
Zitat von Pixel-6602:
Wir haben darüber wirklich oft und offen gesprochen, und von seiner Seite kam immer, dass es für ihn so passt. Im Nachhinein wohl von beiden Seiten falsch eingeschätzt.
Vieles von dem, was hier also angesprochen wird, ist uns auch bewusst, steht teilweise schon im Ausgangstext und ist etwas, woran ich und wir als Paar aktuell arbeiten.

Bedürfnisse, Gefühle, Empfindungen, Triebe, sowie das Verlangen sich zu vermehren (Kinderwunsch) verändern sich mit der Zeit und können deshalb nicht verhandelt werden. Schonmal gar nicht in dem Alter zumal es nicht vorhersehbar ist, wie es sich zukünftig entwickeln wird.

Er muss dich schon sehr lieben oder er ist einfach nur naiv, wenn er sich zu solchen Versprechungen oder Zusagen hinreißen lässt.

x 3 #26


FrauDrachin
Zitat von Pixel-6602:
Die Verantwortung dafür liegt komplett auf meiner Seite - geringe Libido und Angststörung.

Been there.
Von dieser Seite aus komplettes Verständnis.
Dass es sehr schwierig ist, ihn sexuell einzuschränken, wenn du nicht "liefern" kannst, das weißt du ja selber.

Zitat von Pixel-6602:
Ich bin ehrlich - ich verstehe es auch komplett. Mir tut es leid, dass ich ihm nicht mehr bieten konnte und ich bin gewillt mir mehr Mühe zu geben. Allerdings habe ich Angst, dass das Vertrauen dennoch für immer weg ist.

Ok, ich denke, ich würde an deiner Stelle versuchen die Sache einmal komplett zu reframen:
Du bist, wie du bist.
Er ist, wie er ist.
Er hat Bedürfnisse, die du nicht hast, und die außerhalb einer Beziehung sehr stark moralisch aufgeladen sind.
Du hast unterschätzt, was dieser Mangel an Sex mit eurer Beziehung macht, was es mit ihm macht.

Es ist total verständlich, warum es für ihn so schwer war, hier für sich eine gute Lösung zu finden, und auch sehr schwer war, mit dir sinnvoll darüber zu reden. Er hat halt versucht, sich durchzuwurschteln, und es hat nicht funktioniert.

Mein Vorschlag für einen Reframe: Gott sei Dank ist dieses Thema jetzt offen auf dem Tisch, und ihr könnt wirklich miteinander reden, wie jeder von euch eine gute Sexualität leben kann.

Ich denke, Vertrauen wirst du ihm können, wenn er wirklich eine Art gefunden hat, sich sexuell auszuleben, und er nicht über die gemeinsam gezogenen Grenzen gehen muss, weil es für ihn wirklich nachhaltig ok ist.
Und ich denke, sich dir anvertrauen (was Vertrauen von seiner Seite aus vorraussetzt), wenn er weiß, dass das Thema ohne moralischen und emotionalen Overkill besprechbar ist.

Ich denke auch, so leid es mir tut, dass es nicht damit getan ist, P. zu "erlauben". Sexualität ist etwas zutiefst gegenseitiges, wirklich kein Wunder, dass er sich das irgendwie zumindest ein kleines Stück weit ins Leben geholt hat.

x 6 #27


FrauDrachin
Zitat von Pixel-6602:
Mein Fokus lag eigentlich mehr auf dem Vertrauensbruch, aber interessant, dass viele das bei den Gesamtumständen anders gewichten. Danke euch!

Vielleicht nochmal dazu mehr on point:
Natürlich kannst du dich auf die nicht abgesprochen ausgelebte Sexualität fokusieren.
Aber die Frage ist ja: wem würdest du mehr vertrauen: Jemandem, der angeblich nie einen Fehler gemacht hat, oder jemandem, der Felhler zugeben kann, wenn sie vorgekommen sind?
Jemand, der lieber die Beziehung nicht aufs Spiel setzt und nach der Devise handelt: "Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß", oder jamendem, der sagt: Was wir haben ist so wertvoll, dass ich es nicht mit einer Lüge belasten möchte?

x 2 #28


Plague
Als bekennender Anhänger des syndiastischen Ansatzes kann ich bei solchen Konstellationen immer nur noch mal betonen:
Sex ist innerhalb einer Beziehung eine Form der Kommunikation und entsprechende "Unlust" ist sehr oft die Manifestation von Kommunikationsproblemen auf einer der anderen Kommunikationsebenen - vor allem der verbalen.

In einer Beziehung gibt es gewisse Grundbedürfnisse, die insbesondere bei Frauen in ausreichendem Maße gegeben sein müssen, damit Anziehung und Lust entstehen kann bzw. damit frau Sex haben kann.
Mit einfachen Worten: Männer haben Sex zur Entspannung, Frauen brauchen Entspannung um Sex zu haben.

Ein Mangel an Entspannung kann daher rühren, dass ich das Gefühl habe, dass sich mein Partner wenig bis gar nicht für mich interessiert, kaum auf mich eingeht, mich nicht (richtig) versteht, mich nicht ausreichend wertschätzt etc.

Und jetzt, liebe TE, überleg mal, ob dir das irgendwie bekannt vorkommt ...

x 2 #29


ElGatoRojo
Zitat von aequum:
Er muss dich schon sehr lieben oder er ist einfach nur naiv, wenn er sich zu solchen Versprechungen oder Zusagen hinreißen lässt.

🎯👍

x 1 #30


A


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