Pixel-6602
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Ein Thema ist jedoch unser kaum vorhandenes Sexleben (in den ersten zwei Jahren mittelmäßig, danach sehr schwach mit 4-7x Jahr). Die Verantwortung dafür liegt komplett auf meiner Seite - geringe Libido und Angststörung. Kommuniziert war das immer mit meinem Partner, ich fragte auch immer nach, ob das wirklich in Ordnung sei, er bejahte dies, hat aber auch mehrmals versucht das ganze zu verbessern, ich blockte aber meist ab.
Vor einigen Wochen hat er mir dann sichtlich mitgenommen gestanden, dass er mir zweimal fremdgegangen ist (jeweils intensives Küssen/Rummachen, einmal vor 2 Jahren, einmal vor 8 Jahren, betrunken auf Partys).
In folgenden Gesprächen kamen dann noch weitere Dinge ans Licht:
Er hat während unserer Beziehung einmal mit einer früheren Online-Bekanntschaft gesextet. Außerdem hat er über längere Zeit eine App genutzt, um anonym P. Inhalte zu konsumieren, teilweise auch mit kurzem gegenseitigem Bilderaustausch. Längerfristige Kontakte gab es dabei nicht.
Er sagt, dass ihn die Vorfälle auf den Partys schon länger belastet haben und er deshalb ehrlich sein wollte. Auch, weil er sich sicher ist, sein Leben mit mir verbringen zu wollen und keine Ehe auf Lügen aufbauen möchte.
Das andere fiel für ihn unter P. und nicht unter Fremdgehen. P. war auch ausdrücklich als o.k kommuniziert. Beim gegenseitigen Austausch versteht er inzwischen aber, dass das für mich eine Grenze überschreitet.
Seit Wochen geht mir das alles nicht aus dem Kopf. Wir sind zwar in Paartherapie, aber ich habe große Schwierigkeiten, es zu verarbeiten. Am meisten verletzt mich das jahrelange Lügen und dass das Sexting nie klar abgesprochen war. Die körperlichen Vorfälle an sich treffen mich weniger, wahrscheinlich auch, weil ich selbst wenig körperlich bin. Was mir wirklich Sorgen macht, ist die Frage, ob man nach so vielen Vertrauensbrüchen wieder echtes Vertrauen aufbauen kann.
Bei all den Internetbeiträgen heißt es immer "einmal Betrüger, immer Betrüger" und mein Partner hat jetzt schon bewiesen, dass er mehrmals dazu in der Lage ist. Andererseits sind wir sehr liebevoll und harmonisch miteinander und sprechen jetzt auch nochmal offener miteinander, vor allem er. Und ich verstehe, dass ihm die Körperlichkeiten in unserer Beziehung mehr gefehlt haben, als er sich oder uns zugestanden hat. Ich bin ehrlich - ich verstehe es auch komplett. Mir tut es leid, dass ich ihm nicht mehr bieten konnte und ich bin gewillt mir mehr Mühe zu geben. Allerdings habe ich Angst, dass das Vertrauen dennoch für immer weg ist.
Ich fühle mich noch jung und denke manchmal, ich könnte gehen, keine Ehe, keine Kinder. Eine neue Beziehung ohne diese Vorgeschichte. Gleichzeitig merke ich, dass ich ihm eine zweite Chance geben möchte, gerade wegen unserer besonderen körperlichen Situation.
PS: Mir ist bewusst, dass einige sagen werden, dass wir ohnehin körperlich nicht kompatibel sind und wir uns deswegen allein überlegen sollten, ob es passt. Das ist auch uns bewusst und wir versuchen das gerade so gut es geht herauszufinden.
Kann man nach mehreren Vertrauensbrüchen und jahrelangem Verschweigen wieder echtes Vertrauen aufbauen und lohnt sich eine 2. Chance oder würdet ihr in so einer Situation eher gehen?