merretich
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Zitat von Zerrissener:Verstehe - das ist dann aber auch die Diskrepanz. Denn ich habe - weil das mehrfach angesprochen wurde „Achso du bist so treu und trotzdem läuft etwas mit einer Anderen….“ - eben genau das erläutert inwiefern ich mich als treu sehe. Ich verstehe dass Du aus einem Bereich kommst wo es um (rechtliche) ...
Zu Deiner Frage:
wenn mein Partner mir das sagen würde: erstmal würde ich wissen wollen, was er damit genau
meint. Für seine Gefühle kann er nichts. Dass er sich zu jemand anderen hingezogen fühlt.
Das kann jedem Menschen passieren und ist ja nichts schlimmes.
Die Frage ist: wie verhalte ich mich zu diesen Gefühlen?
Sprich: hat er Sex mit ihr gehabt, obwohl wir definitiv keine offene Beziehung leben?
Hat er hinter meinem Rücken geflirtet, gebaggert etc..während ich ahnungslos war?
Gefühle sind eine Sache. Was ich daraus mache daran zeigt sich mE der Charakter.
Ich kann auch Lust haben, eine Riesensahnetorte alleine zu essen.
Das ist ein Gefühl.
Ob ich dem nachgebe, ist die andere Frage. Vielleicht weiss ich ja schon, dass
mir hinterher schlecht wird oder es unfair ist, nicht mit anderen die Torte zu teilen..
Dann kann ich dem Gefühl bewusst gegensteuern und sagen: ich esse nur
ein Stück. Fertig. Klar, dazu braucht es Willensstärke, das ist mir klar.
Das wären für mich entscheidende Fragen, wie weit ist er gegangen.
Je nachdem würde ich mich dann vermutlich zurückziehen, um eine Pause bitten,
und überlegen, was ich damit mache.
Einfach sagen "Schwamm drüber" würde ich sicherlich nicht.
Ich würde überlegen, ob das grundsätzlich noch mit uns passt.
Ob ich ihm soweit vertraue, dass es weitergehen kann, oder ob ich künftig jedesmal
wenn er das Haus verlässt denken muss, dass er sich nicht im Griff hat.
Und da sind wir wieder beim Thema Verantwortung.
Ich denke sogar, fast jeder kann sich rehabilitieren.
Aber nur, wenn er wirklich sieht, was er da gemacht hat.
Welchen Schaden es anrichtet und wie zerstörerisch es ist.
Und wenn er sich alternative Handlungsmuster erarbeitet. Das ist ein Weg.
Solange ein Partner das jedoch nicht tut, sondern die vorhandenen Gefühle
als Ausrede für seine Entscheidungen nutzt, würde ich vermutlich nicht zu
ihm zurückkehren. Denn nach dieser Argumentationskette könnte es ja
jederzeit wieder passieren, wenn er sich bissl einsam fühlt oder eine
attraktive Single Frau in der Nähe ist.
Daher hacke ich auch so auf dem Verantwortungsbegriff herum.
Wenn mein Partner sich korrekt verhalten, jedoch mit seinen Gefühlen nicht im
reinen wäre, würde ich ebenfalls eine Pause vorschlagen.
Überlegen, ob eine Paartherapie Sinn macht, ob es sich lohnt, daran zu arbeiten,
weil es zB in vielen Bereichen gut passt zwischen uns.
Ich würde ihn jedoch bitten, sich erst wieder bei mir zu melden, wenn
er weiss, was er will. An unserer Beziehung arbeiten, oder eine andere Frau.
Vorher würde ich GARNICHTS machen, denn beides geht nicht.
Sollte er gehen wollen, würde ich ihn sofort freigeben.
Würde er sich für UNS entscheiden, und säe da Zukunft und Potential, würde
ich vermutlich sehr langsam, begleitet von Paaratherapie die Beziehung
wieder aufnehmen.