Zitat von was-tun: Der Trainer ist total professionell und ich kann mir nicht realistisch vorstellen, dass sich das grundlegend ändern wird (auch wenn ein Teil in mir davon tagträumt). Wenn er auf mich zukäme, wäre höchstwahrscheinlich meine Verliebtheit umgehend weg, denn gerade diese moralische Konsequenz ist eine der Eigenschaften, die mich fasziniert und anzieht. Wie bist du denn du selbst damals mit deiner Fremdverliebtheit umgegangen? Du schriebst ja, dass du sowas auch kennst…
Irgendwie erinnert mich diese Verliebtheit in den Trainer an einen pubertierenden Teenager, der sich in den Tennislehrer verguckt oder in den Skilehrer. Parallelen sind ja nicht von der Hand zu weisen. Der Trainer ist professionell und kann was, die Frau sozusagen der "Lehrling". Es hätte genauso gut der neue Arzt sein können oder ein Professor für irgendwas.. Menschen die sich der anderen Person annehmen, vermitteln ein positives Gefühl und - zack - schon merkt man, ooooch, ist der nett .... und lieb. Ja, ist ja auch Teil seines Berufs. Außerdem steht er sozusagen über dem Lehrling, denn der soll ja was lernen und vorwärts kommen. Ob es jetzt Bogenschießen ist oder Skifahren oder eine Heilbehandlung, tut nichts zur Sache.
Da spielt oft eine Übertragung rein., d.h,. unbewusst werden frühkindliche Erfahrungswerte wie z.B. Hilfsbedürftigkeit auf diese Person projetziert, also übertragen.
Ich hatte mich vor Jahren in meinem Shiatsu-Masseur verguckt. Klar, da kommt man sich zwangsäufig nahe und er sorgt für Wohlbefinden, löst Verspannungen usw. Irgendwann haben wir dann auch mal über eher private Dinge gesprochen und das gar nicht so wenig tiefgehend..
Ich habe ihn eines Tages kurz vorm Gehen gefragt, ob er mit mir einen Kaffee trinken würde. Nein! - lautete seine Antwort. Ohne Begründung einfach Nein. Das war klar und deutlich und ich sagte, Na gut, dann nicht.
Ich war eh am Gehen und verließ dann das Zimmer nachdem ich mich verabschiedet hatte. Der nächste Termin war bereits anberaumt.
Als ich nach Hause fuhr, wirbelten meine Gefühle durcheinander. Enttäuschung, dann sich wieder einreden, dass es nicht weh tut. Ein Korb tut weh, ist so. Einige Wochen trieb es mich noch um, dann stand der nächste Termin an. Sollte ich absagen? Nein, zu durchsichtig, dachte ich mir.
Als ich da war, fragte er, wie es mir denn ginge. Ich erwiderte : ich wüsste nicht, warum es mir nicht gut gehen sollte. Das Thema Kaffee wurde nie mehr angesprochen, aber wir bekamen dann doch wieder eine heitere, unüberschattete Stimmung hin. Manchmal tut so eine Abreibung auch ganz gut, damit man weiß wo man steht.
Aber da der Mann in einer "lehrenden" Position ist, werden offenbar gerade bei Frauen oft Gefühle angesprochen. Der Arzt, der Masseur, der Trainer, der Therapeut - immer dasselbe. Nur seltsam, dass man sich nicht in den Müllfahrer verliebt. Nein, es muss ein Mann sein, der etwas besser kann und sozusagen eine übergeordnete Position einnimmt.