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Freund zieht berufsbedingt ins Ausland - was nun

_Amaranth87_

Hallo zusammen,

ich möchte mir mal gerne mein Leid von der Seele schreiben und wäre unendlich dankbar, wenn mir vielleicht jemand schreiben könnte, dem es ähnlich geht.

Meine Geschichte mag vielleicht im Vergleich zu anderen Geschichten hier weniger schlimm sein, dennoch sind es meine Gefühle und ich möchte sie hier niederschreiben.

Ich bin 30 Jahre alt und ich weiß seit ca. 2 Jahren, dass mein Freund (35 und Soldat) nächsten Monat ins Ausland zieht, um dort für 3 Jahre also bis 2021 - zu arbeiten (man nennt es bei der Bundeswehr wohl Auslandsverwendung).

Wir sind seit über 3 Jahren zusammen und es ist so gesehen nicht überraschend, dass dies bald passieren wird. Auch habe ich ihn immer darin unterstützt und ermuntert diesen Schritt zu gehen, um diese Erfahrung für sich mitzunehmen, auch wenn mir immer klar war, dass er dadurch natürlich nicht mehr in meiner direkten Nähe ist (er wird dann ca. 250 km von mir entfernt sein).

Jedenfalls rückt dieser Tag immer näher, und auch wenn wir alles gemeinsam planen (seinen Umzug und was wir dann alles vorhaben in der neuen Stadt), er viel mit mir darüber redet, bereitet es mir ein flaues Gefühl, das ich nicht richtig einordnen kann.

Auch habe ich manchmal komische Gedanken. Z.B., wie genau wird ihn das neue Umfeld beeinflussen und welche Auswirkung wird das wiederum auf unsere Beziehung haben? Ihr versteht was ich meine?

Wir sehen uns jetzt überwiegend an den Wochenenden, deshalb habe ich anfangs keinen großen Gedanken daran verschwendet, weil wir uns durch den Umzug ja nach wie vor am Wochenende sehen würden.

Aber mittlerweile merke ich, dass es mich stört, dass er soweit weg ist.
Natürlich reden wir viel miteinander und er weiß auch, dass ich ihn sehr vermissen werde, allerdings lasse ich ihn das nicht in dem Ausmaß spüren was ich wirklich fühle, aus dem Grund, weil ich ihm seine Freude auf seinen neuen Arbeitsplatz und die neue Wohnung nicht vermiesen will.

Ich weiß es nicht, vielleicht gibt es hier noch jemanden, dem es vielleicht ähnlich geht und vielleicht erzählen möchte, wie man so eine Situation am besten bestehen kann.

LG

13.06.2018 12:23 • #1


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Wie weit muss er weg?

Und die Entscheidung mit dem Ausland - konnte er da mitreden?

13.06.2018 12:24 • #2



Freund zieht berufsbedingt ins Ausland - was nun

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_Amaranth87_


Hallo Kummerkasten,

wie ich schrieb sind es 250 km, die er dann weg sein wird.

Und ja, er konnte mitreden. Von dieser Möglichkeit wusste er allerdings schon zu einem Zeitpunkt als wir uns noch gar nicht gekannt haben. Ich habe ihm aber gesagt, dass es ungesund für unsere Beziehung wäre, wenn er für mich darauf verzichtet und wir dann hier zusammen ziehen und er nicht das macht, was er machen möchte.

13.06.2018 12:28 • #3


_Amaranth87_


Ich weiß, dass wenn ich darauf bestanden hätte, dass er nicht ins Ausland geht, er dies auch nicht gemacht hätte. Allerdings hätte ich darin keinen Sinn gesehen, weil ich denke, dass dies für die Beziehung wirklich nicht gut gewesen wäre.

Allerdings ärgert mich eine Sache (und das ist absolut kein Vorwurf an ihn).

Und zwar war er damals noch mit seiner Ex-Freundin zusammen, die teilweise schlimme Depressionen hatte. Zu dem Zeitpunkt hat er sich in einer Art Weiterbildung befunden, um beruflich mehr Geld zu verdienen. Er wäre auch fast damit fertig geworden, hat diese Weiterbildung dann aber abgebrochen, um eben für seine Ex-Freundin mit ihren Depressionen da zu sein. Was war das Ende vom Lied: Sie hat ihn betrogen und hat sich dann von ihm getrennt.

Ich will damit sagen, manchmal wünschte ich auch, ich wäre so egoistisch wie manche Leute, weil ich dann auch meinen Willen rücksichtslos gegen meinen Partner durchsetzen würde. Aber ich habe immer das Gefühl, dass die rücksichtsvollen Menschen dann trotzdem immer die Ar*-Karte ziehen.

13.06.2018 12:40 • #4


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Und wie wäre es, wenn Du mit ihm mitziehst?

Jedes Wochenende 500km ist schon eine Hausnummer, vor allem weil er dann wohl erst Freitag Abend kommt und Sonntag abend wieder weg muss.

13.06.2018 12:40 • #5


Banelei


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Zitat von Kummerkasten007:
Und wie wäre es, wenn Du mit ihm mitziehst?

Jedes Wochenende 500km ist schon eine Hausnummer, vor allem weil er dann wohl erst Freitag Abend kommt und Sonntag abend wieder weg muss.



Kann aber dennoch funktionieren und es wäre nur auf 3 Jahre beschränkt. Ich kenne da andere Beispiele mit fast 500km (oder auch ein Paar mit 400km) eine Strecke und dennoch sehen Sie sich jedes Wochenende.

13.06.2018 12:48 • x 1 #6


_Amaranth87_


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Zitat:
Und wie wäre es, wenn Du mit ihm mitziehst?


Das habe ich sehr oft überlegt, allerdings habe ich hier eine feste Stelle, die es in meinem Beruf sehr selten gibt und ich auch nicht aufgeben würde, weil er ja nur auf Zeit weg ist. Würde er für immer ins Ausland gehen, wäre das etwas anderes.

13.06.2018 12:55 • #7


unbel Leberwurs.


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Aber 250km ist doch so weit auch nicht.
Muss doch auch nicht jedes WE sein.

13.06.2018 13:09 • #8


Jaro


Zitat von Banelei:
Kann aber dennoch funktionieren und es wäre nur auf 3 Jahre beschränkt. Ich kenne da andere Beispiele mit fast 500km (oder auch ein Paar mit 400km) eine Strecke und dennoch sehen Sie sich jedes Wochenende.

Nichts ist unmöglich Finde ich, Freund von mir hat auch eine freundin die 580km weit weg Wohnt und die sind seid gut 1 Jahr zusammen es liegt immer an beiden seiten wieviel sie da zulassen, aber ich glaube wenn man sich dann Jedes wochenende sieht oder bzw jedes 2te ist es doch viel viel schöner das ganze oder? weil da man die Liebenen Menschen wieder sieht

13.06.2018 13:12 • #9


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Ich habe sowas mitgemacht für ein halbes Jahr - 450km einfach. Das geht irgendwann nur noch auf die Nerven, egal ob mit Auto oder Bahn.

Das Problem ist halt, dass bei solchen Beziehungen meistens der Alltag ausgeblendet wird, weil der nicht mit allen Höhen und Tiefen gelebt wird.

13.06.2018 13:27 • x 1 #10


Jaro


Zitat von Kummerkasten007:
Das Problem ist halt, dass bei solchen Beziehungen meistens der Alltag ausgeblendet wird, weil der nicht mit allen Höhen und Tiefen gelebt wird.

Das stimmt das ist ein großer nachteil daran, allerdings soweit ich von mein Freund weiss ziehen sie bald auch zusammen das interessante daran ist, wie sie dann zurecht kommen miteinander aber wer denn Weg einschlägt ist oftmals bereit "viel zu Opfern"

13.06.2018 13:31 • #11


_Amaranth87_


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Ich möchte eine Frage stellen und würde gerne eine ehrliche Antwort haben:

War es falsch von mir ihn in seinem Wunsch zu unterstützen?
Hätte ich sagen sollen, dass ich mit seinem Umzug nicht einverstanden bin?
War ich dumm, dass ich das alles mit unterstützt habe?

13.06.2018 13:38 • #12


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zitat von _Amaranth87_:
War ich dumm, dass ich das alles mit unterstützt habe?


Nein, war es auf keinen Fall.

An Deiner Stelle würde ich einfach abwarten, wie es sich entwickelt. Und versuche herauszufinden, wovor genau du Angst hast.

13.06.2018 13:40 • #13


Jaro


Zitat von _Amaranth87_:
War es falsch von mir ihn in seinem Wunsch zu unterstützen?

Nein weil du selber es Freiwillig gemacht hast daher war es nicht Falsch


Zitat von _Amaranth87_:
Hätte ich sagen sollen, dass ich mit seinem Umzug nicht einverstanden bin?

Hättes du ja das ist nicht Böse gemeint


Zitat von _Amaranth87_:
War ich dumm, dass ich das alles mit unterstützt habe?

Nein aus meiner Sicht gewiss nicht

13.06.2018 13:42 • #14


regenbogen05


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Zitat von _Amaranth87_:
War es falsch von mir ihn in seinem Wunsch zu unterstützen?
Hätte ich sagen sollen, dass ich mit seinem Umzug nicht einverstanden bin?
War ich dumm, dass ich das alles mit unterstützt habe?

Nein, war es nicht.
Ich verstehe Dich. Du hast ihn in allen Belangen wegen seines Auslandsaufenthaltes unterstützt. Da war das auch noch weit weg. Und er war bei Dir. Jetzt hast Du Angst vor der eigenen Courage; weißt nicht, wie Du damit umgehen sollst. Alles verändert sich - und das in ganz kurzer Zeit. Es würde mich auch ängstigen. Aber versuche einmal, es erst auf Dich zukommen zu lassen. Meistens ist es (nach anfänglichen Schwierigkeiten/Problemen) meist halb so schlimm. Und 250 km ist keine unüberbrückbare Distanz. Kopf hoch und hab Mut - Ihr schafft das.

13.06.2018 13:51 • #15



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