jonni
Gast
Wir leben seit knapp vier Jahren (wieder) zusammen. Als Jugendliche hatten wir bereits einmal eine Liebesbeziehung, haben uns dann rund 30 Jahre aus den Augen verloren und es fühlte sich wie "wiederfinden" an vor ein paar Jahren.
Wir stehen beide mit einer jeweils gescheiterten Ehe da. Ich hatte mich damit arrangiert das wir eine platonische Beziehung führen, weil ich zwar kein bekennender Sex-Muffel bin aber die anderen Aspekte der Beziehung dieses "Defizit" um ein vielfaches wett gemacht haben. Sie hat eine 14-jährige Tochter die inzwischen regelrecht auch "meine" Tochter geworden ist. Ich selber habe aus meiner Ehe zwei Jung (15 und 20) die bei ihrer Mutter leben mit der ich ausschließlich über Anwälte kommunizieren darf.
Bislang war mein Wissenstand das meine Partnerin kein Verlangen nach körperlicher Beziehungstätigkeit verspürt und die platonische Beziehung so für sie stimmt. Meine Entscheidung das mitzumachen.
Neue Situation für sie jetzt: Sie möchte ihre Leidenschaft wieder entfacht haben. Schafft das aber nicht mit mir. Also hat sie beschlossen mich frei zu geben.
So weit, so schlecht.
Ich befinde mich jetzt in einer nie dagewesenen Achterbahn der Emotionen. Weihnachten haben wir - gesellschaftskorrekt (man will ja nicht die Verwandtschaft gerade an Weihnachten mit seinen Problemen langweilen) - als "Familie" durchgezogen.
Vielleicht kann sich der/die eine oder andere hier vorstellen was das gerade für ein Ritt ist für mich. Normalität den ganzen Tag, erst im Bett - mit den Gedanken alleine ist nichts mehr normal.
Es ist kein offener Groll im Spiel. Ich bin ihr weiter sympathisch - als Freund und Familienvater. Und ich - ihr ahnt es - liebe sie heiß und innig.
Nach vielen Stunden des Kopfkinos habe ich folgende Punkte die mich am meisten umtreiben.
1. Ich war in meinem Leben noch nie alleine. Habe nie alleine gewohnt.
2. Ein wortwörtlicher Angriff auf meine Magengrube ist "das Ende der Hoffnung". (Ich habe mich auch sofort dabei ertappt den Begriff "Paartherapie" in die Waagschale zu werfen um die Hoffnung weiter halten zu können, was aber deutlich abgelehnt wurde)
3. Ich kann mich nicht erinnern jemals so dunkle Gedanken gehabt zu haben.
Ein wenig wiederholt sich mit ihr an der Stelle meine Geschichte. Damals(tm) hat sie mich auf ganz ähnliche Weise verlassen. Dem folgten seinerzeit volle fünf(!) Jahre eine Odyssee aus lebensverneinender Lebensweise mit Alk., Dro. usw.
Davor habe ich latent am meisten Angst. Das meine Geschichte mich wieder einholt.
Das war dann mal die Kurzform. Natürlich ist die komplette Geschichte bei weitem facettenreicher und komplexer als hier kurz dargestellt.
Ehrlich gesagt kann ich nicht mal sagen, was ich hier eigentlich erwarte. Ist mein unbeholfener Versuch in meinem derzeitigen Schmerz ein paar Gedanken zu sortieren.
Jonni - sehr traurig.
p.s. Ich finde es an dieser Stelle völlig unpassend unter meinem Beitrag die Werbung "Den Partner zurück erobern in 7 Tagen zu lesen. Das mal nur so nebenbei .
