Freundschaft nach der Beziehung?

Ehemaliger User

Hallo,

ich weiss, daß diese frage ein bißchen provokant wirkt: Aber glaubt ihr, daß nach der Beziehung und ein wenig Abstand eine Freundschaft zum ehrmaligen Partner möglich ist? Natürlich werden sich jetzt einige denken, daß das nicht möglich ist, weil irgendwann einer mehr will als der andere. Aber nach unserer Trennung ist beidseitig soviel passiert, daß wir uns einen Weg zurück in die Beziehung beide nicht vorstellen können. Aber es muss doch möglich sein, mit einem Menschen, mit dem man lange Zeit glücklich gewesen ist und dann noch frühzeitig festgestellt hat  daß man als Paar nicht zusammen passt (sie hat mich verlassen, ich war sehr total down, hab aber dann nach gewissen Abstand erkannt, daß zum Schluß mehr Gewohnheit als Liebe übrig blieb - war ne sehr schwierige Erkenntnis) eine Freundschaft einzugehen.
Ich bin an Euren Meinungen und evtl. Erfahrungen in dieser Richtung sehr interessiert und freue mich auf Eure Antworten.

Euer Hardy

27.08.2002 10:13 • #1


Ehemaliger User


Hallo Kathi,

danke für die Antwort. Ist in Eurer Freundschaft nach der Beziehung auch nie der Gedanke hochgekommen, es nocheinmal zu versuchen. Da habe ich nämlich Angst vor. Im Moment bin ich mir 100 %-ig sicher, daß beide nicht mehr als Freundschaft wollen - aber wenn man dann später in Situationen gerät, die einen an alte Zeiten erinnern...., aber man weiss im Gegenzug, daß es auf Dauer nichts bringen würde!

Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken, denn du sagst es ja, was soll man damit schon kaputt machen?

Gruß
Hardy

27.08.2002 10:35 • #2


Ehemaliger User


Hallo Hardy,


auch ich denke das es möglich ist nach der Beziehung in Freundschaft weiterzuleben. Klar das dies nicht bei jeder Trennung der Fall sein wird, aber bei mir und meiner Frau wird es mit Sicherheit funktionieren. Im moment bin ich ziemlich fertig, ist ja gerade 4 Wochen her das ich es weiß das meine Frau die Trennung will, auch bei uns wurde wie bei dir vieles zur Gewohnheit und man hat sich in vielen Dingen auséinandergelebt, aber ich helfe ihr wo ich kann und umgedreht ist es genauso. Auch wenn sie in den nächsten Tagen ausziehen wird werde ich für sie da sein ist für mich ganz selbsverständlich denn immerhin sind wir ja fast 25 Jahre zusammen gewesen.
Und ob es für mich noch mal ein zusammen ziehen geben wird kann ich nicht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten aber ich glaube es kaum, mir ist eine gute Freundschaft mit meiner Frau in Zukunft wichtiger als zusammenzuleben und vielleicht wieder eine Gewohnheitsehe zuführen.

Viele Grüsse

Kafo

27.08.2002 10:48 • #3


SusannT


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Hallo Hardy,
auch ich möchte bestätigen, dass das Ende der Beziehung der Beginn einer Freundschaft sein kann. Natürlich nur, wenn auf beiden Seiten sozusagen keine Liebe sondern nur noch Sympathie vorhanden ist. Liebt ein Partner noch, wird er extrem drunter leiden und es kann doch immer wieder zu Reibungspunkten kommen, auch wenn man es gar nicht möchte. Das geht mir zum Beispiel mit meinem Exfreund so.
Mit meinem Nochehemann dagegen verstehe ich mich wunderbar. Wir haben uns getrennt, weil unser Ansichten, unsere Leben zu gestalten, einfach zu unterschiedlich waren.
Er hat sich eine Wohnung gesucht. Wir haben uns friedlich hingesetzt und unsere Sachen geteilt. Und ich erinnere mich noch daran, wie wir gemeinsam etliches in seine Wohnung gebracht haben, uns dann in dem ganzen Wirr-Warr mit Kaffee und Kuchen auf den Fußboden gesetzt haben und uns supergut unterhalten haben. Das ganze ist jetzt 2 Jahre her.
In der Zeit haben wir jeden Kindergeburtstag (wir haben drei Kinder), Weihnachten und sogar das vergangene Sylvester miteinander verbracht. Wir erscheinen auch manchmal bei Freunden gemeinsam, haben in den Ferien einen ganzen Tag mit den Kindern gemeinsam in einem Freizeitpark verbracht, ja und haben uns sogar von unseren anschließenden Beziehungen erzählt. Das klingt vielleicht unwahrscheinlich, aber es ist tatsächlich so.
Ich wünsche auch dir und deiner Partnerin, dass ihr es schafft, denn manchmal ist eine gute Freundschaft bereichender als eine weniger gute Beziehung.
Herzliche Grüße
Su

27.08.2002 11:17 • #4


Ehemaliger User


hi,
kann man erst sagen,wenn genug gras über die sache gewachsen ist, die scheidung und alles durch ist und der/die verlassende selbstkritisch genug ist und nicht auf alten rechhabepositionen beharrt.
wir haben ein gemeinsames kind und nach 1,5 jahren klappt es noch nicht.

schade.....

27.08.2002 12:26 • #5


Ehemaliger User


Hallo Mick,

vielleicht spalte ich jetzt Haare, aber wer will einen Expartner als "Freund" ?
Ich glaube einfach, daß die Trennungen, wo man sich wie man so schön sagt im beidseitigen Einvernehmen trennt, die Ausnahme sind. Normalerweise verläßt ein Partner den anderen, der schrecklich leiden wird und enttäuscht sein wird. Oft auch in seelischer, finanzieller oder wömglich sogar körperlicher Hinsicht missbraucht wurde und wird.

Will ich so jemanden als Freund?
Oder meinst du dabei, dass man als Eltern zumindest fair und respektvoll miteinander umgehen kann?

Also ich persönlich habe es noch nie erlebt und kann es mir deshalb auch nicht vorstellen, zu einem Expartner eine Freundschaft haben zu wollen oder zu können.
Freundschaft kann zur Liebe werden. Aber eine verlorene oder zerstörte Liebe zur Freundschaft umkehren zu wollen ist für mich eher die Selbstlüge, auf diese Art  noch Kontakt zu bewahren und im Stillen zu hoffen, man wird wieder ein Paar.

Und wer will jemanden zum Freund, der gelogen, betrogen und missbraucht hat? Ich jedenfalls nicht.

Hubi

27.08.2002 14:56 • #6


Ehemaliger User


Hallo Hubi

Nachdem ich schon ne weile nicht mehr im Forum war, muss ich zu deinem posting kurz was loswerden.
Deine antwort klingt irgendwie verbittert, du scheinst sehr schlechte Erfahrungen mit Frauen gemacht zu haben. Auch ich habe anfangs gelitten wie ein Hund, aber so allmählich geht’s immer mehr bergauf und ich glaube fest daran, nein ich weiss es, dass meine letzte ex-freundin eine meiner besten Kolleginnen wird. Wie lange das noch dauern wird weiss ich jetzt noch nicht aber der tag wird kommen. Ich komme mit einer Ausnahme mir allen meiner ex-freundinnen super aus und darüber bin ich echt glücklich. ich weiss nicht wie deine Trennungen jeweils verlaufen sind, aber versuche doch nicht die Trennung in den Vordergrund zu stellen sondern die schöne Zeit die du mit deiner Partnerin verbracht hast. Sie wird dein leben lang ein ganz besonderer Mensch sein den du so gut wie fast kein anderer kennst und umgekehrt genauso. Warum sollte ich mit meiner Ex keine Freundschaft wollen, immerhin habe ich sie jahrelang geliebt und nur weil sie jetzt nicht mehr dasselbe für mich empfindet werde ich sie nicht aus meinem Leben streichen. Wir haben uns nix zuleide getan nur auseinadergelebt haben wir uns.
Übrigens sind meine Erfahrungen anders als deine. In meinem Kollegenkreis kommen die meisten mit dem Ex-Partner gut aus, hängt selbstverständlich von der Trennung ab, allerdings reicht die Zeitspanne von der Trennung bis zum Wiedersehen von 1-5 Jahren. Es ist sicher nicht immer einfach, aber wenn es funktioniert ist es fantastisch!
Also Hardy, ich kann dir nur raten es, nach gebührendem Abstand, zu versuchen...

Gruss

Janny

27.08.2002 15:40 • #7


Ehemaliger User


hallo hubi und alle anderen...
bei mir hats geklappt. mit meinem exfreund, mit dem ich bis vor 9 jahren für 9 jahre zusammen war. ich hatte ihn damals wegen meinem jetzigen freund (und bis vor kurzem ex, mein gott, wie kompliziert...) verlassen.
klar ging es ihm nach der trennung nicht gut, er hat sich erstmal zurückgezogen, aber dann doch recht schnell wieder kontakt aufgenommen. heute können wir über uns lachen und sind uns seit jahren einig, dass es sowieso nicht auf dauer gut gegangen wäre. wir waren 16 als wir zusammen kamen und kannten uns seit wir 9 waren (komisch, so viele 9er...). wenn ich nicht gegangen wäre, wäre er vermutlich irgendwann gegangen. wir haben uns in all den jahren mal häufiger, mal seltener gesehen- es kam oft auch ein bisschen drauf an, wie seine jeweilige freundin damit umgehen konnte. seine jetzige freundin ist inzwischen auch eine gute freundin von mir geworden und die beiden waren meine besten tröster im vergangenen jahr.
und ich bin sehr sehr froh darüber, dass ich ihn als freund nicht verloren habe. denn nur, weil ich ihn nicht mehr liebe heißt das für mich nicht, dass ich ihn deshalb gleich hassen oder ihm aus dem weg gehen muss. wir sind uns einfach als menschen wichtig geblieben. wir waren 9 jahre lang freunde und nur weil dann die anziehung fehlt kann die freundschaft doch bleiben. vorausgesetzt natürlich, dass man den "anschluss" nicht verpasst und sich dann garnichts mehr zu sagen hat.
aber das alles geht wohl wirklich nur, wenn man sich während der trennung nicht zerfleischt hat. und obwohl meine art den "absprung" zu schaffen damals sicher nicht so toll war, haben wir uns immer respektiert. er hat meine entscheidung respektiert und relativ schnell (nach einem halben jahr oder so) für sich akzeptiert.
wie gesagt: heute lachen wir darüber und können sehr offen reden- dabei kamen dann auch noch so manche dinge ans tageslicht, wie z.b. dass er mich auch zwischendurch über 2 monate betrogen hatte. aber all das ist vergessen, es ist einfach die reine freundschaft geblieben.

27.08.2002 15:46 • #8


Ehemaliger User


Hallo Janni und Susa,

nein, verbittert sollte das ganz und garnicht klingen. Ich sagte ja auch, daß es solche Ausnahmen sicherlich gibt. Aber _ich_ habe diese Erfahrung nunmal nicht gemacht. In meinem Bekanntenkreis gibt es sowas durchaus und ich finds schön, wenn sowas möglich ist.

Aber die meisten Trennungen gehen eben unter anderen Bedingungen zu Ende. Und wenn hierbei gewisse Grenzen zu stark überdehnt wurden, ist ein freundschaftliches Verhältnis leider nicht möglich.

Jedoch ist das wohl gemerkt meine persönliche Meinung. Das kann und wird jeder auf seine eigene Weise sehen.

Hubi

27.08.2002 18:03 • #9


Ehemaliger User


Lieber Hardy, lieber Hubi,
zu dieser These möchte ich auch kurz Stellung beziehen. Ich hätte mir sehr gewünscht dass es mal möglich wäre eine Freundschaft oder zumindest ein freundliches freundschaftliches Verhältnis mit meinem Mann aufzubauen, schon allein wegen der Kinder. Aber wie Hubi schon geschrieben hat ist dass nách alldem Rosenkrieg den ich momentan erlebe nicht mehr möglich. Ich hätte nie gewollt und auch nie für möglich gehalten, dass es mal soweit kommt und ich finde es wirklich entwürdigend(das schmutzige Wäsche waschen). Nach 16 jahren besteht nicht mal mehr das kleinste bißchen Respekt vor der gemeinsamen Vergangenheit im Gegenteil alles wird in den Dreck gezogen. Das tut verdammt weh und man kann das nie vergessen. Aber gewünscht hatte ich es mir wohl, dass man friedlich und vernünftig alles regeln könnte und später gut in der Distanz miteinander auskommen könnte. Und jeder läßt den anderen sein Leben leben. Aber wie gesagt bei uns ist dass nicht mehr möglich. Als er kürzlich da war hat er mir sogar nahegelegt ich wäre ein Problem für ihn und als ich ihn fragte ob das nun eine Aufforderung zum Selbstmord sei, sagte er nur, ich hätte es ja schon mal versucht (vor 15 jahren) und ob ichs den Kindern (6,12) schon gesagt hätte. Dass muss man sich mal vorstellen. Er redet mich nur mit "Schlampn" an und behandelt mich wie Abschaum. Derweil hat er ja das Verhältnis weswegen wir uns u.a. getrennt haben. Man kann dann das alles auch nicht mit der Erinnerung an vergangene gute Zeiten aufwiegen. Leider - aber Hubi hat recht. Und die seltenen Paare bei denen es klappt miteinander (ich kenn auch eines) haben halt Glück. Und dieses Glück wünsche ich grundsätzlich jedem hier im Forum. Dennoch weiss ich dass es eben, wie bei mir auch nicht für alle möglich ist. Damit muss man sich dann abfinden.
Viele Grüße
Petra

27.08.2002 20:43 • #10




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