n-ever
Gast
ich habe vor ca sechs Monaten einen Mann kennengelernt mit dem ich mich so gut verstehe wie nur selten mit Irgendwem.
Es gibt aber Dinge die eine eventuelle Beziehung erschweren;
wir leben in verschiedenen Städten (2-3h Fahrt)
und ich bin alleinerziehend mit drei Kindern.
Die möchte ich raushalten, solang ich mir nicht sicher bin dass es was ernstes ist, also verbringen wir nur Zeit miteinander wenn ich "kinderfrei" hab.
Das heißt wir schreiben uns täglich aber sehen uns nur alle paar Wochen.
Soviel zur Ausgangslage, nun zu meinem Problem:
nach drei Monaten Kennenlernphase haben wir miteinander geschlafen, was schön für uns Beide war und ich suchte in den folgenden Wochen das Gespräch um unseren Beziehungsstatus klar zu bekommen.
Dabei stellte er fest dass er nicht verliebt ist, aber ich ihm als Freundin sehr viel bedeute.
Ich fiel erstmal aus allen Wolken,
sein Verhalten* zuvor deutete ganz eindeutig auf Verliebtheit hin (dachte ich). Ich war erstmal verletzt und traurig.
*mit Verhalten meine ich: Aufmerksam und zugewandt, Gespräche bis tief in die Nacht, fein Ausgegangen, Geschenke gemacht, unmittelbar reagiert auf meine Nachrichten und selbst viel mitgeteilt, kokettiert und geflirtet
Sein Vorschlag war daraufhin, die Freundschaft platonisch beizubehalten und ich ging darauf ein.
Zum einen aus der leisen Hoffnung dass sich noch eine Verliebtheit bei ihm einstellt, und zum Anderen weil er etwas ganz besonderes ist, mit seinem wunderbaren Charakter.
Und weil wir so einen guten Draht zueinander haben;
ich möchte ihn also nicht verlieren.
Seitdem sind nun einige Wochen vergangen und die Freundschaft hat sich noch weiter vertieft. Er hat schon zweimal davon geredet dass wir mal zusammen ziehen können, als WG oder so.
Und auch wenn ich den Gedanken eigentlich toll finde, glaube ich dass mich die Situation langsam emotional überfordert.
Ich will eigentlich nicht Single bleiben, aber habe keinen Blick für andere Männer weil ich meinen Freund schon wie einen Partner empfinde.
In einer Wohngemeinschaft mit Ihm wäre das erst recht nicht unterscheidbar.
Außerdem wäre ich ihm auch gerne wieder körperlich so nah und muss mich da ganz schön zusammenreißen - eine Freundschaft+ ist nämlich das letzte was ich will.
Was ich mir auch gedacht habe: wenn ich dann irgendwann mal einen neuen Partner habe, will ich nicht in meinem engen Freundeskreis einen Mann haben mit dem mal was gelaufen ist. Das wäre mir irgendwie unangenehm und ich würds auch meinem Partner nicht zumuten wollen sich mit einem (gewissermaßen)Ex von mir anzufreunden.
Ich überlege also die Freundschaft zu beenden, bevor es noch inniger wird und es dann später richtig kompliziert wird.
Das fällt mir aber auch sehr schwer, ich treffe nur selten Menschen mit denen ich mich so gut austauschen kann und ich würde ihn als Freund sehr vermissen.
Wären wir immer platonisch geblieben, gäbe es das Problem nicht. Dann hätte ich ggf noch meine Verliebtheit ablegen können.
(ich bin mir nichtmal sicher OB ich verliebt bin; Schmetterlinge hab ich keine, aber ich denke ständig an ihn, fühle mich wohl in seiner Gegenwart und kann mir eine gemeinsame Zukunft mit ihm gut vorstellen)
Meine Schwester meint dass er vllt aus Vernunftgründen die Gefühle ausblendet. Immerhin hab ich auch Kinder und es wäre entweder Umzug oder Fernbeziehung angesagt.. das nimmt natürlich viel von der Leichtigkeit etwas Neues anzufangen.
Sein schon oft genanntes Motto:
drum prüfe wer sich ewig bindet
Testet er noch ob er sich binden soll? Er ist schon sehr lange (ca 9Jahre) Single.
Und ich muss mich entscheiden ob ich wirklich "ganz oder gar nicht" spielen will, oder ob ich mit "nur" Freundschaft langfristig zufrieden bin.