Hallo, liebe @angel09
Schön von dir zu lesen!
Ich glaube, mir ging es so ähnlich, ich hatte irgendwann keine Lust mehr auf Analyse, verstehen wollen ind Co. und habe mich versucht, ganz auf mich zu konzentrieren.
Da bin ich noch voll dabei, ich gucke an, was so verletzt hat, wo ich selbst Fehler gemacht habe und wo meine empfindlichen Punkte sind. Da hilft mir hier auch das Forum, ich fühle oft mit, kann auch lachen und manche Dinge ärgern mich total und da gucke ich dann hin, warum mich dass so ärgert und nervt.
Ich habe mich auch, nachdem es bei der Bekannten so rausgesprudelt kam, gefragt, warum ich ansonsten nicht offensiver damit umgegangen bin.
Ich will einfach nicht "die Betrogene" sein, denn ich bin vielmehr, mich macht viel mehr aus und ich möchte nicht darauf reduziert werden und ich gebe zu, ich wollte auch meinen Mann schützen, dass er nicht als das A...hloch da steht und sich rechtfertigen muss.
Denn das ist er auch nicht. Und auch wenn es einige hier anders sehen, darüber wurde auch schon diskutiert, sehe ich auch, dass er sich mit der Affäre am meisten selbst verletzt hat. Sich selbst so auszuziehen, diese Wechselbäder der Gefühle zu erleben und zu sehen, wie tief er mich getroffen und verletzt hat, wieviel Achtung er auch zunächst verloren hat und immer wieder den Spiegel vorgehalten zu bekommen und vor den eigenen Abgründen zu stehen, hat Spuren hinterlassen. Und das habe ich danb beendet und den Spiegel in der Tasche gelassen.
Es war ein Versuch und ich habe mal versucht gründlich aufzuräumen, in mir selbst. Ich habe mich körperlich und emotional komplett mit Ansage von ihm distanziert, um mal ganz bei mir zu sein.
Das war gut für mich. Denn es hat mir die Sicherheit gegeben, wohin ich eigentlich will.
Wir hatten vor der Affäre auch so eine emotionale Entfremdung, aber diese war nicht bewusst gesteuert, sondern Resultat von Enttäuschung, Streß und mangelnder Kommunikation.
Für mein Mann war das ganz schwer zu ertragen, aber er hat es akzeptiert, mich in den 4 Wochen nicht gedrängt, in Ruhe gelassen und auch diese Ruhe zwischen uns genutzt.
Ich habe wieder Vieles, z.B. seine Stimme, seinen Geruch, seinen Umgang mit den Kindern viel bewusster wahrgenommen und ihn dann irgendwann, als ich bei mir aufgeräumt habe, in den Arm genommen. Ganz fest und da waren sie... Schmetterlinge. Warum und wieso die da waren... kann ich nicht erklären, aber so ist es!
Wir haben noch Baustellen, gemeinsame und jeder für sich, aber wir sehen diese.
Das ist der jetzige Stand der Dinge.
Sorry für den langen Text

Das Kopfkino ist fast komplett weg und es gibt momentan keine Fragen, die wieder alles aufwirbeln. Der Fokus liegt einfach woanders.
Was ich jedoch sehr schwierig finde ist, dass mein Mann keine weitere enge Bezugsperson hat. Mir ist klar, dass man das nicht erzwingen kann, deswegen würde ich auch Einzeltherapie gut finden, aber da sperrt er komplett.