Zitat von Ema:
Wie genau die "schwarze Magie" wirkt, ist mir auch noch nicht ganz klar. Ich bin dem auf der Spur.
Aber viele - auch ich - geraten offenbar in einen krassen emotionalen Ausnahmezustand.
Vor anderthalb Jahren hätte ich jedem den Vogel gezeigt, der mir prophezeit hätte, dass ich so etwas je mitmachen würde. Und dass ich emotional so schwer wieder rausfinde.
Ich hab die "schwarze Magie" für mich enttarnt ... der Zaubertrank "wie mache ich meine Geliebte emotional abhängig von mir, damit ich sie möglichst lange nutzen kann" enthält folgende gut gemixte Zutaten (es sind übrigens die gleichen, die auch in anderen dysfunktionalen Beziehungen gemixt werden, jeder, der z.B. einen Narzissten als Ex hatte, kennt das Schema und die daraus resultierende emotionale Abhängigkeit)
-
Double-Bind-Botschaften, wann immer sie möglich sind. Bestehend aus Zuneigungsbekundungen auf der einen Seite (hauptsächlich durch Worte und körperliche Nähe) und Zurückweisungen auf der anderen Seite (hauptsächlich durch Taten, die zu den Worten so gar nicht passen wollen)
- die
Beziehungsmacht niemals aus der Hand geben. Man(n) behält sie am einfachsten durch Kontrolle des Kontaktes (wie häufig sieht/hört/schreibt man sich? Sollte die AF mal zu "dominant" werden, einfach Kontakt reduzieren, Ausreden dafür gibt's ja genug, und schon läuft sie wieder in der Spur). Klassische Nähe-Distanz-Spielchen, Push-Pull-Botschaften usw., die Unsicherheit erzeugen, sorgen hier für einen gewaltigen Machtschiefstand in der Beziehung, zu ungunsten der AF, die als so Unterlegene nie Augenhöhe erreicht und deshalb stark gebunden bleibt und "leidet". Obendrein hat der Unterlegene in einer Beziehung immer die stärksten "Liebesgefühle", während der, der die Macht (und Sicherheit) hat, emotional ablascht. So behält der AM gleichzeitig auch die Kontrolle über SEINE Gefühle für die AF, die dadurch niemals zu stark werden, sodass er in die Bredouille käme, seinerseits zu leiden.
- die
Hoffnung immer auf einer kleinen Flamme lodern lassen, denn ohne jegliche Hoffnung verliert jeder Mensch irgendwann seine Gefühle für den anderen, solange aber noch eine rudimentäre Hoffnung besteht, dass die Gefühle erwidert werden, bleiben sie auch in "Schwung" und wachsen weiter an. Das Grundprinzip jeder Verliebtheit (und Liebeskummer wiederum ist das Resultat davon, dass jegliche Hoffnung abrupt im Keim erstickt wird, dazu ist je nach romantischem Potenzial der AF mehr oder weniger nötig, und das entscheidet dann meist auch über die Dauer einer Affäre).
Et voilà - schon fertig, der Zaubertrank einer jeden Affäre. Ganz egal, wie diese nun entstanden ist, wie lange sie dauert, ob sie "nur" als Affäre gedacht war oder ob sie von Anfang eher als "Beziehungsanbahnung" verstanden wurde ... die Mittel, wie man in einer Beziehung dominant bleibt, werden dem AM von Haus aus mitgegeben, sobald eine AF "mehr" von ihm will. Er muss nicht mal was dafür tun oder sich Gedanken darüber machen.
Vorteilhafte Bestandteile der willigen Geliebten, die den Zaubertrank umso wirksamer machen, sind:
- starke Bedürftigkeit nach Nähe/Aufmerksamkeit/S. oder allgemein Beziehung
- geringer bzw. aktuell angeschlagener Selbstwert
- starke Emotionalität ("Herzmensch"), zu romantischen Gefühlen fähig
Sehr unvorteilhaft und daher als Geliebte mindestens unbequem, sogar auch uninteressant für viele AM sind dagegen folgende Bestandteile:
- hoher und stabiler Selbstwert (wird sich wahrscheinlich gar nicht erst auf eine Affäre einlassen)
- geringe Bedürftigkeit nach Nähe/Aufmerksamkeit/S. oder allgemein Beziehung, also eine starke Unabhängigkeit (wird sich die Beziehungsmacht nicht so leicht abnehmen lassen)
- geringe Emotionalität, starke Ratio ("Kopfmensch") (wird sich nur sehr schwer auf eine Affäre einlassen, und wenn, sich aber emotional nicht fallenlassen, solange die Affäre den Status Affäre hat)