Kaetzchen
Gast
Zitat von Vegetari:....das würde wohl erklären ,warum soviele AF / AM das Leid der betrogenen Ehegatten/ Gattinen ausblenden , Verliebtheit macht blind , auch wohl blind für das Leid der Betrogenen , der Kinder ....
@Vegetari
Als selbst ehemalige AF kann ich Dir sagen, dass es mir zu Beginn der Affäre sehr leichtgefallen ist, die betrogene Partnerin auszublenden, auch noch ganz ohne Verliebtheit. Ich kannte sie nicht, ich wusste nicht mal ihren Namen, es wurde nie über sie gesprochen, ich wusste nicht, wie sie aussieht oder sonst irgendwelche Details - nichts. Sie war ja nur ein "Schatten".
Zum Ende der Affäre hin war ich dann neugierig und hab recherchiert. Da hab ich sie auf FB gefunden, und plötzlich hatte sie einen Namen, ein Gesicht (ein sehr nettes), war auf einmal ein realer Mensch. Und ab dem Zeitpunkt konnte ich mit ihm nicht mehr ... ging nicht. Hätte ich das nicht getan, wäre ich wahrscheinlich in der Affäre geblieben.
Unter Autoren gibt es eine Regel für das Schreiben von Krimis oder Thrillern - zeig mir die Fotos in der Brieftasche des Opfers, bevor du es tötest.
Bedeutet - Empathie kann ich natürlich nur für jemanden entwickeln, den ich ein bisschen "kenne" und idealerweise auch ein bisschen mag. Besonders gewiefte Affärenmänner halten deshalb alle Informationen über die Partnerin vor der Affärenfrau zurück. Hat meiner zu Beginn auch gemacht - damit konnte ich sie natürlich ganz wunderbar ausblenden.
Andere erzählen deshalb "Horrorgeschichten" über die Ehefrau - so geht's auch, da wird die Ehefrau in den Augen der Affäre zum gefühlskalten, widerlichen Hausdrachen, das schürt dann sogar noch Mitleid mit dem Affärenmann, den die Affärenfrau vor dieser schrecklichen Hexe retten muss. Wenn man dann erstmal drinsteckt in der Affäre, bis über beide Ohren verliebt ist und den begehrten Mann für sich allein haben will, wird die Betrogene dann eben zur Gegnerin, die es zu bekämpfen gilt. Schließlich will man ihr den Mann "ausspannen" und den armen Kerl retten. Da wäre Empathie ja dann auch fehl am Platz.
Was bei den Varianten, wo jemand die beste Freundin betrügt und eine Affäre mit deren Mann anfängt, los ist, kann ich mir nicht ausmalen. Dafür reicht meine Empathie leider nicht, denn das ist für mich so unvorstellbar wie ein Mord. Kann ich mir also nur mit psychopathischen Wesenszügen erklären, wenn das jemand hinkriegt.
Aber in aller Regel sieht es in Affären eben so aus, dass die Partnerin entweder komplett außen vor ist, oder aber sie bzw. die Beziehung von ihm als "am Ende", "schrecklich" und so weiter dargestellt wird. Dadurch sieht sich ja dann die Affärenfrau als Retterin, und die Partnerin als Täterin (die "quält" ja den armen Mann, das Opfer, mit der schlechten Beziehung/Ehe). Das erklärt auch, warum einige Affärenfrauen nach dem Auffliegen die Ehefrau mit so Worten wie "gib ihn endlich frei" nerven. Als wäre die Ehefrau die böse Hexe, die den armen Hänsel im Ofen eingesperrt hat
Wie es allerdings dem Betrüger selbst gelingt, seine Partnerin auszublenden, wenn er bei der Affäre ist, oder wie er es hinkriegt, nach dem S. von der Affäre nach Hause zu fahren und sich neben die Ehefrau ins Bett zu legen, ist mir ein Rätsel. Aber das erfordert eben auch gewisse Charaktermerkmale beim Betrüger, dass er das so kann, und Empathie ist meiner Meinung nach bei diesen Menschen kein ausgeprägter Wesenszug. Schließlich verletzen sie meistens gleich zwei Menschen mit ihrem Handeln, die sie beide gut bist sehr gut kennen und zumindest angeblich mögen, und wenn Kinder im Spiel sind sogar diese indirekt auch noch.
Für mich als Affäre war es jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich neugierig wurde sehr leicht, sie gar nicht wahrzunehmen, weil sie ganz einfach für mich nicht greifbar, nicht "real" war. Ich kenne auch sehr viele Affärengeschichten, in denen sich die Affäre schlagartig entliebt hat, nachdem sie den Affärenmann mal mit der Frau zusammen gesehen hat. Oder gar Familienfotos mit den Kindern oder so was. Nicht alle Affärenfrauen sind komplett empathielos. Vielleicht sind auch nicht alle Betrüger empathielos, ich habe bloß noch keinen kennengelernt