Zitat:Bei mir war es ganz genauso, mit 5 Wochen Pause...wobei ich dazu sagen muss, dass ich erst nach dem 2. Anlauf etwas grundlegendes verstanden habe. Vielleicht war es dafür gut. Auch wenn sich immer noch nichts gut anfühlt.
Wie lange ist das denn her? Scheint mir noch recht frisch zu sein...

Eine meiner Freundinnen versucht es nun seit 7 Jahren mit ihrem Freund/Ex... Immer wieder und immer wieder. Ich habe schonmal zu ihr gesagt "manchmal genügt Liebe einfach nicht", manchmal reicht es nicht, sich innig zu lieben, wenn man sonst nicht kompatibel ist. So ehrlich muß man sein und sich das eingestehen. Du hast ein Zeichen gesetzt. Für dich. Du leidest jetzt, aber irgendwann vergeht dieser Schmerz. Bei meiner Freundin nicht. Sie wird das Ende ihrer Beziehung immer wieder und immer wieder durchleben, weil sie ihn nie aufgeben wird, es aber auch nie funktionieren wird.
Zitat:Das Gefühl der Leere kenne ich, es ist nach 3 Monaten immer noch da, obwohl ich diejenge war, die gehen musste. Am Gefühl meinerseits hat es nicht gemangelt. Und eben dieses Gefühl seziere ich nach wie vor.
Ich glaube, daß es wahrscheinlich ein normaler Vorgang ist. Wir haben innig geliebt und jetzt ist das vorbei. Egal jetzt, wer Schluß gemacht hat. Aber klar, daß da ein Gefühl der Leere zurückbleibt. Ich hoffe, daß das irgendwann vergeht. Bei mir fühlt es sich grade nicht so an und ich habe ehrlich gesagt ein bisschen Angst, daß ich nicht auch in die Richtung der Bindungsphobie tendiere.
Zitat:Bei mir stellte sich die Situation zwar anders dar, als bei dir; ich bin auch heute noch davon davon überzeugt, dass meine Beziehung bindungsphobisch war. Und gerade deswegen beschäftige ich mich (leider immer noch

) sehr intensiv mit der Frage, wieviel Liebe da meinerseits tatsächlich im Spiel war. Ich habe auch das Gefühl so unendlich genossen, als ich noch geliebt wurde - und sei es nur seine Verliebtheit gewesen. Und ich nähere mich immer mehr der Erkenntnis, dass ich mich sehr abhängig von diesem wohligen Gefühl gemacht habe. Am Ende hatten aber viel zu viele negative Gefühle die Oberhand, die sich zwangsläufig ergeben, wenn ein bindungsängstlicher Partner ausbricht und flüchtet.
Wer litt an der Bindungsanst? Dein Ex, oder? Sorry, das konnte ich nicht ganz rauslesen...
Zitat:Bei dir war es die Einengung - wobei das sicherlich sehr gut in einem Wort zusammenfasst, wie mein Ex sich gefühlt hat. Ich kann allerdings mit gutem Gewissen sagen, dass ich nicht an meinem Ex gezerrt und keine Vorwürfe gemacht habe, nicht eifersüchtig oder sonst irgendwie kontrollierend war. Ich wurde gerade nach dem 2. Anlauf nur immer stiller, trauriger (weil ich bemerkte, in welche Richtung das Schiff hinruderte)...und depressiver. Und so haben wir beide gelitten, jeder auf seine Art...bis ich nicht mehr konnte.
Aber ich finde es wirklich stark von dir, daß du die Beziehung beendet hast, obwohl du so leidest, weil du keinen Sinn mehr darin gesehen hast. Das schafft nicht jeder. Wie oben erwähnt, meine Freundin. Sie leiden beide. Immer und immer wieder, aber keiner schafft es, dieses Martyrium, was sie Liebe nennen, zu beenden.
Zitat:Es ist zumindest für mich verdammt schwer, sich auf diese äußerst unangenehmen und schmerzhaften Phasen der Beziehung zu besinnen. Wenn ich mir an einer heißen Herdplatte furchtbar die Finger verbrenne, fällt es mir ja auch ncht schwer, in Zukunft die Finger davon zu lassen. Wobei der Vergleich natürlich hinkt, weil eine Herdplatte mir zuvor auch keine Glücksmomente beschert hat...anyway. Du weißt was ich meine...
Ich bin Tag für Tag faziniert, wie ich mich an die schönen Momente aufhänge....und davon abhängig bin.
Liebe froschweg, das ist ja eine ganz normale Reaktion. Wir idealisieren alle unsere Expartner. Wir haben das hier in diesem Forum schonmal thematisiert und eruiert. Das ist ein Urinstinkt. Zu Anbeginn der Menschheit gab es ja bei weitem weniger Population und somit auch wenig potentielle Partner zur Auswahl. Wenn man einen Partner hatte, war somit die Fortpflanzung gesichert. Trennte man sich, war genau diese in Gefahr. Darum kam dieser Instinkt zum Einsatz - damit man ihn wieder zurücknimmt, damit quasi das Überleben der Spezies gesichert war.
Ich weiß nicht, ob dir dieses Wissen weiterhilft. Mir hat es teilweise sehr geholfen. Wenn ich mich in so einem Tief befand, machte ich mir bewusst, daß ich aus diesen Gründen die negativen Erinnerungen verdränge, was eben nicht bedeutet, daß es sie nicht gab! Im Gegenteil, sie haben überwogen, sonst wäre es nicht zur Trennung gekommen! Nur weil man sie vergisst, heisst es nicht, daß sie nicht existierten.
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen...
Mir geht es "noch" gut, was das betrifft. Aber in wenigen Wochen werde ich ihn wahrscheinlich genauso idealisieren. Da werde ich seinen Kontrollzwang vermutlich auch vergessen haben und nur die glücklichen Momente in Erinnerung haben. Aber auch ich werde wieder drüber hinwegkommen. So wie auch du!

Es dauert eben eine Zeit...