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Kann ein zweiter Versuch der Beziehung funktionieren?

HarryKane


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Hi Morgensonne:)

Habe selbst in der letzten Beziehung einen zweiten Versuch gewagt- es waren sechs Wochen Pause dazwischen.

Der zweite Anlauf ist dann noch viel kläglicher gescheitert und die Trennung war noch viel schmerzvoller.

Meines Erachtens klappt das nur, wenn die Gefühle noch sehr stark sind , die Defizite klar offen liegen und beide daran konstruktiv arbeiten.

Meine persönliche Meinung ist, dass man es jedoch nach dem ersten scheitern gut sein lassen sollte- denn Menschen ändern sich nicht grundlegend.

Zudem besteht die Gefahr , dass der Zurückgenommene seine Bedürfnisse hinterm Berg hält aus Angst nicht erneut verlassen zu werden.

Das Ungleichgewicht welches daraus resultiert führt auf kurz oder lang ebenfalls zur Trennung.

02.01.2018 15:25 • x 2 #16


Morgensonne


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Zitat von Esrali:
Gut dass du deinen stolz hast.
Die beiden waren miteinander noch nicht fertig . mag sein dass er schon lange keine Lust mehr auf sie hatte und mag sein dass du ihn begeistert hast. Hast du. Aber er liebt/e dich ganz sicher nicht. Er war eben happy frei und begeistert. Was die Männer meinen ist : ich liebe mich endlich wieder selbst und habe ein riesen selbst Bewusstsein.
Dann hat die ex gekämpft, neue versprechen gemacht. Er merkte dass er mit ihr noch nicht fertig ist, dass es ihm gefällt. Dass er jetzt doch wieder will wo sie sich bemüht. Auch wenn alles am wnse doof war war der Anfang doch gut und damit lockte sie. Er hatte Angst sie aufzugeben und ging zurück. Dich hatte er ja im Augen Blick sicher.
Ob sie glücklich werden? Nein die werden die gleichen Probleme haben , werden sich immer wieder trennen und zusammen kommen. Aber dort, bei ihr will er trotzdem sein. Ja, Männer bleiben auch wenn sie nicht glücklich sind.


Lieber Esrali,

danke für deinen Beitrag, aber ich glaube, du hast meinen letzten Beitrag in diesem Threat nicht gelesen. Wie diese Geschichte weiterging. Er ist bereits nach 1 Woche wieder vor meiner Türe gestanden und hat geweint, daß er einen großen Fehler gemacht hat. Er liebt sie nicht mehr, es war einfach die Genugtuung, daß sie ihn wieder wollte, was er mit Liebe verwechselt hat. Und daß er sich bei mir nicht zu 100% sicher war, ob ich das selbe will, wie er. Da ich etwas jünger bin, er mich noch nicht genug dafür kannte, usw. Aber die Liebe zu mir war da, die zu ihr war bereits verflogen, das hat er nach kürzester Zeit bemerkt und deshalb alles daran gesetzt, um eine 2.Chance zu bekommen. Welche ich ihm nach langem Hin und Her auch gewahr.
Das ganze ist jetzt 7 oder knapp 8 Monate her. Wir haben es versucht, hat leider dann von meiner Seite nicht funktioniert, weil er mich zu sehr eingeengt hat. Sie würde ihn immer noch nehmen, bzw. wartet darauf, daß er doch noch zurückkommt, wie ich heute erst erfahren habe. Er sagte vor 2 Tagen zu mir, er gibt mir die Zeit die ich brauche, er wartet auf mich, nur ein Wort genügt. Aber ich kann leider nicht mehr. Zumindest im Moment und möchte ihn deshalb auch nicht für andere sperren.
Was ich damit nur sagen will - ich habe seine Liebe richtig interpretiert. Menschen machen Fehler. Sie hat damals um ihn gekämpft, ich nicht. Also ist er zurück. Aber kam schnell drauf, daß ihm mit ihr nichts mehr verbindet.

Ich habe seine Worte, seine Taten also sehrwohl richtig interpretiert. Auch, wenn es viele hier nicht für möglich gehalten haben (s. o.).

Es ärgert mich nur, daß so vielen Menschen hier so viel Mistrauen zugesprochen wird. Ihnen wird die Hoffnung genommen, obwohl sie grade so leiden. Sie werden dann noch als naiv oder dumm dargestellt. Und ich wollte mit meinem Beitrag einfach zeigen, daß es nicht immer so sein muß! Manchmal versteht man die entgegengebrachte Liebe auch völlig richtig! Sie ist da, man hat sie richtig verstanden - nicht alle sind Lügner! Und manchmal hadern Menschen auch zwischen 2 Personen. Was nicht heisst, daß sie die ein oder andere nicht lieben. Manchmal wissen sie es eben nicht besser und treffen erst die falsche Entscheidung!
Würde mein Ex - also ER, um den es hier geht - jetzt hier schreiben, würden wahrscheinlich viele antworten die hat dich ja nie wirklich geliebt! oder Sieh es ein, sie hat dich verarscht/nur ausgenutzt... oder ähnliches. Aber auch meine Liebe war aufrichtig und ehrlich! Ich habe zwar schlußendlich mies gehandelt, aber nur, weil es mir so schwer fiel, ihm so zu verletzen.

02.01.2018 20:37 • #17



Kann ein zweiter Versuch der Beziehung funktionieren?

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Morgensonne


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Liebe @froschweg

Leider funktioniert das wohl nicht mehr, daß man den ganzen Beitrag zitieren kann, wenn er etwas länger ist. Drum hab ich mich für die antworten-Funktion entschieden.

Ja, seine Euphorie hat sich jedoch wirklich gehalten. Wie gesagt, ich habe sowas bis dato auch noch nicht gehabt. Es war wie ein anderes Level von Liebe. Auf der einen Seite wunderschön, ich habe es so sehr genossen. Ich hatte mit ihm den schönsten Geburtstag, welchen ich jeh hatte. Er hat einfach etwas auf die Beine gestellt, was wirklich wunderschön war. Ich habe mich so geliebt gefühlt. Aber vielleicht konnte ich auch grade damit nicht umgehen. Ich weiß es nicht, ich sinniere oft über div. Dinge bzgl. uns.
Auf der anderen Seite war eben die genannte Einengung. Ich habe begonnen ein Buch zu lesen, da meinte er, ich lese das, wegen meinem Ex. Mein neues Handy - welches er mir noch besorgt hat - hat einen alwalys on-Bildschirm, bei welchem man nicht gleich die NAchrichten sieht, sondern nur ein kleines Zeichen. Da meinte er, ich hab das Handy extra so eingestellt, damit er nicht sieht, wer mir schreibt.
Wenn ich einmal nach dem Büro nicht angerufen habe, war er komplett unrund, denn warum ruf ich nicht an, will ich mir etwa etwas Zeit für mich rausschinden, wo er nicht wissen soll, was ich grade mache?
Einmal hab ich mich nachmittags hingelgt - hatte das Handy auf Vibration. Er rief an, ich dachte booooh, ich steh eh gleich auf, ruf ihn dann gleich zurück... Als ich ihm das erzählte, meinte er WAS - du hast gesehen, daß ich anrufe und nicht abgehoben? Ich würde mir eher einen Arm abhacken, als nicht abzuheben, wenn du anrufst!
Ein junger Bursche hat in meiner Firma mal was handwerkliches gemacht. Wir haben uns gegrüsst und es liegen überall unsre Karten auf. Später hat er mir über fb eine Nachricht geschickt, daß er sich auch für meinen Job interessieren würde, wie das genau ist, usw. Als er das entdeckt hat, meinte er, ich benehme mich Männern ggü billig, sonst hätte der mich nicht angeschrieben. Es war nichts anzügliches. Er hat mich nur über meinen Job gefragt.
Naja, ich könnte 1000 Dinge aufzählen. Schlußendlich meinte er, er könnte das alles ändern, ich soll ihm noch eine Chance geben, aber ich kann nicht. Ich fühle mich grade so leer, weil ich ihn so geliebt habe, er mit diesen Dingen aber alles zerstört hat. Leider...

02.01.2018 20:49 • #18


Morgensonne


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Zitat von Marina78:
Erst sagen, du hättest deinen Stolz und ihn dann beim ersten Fingerschnipps doch zurücknehmen. Ähm ja. Er hat dich mit liebe erdrückt? Das er psychisch nicht ganz auf der Höhe ist, hat er doch schon im ersten Teil eurer Beziehung gezeigt. Warst du so bedürftig? Sorry, auf mich wirkst du naiv mit wenig Lebenserfahrung, aber das kommt ja vielleicht noch.


Liebe Marina, du bist - wenn das Datum in deinem Nick korrekt ist - grade mal 2 Jahre älter als ich. Ich habe in meinem Leben sicher schon ein bisschen was erlebt und habe gekämpft und mich wieder hochgebracht. Grade die Menschen, die damit immer kommen, sind meist selbst immer auf die Butterseite gefallen, da bin ich auch schon drauf gekommen.

Lustig finde ich, daß es Menschen wie dich richtig aufzuregen scheint, wenn sich herausstellt, daß man doch geliebt wurde und sie wollen diese Person dann um jeden Preis vom Gegenteil überzeugen. Genau mit solchen Floskeln Ha - du bist doch richtig naiv (stellvertretend für dumm), wenn du das glaubst/geglaubt hast! und ähnlichem. Ich habe - alleine durch diese Beziehung - auch wieder einiges dazugelernt. Und ich behaupte mal, wenn man sich immer verschließt, lernt man auch nie etwas dazu. Ich glaube aber auch, daß sich die wenigsten wirklich verschließen. Denn man kann - wenn es andere betrifft - immer leicht reden. Wenn man selbst gefühlsmässig drinhängt, sieht es da schon anders aus. Soviel weiß ich mittlerweile, mit meiner kleinen Lebenserfahrung! Als ich noch unverbrauchte 18 war, hab ich auch immer gesagt na das würde ich nicht mit mir machen lassen,...das würde ich mir nicht gefallen lassen... Aber das Leben hat mir gezeigt, daß wir oft über uns hinauswachsen und Dinge tun, die wir normal nicht machen würden, grade wenn Gefühle im Spiel sind. Und die, die das nicht machen, werden wahrscheinlich in dem Leben auch nicht mehr glücklich werden. Denn oft ist es einfach angebracht, wenn man den Stolz nur etwas beiseite lässt und nachgibt. Soviel habe ich gelernt. Bisher bin ich auch immer mit gradem Rückrat gestanden - mein Exex meinte immer du auf deinem hohen Roß - und konnte nicht nachgeben. Heute weiß ich, daß man manchmal auch etwas nachgeben kann, ohne daß einem ein Zacken aus der Krone bricht.
Ich weiß, daß er mich geliebt hat und daß er das immer noch tut. Was mir meinen Entschluß zur Trennung natürlich sehr schwer macht.
Und ja, das Einzige, bei dem ich dir wohl zustimmen muß, ist, daß er ein psychisches Problem hat. Das war schlußendlich auch der Grund für die Trennung. Dennoch bin ich heute froh, ihm damals die 2.Chance gegeben zu haben, sonst hätte ich eine wunderschöne Zeit in meinem Leben verpasst! DAS ist vielleicht naiv. Aber da bin ich gerne naiv, denn wäre das alles nicht passiert, hätte ich nicht gelitten, nicht geliebt, nicht so viel gelacht und nicht so viel geweint. Das nennt man nunmal Leben, würde ich sagen, liebe Marina78.

02.01.2018 21:19 • #19


Morgensonne


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Zitat von HarryKane:
Hi Morgensonne:)

Habe selbst in der letzten Beziehung einen zweiten Versuch gewagt- es waren sechs Wochen Pause dazwischen.

Der zweite Anlauf ist dann noch viel kläglicher gescheitert und die Trennung war noch viel schmerzvoller.

Meines Erachtens klappt das nur, wenn die Gefühle noch sehr stark sind , die Defizite klar offen liegen und beide daran konstruktiv arbeiten.

Meine persönliche Meinung ist, dass man es jedoch nach dem ersten scheitern gut sein lassen sollte- denn Menschen ändern sich nicht grundlegend.

Zudem besteht die Gefahr , dass der Zurückgenommene seine Bedürfnisse hinterm Berg hält aus Angst nicht erneut verlassen zu werden.

Das Ungleichgewicht welches daraus resultiert führt auf kurz oder lang ebenfalls zur Trennung.


Lieber HarryKane,


vielen Dank für deinen Beitrag!
Auch, wenn es mich nicht mehr wirklich betrifft, gibt es wohl genug andere, welche in dieser Situation stecken. Habe erst kürzlich einen Beitrag gelesen, wo eine Frau exakt das gleiche erlebt hat, wie du es beschreibst. Für die neuen Partner ist es eine wirklich schwere Situation. Sie wollen mit diesem Menschen zusammensein, der Ex-Partner ist auf einmal wieder da und ihr Liebesglück liegt in Scherben. Drum glaube ich, ist es wichtig für viele, zu lesen, daß es doch noch Hoffnung gibt.

Danke und alles Gute!

02.01.2018 21:27 • #20


froschweg

froschweg


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Guten Morgen Morgensonne,
es tut mir sehr leid, dass es so traurig für euch beide ausgegangen ist.

Zitat von HarryKane:
Habe selbst in der letzten Beziehung einen zweiten Versuch gewagt- es waren sechs Wochen Pause dazwischen. Der zweite Anlauf ist dann noch viel kläglicher gescheitert und die Trennung war noch viel schmerzvoller.


Bei mir war es ganz genauso, mit 5 Wochen Pause...wobei ich dazu sagen muss, dass ich erst nach dem 2. Anlauf etwas grundlegendes verstanden habe. Vielleicht war es dafür gut. Auch wenn sich immer noch nichts gut anfühlt.

Zitat von Morgensonne:
Schlußendlich meinte er, er könnte das alles ändern, ich soll ihm noch eine Chance geben, aber ich kann nicht. Ich fühle mich grade so leer, weil ich ihn so geliebt habe, er mit diesen Dingen aber alles zerstört hat. Leider...


Das Gefühl der Leere kenne ich, es ist nach 3 Monaten immer noch da, obwohl ich diejenge war, die gehen musste. Am Gefühl meinerseits hat es nicht gemangelt. Und eben dieses Gefühl seziere ich nach wie vor.

Bei mir stellte sich die Situation zwar anders dar, als bei dir; ich bin auch heute noch davon davon überzeugt, dass meine Beziehung bindungsphobisch war. Und gerade deswegen beschäftige ich mich (leider immer noch ) sehr intensiv mit der Frage, wieviel Liebe da meinerseits tatsächlich im Spiel war. Ich habe auch das Gefühl so unendlich genossen, als ich noch geliebt wurde - und sei es nur seine Verliebtheit gewesen. Und ich nähere mich immer mehr der Erkenntnis, dass ich mich sehr abhängig von diesem wohligen Gefühl gemacht habe. Am Ende hatten aber viel zu viele negative Gefühle die Oberhand, die sich zwangsläufig ergeben, wenn ein bindungsängstlicher Partner ausbricht und flüchtet.

Bei dir war es die Einengung - wobei das sicherlich sehr gut in einem Wort zusammenfasst, wie mein Ex sich gefühlt hat. Ich kann allerdings mit gutem Gewissen sagen, dass ich nicht an meinem Ex gezerrt und keine Vorwürfe gemacht habe, nicht eifersüchtig oder sonst irgendwie kontrollierend war. Ich wurde gerade nach dem 2. Anlauf nur immer stiller, trauriger (weil ich bemerkte, in welche Richtung das Schiff hinruderte)...und depressiver. Und so haben wir beide gelitten, jeder auf seine Art...bis ich nicht mehr konnte.

Es ist zumindest für mich verdammt schwer, sich auf diese äußerst unangenehmen und schmerzhaften Phasen der Beziehung zu besinnen. Wenn ich mir an einer heißen Herdplatte furchtbar die Finger verbrenne, fällt es mir ja auch ncht schwer, in Zukunft die Finger davon zu lassen. Wobei der Vergleich natürlich hinkt, weil eine Herdplatte mir zuvor auch keine Glücksmomente beschert hat...anyway. Du weißt was ich meine...
Ich bin Tag für Tag faziniert, wie ich mich an die schönen Momente aufhänge....und davon abhängig bin.

03.01.2018 10:59 • #21


Morgensonne


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Zitat:
Bei mir war es ganz genauso, mit 5 Wochen Pause...wobei ich dazu sagen muss, dass ich erst nach dem 2. Anlauf etwas grundlegendes verstanden habe. Vielleicht war es dafür gut. Auch wenn sich immer noch nichts gut anfühlt.

Wie lange ist das denn her? Scheint mir noch recht frisch zu sein... Eine meiner Freundinnen versucht es nun seit 7 Jahren mit ihrem Freund/Ex... Immer wieder und immer wieder. Ich habe schonmal zu ihr gesagt manchmal genügt Liebe einfach nicht, manchmal reicht es nicht, sich innig zu lieben, wenn man sonst nicht kompatibel ist. So ehrlich muß man sein und sich das eingestehen. Du hast ein Zeichen gesetzt. Für dich. Du leidest jetzt, aber irgendwann vergeht dieser Schmerz. Bei meiner Freundin nicht. Sie wird das Ende ihrer Beziehung immer wieder und immer wieder durchleben, weil sie ihn nie aufgeben wird, es aber auch nie funktionieren wird.

Zitat:
Das Gefühl der Leere kenne ich, es ist nach 3 Monaten immer noch da, obwohl ich diejenge war, die gehen musste. Am Gefühl meinerseits hat es nicht gemangelt. Und eben dieses Gefühl seziere ich nach wie vor.

Ich glaube, daß es wahrscheinlich ein normaler Vorgang ist. Wir haben innig geliebt und jetzt ist das vorbei. Egal jetzt, wer Schluß gemacht hat. Aber klar, daß da ein Gefühl der Leere zurückbleibt. Ich hoffe, daß das irgendwann vergeht. Bei mir fühlt es sich grade nicht so an und ich habe ehrlich gesagt ein bisschen Angst, daß ich nicht auch in die Richtung der Bindungsphobie tendiere.

Zitat:
Bei mir stellte sich die Situation zwar anders dar, als bei dir; ich bin auch heute noch davon davon überzeugt, dass meine Beziehung bindungsphobisch war. Und gerade deswegen beschäftige ich mich (leider immer noch ) sehr intensiv mit der Frage, wieviel Liebe da meinerseits tatsächlich im Spiel war. Ich habe auch das Gefühl so unendlich genossen, als ich noch geliebt wurde - und sei es nur seine Verliebtheit gewesen. Und ich nähere mich immer mehr der Erkenntnis, dass ich mich sehr abhängig von diesem wohligen Gefühl gemacht habe. Am Ende hatten aber viel zu viele negative Gefühle die Oberhand, die sich zwangsläufig ergeben, wenn ein bindungsängstlicher Partner ausbricht und flüchtet.

Wer litt an der Bindungsanst? Dein Ex, oder? Sorry, das konnte ich nicht ganz rauslesen...

Zitat:
Bei dir war es die Einengung - wobei das sicherlich sehr gut in einem Wort zusammenfasst, wie mein Ex sich gefühlt hat. Ich kann allerdings mit gutem Gewissen sagen, dass ich nicht an meinem Ex gezerrt und keine Vorwürfe gemacht habe, nicht eifersüchtig oder sonst irgendwie kontrollierend war. Ich wurde gerade nach dem 2. Anlauf nur immer stiller, trauriger (weil ich bemerkte, in welche Richtung das Schiff hinruderte)...und depressiver. Und so haben wir beide gelitten, jeder auf seine Art...bis ich nicht mehr konnte.

Aber ich finde es wirklich stark von dir, daß du die Beziehung beendet hast, obwohl du so leidest, weil du keinen Sinn mehr darin gesehen hast. Das schafft nicht jeder. Wie oben erwähnt, meine Freundin. Sie leiden beide. Immer und immer wieder, aber keiner schafft es, dieses Martyrium, was sie Liebe nennen, zu beenden.

Zitat:
Es ist zumindest für mich verdammt schwer, sich auf diese äußerst unangenehmen und schmerzhaften Phasen der Beziehung zu besinnen. Wenn ich mir an einer heißen Herdplatte furchtbar die Finger verbrenne, fällt es mir ja auch ncht schwer, in Zukunft die Finger davon zu lassen. Wobei der Vergleich natürlich hinkt, weil eine Herdplatte mir zuvor auch keine Glücksmomente beschert hat...anyway. Du weißt was ich meine...
Ich bin Tag für Tag faziniert, wie ich mich an die schönen Momente aufhänge....und davon abhängig bin.

Liebe froschweg, das ist ja eine ganz normale Reaktion. Wir idealisieren alle unsere Expartner. Wir haben das hier in diesem Forum schonmal thematisiert und eruiert. Das ist ein Urinstinkt. Zu Anbeginn der Menschheit gab es ja bei weitem weniger Population und somit auch wenig potentielle Partner zur Auswahl. Wenn man einen Partner hatte, war somit die Fortpflanzung gesichert. Trennte man sich, war genau diese in Gefahr. Darum kam dieser Instinkt zum Einsatz - damit man ihn wieder zurücknimmt, damit quasi das Überleben der Spezies gesichert war.
Ich weiß nicht, ob dir dieses Wissen weiterhilft. Mir hat es teilweise sehr geholfen. Wenn ich mich in so einem Tief befand, machte ich mir bewusst, daß ich aus diesen Gründen die negativen Erinnerungen verdränge, was eben nicht bedeutet, daß es sie nicht gab! Im Gegenteil, sie haben überwogen, sonst wäre es nicht zur Trennung gekommen! Nur weil man sie vergisst, heisst es nicht, daß sie nicht existierten.
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen...
Mir geht es noch gut, was das betrifft. Aber in wenigen Wochen werde ich ihn wahrscheinlich genauso idealisieren. Da werde ich seinen Kontrollzwang vermutlich auch vergessen haben und nur die glücklichen Momente in Erinnerung haben. Aber auch ich werde wieder drüber hinwegkommen. So wie auch du! Es dauert eben eine Zeit...

03.01.2018 12:01 • x 1 #22


froschweg

froschweg


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Zitat von Morgensonne:
Wie lange ist das denn her? Scheint mir noch recht frisch zu sein...


Danke für deine lieben und tröstenden Worte! Die Trennung war Anfang Oktober, seitdem aber zwischendurch Kontakt, auch durch zufällige Begegnungen. Die letzte Breitseite habe ich Anfang Dez bekommen. Ja, fühlt sich immer noch frisch an.

Zitat von Morgensonne:
Wer litt an der Bindungsanst? Dein Ex, oder?

Ja - er! Und ich übrigens auch.Das sehe ich eindeutig so. Frau Stahl, Autorin von JEIN würde mir das vermutlich mit dreifachem Durschlag attestieren. Das ist die Erkenntnis für mich nach monatelanger Reflektion und Durchleuchten meiner vergangenen Beziehungen. Mein Ex würde das vermutlich für sich nicht so bestätigen, aber ich weiß genug von seiner Beziehungshistorie, um mir mittlerweile ein Bild zu machen.

Ich hatte zu Silvester ein sehr versöhnliches Gespräch mit meinem Ex-Mann. Der (und auch der Partner zuvor; mittlerweile leider verstorben) hat mit mir ähnliches durchgemacht, wie ich mit meinem letzten Ex. Und das erkenne ich erst heute....mein Ex-Mann hat mir da einiges bestätigt. Der Ärmste konnte das mit mir bis heute nicht abschließen.

Vom erwachsenen Ansatz her alles gut und schön - und bekanntlich schon die halbe Miete. Ich wurde auch schon von einigen Freunden begückwünscht, dass ich die Stärke gezeigt habe, erstmal formal auszusteigen. Nun hat mein Ex sich nicht ins Zeug gelegt, mich zurück zu erobern. Ich wäre gekippt - ich schwöre es dir!

Er hat wenige Tage nachdem ich die Trennung ausgesprochen habe, online was neues gesucht und hat rückblickend konstruiert wenige Wochen später warm gewechselt. Hat in dieser Zeit aber immer noch Kontakt zu mir gesucht und damit Hoffnungen geschürt. Absolute Kontaktsperre seit der letzten Breitseite Anfang Dezember. Er hat die Kontaktsperre zu Silvester mit einer sehr persönlichen und liebgemeinten Nachricht (gute Wünsche für das neue Jahr) durchbrochen; ganz frei von jeglichen Andeutungen. Ich habe kurz und freundlich erwidert. Und wie stark bin ich jetzt, wo mein inneres Kind tatsächlich sehnsüchtig nach mehr verlangt? Ich will mich nicht dafür verurteilen. Genauso wenig wie dich, dass du es nochmal probiert hast entgegen anfänglicher gegenteiliger Beteuerungen. Du hast es ganz treffend beschrieben, wie mächtig die sehnsüchtigen und hoffnungsvollen Gefühle sind. Ist halt keine Herdplatte...

03.01.2018 15:01 • #23


Nic82

Nic82


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Also ich denke es kann funktionieren, wenn es beide wirklich wollen und an sich gearbeitet haben. Beide müssen sehr reflektiert sein und ihre Fehler einsehen. Ich habe das hinter mir. Hat aber nicht wirklich funktioniert, da wir wohl beide während der Trennung nicht wirklich an uns gearbeitet haben. Zumindest ich habe aber jetzt nach der letzten Trennung einiges verändert, viel nachgedacht und wäre nach wie vor bereit es noch einmal zu versuchen. Leider gehören da aber immer zwei dazu.

03.01.2018 15:15 • #24


Morgensonne


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Hallo @Nic82

ja, ich glaube auch, daß man sehr reflektiert für einen zweiten Versuch sein muß. Man muß sich ehrlich seine Fehler eingestehen. Meist aber will einer den Neuanfang mehr, als der andere und der, der diesen weniger möchte, spricht dann alles aus, was ihn gestört hat, der andere versucht sich zu verbiegen, weil er diesen Menschen unbedingt zurück will und klar, daß das nicht funktionieren kann auf Dauer.
Oft braucht man einen 2. Versuch auch nur, um besser abschliessen zu können. Denn man vergisst ja eben so vieles. Wenn man dann erneut sieht, woran es gescheitert ist, kann man oft besser damit abschliessen...

Ich wünsch dir alles Gute!

@froschweg
Ich schreibe dir eine pn.

04.01.2018 07:59 • #25



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