Ich stimme zu, dass die Beziehung und Liebesgeschichte sich nicht sonderlich befriedigend anhört.
Einschätzungen inwiefern die Geschichte des Partners glaubhaft und ein geheimes Doppelleben auszuschließen ist, kann nur die TE anhand der Umstände halb wegs.
Nee sorry, aber das kann ich so nicht stehen lassen in diesem Fall.
Natürlich ist es insgesamt in diesem Fall aber grundsätzlich auch denkbar, dass er einfach eine andere Partnerin verheimlicht.
Genau wie eben denkbar ist, dass er ein Eigenbrödler und Workaholic ist.
Zitat von Milly85: Er meinte, es wäre zu anstrengend für mich die ganze Fahrerei mit dem Zug
Zitat von Milly85: wieso entscheidet ER was für DICH zu viel is? Sorry, da ist was im Busch.
Hier muss ich schon Mal vehement intervenieren.
Dann ist nämlich bei mir und vielen anderen Menschen was im Busch (und ich habe keine heimliche Partnerin!)...
Es ist einfach so, dass der zitierte Satz oben von ihm 1:1 auch meinen handeln entsprechen würde und solche Persönlichkeitsmuster und Glaubenssätze haben viele Menschen.
Auch ich habe gerade erst bei einer lockeren Bekanntschaft das Angebot der Frau abgelehnt, zu einem der ersten Treffen mir zu kommen.
Obwohl das für mich extrem bequem gewesen wäre, mir Zeit, Nerven und Geld gespart hätte, wovon ich aktuell nichts über habe. Und da es sich von beiden Seiten erstmal um etwas lockeres handelt, hätte ich ja gar keinen Grund so übermäßig jegliche Umstände für die Person zu vermeiden.
Warum konnte ich ihren Vorschlag also nicht annehmen?
Nun, es handelt sich jetzt nicht primär um den Selbstwert, es ist nicht so dass ich sagen würde ich wäre es nicht wert, dass sie eine gewisse Strecke zu mir fährt.
Aber es sind immer noch in mir verwurzelte Glaubenssätze (an denen ich schon gearbeitet habe) in Verbindung mit Empathie: sie hätte nach der Arbeit fast 1,5h zu mir fahren müssen, dann weniger Stunden mit mir gehabt und wegen ihrer Arbeit nächsten Tag dann noch 1,5h zurückfahren müssen.
Das fühlt sich empathisch nicht richtig an für mich ihr das aufzubürden. Ich bin zwar vielleicht ein wertvoller Mensch - aber trotzdem kann erschien mir der Aufwand aus ihrer Sicht betrachtet unverhältnismäßig hoch in der Situation.
Zusammen mit Glaubenssätzen wie "Ich bin zu stolz ihr Angebot und ihr großes Engagement für mich anzunehmen", Menschen nicht zu viel aufzubürden und selbst Verantwortung zu übernehmen und auch nicht nach Hilfe zu fragen und Hilfe auch oft nicht annehmen zu können oder wollen.
Das äußert sich bei mir dann auch in anderen Bereichen und die Geschichte des Partners der TE ist das schon konsistent mit meiner + meinem Wissen über solche Glaubenssätze.
Zitat von Sara-z1: Außerdem wollte er mehr als nur diese Fernbeziehung, doch er hatte das Gefühl, dass ich das nicht wirklich wollte.
Er äußert seinen Wunsch, will sich aber nicht aufdrängen und bräuchte da aber womöglich klares Committment und da das ausblieb, zog er sich daraus erstmal zurück.
Zitat von Sara-z1: Ich habe ihm oft angeboten, ihm entgegenzufahren oder ihn auf andere Weise zu unterstützen, aber er lehnte das immer wieder ab.
Unterstützung genauso ablehnen wie Angebote ihm mit der Fahrt entgegenzukommen - er kann offensichtlich schwer Hilfe annehmen, hat gelernt niemandem zur Last fallen zu wollen und Dinge ohne Unterstützung machen und schaffen zu müssen.
Zitat von Sara-z1: Er wollte nie, dass ich ihm entgegenkomme oder ihn finanziell unterstütze.
Passt perfekt zum Gesamtkontext und den anderen Schilderungen, er kann Hilfe, Entgegenkommen und erst Recht finanzielle Unterstützung nicht bzw. nur schwer annehmen.
Da ist er zu stolz und unabhängig für bzw. hat gelernt unabhängig sein zu müssen.
Zitat von Sara-z1: Und wenn ich es dann doch tat, war er oft sauer und beleidigt.
Stolz.
Zitat von Sara-z1: Er ist immer zu mir gefahren, damit wir uns sehen können,
Auch typisch und ähnlich wie bei mir - er geht leider an oder über seine eigenen gesundheitlichen Grenzen und nimmt die Fahrt selbst in Kauf.
Zitat von Sara-z1: Wenn ihn etwas stört, zieht er sich oft zurück und distanziert sich von mir,
Auch hier zeigt sich das. Er zieht sich lieber zurück, anstatt mit offener Kommunikation seine Mitmenschen - aus seiner Sicht - vermeintlich zu belasten.
Zitat von Sara-z1: Ehrlich gesagt, hat er mir selten die Chance gegeben, wirklich Teil seines Lebens zu sein, und ich weiß nicht genau warum – er ist generell sehr verschlossen.
Ja, so ausgeprägt ist es bei mir nicht aber das Muster ist erkennbar - gelernt haben Dinge herunterzuschlucken und sich zurückziehen und alle Probleme und Herausforderungen glauben selber und allein im Stillen lösen zu müssen.
Zitat von Sara-z1: Ja, er arbeitet tatsächlich 7 Tage die Woche und hat 3 Jobs, Eigentum etc.
Das betrifft mich zwar nicht mit der 7-Tage Woche, aber wenn es heißt u.a. Immobilie dann wird er womöglich noch selbstständig sein mit 2 Projekten und je nach Branche ist auch das vielleicht alles eine One Man Show in seinen Projekten und daher muss er 7 Tage die Woche arbeiten um das zu schaffen.
Gastronomie wäre ebenfalls möglich als Erklärung, bei der in diesen schweren Zeiten, in denen oft allein die einfachen Mitarbeiter fehlen - oder diese noch nicht bezahlbar sind auf seiner aktuellen Stufe - viele Gastronomen dann immer selbst 7 Tage die Woche mit anpacken müssen (am ggf. Ruhetag muss dann die Buchhaltung gemacht werden - natürlich auch selbst).
Es gibt die schon Szenarien und ich wollte nur aufzeigen, dass es an diesen - meines Wissens nach - sehr verbreiteten Glaubenssätzen liegen kann, und keine geheime Ehefrau dahinter stecken muss.
Es reicht gelernt zu haben, dass man sich im Leben auf niemanden verlassen kann und dann meint man alles selbst machen zu müssen und zu können, keine Hilfe zu erwarten oder anzunehmen.