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Gefühle für einen verheirateten Mann

Kupferglanz21

Hallo an alle,

ich bin ganz neu hier im Forum und brauche Eure Meinungen und vielleicht auch Euren Trost, weil ich ziemlich am Ende bin.

Vor ca. 6 Jahren habe ich einen ehemaligen Mitschüler wiedergetroffen bzw. er hatte sich mit mir in Verbindung gesetzt, um meine Hilfe bei der Organisation eines Klassentreffens zu erbitten. Wir hatten 5 Jahre zusammen die Schulbank gedrückt und seinerzeit ein eher distanziert-freundschaftliches Verhältnis gehabt. Zum damaligen Zeitpunkt ging es mir psychisch und physisch sehr schlecht; ich war lebensbedrohlich erkrankt, mein damaliger Partner hatte mich aufgrund meiner Diagnose sitzengelassen, meine berufliche Selbstständigkeit, noch ganz frisch zu diesem Zeitpunkt, war aufgrund der Krankheit mehr oder weniger zusammengebrochen. Die Organisation des Klassentreffens war eine gute Ablenkung.

Danach ist der Kontakt nie mehr ganz abgerissen. Wir haben uns alle paar Monate gesehen und bei einer Tasse Kaffee Neuigkeiten ausgetauscht, er hat mir von seiner Familie erzählt (Frau und 4 erwachsene bzw. fast erwachsene Kinder, die aber alle noch zuhause wohnen). Intensiver wurde der Kontakt, als auch er völlig überraschend schwer erkrankte. Ich war wohl zu diesem Zeitpunkt die einzige in seinem Umfeld, die seine Gefühle und Ängste nachvollziehen konnte, weil ich selbst das alles schon mehr oder weniger hinter mir hatte. Wir führten sehr gute und sehr vertraute Gespräche, und es entstand eine tiefe Freundschaft, die aber zu keinem Zeitpunkt darüber hinausging.

Vor ein paar Monaten hat sich dann irgendetwas verändert, sowohl in meiner Gefühlswelt, als auch in seiner, denn er offenbarte mir, wohl mehr als nur Freundschaft für mich zu empfinden. Ich selbst hätte von mir aus nie etwas gesagt; ein verheirateter Familienvater mit 4 Kindern ist für mich absolut tabu. Ich habe ihn dann gebeten, seine Gefühle noch einmal zu überprüfen...ich hielt diese für ein situationsbedingtes Strohfeuer nach dem Motto: Das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein. Er hat mir auch von Anfang an klar gesagt, dass er seine Frau und die Familie nie verlassen wird. Also habe ich ihn ganz eindeutig und unmissverständlich auf eventuelle Folgen und Konsequenzen hingewiesen, die ihn erwarten könnten, wenn er seinem Drang nachgibt und ihn gebeten, zu prüfen, ob er diese zu tragen bereit wäre. Ich habe dabei leider den Fehler gemacht, ihm zu bestätigen, dass auch ich inzwischen mehr als Freundschaft für ihn empfinde.

Kurz nach diesem Eingeständnis meinerseits kam er dann mit dem Ergebnis seiner Überlegungen: Nein, er wolle mich jetzt doch nicht, er liebe seine Frau und seine Kinder, es täte ihm Leid, falsche Hoffnungen in mir geweckt zu haben, seine Gefühle für mich seien schon wieder erloschen, er wolle jetzt Abstand bzw. mich nicht wieder sehen und wünsche mir für die Zukunft Gesundheit und Glück. Während seiner Selbstfindungsphase hat er mich dann noch mit diversen Dingen einfach sitzenlassen, so z. B. mit einer Einladung für ein Kaffeetrinken mit gemeinsamen Schulfreunden, für das er erst Feuer und Flamme war und zu dem er selbst noch Leute eingeladen hatte.

Ich fühle mich im Moment absolut am Ende (es ist nichts vorgefallen, das ich mir vorwerfen müsste, nur Gespräche); ich habe eine wertvolle Freundschaft verloren, die unrettbar kaputt ist und immerhin über 6 Jahre aufgebaut wurde, und werde für meine Fairness ihm gegenüber noch brutal abgestraft. Leider besitze ich nicht sein Talent, Gefühle wie eine Stehlampe an- und auszuknipsen, ich leide furchtbar, weil es sehr lange dauert, bis ich Vertrauen zu einem Menschen fasse - und dann das...

Momentan bin ich wie gelähmt, ich schaffe es nicht einmal, aufzustehen.

Warum bin ich nur so blöd gewesen und habe die Gelegenheit nicht einfach beim Schopf ergriffen (ja, natürlich wäre es unmoralisch, und das ist mir vom Verstand her auch völlig klar)?

Ich habe ihm deutlich gesagt, was ich von seinem Verhalten halte und dass ich mich emotional benutzt fühle, sozusagen als Selbstfindungsobjekt und Orientierungshilfe, die dann verschwinden darf, nachdem er ja nun wieder weiß, dass er seine Familie über alles liebt. Pech gehabt - war immerhin für einen guten Zweck. Er hätte besser den Mund halten und sich vorher! überlegen sollen, was er eigentlich will.

Als Antwort kam dann, er kenne in seinem bisherigen Leben keine Leidenschaft (wohl auch nicht seiner Frau gegenüber, seiner Aussage nach eine Vernunftehe - mit immerhin 4 Kindern!) und würde darum auch nicht wirklich etwas vermissen. Was soll ich von so einem Statement halten?

Ich verstehe gar nichts mehr...was geht bloß in so einem Kopf vor sich?

10.01.2013 19:23 • #1


Elfriede


Hallo Kupferglanz,

hmmm, das ist ja eine wirklich dumme Geschichte.
Also ich denke, eure Freundschaft lässt sich entl. doch noch irgendwie kitten, da "körperlich" zwischen euch ja noch nichts passiert ist, und 6 Jahre sind ja nun doch eine lange Zeit.
Frag ihn evtl. mal, ob ihr euch nicht noch ein letztes Mal treffen wollt, sozusagen ein "Abschiedstreffen" (würde ich genau so nennen...).
Dann bei dem Treffen würde ich versuchen, ihn noch einmal an die schönen Augenblicke eurer Freundschaft zu erinnern (über alte Zeiten quatschen). Rein freundschaftlich alles.
Ich kann mir vorstellen, dass er sich danach doch wieder meldet und ihr eure Freundschaft doch aufrechterhalten könnt.
Zu deinen anderen Gefühlen für ihn: Gefühle kann man nicht abstellen. Aber du weißt, er ist verheiratet. Deswegen würde ich dir empfehlen, es nie zu Körperlichkeiten kommen zu lassen, denn du wärst doch nur seine Geliebte. Er hat ja selbst gesagt, dass er seine Familie nie verlassen würde.

Viele Grüße,

Elli

10.01.2013 22:08 • #2



Gefühle für einen verheirateten Mann

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markus75


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Ich denke, sofern ich alles richtig gelesen habe, dass er mit seinen Gefühlen überfordert ist. Gebe ihm Zeit und suche den Abstand zu ihm. Er wird sich bestimmt wieder melden und eure Kaffeerunden werdet ihr dann vielleicht auch wieder abhalten.

10.01.2013 22:25 • #3


vivia


Hallo Kupferglanz
sei gedrückt und fühl dich verstanden....

es ist eine echt schwere Situation....
meine geschichte hatte ähnlich angefangen, Kollegen...gute Freunde und dann doch eine verhängnisvolle Nacht. Er wollte seine Familie nicht verlassen...ich war damit total einverstanden...denn da will ich mich nicht einmiscchen...eine Wo KS. dann meldetet er sich..per mail, wir schrieben viel und waren die Freunde....doch er wollte alles...und verliess seine Familie...
huete bin ich an seinen worte der Liebe am zweifeln, nach 2,5 jahren ging er, das war vor 3 Monaten...wie du sagtest..so fühle ich mich...es war nur ein Strohfeuer, galt nur für den moment..er brauchte mich um von seiner familie loszulassen...und er ist schon nach 6 wo weitergezogen...ich "seine bisher größte Liebe" ausgetauscht...erneut um wieder loszulassen?
Männer ticken manchmal sehr seltsam
lass ihm wirklich zeit, der Vorschlag die Freundschaft aufrechtzuhalten wird schwer....ich könnte nicht wieder Freund mit ihm sein..bei all den gefühlen
aber es wäre eine möglkt. beim "abschiedskaffee"
gib ihm vorallem zeit...damit er sicher ist es ist kein strohfeuer!

10.01.2013 22:37 • #4


Kupferglanz21


Ganz lieben Dank für alle Eure Ratschläge. Ich werde mir jetzt ein paar Tage Zeit nehmen, um erst einmal etwas "herunterzukommen" und zu überlegen, was mir jetzt gut täte. Dann sehe ich weiter.

Euch allen noch ein schönes Wochenenende!

12.01.2013 16:54 • #5


vivia


Dir auch ein schönes WE!

12.01.2013 22:59 • #6


Tanja Biel


Hallo Kupferglanz21,

immer wieder, wenn ich die Texte von anderen Frauen lese, denke ich, ich lese über mich selbst und mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken.

Ich war selber die Geliebte eines verhierateten Mannes und das über 3 Jahre lang. Zuerst wusste ich es nicht, er hatte Angst mir von Frau und Kind zu erzählen, weil er dachte, dass ich dann gehen würde. Als aber alles nach 1 1/2 Jahren rauskam, war es zu spät. Ich liebte diesen Mann und entschied mich bewusst für eine Affäre mit ihm.
Doch nach 3 Jahren entschied er sich für seine Familie und ließ mich allein zurück, mit gebrochenem Herzen und ich musste erkennen, dass eine Geliebte selten die Chance auf den Mann hat. Er entscheidet sich fast immer für das Sichere, eine Ehefrau verzeiht oft die Fehler ihres Mannes und ringt nach Aufmerksamkeit.
Dass meistens die Ehe bereits da schon kaputt ist, gestehen sich die wenigsten ein.
Mir ging es genauso, ich wollte nicht aufstehen, nichts essen, am liebsten wäre ich vor Schmerzen gestorben.

Ich habe all meine Erfahrungen in ein Buch geschrieben, vllt. hilft es dir ja ein wenig.


Vielleicht hilft es dir ja ein wenig
Liebe Grüße
Tanja

19.08.2013 08:39 • #7


groupie

groupie


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Der thread ist zwar schon ziemlich kalt, aber ich würde gerne wissen, wie es weiter gegangen ist.

Auch ich glaube, liebe Kupferglanz, dass er Liebesgefühle für Dich entwickelt hat. Da er aber nicht bereit ist, die Konsequenzen zu ziehen, halte ich es für besser, wenn ihr keinen Kontakt mehr habt.

Es ist unfassbar, dass zwei Menschen, die einander lieben nicht zusammen sein können, aber es gibt solche Männer, die ihren eigenen Gefühlen nicht trauen und lieber mit einer Frau leben, die sich als alltagstauglich erwiesen hat.

19.08.2013 10:39 • #8


Kira11


Kupferglanz soll bloß die Finger von dem Mann lassen, an solchen Typen verbrennt man sich!Man stärkt ihnen noch den Rücken und hilft ihnen, in ihrer kaputten Ehe durchzuhalten. So Typen sind Blutsauger, wenn sie alles von einem bekommen haben, man demzufolge erfolgreich den 'Cheerleader' gespielt hat, werden diese 'Herren' plötzlich von Gewissensbissen gequält... Er möchte seine arme Frau nicht mehr länger hintergehen etc., um Ausreden sind diese Memmen ja nie verlegen.Leider gibt es diese Männer, ohne Verantwortungsbewusstsein, Rückrat und Stehvermögen- reine Egoisten. Die sind oberflexibel, neoliberal und inkonsequent- früher nannte man solche Männer Schlappschwänze.

26.08.2013 11:00 • x 1 #9



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