Disturbia
Gast
Danke. Ja ich war immer schon sehr vorsichtig, Bekanntschaften hatte ich ein paar. Aber Freunde, konnten sich Diese leider nicht nennen. Freundschaft ist für mich von so großer Bedeutung, dass ich sie nicht oft für Jemanden empfinden kann. Meine Erwartungen sind sehr hoch. Immer wenn jemand mir so nahe gekommen ist, dass er mir hätte wehtun können, habe ich ihn aus meinem Leben verbannt. Ohne es wirklich zu wollen. Bis auf diese Beziehung, in der ich nichts versteckt habe. Es war das erste Mal, dass ich mich Jemandem offenbart habe, ohne zu lügen oder mich zu verstellen, aus eigenem Antrieb. Das macht es mir schwer weiteren Menschen zu vertrauen. Mittlerweile beobachte ich die Menschen und sehe nur noch die Fehler die sie machen. Ob Frau oder Mann, sie/er wird in die geschlechtsspezifische Rolle eingeordnet.
@Anne55
Ich habe ein wenig Selbstachtung zurück, Selbstvertrauen ist Mangelware, genug um mich gegen den Alltag stemmen zu können. Es ist wie bei einer Schneekugel, die Risse bekommt. Ich erinnere mich an Wärme, ich erinnere mich an Geborgenheit, an Interesse, ein stummes schönes Lachen. Es tut weh, die bloße Erinnerung. Die letzten Worte: Ich mache Schluss, kein Kontakt, nie wieder, ich werde nicht auf deine Versuche reagieren. Es geschah wie es gesagt wurde. Danke für Deine Wünsche Anne.
@sense
Diese Taubheit, sie ist unbeschreiblich seltsam. Auf der einen Seite, schützt sie mich, wenn ich mich unter der Woche versuche zu erinnern. Alle Erinnerungen sind unscharf und nur von kurzer Dauer. Ich kann sie nicht festhalten, so kann ich mich einerseits nicht noch mehr mit dem vergangenen Quälen, andererseits ist es sehr befremdlich. Das Leben fühlt sich wie ein Spiel an. Ein Spiel ohne zweite Chance. Die Frage die mir immerzu im Kopf herumschwirrt ist: Was macht das für einen Unterschied? Egal was ich tue oder ob ich etwas tue, es gibt ein Ergebnis. Warum sollte es mich interessieren, wie das Ergebnis aussieht?
Manchmal fühle ich etwas wie ein Echo der Gefühle, das mich daran erinnert was ich verloren habe. Mein Kopf scheint das zu blockieren, was mit der Beziehung zu tun hat.
Ich habe letztens ein Zitat gefunden, dass dem was du geschrieben hast ähnelt: Strength is nothing but a limit to how much punishment you are able to endure. Difference is just in its capacity. But if you don't let the pain out somewhere and continue to burden yourself, it will overload you ... and it will break your mind. That is why you need to let out the anger and sadness before it does. Someone who accepts all of that. He can no longer hear the scream of his own soul.
Ich habe jetzt ein bisschen Angst, da ich im Moment einfach nicht weinen kann (seit fast 2 Wochen). Zum einen, weil ich denke das weinen mir nichts zurückbringt oder mir eine Zukunft eröffnet, zum Anderen weil ich mich nur verschwommen an diese Person erinnern kann. Ich weiß es gab ein schönes Gesicht, ein herzerwärmendes Lachen, große dunkle Augen ... aber es bleibt
unvollständig, genauso wie die Stimme.
Du hast geschrieben, Menschen haben ihre Stärken und ihre Schwächen. Wenn ich sie reden höre, dann ist es immer das Selbe. Frauen sprechen über Kleidung, Style, Make up, Geschenke der Verehrer, Schmuck, Zickenkriege etc. Männer reden über anderen Blödsinn. Es ist schrecklich. Wie eine gigantische Zeitverschwendung. Sie sprechen vom Glück und doch bekommen sie nicht genug. Sie verhalten sich so primitiv, als ob ihre einzige Existenzberechtigung höher, schneller, weiter wäre. Karriere, Geld, Besitz und Status. All das wird zerfallen. Wollen sie denn ihre Zeit wirklich mit so etwas verschwenden? Das ist die Sinnlosigkeit die Du angesprochen hast. Niemand scheint sich verbessern zu wollen, alle sind zufrieden, auf der Suche nach dem Glück, das ihnen ihre eigene Gier verwehrt. So will ich nicht leben. Damit kann ich mich nicht identifizieren. Die Anforderungen an einen Arbeitnehmer: Gefühlskalt, gute Noten, berechnend, profitorientiert und bereit sich Alles für den Erhalt seines Arbeitsplatzes gefallen zu lassen. Leider scheine ich ein extrem sensibler Mensch zu sein. Also wo gehöre ich nun hin? Darauf kann mir niemand eine Antwort geben, da ich es selbst herausfinden muss.
Ich frage mich wirklich, was in Anderen vorgeht, wenn sie ihr Leben von Nichtigkeiten bestimmen lassen. Das Universum ist groß und wir sind so winzig, sollten wir denn nicht wenigstens versuchen etwas zu schaffen? Nicht für Gott, nicht für die Wirtschaft, sondern menschlich, für uns selbst. Menschlich, human ... denke ich an Zoos, Haustiere oder Nutzvieh, bin ich verwirrt. Menschlichkeit ist doch Empathie und der Wille, mit der Erkenntnis des eigenen Bewusstseins Gutes zu tun. Warum verhalten sich dann alle wie Tiere? Dem Trieb, der Gier folgend, schaffen sie Disharmonie und schädigen die Natur. Wie kann eine Spezies, nur weil sie denkt etwas besonderes zu sein, dominant und rücksichtslos Wenigen folgen, die ihr Glück für sie bestimmen? Ist das nicht der Gipfel der Dummheit? Ein Selbstbewusstsein zu haben und nicht nur Alles und Jeden um sich zu schädigen, sondern auch sich selbst? Am Ende gewinnt niemand. Ich möchte nicht, dass sich jemand angegriffen fühlt. Da ich viel Nachdenke und mich mit verschiedensten Philosophien auseinander setze, stelle ich Alles in Frage.
Du hast Recht das Leben geht weiter, danke für Deine trostspendenden Worte. Jemand der eine solche Phase bereits hinter sich hat ... das ist eine durchaus angenehme Vorstellung. Ich hoffe ich kann Deinem Beispiel folgen und diese deprimierenden Gedanken endlich loswerden.