Disturbia
Gast
Ich schreibe dies, weil ich auf Ratschläge hoffe und mich gerade schlecht fühle. Außerdem scheint ihr als Community sehr viel Erfahrung zu haben.
Die Vorgeschichte:
Vor einem halben Jahr gab es eine unschöne Trennung. Zuerst dachte/hoffte ich, Alles wäre schaffbar, ich habe mich geirrt. Ich war naiv und habe an das Ideal der Liebe geglaubt, ich wurde eines Besseren belehrt. Nach all den Jahren, gab es Jemanden, eine Person, der ich mich öffnen konnte, mit der ich über alles sprechen konnte, dieser Jemand ist weg. Ohne ein Gespräch anzubieten, ohne daran arbeiten zu wollen, kein Kontakt, nie wieder. Ich wurde verlassen, nach etlichen Jahren Beziehung. Das hat mich sehr getroffen.
Meine Probleme:
Bevor die Beziehung ein Ende fand, war ich feinfühlig und hatte Mitgefühl für meine Mitmenschen. Nun hat sich das verändert, Menschen stören mich. Wenn ich mit Ihnen rede, lüge ich, hinter meinem Lachen verstecke ich mich, tief in mir, möchte weinen, mir wehtun und schaue wie der Fluss der Zeit mich mit sich nimmt. Bilder, Farben, Geräusche, sie verfolgen mich, wenn ich die Augen schließe, wenn ich schlafen möchte. Alles ist dumpf, meine Bewegungen, mein Gesichtsausdruck verändere ich nachdem was man von mir erwartet. Niemand benötigt einen Menschen mit Gefühlen. Innerlich zerbreche ich daran, aber nach außen sieht es niemand. Freunde habe ich keine, da ich von denen die ich einmal so nannte enttäuscht wurde. Denn für mich bedeutet Freundschaft füreinander da zu sein, sich zu helfen, keine Gegenleistungen zu erwarten, den Anderen nicht zu verurteilen. Meine Interessen sind zudem für die meisten uninteressant. Das Lesen von Büchern und das Zeichnen. Desinteresse habe ich vor Allem an: Party, Alk., Dro.. Normales Desinteresse: Shoppen, Sport anschauen, meinen Körper Anderen zu präsentieren. Ich bin weder am männlichen noch am weiblichen Geschlecht interessiert.
Paralyse (seit einer Woche auftretend):Ein Gefühl der Schwäche breitet sich in mir aus. Ich habe dann noch ungefähr eine halbe Minute und kann mich danach nicht mehr bewegen. So sitze oder stehe ich eine Zeit da. Nicht verkrampft, sondern locker, aber bewegungsunfähig. Alle Gedanken scheinen hinter einer Nebelwand zu liegen. Ich weiß nicht was passiert , alles geschieht wie einprogrammiert. Irgendwann realisiere ich, dass ich mich wieder bewegen kann .
Das mag für den Einen oder Anderen verwirrend sein:
Ich weiß nicht mehr wer ich bin, was meine Prioritäten sind, was ich erreichen möchte, warum ich tue was ich tue. Ich möchte mich nicht mehr belügen, mir keine falsche Hoffnung machen. Mein Verhalten ist wechselhaft, genau wie meine Gefühle. Es ist, als ob ich jederzeit, die Maske die ich trage wechseln kann. Mein Gesicht zeige ich dabei nicht. Lache ich zum Beispiel, so freue ich mich nicht, ich lache weil Andere lachen. Drehe ich mich weg, benötige ich maximal zwei Schritte und meine Miene wird ausdruckslos, alles wird kühl und berechnend. Nun stelle ich mir die Frage: Warum? Ich kann nicht ich selbst sein. Ich weiß nicht einmal wer ich bin oder was ich aus mir machen soll, wenn ich etwas aus mir machen möchte. Ich erinnere mich an Alles, doch die Person die früher gelebt hat ist weg. Es ist sehr schwer zu beschreiben.
Ärztliche Hilfe:
Da viele Menschen Hilfe benötigen, gibt es Wartezeiten bei allen Psychotherapeuten. Rückfragen haben nach monatelangen Wartezeiten dazu geführt, dass mir nun eröffnet wurde, ich müsse einen wahrscheinlich noch längeren unbestimmten Zeitraum auf eine Behandlung warten. Ein Aufenthalt in einer Einrichtung zur Behandlung psychischer Probleme kommt nicht in Frage.
Mein Verlangen nach Jemandem, der einfach da ist, den ich ankuscheln kann und vollweinen, ist das einzige Verlangen, dass mich konstant begleitet.
Ich danke euch dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt dies zu lesen.
Falls jemand einen Rat hat ... bitte gib ihn mir.
Disturbia
Alles kommt mir so sinnlos vor. Ich werde versuchen die Automatik abzustellen. Also das Lachen, die Masken. Da ist zwar wieder die Angst, mein Umfeld könnte mich nicht wollen ... aber lieber das, als so weiterzuleben. Danke auch Dir für deine Antwort und deine Hilfe.