Gast83
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ich muss dringend meinen Kummer in Worte fassen, denn- so naiv das klingt- ich halte ihn nicht wirklich aus.
Vor etwa 2 Wochen beendete mein Ex unsere Beziehung nach fast 6 Jahren. Die letzten 6 Monate waren die reinste Hölle, ausgehend von mir. Seit September 21 habe ich Symptome einer neurologischen Erkrankung entwickelt, die ärztlicherseits bislang nicht bestätigt wurde, was aber innerhalb des ersten Jahres auch nicht ungewöhnlich ist. Diese Symptome haben mich in Angst und Schrecken versetzt, denn das Ende ist immer letal und grausam. Ich bin in diesem Zusammenhang leider selbst Arzt und diagnostiziere mich entsprechend selbst mit. In dieser Angstspirale, die immer heftiger nach unten führte, entwickelte sich eine beständige Todesangst und die unbändige Angst, geliebte Menschen zu verlieren. Allein der Gedanke, dass sie dahinsiechen sehen könnten, ließ mich fast irre werden. Ich kapselte mich immer mehr ab, ließ Familie und Partner kaum noch an mich heran, um sie zu schützen und weil ich nicht wusste, mit der Situation umzugehen.
Ich habe verletzende Dinge gesagt, die ich bitter bereue. Vor wenigen Monaten wollte mein Ex mit mir in eine neue Wohnung ziehen, als Neuanfang sozusagen, was ich nicht mittrug, da ich nicht wusste, wie es mit mir weitergeht.
Seit Längerem befinde ich mich auch in psychotherapeutischer Therapie, die mir nicht viel geholfen hat.
Die Trennung erfolgte auf eine meiner Entgleisungen, er sei leer, ausgebrannt und traurig. Er könne einfach nicht mehr, was ich selbst mehr als nachvollziehen kann. Er habe hohe Mauern errichten müssen, um es überhaupt bis dahin zu schaffen. Er glaube nicht, dass die dahinter verborgenen Gefühle wieder hervorzubringen sind.
Das einzige, was ich vorwerfen kann, ist ein Versuch, mich mit scharfen Worten direkt ins Gesicht aufzuwecken und meine Blase zum Platzen zu bringen.
Nun habe ich- aus eigener Schuld heraus, einen Menschen verloren, den ich über alles liebe, der immer für mich da war, aber ich zu wenig für ihn…jemanden, der mich nie hintergangen hat oder belogen hat (außer die üblichen "geliebter Schatz…"-Floskeln bis zuletzt).
Ich ertrage den Gedanken nicht, blind die ganze Basis unserer Partnerschaft regelrecht vernichtet zu haben. Nach fast einem Jahr Todesangst und dem Verlust meines geliebten Partners weiß ich nicht, wie es nun weitergehen soll. Ich fühle mich gelähmt, panisch und unendlich traurig, das Leben erscheint völlig sinnlos. Er fehlt mir, ich habe nie an seiner oder meiner Liebe gezweifelt…