NoOne
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Zitat von minna:das früher alles so viel besser war, glaube ich nicht....
ich habe mich viel mit alten menschen unterhalten und die ehen waren keineswegs glücklicher,
gerade durch dieses abhängigkeitsverhältnis....
Ich gestehe - ich weiß nicht konform zu den meisten - , ich wünsche mir solch' alte Zeiten eher zurück! Mein Beitrag wird hier bei den meisten nicht auf Gegenliebe stoßen. Nein, ich habe kein antifeministisches Weltbild, wir müssen nicht sofort zur Zwangsheirat zurück, keine Angst - und ja, natürlich hat die Frau genauso viel Geld verdient für ihre Arbeit wie ein Mann, aber dieses Abhängigkeitsverhältnis, die damalige Moralvorstellung oder meinetwegen auch Kirche haben beide! Seiten einer Ehe vor Entscheidungen geschützt.
Früher war es ein akzetabler Gedankengang einer Frau: "Er schlägt mich nicht, er versorgt mich, er geht liebevoll mit den Kindern um, er ist treu, ich kann mich mit ihm unterhalten, er bringt mich zum Lachen, er respektiert mit als Frau,ich mag ihn." Für diese Frau gab es keinen Grund ihren Ehemann zu verlassen. (Im Übrigen meine ich es geschlechtsneutral, also auch andersherum). Ja, ich höre schon das Entsetzen, den Aufschrei - An den Pranger mit ihm - soll das wirklich der Anspruch sein? Da sind wir doch heute weiter? Doch was heißt denn weiter?
Und genau da setze ich an. Ich verstehe den Aufschrei, aber ich kritisiere die Einstellung - durch die Erziehung unserer Gesellschaft hervorgerufen - dahinter. In der Argumentationskette der imaginären Frau kommen lediglich grundlegende Dinge vor - sogar zuerst eine Verneinung - er ist gut, weil er etwas NICHT tut. Die Fragehaltung damals war: Warum sollte ich ihn verlassen, ist es wirklich so schlimm? und nicht Warum sollte ich mit ihm weiterhin zusammensein. Was kann er mir bieten? Das ist ein kompletter anderer Ansatz als er heute gefahren wird! - und diesen wünsche ich mir zurück!
Heutzutage streben wir oft nach etwas, was gar nicht erreichbar ist, Individualität ist das neue tolle Wort, Selbstverwirklichung - auch wenn es keiner definieren kann. Wir zermattern unser Hirn so oft, stellen alles in Frage, alles könnte doch noch besser sein? Und hier wird die Sache rund: Der frühere gesellschaftliche Ablauf hat jeden einzelnen Mensch davor geschützt Entscheidungen/Fragen zu stellen, die in der Regel nicht zielführend sind.
Waren die Menschen dort glücklicher? Falsche Frage, wie sollen wir etwas vergleichen, von dem wir noch nicht mal wissen, was es ist? Und die Frage könnte man doch auch anders stellen: Scheinen die Menschen mit unserer heutigen Einstellung glücklicher? - Und da, trotz der hinkenden Vergleichbarkeit, wage ich vorsichtig zu sagen: Tendenz Nein! Ein wesentlicher Unterschied ist doch, dass früher evtl. viel akzeptiert wurde, aber das ist doch auch ein Knackpunkt. Man akzeptiert/toleriert einige Dinge, weil man erkannt hat, dass es wichtigere Dinge (z.B. Kinder, Familie usw..) gibt, man lässt Dinge Träume bleiben - man ordnet sich Dingen unter. Ich weiß gar nicht, was daran so schlimm ist - im Gegensatz zu dem Drang nach etwas zu streben, immer weiter, immer besser.
Wer in meinem Beitrag das Thema Liebe vermisst, dem sei versichert, dass dies kein ärgerliches Versehen ist. Wer es immer noch, selbst nach diesem Satz, vermisst, der lese meinen Beitrag nochmal erneut.
So nun aber ab an den Pranger! Pech steht schon mal bereit!