Honigbiene, danke für deine pn. ich bin nicht angepiekst durch deinen thread.
Ich frage mich nur wirklich, was du für konkrete handlungsvorschläge haben möchtest. Nur kannst du in einem öffentlichen forum den Leuten nicht "verbieten" in deinem Strang zu schreiben, sofern sie dich nicht beleidigen.
Dass du das, was ich geschrieben habe nicht lesen möchtest, ist wieder ein anderes Thema.
Deine Zitate, die ich dir rausgesucht habe, damit wollte ich dir deine extreme Ambivalenz noch mal klar vor Augen halten. Dass du da ran musst.
Richte den Fokus auf dich und deine Gefühle. Da wird in dir drin irgend ne diffuse Angst in dir gespeichert sein, dass du ein Verhaltensmuster entwickelt hast, was glaubt, dich schützen zu müssen. Das schützen sieht aber so aus, dass du wie ein angstbeisser-Hund um dich beisst, aufgrund einer schlechten (ggf auch unbewusst) Erfahrung, obwohl dieser Hund eigentlich gestreichelt werden möchte.
Dein ex wird uU auch seine Themen haben, aber fokussier dich auf deine Sachen, statt zu wollen, dass er auch Eine Therapie macht.
Übrigens ist es bei einer Therapie machen, das dort theoretisch erlernte aber nicht in der Praxis umzusetzen, das Gleiche, wie bei ner Ernährungsumstellung, dass man in der Theorie weiß, dass ne gemüsepfanne besser ist, aber dennoch ständig Pizza isst und sich im Nachhinein wundert.
Glaub mir, ich habe auch mein Thema mit dem vermeidenden Bindungsstil.
Manchmal hilft es, zwischen den Zeilen zu lesen, um eine Lösung zu finden.
Dass es kontraproduktiv war, dich wenige Tage nachdem dein ex sich von dir getrennt hat, mit ihm zu treffen und mit ihm zu schlafen, das weißt du selbst.
Du erwartest konkrete handlungsvorschläge in deinem Strang? Alles klar:
Für dich mal klar sein, warum du eine Beziehung haben möchtest.
Ihn nicht mehr kontaktieren, weil wenn du das alte gewohnte immer wieder herbei führst (deinen ex) dann lenkst du dich damit nur von deinen Themen ab.
Das ist das, was ich die Tage gemeint habe, als ich schrieb, das Pflaster immer wieder drauf kleben um es dann wieder abzureißen.
Auch finde ich, dass du nicht mit zu dieser Hochzeit gehen solltest. Warum? Weil man dir in deinen Texten schon anmerkt, wie sehr du dich selbst deswegen unter Druck setzt.
"Ich darf nicht absagen, ich muss die Klappe halten"
Hat mit Druck jemals irgendwas funktioniert?
Das ist, wie wenn ein Topf mit heißem Wasser kocht und die Hitze nach oben steigt und irgendwer immer wieder versucht den Deckel drauf setzen.
Du darfst lernen richtig zu kommunizieren in Beziehungen.
Und hier kommt wieder die gute alte impulskontrolle ins Spiel und das, was du ggf in deiner Therapie an Werkzeug und Strategien dahingehend mitbekommen hast.
Aktuell ist es aber noch viel zu frisch, da die Trennung erst wenige Tage zurück liegt.
Es wäre hilfreich wenn du für dich selbst einmal klar wirst, was es für Punkte sind, die dich so triggern, dass es zum ausflippen kommt.
Also Handlungsvorschlag: setz dich mal hin und schreib mal sämtliche Situationen für dich auf, wo es zu so einem switch kam. Dass du innerhalb kürzester Zeit deine Stimmung gewechselt hast.
Ein paar davon hattest du ja weiter vorn beschrieben. Aber da wirds ja noch mehr geben.
Dann ist es wichtig, dass du dir diese einzelnen Situationen nochmal angucken und versuchst, dich in jede für sich nochmal hineinzuversetzen was du gefühlt hast. Ein primäres Gefühl je Situation. Das Gefühl,was als erstes damals hoch kam. War es Wut, Angst, Enttäuschung....
Dann gehst du hin und guckst, ob es einen roten Faden gibt, ist es immer das gleiche Gefühl gewesen oder ging es immer in die gleiche Richtung (Wut und Angst ist zb eine gleiche Ecke. Verlust und bindungsangst liegen ja auch nah beieinander)
Und dann überlegst du, ob du das von früher evtl kennst von deiner Mutter, als du noch klein warst.
Oft, wenn Situationen zb mit dem Partner eigentlich in Relation recht klein waren, kein großer Anlass zum ausflippen, man es aber trotzdem tut und zwar binnen Sekunden, dann wird da was von früher getriggert.
Was altes und du bist emotional gesehen nochmal in der alten Wunde.
Du könntest folgendes versuchen (das war zb ein Tipp meiner Therapeutin für mich bei solchen Fällen):
Nachdem du das oben beschriebene für dich mal rausgedröselt hast mit den einzelnen Situationen und den dazu gehörenden Gefühlen, könntest du dir Strategien überlegen für einen anderen Umgang.
Statt dem ersten Impuls nachzugeben (wut) könntest du in einem streitgespräch deinem Gegenüber ankündigen, du, ich glaub ich geh grade mal Eine Runde um den Block. Dich aus der Situation ziehen für einen Moment.
Du kannst auch üben, das genaue Gegenteil von dem zu tun, als das, was dein erster Impuls dir sagt.
Ich hab was krasses erlebt gerade. Normalerweise würde ich meinen ex jetzt anrufen, damit er mich beruhigt.
Mache ich aber nicht, weil ich erwachsen bin und ich mich selbst beruhigen kann. Und er auch mein ex ist.
Er will die teure Kamera einfach nehmen, ich könnte gerade ausrasten (erster Impuls)
Was du tust: bitte, hier die Kamera und zwar mit einem Lächeln.
Will heißen: versuch ein besseres Gefühl für dich und deine eigenen Emotionen zu bekommen. Wann und warum taucht dieses Gefühl auf bei mir.
Hilft mir diese Wut? Wie könnte ich in Zukunft anders reagieren?
Kommunizier das auch deinem Umfeld.
Dass du aktuell versuchst den Fokus mehr auf dich zu lenken.
Wenn du dich die ganze Zeit auf irgendwelche zukunftsszenarien konzentrierst, dann ist so ne Hochzeit Ende August in deiner Erwartungshaltung so weit oben aufgehangen, dass das Resultat ist, dass du dich jetzt 4-5 Wochen innerlich wahnsinnig machst und der angespannteste Gast auf diesem Event sein wirst.