Zitat von Mairenn: sehr lobenswert. Aber blind und ganz so naiv solltest Du auch nicht werden.
WIE naiv?
Wenn ich daran glaube, dass alles so kommt, wie es kommen soll, weil man bestimmte Dinge eben nicht verhindern kann und mir nicht durch Panik das Leben zur Hölle mache(n lass), halte ich das nicht für naiv sondern für gesund.
Zitat von Sari17:Aber du hälst das einfach aus, weil du es mit 1000 gründen entschuldigst, dich selbst in frage stellst und auch nicht wegen solcher Bagatellen deinen Lebensplan aufgibst.
Aber es sind doch keine Bagatellen.
Wie dem auch sei, ich glaube, vieles ist für viele Menschen damit zu erklären, dass sie investiert haben. Je mehr sie investieren, desto mehr und beharrlicher verfolgen sie Glauben oder Hoffnung, dass es sich auch irgendwann rentieren
muss. weil nicht sein kann, was in ihrer Weltsicht nicht sein darf. Wo ist denn die ganze schöne Investition hin, wenn man zwar A, aber nicht B, C, D bis Z sagt? Das sieht man ja auch bei großen Bau- oder IT-Projekten. Letztlich funktioniert das in Sachen emotionaler Investition für viele nicht anders. Das aber ist falsch. Es ist schön, wenn Investitionen in eine Partnerschaft sich rentieren, aber es nicht zwingende und schon gar nicht logische Konsequenz.
Ich bin ganz sicher der Auffassung, dass man um Beziehungen auch mal kämpfen muss, aber doch nur so lange
beide das auch erkennbar tun. Na klar, jeder Mensch hat mal schlechte Zeiten, Durchhänger, ist sich nicht sicher o.ä.
Da muss man dann in der Lage sein, seinen Partner auch mal durch diese Zeiten zu tragen oder selbst getragen zu werden (weswegen ich auch nicht verstehe, warum ich hier immer wieder lese, dass - besonders junge - Menschen sich wegen normaler Herausforderungen des Lebens trennen. Was da geführt wird, sind keine belastbaren sondern Sonnenschein-Beziehungen). Aber wenn ich anfange, wiederholt meine Wahrnehmung in Frage gestellt zu sehen, die natürlich auch mal falsch sein kann, aber sicher nicht immer, bin ich raus. Die Wahrnehmung hat doch immer etwas damit zu tun, wie es um meine Gefühle bestellt ist. Wie kann mir also jemand überzeugend reinreden und mir sagen, mein Gefühle der Grenzüberschreitung wäre nicht richtig? Wie kann mir jemand sagen, mein Bauchgefühl wäre "falscher" oder weniger wert als seines?
Kann er machen, aber wie kommt man dazu, es zu glauben?
Eine normale Reaktion auf eine Aussage wie
"In Punkt xy bin ich empfindlich. Ich bitte dich, das zu lassen." wäre doch
"Entschuldigung, das habe ich nicht gewusst. Es war nicht böse gemeint. Ich werde es in Zukunft vermeiden." Oder eben ein Gespräch darüber, warum das wohl so ist und was man tun kann, um das zu ändern.
Erfolgt das mehrfach nicht, bleibt man lieber bei seiner Wahrnehmung als beim Partner.
Wer dann noch immer wieder auf Empfindlichkeiten herumhackt, ist eine arme Wurst und es doch gar nicht wert.