Ehemaliger User
Gast
Ich bin vollkommen neu hier und würde mich freuen, wenn mir vielleicht jemand helfen könnte.
Ich habe meine Frau vor 10 Jahren kennengelernt. Es ging alles sehr schnell. Es war mehr oder weniger Liebe auf den ersten Blick (ich bin schon nach einem Monat zu ihr gezogen). Wir haben uns das erste Jahr sehr gut verstanden. Doch langsam kriselte es. Wir begannen nur noch nebeneinander her zu leben, sprachen ausserhalb des Bettes nicht mehr sehr viel miteinander. 1996 kam unser erster Sohn (unser ganzer Stolz) zur Welt. Unsere Beziehung lebte auf. Es ging ca. ein halbes Jahr gut, dann stritten wir uns nur noch. 1998 haben wir trotz bestehender Kommunikationsprobleme geheiratet. Ich muss dazu sagen wir haben uns trotz der bestehenden Probleme geliebt (es war also keine sog. Vernunftehe).
Kurz darauf haben wir uns mit sehr viel Eigenleistung ein Haus gebaut. Danach ging es richtig los. Wir haben so gut wie gar nicht mehr miteinander geredet, der Streit stand im Vordergrund. Der eine konnte oder wollte den anderen nicht verstehen. Das ging 2-3 Jahre so weiter, dann kam unser 2. Sohn zur Welt. Unsere Beziehung erlebte eine neue Hochphase (ich habe die Gegebenheiten nur sehr kurz umrissen, ich will damit sagen wir haben unsere Kinder nicht bekommen um unsere Ehe zu retten).
2002 kam die erste große Krise. Sie offenbarte mir, dass sie mich nicht mehr lieben würde. Das erste mal seit Jahren wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich meine Frau liebte und brauchte (oftmals begreift man erst wenn man etwas verloren hat, wie wertvoll es ist). Meine Frau hatte zu dieser Zeit "2 beste Freundinnen".
Ich kämpfte um sie. Ich probierte mich wieder für Sie interessant zu machen, teilweise auch mit Erfolg. Sie sagte mir damals, dass Sie mich lieben würde und wollte es noch einmal mit mir versuchen. Sie sagte, ich bräuchte mir absolut keine Sorgen zu machen, zusammen würden wir unsere Beziehung retten. Einen Tag später kam Sie von Ihren Freundinnen wieder. Die beiden hatten sie so bearbeitet, dass Sie sich trotz des Vortages entschlossen hatte, sich doch von mir zu trennen. Ich zog also zu meinem Bruder, kämpfte aber weiter. Unser Großer war damals 6 Jahre der Kleine ein gutes Jahr alt. Weil wir die Kinder mit unserem Streit nicht belasten wollten, erzählten wir ihnen, ich sei auf Geschäftsreise. Nach einer Woche und mehreren Gespächen mit N entschloss sie sich, es noch ein weiteres Mal mit mir zu versuchen. Ich zog also wieder zu Hause ein. Einen Tag später kam N abermals von ihren Freundinnen nach Hause und offenbarte mir wiederum, dass Sie doch nicht mit mir zusammenleben könnte. Sie gab mir an unseren Problemen die Schuld. Sie hätte immer Liebe gewollt und ich hätte sie ihr nicht geben können. Es sei einfach zu spät. Doch ich kämpfte weiter. In den nächsten zwei Monaten ging das noch 5 Mal so!!! Meine Frau hatte mir mittlerweile erzählt , dass Sie vor 2 Monaten einen anderen Mann kennengelernt hatte (übrigens ein sehr guter Bekannter von einem ihrer Freundinnen) und sich in ihn verliebt hätte. Von diesem Mann hatte sie mir die 2 Monate davor nichts erzählt, hatte sich aber schon häufiger mit ihm getroffen. Ich hatte eigentlich keine Kraft mehr zu kämpfen, doch ich probierte noch einmal alles, um sie für mich zurück zu gewinnen.
Meine Frau hatte sich darauf hin noch einmal entschlossen mir noch eine Chance zu geben. Wir fuhren für 1 Woche in die Türkei. Daraufhin hatte sie sich tatsächlich für mich entschieden. Es folgte eines der schönsten Jahre meines Lebens. Wir haben sehr viel miteinander unternommen, haben geredet, sind Essen gegangen, haben viel gekuschelt, es war alles genauso wie wir uns beide es eigentlich gewünscht hatten.
Vor einem Jahr habe ich eine neue Arbeitsstelle angetreten. Es änderte sich dummerweise einiges. Ich habe oft bis spät Abends gearbeitet und hatte nicht mehr viel Zeit für meine Frau und die Kinder. Ich habe viele Sorgen und Probleme aus dem Job mit nach Hause genommen und habe mich dann dort leider auch entsprechend benommen. Weil ich oft mit meinen Gedanken bei der Arbeit war kam unsere Beziehung dummerweise mal wieder viel zu kurz. Vielleicht war ich mir auch zu sicher. Das habe ich nur leider nicht bemerkt.
Hinzu kam noch, dass ich mich während der EM mit ein paar Freunden beim Anschauen der Spiele leider des öfteren betrunken habe (ich bin allerdings kein Alk.!!!).
Vor knapp 3 Monaten ist meine Frau mit 2 Freundinnen (nicht die oben genannten) für ein Wochenende nach Düsseldorf gefahren. Sie kam wieder und ich merkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Sie sagte mir, es gäbe keinen Grund zur Sorge, sie sei einfach nur kaputt von der Reise.
Eine Woche später bin ich mit meinen Kindern für ein Wochenende nach Fehmarn gefahren. Meine Frau konnte leider nicht mit, da Sie arbeiten musste. Als wir wieder zu Hause waren, sagte sie mir, sie wüsste nicht, ob sie mich noch lieben würde. Sie bräuchte Abstand. Ich fragte sie, ob sie einen anderen Mann kennengelernt hätte, doch sie sagte nur zu mir: Du bist doch krank! Das Problem liegt nicht bei einem anderen Mann, sondern bei uns. Ich fragte sie, warum sie nie etwas gesagt hätte. Sie sagte einfach, sie kann nicht mehr. Ich wäre wieder wie früher und sie meinte auch ich hätte mich im letzten Jahr nur verstellt. Richtig verändert hätte ich mich nicht. Als ich ihr von den Problemen bei meiner Arbeit erzählte, meinte Sie nur, jetzt sei es zu spät.
Ich sagte meinen Kindern, ich müsste auf Geschäftsreise und zog für eine Woche zu meinem Bruder. Ich fing wieder an zu kämpfen, versprach ihr meinen Beruf nie wieder über die Familie zu stellen, doch sie wollte davon nichts hören. Sie sagte das selbe hätte sie vor 2 Jahren schon einmal mitgemacht und sie hätte keinen Wiederholungsbedarf.
Sie feierte an dem folgenden Wochenende Geburtstag und ich sollte unbedingt kommen. Ausserdem sollte ich in der darauffolgenden Woche 2 Tage die Kinder zu mir nehmen, weil sie sich in Berlin mit einer Freundin treffen wollte. Darüber freute ich mich sehr, weil ich es gewohnt bin meine Kinder bei mir zu haben und sie mir in der Woche bei meinem Bruder entsetzlich fehlten.
Auf ihrem Geburtstag hörte ich Nachts um 2:00 Uhr jemanden in der dunklen Küche telefonieren. Ich ging in die Küche, machte das Licht an und N schaffte es gerade noch ihr Handy auszumachen. Ich fragte sie was los sei, mit wem sie Nachts um 2:00 Uhr telefonieren würde. Sie sagte mir, dass sie in Düsseldorf einen 32-jährigen Stuttgarter kennengelernt hätte, in den sie sich verliebt hat. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Warum hatte sie mich schon wieder belogen?
Das Treffen in Berlin sollte übrigens nicht mit ihrer Freundin stattfinden, sondern mit ihrer Bekanntschaft aus Düsseldorf.
Am nächsten Morgen haben meine Frau und ich uns noch einmal in aller Ruhe unterhalten. Ich versprach ihr wiederum mich zu ändern! Sie "glaubte" mir und ich zog wieder zu Hause ein. Sie versprach mir den Kontakt zur Düsseldorfer Bekanntschaft umgehend abzubrechen. Danach haben wir viel mit den Kindern unternommen, haben sehr viel geredet, gekuschelt, Sex, einfach alles was dazu gehört. Sie sagte mir auch , dass sie mich lieben würde. Doch zwischendurch gab es immer wieder Momente, in denen ich ihre ganzen Aussagen bezweifelte. Sie war sehr ruhig, wollte nicht von mir berührt werden, usw. Ich habe mich weiterhin um einen Termin bei der Eheberatung gekümmert, den wir auch zusammen wahrgenommen haben. Brachte aber nichts. Sie sah den Termin eher als Lebensberatung.
In den nächsten Wochen gab es immer wieder ein auf und ab. Sie schwor mir, keinen Kontakt mehr mit ihrer Bekanntschaft aus Düsseldorf zu haben. War aber gelogen. Ich bettelte ihr in dieser Zeit hinterher wie ein Hund und schwor ihr tagtäglich meine Liebe.
Vor drei Wochen war meine Frau in München, angeblich nur eine Freundin besuchen. Ich gehe davon aus, dass sie dort den Neuen aus Stuttgart getroffen hat. Nach Ihrer Rückkehr sagte sie mir, dass es endgültig aus sei zwischen uns beiden.
Morgen wohne ich den letzten Tag in unserem Haus. Ich feiere morgen nachmittag noch meinen Geburtstag mit meinen Kindern und ziehe dann aus. Meine Frau trifft sich dieses Wochenende mit ihrem neuen Freund aus Stuttgart. Wir wohnen in Norddeutschland, die beiden wohnen also ca. 700km auseinander. Meine Frau sagte mir, dass sei kein Problem. Er würde grundsätzlich sofort nach Norddeutschland ziehen?!
Das kranke an der ganzen Geschichte ist: ich will meine Frau noch immer zurück!! Ich habe akzeptiert, dass sie mich zur Zeit nicht will. Ich hoffe aber, dass sie durch eine räumliche Trennung merkt, dass sie mich unter Umständen doch noch braucht und liebt.
Kennt jemand von euch so eine Situation? Habe ich noch eine Chance?