Penniwinks
Gast
Da wir einige Kilometer zwischen uns haben, die uns trennen, haben wir uns nicht so oft sehen können, wie gewollt. Er ist beruflich in einem Umbruch. Dadurch war er stark eingespannt und fand keine Zeit für kurze Besuche.
Nach dem sehr intensiven Anfang, kam dann die Phase in der sich jeder wieder verstärkt seinem Alltag gewidmet hat. In der Zeit kam es zu einem Ungleichgewicht, weil ich ihn vielmehr gebraucht habe als er mich. Das führte auch dazu, dass er sich zunehmend von mir unter Druck gesetzt gefühlt hat, weil ich immer wieder sauer und enttäuscht war, wenn er Treffen abgesagt hat, weil er sich um Arbeit, Kind, oder sich selbst kümmern musste. Trotzdem war der Kontakt täglich und sehr liebevoll vorhanden. Bei einem Treffen merkte ich ihm an, dass er sehr bedrückt wirkte. Er sagte mir, es sei gerade mit seiner Situation überfordert. Er wisse nicht wie es beruflich für ihn weitergeht, sein 13 jähriger Sohn (der bei der Mutter lebt), hätte schon wild protestiert, als er ansprach über einen Umzug ins Rheinland nachzudenken. Trotzdessen war das Treffen schön und ich sehe ihm auch an, dass er mich wirklich gern hat.
Dennoch kam es einige Tage darauf zu einem Streit, weil er einen geplanten Kurztrip kurzfristig absagen musste. Ich fühlte mich als hätte ich gar keine Priorität in seinem Leben.
So kamen wir nach 2 Monaten an den Punkt, an dem wir beide unzufrieden mit unserer Situation waren. Ich sagte ihm, er solle sich in seine Höhle zurückziehen und seine Dinge klären und wenn er mich bräuchte, wisse er ja wie und wo er mich findet. Er stimmte dem zu und sagte noch ich solle ihn laufen lassen. Wir würden bestimmt zueinander zurückfinden, aber gerade gäbe es zu viele andere Baustellen.
Mein Verstand hat es alles nachvollziehen können und ihm zugestimmt. Mein Herzchen hat natürlich trotzdem total gelitten. So meldete ich mich am Tag meines Umzuges nach Köln doch wieder bei ihm, was zu einem Treffen führte.
Zwei Tage später sagte er mir, dass seit dem Treffen Zirkus in seinem Kopf herrschen würde, aber er gerade einfach keine Zeit für ein "uns" findet. Ich reagierte darauf sehr locker, weil mir das schon bewusst sei. ich bat nur um lockeren Kontakt.
Wir haben seitdem fast täglich Kontakt, er sagt mir regelmäßig, dass er mich vermisst etc. Die Gefühlsbekundungen kommen immer von ihm aus, auch plant er Besuche. Ich bin dennoch unzufrieden, weil wenn ich es dann wage "Gefühle zu zeigen", dann nichts zurückkommt oder er sich (aus meiner sehr subjektiven Sicht) zurückzieht. Auch den Besuch hat er nun abgesagt mit der Begründung: Ihm ginge es nicht gut, er merkt dass er seine Baustellen noch nicht im Griff hat und mich zu sehen würde zu viel in ihm aufwühlen.
Ich weiß nicht richtig, was es bedeutet.
Mein Problem ist unter anderem: Wenn wir uns sehen bin ich die entspannteste Person der Welt. Ich mache keinen Druck, bin nicht anhänglich oder fasele von Zukunft und fordere ein Etikett für das was wir sind. Dann fühle ich, dass alles gut ist und in eine richtige Richtung geht.
Aber sobald wir uns nicht sehen, bekomme ich Panik, Zweifel etc. Dann werde ich richtig unentspannt, zuweilen klammerig, wobei ich das versuche nicht an ihm auszulassen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich von der Situation halten soll. Inzwischen bin ich so verunsichert, dass ich meinem eigenem Gefühl und der eigenen Intuition nicht mehr traue.
Die sagen mir, er meint es ernst, klar wir müssen uns weiter kennenlernen, aber seine Absichten sind gut. Er ist eben einfach gerade mit seinem Leben überfordert. Und ich müsse mich gedulden.
Dann gibt es dir Stimme die laut ruft: Er hält sich warm! Das wird doch nix. Lass`dich nicht zum Narren halten.
Und was sind wir eigentlich? Nichts? Wir waren mal in einer exklsuiven Kennenlernphase, aber sind wir das noch?
Wäre toll, wenn ihr mir ein wenig Input geben könntet.
Danke!