Leider haben einige, die hier schreiben,durchaus Recht. Das einzige, was du ändern kannst, bist Du selbst. Du kannst Dich hinterfragen, war Dich zu solch einem Mann hinzieht, warum Du an ihm festhältst, obwohl er sich kontraproduktiv erhält. Du kannst Dich fragen, ob Deine Anforderungen nicht überzogen waren. Denn offenbar haben sie ihn überfordert, sonst wäre kein Rückzug gekommen. Und Du könntest mal frühere Beziehungen von Dir anschauen, ob die vlt. ähnlich gelaufen sind. Denn meistens zieht es einen aufgrund der eigenen unbewussten Muster zu einem bestimmten Typ Mann hin und das kann sehr ungesund sein, weil es nur Leid bringt. Vielleicht waren Deine Erwartungen zu hoch an ihn, vielleicht hast Du in ihm etwas gesehen, was gar nicht da ist.
Das kannst Du Dich fragen. Ihn zu fragen, was bringt es? Oder ihn zu analysieren, was bringt es Dir? Deine Analysen sind laienhaft. Vielleicht hast Du auch Recht damit, aber auch das hilft Dir nichts, denn Du wirst es doch nicht verstehen, denn Du bist nicht er. Abgesehen davon, dass dieser Mann sich selbst nicht versteht, denn er handelt auch nur aus dunklen Impulsen heraus ohne zu wissen warum.
Ja, er boykottiert und sabotiert eine Beziehung. Das heißt aber auch, dass er sich bedrängt fühlt und dann auf Rückzug geht. Und die ganzen Probleme, die er auftürmt, dienen einem Zweck. Sie schaffen Distanz zu Dir. Wahrscheinlich sind sie zum Teil auch nur vorgeschoben. Dann steht er mit einer halbwegs weißen Weste da, denn es sind ja seine Probleme, die ihm eine Beziehung nicht ermöglichen.
Passiv-aggressiv, sind Menschen, die ihre Aggression hinter einer passiven Fassade verstecken. Die Aggression kommt nicht offen daher, sondern ist maskiert. Es sind Menschen die sich gerne entziehen und alles im Vagen lassen.
Ach, die Kommunion seiner Nichte! Ja, schön, aber ob er dafür Zeit hat? Wenn er kommt, dann oft auf den letzten Drücker, wenn die Kirche bereits angegangen sind. Oder sie haben ja so viel zu tun z.B. in der Arbeit, dass sie dies und jenes, was andere von ihnen erwarten, nicht tun können. Es sind Menschen, die nicht greifbar sind und einem gefühlt durch die Finger flutschen.
Ob Dein Freund zu der Sorte gehört, weiß ich nicht. Aber es würde Dir auch nichts helfen, denn die Dinge sind wie sie sind, ob Du sie nun verstehst oder nicht.
Es gibt eigentlich nur eines: Deinen Rückzug und Dein Entschluss, Dich nicht von ihm warm halten zu lassen.
Es kann gut sein, dass er wieder antrabt, wenn Du auf Rückzug gehst. Ein liebes Wort von ihm und Du wirst wieder weich. Dann kommt vielleicht wieder eine Phase der Nähe, in der sich alles gut anfühlt, ehe er sich wieder distanziert. Denn er kennt kein Gleichmaß in seinen Empfindungen und wechselt von heiß zu kalt.
Deine Wünsche bleiben auf der Strecke.
Du willst die Tatsachen nicht anerkennen und menist, wenn Du ihn diagnostiziert hast, könntest Du ihn umpolen. Aufgrund eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass das nicht funktionieren wird. Ein Partner oder Möchtegern-Partner kann und darf nicht in die Rolle eines Therapeuten schlüpfen. Denn auch das schafft ein massives Ungleichgewicht, das er nie aushalten würde.
Es war halt ein Versuch, aber leider hat er nicht gehalten, was er erst versprochen hat. Und das gibt es gar nicht so selten.
Akzeptanz heißt den Anderen sein zu lassen und ihm sein Verhalten zuzugestehen. Das hat auch mit Respekt zu tun. Es ist sehr schwer umzusetzen, wenn so viele Gefühle dran hängen. Aber manchmal klappt es, wenn die Trauerphase vorbei ist.
Du kannst Dir die Beziehung und ihn auch schön reden, aber das kommt todsicher zurück. Und vielleicht bewahrt Dich das Schicksal damit sogar von etwas Schlimmeren, was Du jetzt nicht erkennst.
Beziehungen mit einer ungleichen Gefühlslage (Du heiß und er erkaltet) klappen nicht.
Du fragst, ob Jemand Erfahrungen mit dieser Sorte Mann hat? Ja, ich, aber das willst Du ja gar nicht hören, denn was ich schreibe, ist nicht das, was Du lesen willst.
Begonie