Liebe Tabea,
ich schließe mich an, ein wirkliches spannendes Thema. Ich lese gerne mit, aber in diesem Fall schreibe ich nun ausnahmsweise doch mal aus dem Nähkästchen. Schließlich ist das Forum hier Geben und Nehmen.
Zitat von Tabea2721:Da stelle ich mir die Frage, ob es echte Liebe und glücklich sein in der Partnerschaft 'noch' gibt bzw wie selten/ oft es diese wohl geben mag.
Zum einen denke ich, dass echte Liebe sehr viele Facetten haben kann. Mit 18 sieht die echte Liebe in allem was sie mitbringt anders aus, als mit 30, 45 oder oder oder...denn man selber hat sich weiterentwickelt, hat dazu gelernt, ändert Sichtweisen, Hoffnungen, Einstellungen, Wünsche...ggf. ändern sich die Ziele und auch der Wille, diese zu erreichen. Sowas schlägt sich ja auch auf Beziehungen nieder. Also ja, die große Liebe gibt es und so desillusioniert wie viele von uns etappenweise im Leben sind: Mal ganz ehrlich. Den Glauben/die Hoffnung daran, dass es da draussen doch noch den/die gibt, die zu uns wie Faust auf Auge passen...das kann man doch gar nicht abstellen. Wie traurig wäre doch so ein Leben. Also ich habe eine große Liebe bis dato gehabt und ich kann mir vorstellen, da kommt auch noch eine in meinem Leben.
Zitat von Tabea2721:Wie sieht es mit Partnerschaften von früher aus.
Wo die Trennung möglicherweise auch sehr schmerzhaft war.
Sind diese Partnerschaften 'geklärt', oder tauchen da bei euch auch manchmal noch Fragen, Gedanken, was wäre wenn auf?
Meine erste große Liebe tauchte nun thematisch nach über...Moment....15 Jahren wieder auf, weil sich für mich im Nachhinein herausstellte, dass er mich damals betrogen hatte. Diese Erkenntnis hat mir nach 15 Jahren...so gut getan, weil vieles plötzlich Sinn ergeben hat und in Kombination mit meiner eigenen Gefühlsbasis vieles erklärt hat. Seitdem ruhe ich viel mehr in mir. Also ja, ich denke, der Blick wandelt sich - je weiter man innerlich und ggf. auch äußerlich voranschreitet - auf vorherige Beziehungen und auch das, was man daraus zieht. Mir hat diese Erkenntnis Kraft gegeben, weil ich so innerlich viel leichter von der Idealisierung ablassen konnte.
Zu meinem Umfeld: Ganz gruselige Beziehungskonstrukte, von denen ich nicht eins geschenkt haben möchte. Abhängigkeiten, emotionaler, finanzieller Art...keine Liebe mehr, nichts. Man nervt sich, ist von den Kindern genervt und und und...und ich frage mich, wie das geht...so eine Art Leben zu führen. Sich zu verstellen, sich zu verdrängen...es scheint nicht zu gehen, denn die Fassade hält nur, wenn es innen rumort (Affären und co lassen grüßen).
Mein aktuelles Fazit: Nach einer langjährigen Beziehung lebe ich wieder mein Leben, bin sehr glücklich damit, stehe wieder auf eigenen Beinen, Gedanken und Gefühlen und lasse die Beziehung in allem nachklingen. Ich habe noch eine sehr gutes Verhältnis zu meinem Ex. Er ist gerade mein bester Freund und ich seine beste Freundin...nichts mit körperlich und so...ob ich mal wieder für jemand neues offen bin? Aber Hallo! Nur eben jetzt nicht, denn Beziehungen und Beziehungsenden müssen verdaut/verarbeitet werden.
By the way glaube ich nicht, dass man mit ein und demselben Partner von Anfang bis Ende glücklich ist...was ich sehe: irgendwann hasst man sich, verachtet sich, tut dem anderen absichtlich und unbewusst weh, weil die Selbstverständlichkeit des anderes, die gegenseitige Existenz selbstverständlich geworden ist und damit oft der Respekt flöten geht.