Liebe Tabea,
Deine Fragestellung finde ich sehr interessant. Auch ich frage mich, nach 19 Jahren Beziehung. (davon 11 verheiratet), in Trennung lebend mit neuer Partnerschaft, ob es diese echte die Zeiten überdauernde Liebe wirklich gibt.
Ich sehe in meinem Umfeld viiieele Paare, die eigentlich keine Liebesbeziehung leben, die gegenseitig genervt voneinander sind, sich bewusst verletzen und/oder aus Bequemlichkeit und wegen der Kinder/Außenwirkung zusammen bleiben. Ich behaupte, das trifft auf mindestens 75 Prozent der Ehen in meinem Umfeld zu.
Und ich selber erlebe es gerade so: mir fehlt die heile Welt. Mit meinem (Ex)Mann wird es sie nicht mehr geben können. Wir haben uns beide zu viel mieses angetan und diese Unschuld verloren, die für eine vertrauensvoll Basis so wichtig wäre.
Und demgegenüber erlebe ich die neue Partnerschaft zwar auch nach zwei Jahren noch als erfüllend und schön, liebevoll, respektvoll, vertrauensvoll....aber dieser Mensch ist eben erst seit zwei Jahren in meinem Leben und es fühlt sich immer noch fremd für mich an.
Ich vermisse die eingespielte langweilige Selbstverständlichkeit.
Meinen neuen Partner lerne ich immer noch kennen, was auf der einen Seite schön, aber auch anstrengend ist.
Jetzt bin ich etwas abgeschweift...
Ich merke auf jeden Fall, auch jetzt wieder anhand dieses Threads, dass ich ein sehr großes Stück Vertrauen in die Liebe verloren habe!
Ich habe mir so sehr eine lebenslang anhaltende Liebe gewünscht, die als Familie mit Kindern Stabilität erlebt und nicht die dadurch leider tief reichenden Konflikte zwischen meinem Ex Mann und mir.
Deswegen glaube ich persönlich, dass es viel bedeutender ist, die eigene Kindheit/Ehe der Eltern gesund verarbeitet zu haben, als vergangene, ggf unbedeutende Beziehungen.
Letztere habe ich definitiv verarbeitet.
Getriggert wurde ich in meiner Ehe erst, als wir selber zu Eltern wurden.
Die gescheiterte Ehe, der zerstörte Traum von intakter liebevoller Familie habe längst nicht verarbeitet, sondern sehne mich immer noch danach. Was aber nie mehr eintreten wird, denn der Vater der Kinder ist nun einmal nicht mein Partner/Geliebter.
Obwohl ich ihn sehr liebe und von ihm auf wunderschöne Weise geliebt werde, bin ich tief traurig.
