Daiz
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Ich möchte mich zum Ersten mal an euch wenden. Momentan bin ich schon seit ca. 2 Jahren von meiner ehemaligen Freundin mehr oder weniger im Guten getrennt. Im laufe der Zeit hat sich meine emotionale Bindung zu Ihr gelegt und ich habe auch schon mehrere Frauen durch diverse Datingapps sowie auch spontan auf Festivals oder in Bars kennengelernt. Mit den meisten pflege ich eine gute Freundschaft und bin auch mit meinem Singleleben ganz zufrieden. An sich denke ich, dass ich den Absprung geschafft habe und durch mehrmaligen Überblicken der vergangenen Beziehung habe ich viel über mich gelernt und auch eine nüchterne Sicht darüber erhalten.
Jedoch erwische ich meine ehemalige Freundin hin und wieder in der Öffentlichkeit. Ja, sie wohnt kaum einen Katzensprung von mir entfernt. Jedesmal, wenn ich sie sehe wühlt es mich auf. Oft passiert das, wenn ich mit Freunden unterwegs bin und denen fällt außerdem immer auf, wie sie zu mir schaut. Ich selbst achte darauf nicht sehr, weil ich nur einen kurzen Blick erhasche, sie erkenne, aber an sich mich auf die Gespräche fokussieren möchte. Trotzdem gehe ich zeitweise in mich und vergesse komplett das Gespräch weiterzuführen und meine Freunde fragen ständig, warum ich auf einmal so abwesend bin.
Wenn ich alleine unterwegs bin und sie auf dem Gehsteig treffe, habe ich mich sonst nicht getraut nicht einmal ein "Hallo" herauszubekommen, genauso wie sie. Bis auf das letzte mal. Sie reagierte höchst geschockt und bekam selbst fast keines heraus.
Nichts desto trotz bin ich ein viel offener Mensch geworden und gehe mit meiner Vergangenheit, meinen Gedanken und Gefühlen auch offen um. Viele meiner Bekannten sagen zu mir, dass ich häufig über meine Beziehung, die ca. 5 Jahre ging, spreche und sie oft erwähne, wobei mir das garnicht aufgefallen ist. Nachdem mir das gesagt wurde, ist es mir auch schließlich aufgefallen und wundere mich.
Kurz zu der Beziehung:
Spoiler / Trigger
Es war eine sehr einfühlsame, liebevolle und glückliche Beziehung. Ich habe mich jedesmal gefühlt als wär ich für sie der Größte. Lange haben wir uns sehr füreinander gekümmert und wirklich oft miteinander Zeit verbracht. Jedoch führte es dazu, dass ich sehr in der Beziehung eingeklemmt war und wir voneinander abhängig wurden. Ich hatte meine Familie und meinen Freundeskreis irgendwann stark vernachlässigt. Gegen Ende der Beziehung wurde es mehr und mehr toxisch und ich wurde als "Mann" und angehender Ingenieur mit "Mansplaining" sehr unterbuttert. Neben dessen wurde mir auch häufig Vernachlässigung und Gaslighting vorgeworfen, sowie dass ich nicht Erwachsen sei. Natürlich gab es kleine Reibereien, die geklärt und vergeben, aber nie vergessen und als Waffe verwendet wurden. Des Weiteren war sie in der Beziehung meist der Mittelpunkt und ich musste mich hauptsächlich um Sie und Ihre Gefühlslage kümmern, denn in ihrem Lebensabschnitt passierte viel. Mit der Zeit wurde ich als "eiskalt" von ihr beschrieben (mir wurde von einem Dozent, dem ich Nahe stand, nach der Trennung gesagt, ich hätte ein Coldout Syndrom erlebt) und es litt die Kommunikation untereinander. Mit meinem halbjährigen Auslandsaufenthalt ging es dann in die Brüche, einvernehmlich, denn ich hatte mir auch die Trennung gewünscht.
Nun, jetzt frage ich mich und somit euch, was für ein Problem ich habe und wie soll ich damit umgehen bzw. was tun? Zusammengefasst sitzt die häufige Begegnungen immer tief im Magen. Es schießen hauptsächlich positive Erinnerungen mir in den Kopf. Wenn eine Begegnung länger her ist, beschäftige ich mich kaum mit dem Thema. Ich hab so das Gefühl, ich verarsche mich ständig selbst?