Wiedervereint
Gast
ich habe immer viel in diesem Forum gelesen, auch wenn ich selbst Probleme oder Sorgen hatte mit Männern.
Naja, ich wollte euch mal kurz meine Geschichte des Wiederzusammenkommens mit dem EX aufschreiben.
Eins vorweg:
Ich habe mich getrennt, weil keine Gefühle mehr da waren bzw. auch aufkeimende Gefühle für einen anderen Mann da waren. Nach 6 Jahren Beziehung war vieles eingeschlafen, man lebte so nebeneinander her. Ich habe nicht mehr viel gespürt außer Freundschaft. Das war mir alles zu wenig.
Liebesbekundungen seinerseits, seine Tränen, sein trauriger Blick - das alles berührte mich zwar irgendwo auf freundschaftlicher Ebene, aber auch nicht so richtig. Ich dachte wirklich kaum mehr an ihn. Ich wagte mich dafür in neue Abenteuer, mit einem anderen Mann.
Es war neu, aufregend, toll. Der neue himmelte mich an, machte nichts ohne meine Erlaubnis, klebte an meinen Lippen, liebte mich abgöttisch. Ich war ihm einfach genug. Wie toll das war brauche ich hier keinem zu erzählen.
Ich brauchte mich nicht melden, er schrieb, wollte sich treffen, wollte immer bei mir sein. Dieses Gefühl, was ich in der Partnerschaft nicht mehr hatte. Ich hatte das Gefühl, wir sehen uns, weil wir eben zusammen wohnen.
Ich war plötzlich wieder stark, unabhängig und strahlte eine innere Zufriedenheit aus. Fand viele neue Freunde, insbesondere Männer, die mich sehr mochten und für eine sehr begehrenswerte Frau hielten.
Ich hatte hier einen Flirt, da einen Flirt. Männer wollten mich erobern, ich konnte sie mir richtig herauspicken.
Ich muss sagen, in den ersten 1,2 Jahren hätte mein EX sich auf den Kopf stellen können, mich mit Blumen übergiessen, Briefe schreiben, mich mit schönen Erinnerungen zuschmeissen. Es wäre mir alles egal gewesen, ich war im Rausch des neuen und aufregenden.
Männer kamen und gingen, dann kam einer, in den ich mich verliebt hatte. Es fing an erst zu werden, mit Heiratsgedanken und allem drum und dran.
Zu der Zeit hatten mein EX und ich auch freundschaftlichen Kontakt, trafen uns ab und an zum Reden oder machten etwas mit gemeinsamen Freunden.
Plötzlich fing etwas in mir an, mich für die neue Beziehung vor ihm "zu schämen". Ich spielte sie vor ihm runter. Wenn er mich und ihn zusammen sah, nahm ich nicht die Hand meines Freundes, küsste ihn nicht, sagte nichts nettes zu ihm. Irgendwie unterbewusst.
Dafür erzählte mein EX mir nun auch, da er sah das ich in einer Partnerschaft war, von seiner Freundin. Ich war plötzlich, nach all den Jahren, eifersüchtig. Wer war sie? Was soll das?
Als ich erfuhr, dass es bei den beiden garnicht gut aussieht, war ich richtiggehend zufrieden. Nein, mein EX sollte nicht irgendeine Frau haben, er sollte... tja, was sollte er eigentlich? Ich wusste es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Dafür tat ich alles, um meine eigene Partnerschaft irgendwie zu boykottieren. Ich verhielt mich teilweise furchtbar, wenn auch unterbewusst. Es kam wie es kommen musste, auch meine Partnerschaft zerbrach.
Wir waren nun beide Single und trafen uns ab und an. Zu Anlässen wie Geburtstagen, zum Trinken mit Freunden, machten Ausflüge mit Freunden, trafen uns in seiner neuen Wohnung zum Backen oder Kochen.
Tja, und nach einer Party kam dann betrunken der erste S... nach 5 Jahren.
Dann wieder. Und wieder.
Naja, Freundschaft+ eben.
Dann das klärende Gespräch, was von mir angestoßen wurde: Wir können nicht so weitermachen. Wir werden unglücklich, wenn wir einander kleben und doch nix ist. Also: Entweder wir versuchen es jetzt nochmal, oder wir müssen eine Kontaktsperre einleiten, vielleicht für immer.
Das wollte er auf keinen Fall.
Er will es nochmal versuchen mit mir, auch wenn er sagt sehr enttäuscht und traurig gewesen zu sein.
Aber uns verbindet einfach viel. Wir haben beide festgestellt, dass in anderen Beziehungen dieser Witz, der uns beide verbindet, nicht entstehen will. Andere Menschen verstehen uns nicht so wie wir uns verstehen. Es ist schwierig zu beschreiben, aber es ist so.
Was daraus wird? Ich weiß es nicht. Also, dran bleiben.