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Nach Seitensprung Happy End mit Beigeschmack

blechpirat

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Hallo zusammen,

ich weiß offen gestanden gar nicht so genau, wieso ich "meine Story" nun doch in ein Forum schreibe... vielleicht möchte ich sie einfach mal loswerden und Meinungen von Außenstehenden haben. Ich fang einfach mal an.

Mein Name ist Christian, ich bin 36 Jahre alt und mit meiner Frau nun schon seit 15 Jahren zusammen. Inzwischen haben wir 2 Kinder (5+2), ein Haus, einen Hund, zwei Autos... also eigentlich alles, was man sich so mit Mitte 20 mal als Lebensweg erdacht und erträumt hat.

Nun ist es leider so, dass es bei mir seit einiger Zeit schon beruflich nicht ganz rund läuft. Ich bin selbstständig und der Laden ist auf dem besten Wege, voll vor die Wand zu knallen. Das sorgt natürlich auch zu Hause für eine gewisse Spannung. Zwar lassen wir diese Probleme nicht an die Kinder heran, aber es drückt natürlich schon sehr auf die Stimmung, wenn ständig irgendwelche Mahnungen (oder deren Steigerungsformen) im Briefkasten liegen, die man nur mit sehr viel Mühe vom Tisch bekommt. Das Eheleben wird dann eher so ein nebeneinander her und von ero. brauche ich wohl nicht allzu viel zu erzählen. Das kann man sich sicher denken.

Vor zwei Monaten dann habe ich ein sehr gutes Jobangebot bekommen und damit die Chance, unsere finanzielle Situation sauber und zuverlässig zu ordnen. Momentan wickel ich den Laden ab und freu mich tierisch auf den neuen Job, den ich im Januar antreten werde. Diese neue Perspektive habe ich dann auch zum Anlass genommen, noch mal richtig viel Energie in unsere Ehe zu stecken. Wir sind wieder viel gemeinsam als Paar unterwegs gewesen, haben Ausflüge mit und ohne die Kinder gemacht... und siehe da: es wurde wieder schön zwischen uns. Ich kam mir vor wie zu Anfang unserer Beziehung, ein Gefühl wie frisch verliebt. Und ja, auch der S. wurde... wie sag ich's? Er fand erstmal überhaupt wieder statt und das auch noch ziemlich gut. Im Nachgang würde ich sagen, ich hab mich 10 Jahre jünger gefühlt.

Ein paar Wochen war es mir dann vergönnt, diesen neuen Zustand zu genießen, auch wenn ich nicht mit Bestimmtheit sagen konnte, was ihn denn nun schlussendlich ausgelöst hatte. Naja, und dann kamen die ersten Zweifel. Meine Frau war verdächtig oft mit ihrem Telefon beschäftigt und irgendwie hatte ich den Eindruck, sie sei stets darauf bedacht, dass ich bloß keinen Blick auf den Bildschirm erhaschen könnte. Wenn sie abends noch mal einkaufen ging, dann war ihr Gerät ständig online (Whatsapp zeigt einem sowas ja an) und für's Einkaufen brauchte sie auch immer verdammt lang. Auf die Dauer der Einkäufe angesprochen kamen dann irgendwie immer alle denkbaren Zeitfresser zusammen: Schranken auf dem Hinweg zu, 100 Leute im Laden und nur eine Kasse auf, noch ne Nachbarin auf dem Parkplatz getroffen und kurz geplauscht und auf dem Rückweg waren die verdammten Bahnschranken schon wieder unten.

Nun bin ich kein besonders misstrauischer Mensch, zumindest nicht meiner Frau gegenüber. Mein Bauch sagte mir zwar, dass da irgendwas im Busch sei, aber ich hab's vor mir selbst klein geredet und wollte auch nicht mit irgendwelchen völlig abstrusen Verdächtigungen das gerade wieder aufkeimende Glück kaputt machen. Und dann kam der Sonntag Abend vor drei Wochen, als wir zwar gemeinsam ins Bet gingen, ich aber kurz darauf wieder aufstand, um mit einer Flasche Mineralwasser meinen Durst vom etwas zu salzigen Abendessen zu stillen. Ich saß da im Esszimmer, neben ihrem Telefon, das am Ladekabel hing und starrte es an. Bestimmt so eine halbe Stunde. Dann bin ich eine rauchen gegangen und habe das Anstarren danach noch mal fortgesetzt. Und irgendwann habe ich zugegriffen. Ich weiß, es ist nicht okay gewesen... ich hatte auch sofort ein mega schlechtes Gewissen, aber ich konnte einfach nicht anders.

Naja, Whatsapp auf und siehe da: ganz oben in der Chatliste finde ich den Thomas. Thomas war mal vor Jahren mit der besten Freundin meiner Frau zusammen, ist inzwischen aber in den Süden der Republik gezogen, hat eine Arbeitskollegin geheiratet und ein Kind mit ihr gezeugt. Vor ein paar Wochen war er mit seiner neuen Familie mal bei uns zu Besuch, was sich wohl irgendwie auf Facebook zwischen ihm und meiner Frau ergeben hatte als er dort ankündigte, für ein paar Tage in seine alte Heimat zu kommen. War ein netter Nachmittag mit vielen netten Erinnerungen an früher. Naja... schauen wir mal, was der liebe Thomas so zu schreiben hat... Cybererotik, gegenseitige "Lustbekundungen", Austausch von mehr oder weniger intimen Selfis... und ich dachte so bei mir: "Prima, jetzt wissen wir ja, woher der Hase pfeifft. Der liebe Thomas macht sie scharf und ich darf dann gnädigerweise das Finish übernehmen, quasi vertretungsweise!". Da ist mir ja schon mal die Galle hochgekommen. Rasend bin ich dann geworden, als ich das Kopfkino der beiden las, in dem sie sich schon Gedanken um einen Urlaub mit beiden Familien machten, bei dem sie sich dann heimlich nachts treffen könnten. Und explodiert bin ich als ich lesen musste, dass die beiden vor 13 tatsächlich einen (einmaligen) Onenightstand gehabt haben. Zur Erinnerung: da waren wir schon zwei Jahre zusammen und gerade in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen.

Es ist offensichtlich völlig egal, ab sowas gerade gestern passiert ist oder ob man nach 13 Jahren dahinter kommt. Der Schmerz ist heftig, den man in dem Moment verspürt. Und er ist nicht wie beim Zahnarzt nach zehn Sekunden weg. Ich zumindest war völlig neben der Spur. Ich habe mich angezogen, mich ins Auto geschmissen und wollte 180 km zu meinem Bruder fahren. Erst nach 60 Kilometern ist mir aufgefallen, dass einerseits am nächsten Tag Montag ist und ich um 8:00 Uhr den Laden aufmachen muss und dass ich andererseits keine genaue Adresse von meinem Bruder hatte, weil der erst Tags zuvor umgezogen war. Also bin ich umgekehrt und wieder nach Hause gefahren. Eine halbe Schachtel Zig. später habe ich meine Frau geweckt und ihr gesagt, sie solle aufstehen und ins Wohnzimmer kommen wenn sie wolle, dass ich am Morgen noch da sei.

Der Rest der Nacht war natürlich heftig und auch ein Schock für sie. Mitten aus dem Tiefschlaf geholt werden und gesagt bekommen, dass der Ehemann nach 13 Jahren hinter dein dunkelstes Geheimnis gekommen ist, war sicher nicht gerade lustig. Wir haben geheult, ich habe geschrieben, Morddrohungen gegen Thomas ausgekotzt, meinen Ehering durchs Wohnzimmer geworfen und weinend wieder unter den Sofa hergesucht... kurzum: eine ganz grauenvolle Nacht. Die Frage nach dem Warum hat sie mit jugendlicher Neugier begründet, was ich heute sogar ein wenig nachvollziehen und auch als Begründung akzeptieren kann. Vor mir gab es keine echten Beziehungen in ihrem Leben und mit Anfang 20... naja, war eben eine andere Zeit. Und ich glaube ihr auch, dass es ein einmaliger Ausrutscher war. Trotzdem bleibt der tiefe Schmerz, das zerbrochene Vertrauen und die Erkenntnis, dass meine Frau in der Lage ist, 13 Jahre lang so zu tun, als sei sie mir immer treu gewesen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf stellt man einfach alles in Frage. Hat sie am Altar noch daran gedacht? Wie kann man mit so einem Geheimnis überhaupt schlafen? Und ganz schlimm: Sind das überhaupt MEINE Kinder? Letzterer Gedanke ist natürlich Blödsinn, aber das Gehirn funktioniert in so einer Situation leider nicht annähernd normal.

In den darauffolgenden Tagen haben wir sehr intensiv geredet. Und auch das tat weh. Aber ich muss zugeben, dass wir auf einer Ebene miteinander gesprochen haben, wie noch nie zuvor. Ein Großteil der Zeit ging dafür drauf, sie zum totalen Kontaktabbruch mit Thomas zu bewegen. Neben einem "virtuellen" verlor sie dadurch nämlich auch einen guten Gesprächspartner. Das zumindest war mir aus dem gelesenen Chatverlauf auch bewußt, denn er hatte ihr viel Mut zugesprochen im Hinblick auf unserer aktuelle Arbeitssituation, worauf sicher auch ein Teil ihrer neuen Lebensfreude fußte. Aber ich konnte eben keinen Kontakt mehr zwischen den beiden dulden. Da musste ich hart bleiben.

Inzwischen sind wie gesagt knapp drei Wochen vergangen. Wir reden nicht mehr ganz so viel, aber immerhin nicht weniger intensiv. Ich merke, wie sehr sie ihren Fehler bereut und versucht, mir wieder eine Basis für Vertrauen zu geben. Ich fühle mich inzwischen sogar wieder richtig verliebt, auch wenn es noch immer dunkle Moemente gibt. Im Moment warte ich eigentlich noch auf eine Geste der Entschuldigung. Ist nicht die unbedingt die Stärke meiner Frau, was sicher ein wenig den Erfahrungen aus ihrer Kindheit geschuldet ist (Bei Anschiss Klappe halten und zuhören, sonst knallt's!). Aber die Kombination aus "noch nicht richtig ES TUT MIR LEID gesagt" und dem zögerlichen Trennen von Thomas lässt mich momentan noch nicht damit abschließen und den Blick nach vorne richten. Es klingt zwar irgendwie egoistisch, aber ich WILL ganz klar sehen, dass sie es bereut. Dass sie weiß, was sie mir und meinen Gefühlen angetan hat. Klingt immer noch egoistisch... aber in dem Punkt muss ich auch ganz hart sagen: SIE hat es getan. ICH muss damit leben. SIE hat "nur" ein schlechtes Gewissen. ICH habe den Zusammenbruch einer ganzen Welt zu verarbeiten. Es sind Bilder in meinem Kopf, gegen die ich kämpfen muss. Bilder, die mich traurig und sogar wütend machen und deren Bekämpfung mich sehr viel Kraft kosten. Ich erwarte auch keine großen Gesten, eher vielleicht einen Liebesbrief, in dem sie sich entschuldigt und mir sagt, wie sehr sie mich liebt. Irgendwie sowas. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich danach fragen soll, denn von allein wird sie kaum drauf kommen. Habe ich das Recht, sowas einzufordern? Irgendwie schon, finde ich.

Was mir natürlich hiflt ist die Tatsache, dass sie sich letztlich für mich entschieden hat. Dass sie mich geheiratet hat, dass sie mit mir zwei wundervolle Kinder gezeugt hat und dass sie mit mir in den letzten 13 Jahren viele schöne und auch bittere Zeiten durchgestanden hat. Trotzdem bleibt der Schmerz, an den man täglich erinnert wird.

Denn selbst nach dem klärenden Gespräch bleiben vielen Probleme:

Mit wem rede ich darüber? Gemeinsame Freunde oder gar Familie fällt ja schon mal aus, weil das für einen Neuanfang pures Gift wäre. Und es sind Kleinigkeiten im Alltag, die einen immer mal wieder runter ziehen. Sei es ein Film im Fernsehen, in dem plötzlich ein Seitensprung Teil der Handlung wird oder nur ein Lied im Radio, dass einem plötzlich so gar nicht mehr gefallen will, weil man es mit irgendwas verbindet. Ganz grausam auch: die Texte von Heinz Rudolf Kunze ergeben plötzlich Sinn *brrrr!*....

So, nun habe ich mich wohl genug ausgekotzt. Hat gut getan. Danke für's lesen.

Zum Abschluss noch ein Wort an alle, die sich mit dem Gedanken des Seitensprungs tragen: Lasst es! Es tut keinem von Euch gut und ihr zerstört damit mehr, als dass es Euch etwas bringt. Steckt Eure Energie, die ihr in das Finden eines geeigneten S. und in die Verschleierung Eurer heimlichen Treffen investiert, lieber in die Rettung Eurer Beziehung oder Ehe. Wegschmeißen kann man am Ende alles, aber man sollte zuerst mal nachsehen, ob man es nicht doch noch reparieren kann. Manchmal ist nur eine Kleinigkeit kaputt und mit wenig Aufwand läuft es wieder.

22.08.2014 13:01 • x 15 #1


Samson1958

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Hallo Blechpirat,
denkst Du denn dass du diesen Moment je wirst vergessen können?
Meine Frau (w55) hat sich am 07.12.2013 von mir (m55) getrennt und bereits nach 3 Monaten einen Mann, der ebenfalls frisch getrennt war kennen gelernt. Ich habe es erst 2 Monate später zufällig erfahren. In einem Gespräch im Mai sagte sie dass er ihr gut getan habe,sie ihn mag aber nicht liebe und sie keinen S. mit ihm gehabt habe.
Letzte Woche nach einem Gespräch in dem wir eigentlich vereinbart hatten uns wieder anzunähern, schrieb sie ...keine gemeinsamen Unternehmuingen mit mir und da sei auch noch ein Mann in ihrem neuen Leben. Seitdem weiß ich dass da mehr ist als nur trösten..... Ich leide und weine jeden Tag seit 8 Monatenund jetzt bin ich am Boden zerstört. Kann man so etwas verzeihen, falls sich für mich überhaupt noch einmal die Frage stellen sollte?
lg Samson

22.08.2014 13:15 • #2


blechpirat

blechpirat


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Hallo Samson,

das kann ich beim besten Willen wirklich nicht beurteilen. Vergessen wird man es sicher nie, eher lernen damit zu leben. Aber ich lese aus Deinem Text irgendwie keinen Grund für Eure Trennung heraus. Kann es sein, dass Ihr darüber noch gar nicht gesprochen habt? Weil eigentlich wäre das das erste, über was man sprechen müsste. Die Entscheidung, ob eine Neubelebung der Beziehung in Frage kommt, kann erst danach wirklich beantwortet werden. Denke ich zumindest.

22.08.2014 13:25 • #3


Alena-52

Zitat von blechpirat:
Ich merke, wie sehr sie ihren Fehler bereut und versucht, mir wieder eine Basis für Vertrauen zu geben.

Ist nicht die unbedingt die Stärke meiner Frau, was sicher ein wenig den Erfahrungen aus ihrer Kindheit geschuldet ist (Bei Anschiss Klappe halten und zuhören, sonst knallt's!). Aber die Kombination aus "noch nicht richtig ES TUT MIR LEID gesagt" und dem zögerlichen Trennen von Thomas lässt mich momentan noch nicht damit abschließen und den Blick nach vorne richten.

Es klingt zwar irgendwie egoistisch, aber ich WILL ganz klar sehen, dass sie es bereut.
hallo

du "merkst" das deine frau ihre/n fehler bereut - das könnte dir "eigentlich" genügen. tut es aber nicht weil dein verletztes ego dich annagt.
kindheit hin- und her, ihr seid jetzt eine lange zeit verheiratet, da hat sie die chance gehabt ihren kinderschuhen zu entwachsen, verantwortung für sich übernehmen, für ihre handlungen und taten, die nicht in ordnung waren, zumindest ein bedauern zu kommunizieren und um vergebung zu bitten.
warum sprichst du deine enttäuschung darüber nicht offen aus ?

egal ob vor 13 jahren ein ons oder aktuell cybers. - heimlich, das ist nun mal ein vertrauensbruch, mit dem du erstmal klarkommen musst und deine frau muss sich dem stellen und versuchen dir dabei zu helfen so gut sie kann - ich finde dazu gehört es auch mal über ihren "kinderschatten" zu springen.

während du dich für eure existenz abstrampelst hat sie sich auswärts ihren spass gesucht, anstatt dich und eure beziehung zu stärken.

auch du kannst dich hinterfragen wo jetzt dein kernproblem ist wenn du dich von einer "entschuldigung" ihrerseits abhängig machst ?
was bedeutet das wirklich für dich und was erhoffst du dir davon ?
glaubst du wirklich, dass es dir wieder zu mehr innerem frieden verhelfen kann ?

alles gute für dich!

22.08.2014 13:25 • #4


Skyfire

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Hallo Christian,

ich habe gerade deine ganze Geschichte gelesen.

Es ist recht heftig, was sie sich da geleistet hat. Vor allem bedeutet es, dass sie dich 13 Jahre angelogen hat (Unter anlügen fällt aus meiner Sicht auch das Verschweigen von Dingen).

Ich lese heraus, dass du ein Mann bist, der alles für seine Familie tut. Es liest sich so für mich, als hätte sich deine Frau in eurer Situation eingerichtet. Es ist überall so: Je länger man etwas hat, umso selbstverständlicher wird es, und man möchte immer etwas Neues. Und so wie ich es verstehe, war das auch bei ihr so.

Du bist nicht egoistisch, weil du eine Entschuldigung verlangst – ganz im Gegenteil.

Für mich würde so ein Verhalten nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Aus deinem Schreiben wird mir klar, dass du deine Frau liebst, aber ich würde mir etwas überlegen, um sie zum Nachdenken zu bringen. Ich würde ihr wohl sagen, dass ich jetzt erst mal Zeit für mich brauche und einige Zeit woanders unterkomme.

Davon abgesehen, dass dir das wahrscheinlich wirklich etwas bringen würde, würde es deine Frau wachrütteln, weil sie dann erkennen würde, was sie verloren hat. Sie war sich bis jetzt immer sicher, dass du da bist. Warum denn auch nicht, denn aus welchem Grund solltest du denn irgendwann nicht mehr da sein? Hat sie sich wahrscheinlich immer so gedacht bis jetzt.

Aber wird sie das auch noch sein, wenn du sagst, dass du eine Auszeit brauchst?
Es geht gar nicht darum, dass du dich trennen musst, aber alleine das Wissen um die Unsicherheit kann oft zur Vernunft bringen.

Natürlich ist klar, dass das als verliebter Mensch schwer ist. Aber es ist eine mögliche Lösung nochmal Klarheit in eine Beziehung zu bringen, denn auch deine Frau würde in dem Fall gezwungen sein sich ihre Gedanken zu machen. So lange sie denkt, dass du sowieso immer zu 100% bei ihr sein wirst, wird sie das nicht tun.

Ganz liebe Grüße!

22.08.2014 13:29 • x 1 #5


blechpirat

blechpirat


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Hallo Alena,

vom Prinzip her hast Du Recht. Ich sehe das nur im Moment alles ein wenig "zweischneidig", weil ich ihren Vertrauensbruch irgendwie nur als die Hälfte der Miete ansehe. Zu einem weitgehend sorgenfreien Eheleben gehört sicher auch die Arbeit an meiner beruflichen Situation, für die sie auch lange viel ertragen musste. Insofern habe ich ein wenig Hemmungen, alles nur auf IHREN Fehler zu reduzieren. Bei mir vermischt sich halt gerade die tiefe Verletzung aus ihrem Seitensprung mit dem schlechten Gewissen aus meinem (ich nennen es jetzt mal) unternehmerischen Versagen.

Betrachte ich den körperlichen Seitensprung von vor 13 Jahren und den mentalen Seitensprung von vor 3 Wochen differenziert, dann habe ich für letzteren sogar einen Funken Verständnis, wenn ich ihn als "geistigen Urlaub von der unschönen und sorgenbelasteten Realität" definiere... das ist halt gerade so das gefühls- und gewissensmäßige Dilemma bei mir.

22.08.2014 13:32 • #6


Skyfire

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PS: Ich empfehle dazu übrigens das Buch: "Ich lieb dich nicht, wenn du mich liebst" / von Dean Delis. Das beschreibt genau die Problematik die in so vielen Beziehungen herrscht und die ich bei euch auch sehe.

22.08.2014 13:33 • #7


blechpirat

blechpirat


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Hallo Skyfire,

die Möglichkeit der Auszeit mit räumlicher Trennung war auch mal ein Gedanke, besonders am ersten Tag. Ich habe mich dann aber bewusst dagegen entschieden, und zwar wegen der Kinder. Zum einen möchte ich die beiden nicht an diesem Problem teilhaben lassen und da wäre ein "Auszug von Papa" schwer zu erklären, vor allem ohne Verlustängste zu schüren. Zum zweiten verbringe ich aufgrund des Jobs nur relativ wenig Zeit mit meinen Kindern (berufstätiger Vater halt...) und möchte diese Zeit nicht noch mehr beschneiden.

Das ist so mein Hauptargument gegen die Auszeit. Auch wenn mir die Vorteile durchaus einleuchten.

22.08.2014 13:49 • #8


Alena-52

Zitat von blechpirat:
Insofern habe ich ein wenig Hemmungen, alles nur auf IHREN Fehler zu reduzieren. Bei mir vermischt sich halt gerade die tiefe Verletzung aus ihrem Seitensprung mit dem schlechten Gewissen aus meinem (ich nennen es jetzt mal) unternehmerischen Versagen.

Betrachte ich den körperlichen Seitensprung von vor 13 Jahren und den mentalen Seitensprung von vor 3 Wochen differenziert, dann habe ich für letzteren sogar einen Funken Verständnis, wenn ich ihn als "geistigen Urlaub von der unschönen und sorgenbelasteten Realität" definiere. das ist halt gerade so das gefühls- und gewissensmäßige Dilemma bei mir.
ja, genau das ist es, dass sind zwei themen, die du miteinander vermischt.
das eine entschuldigt noch lange nicht das andere.
du hast schuldgefühle wegen möglicher "versagensgefühle" und versuchst jetzt verständnis für ihr verhalten hinzukriegen.

sicher hast du auch einen anteil an eurer jetzigen situation, aber ihr ward auf einem guten weg da heraus, ein neuer job steht an, eure zukunft liegt jetzt besser als vorher und dann macht deine frau nebenbei mit ihrem ehemaligen ons - cyber.-spielchen.
das ist doch eine herbe enttäuschung -zumindest wäre es das für mich.
du fühlst dich jetzt gespalten und diese anteile müssen wieder zusammengefügt werden können, damit wieder ein ganzes daraus entstehen kann.
es ist sowohl als auch - beides ist so und das musst du akzeptieren können wenn du frieden damit machen willst.

22.08.2014 13:51 • #9


Gast-123

Das ist 13 Jahre her. Mein Gott. In 8 von 10 Beziehungen ! geht mindestens einer mal fremd.

Ja, ich verstehe, es verletzt, aber ist es nicht verletzter Stolz? Ich hätte es auch nicht erzählt, wenn ich jemand in meine *beep* hinein gelassen hätte und Du lieber @blechpirat warst immer treu, hast nie mal einer anderen Frau hinterher geschaut und mal Deine Frau geistig mit einer anderen Frau betrogen?

22.08.2014 14:03 • #10


Skyfire

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Zitat von Gast-123:
:wand: Das ist 13 Jahre her. Mein Gott. In 8 von 10 Beziehungen ! geht mindestens einer mal fremd.

Ja, ich verstehe, es verletzt, aber ist es nicht verletzter Stolz? Ich hätte es auch nicht erzählt, wenn ich jemand in meine *beep* hinein gelassen hätte und Du lieber @blechpirat warst immer treu, hast nie mal einer anderen Frau hinterher geschaut und mal Deine Frau geistig mit einer anderen Frau betrogen?


Gast-123, dein Beitrag ist unterste Schublade! Vom geistigen und emotionalen Wert mal ganz abgesehen.

Verletzt zu sein, weil man vor Jahren unwissentlich betrogen wurde, hat nichts mit verletztem Stolz zu tun. Man kann auch deutlichere Worte dafür finden: Vertrauensmissbrauch ist zum Beispiel eines davon.

Hoffentlich bist du Single und dir wird nie jemand zum Opfer fallen mit deinen Gedanken.

22.08.2014 14:17 • x 8 #11


vorbeigeschaut

gast123, für ihn ist es nicht 13 jahre her! für ihn ist es ganz frisch!
er ist doch ein mensch aus fleisch und blut und kann seine gefühle nicht einfach so irgendwo wegsperren!

außerdem gabs die schmuddelbilder und ero. auch jetzt aktuell, in der phase wo zwischen ihm und seiner frau eigentlich aufwärts ging. ich wäre auch da maßlos enttäuscht!

22.08.2014 14:17 • x 4 #12


trirunner1

Hallo Blechpirat, vorweg mal möcht ich dir für dein Durchhaltevermögen meinen Respekt zollen. Du hälts noch immer zu deiner Frau auch wenn sie dein Vertrauen sehr mißbraucht hat. Für mich ist es so unvorstellbar. Wie kann eine Frau sich jeden Tag neben einen Mann hinlegen und in Wahrheit denkt sie an jemanden Anderen. Per Whats App auch noch Intimfotos auszutauschen puhh. Was würde sie den machen wenn du solche Dinge tust. Aber egal Wichtig ist ihr habt eine Basis und was ganz toll ist, ihr gebt nicht allzu leicht auf. Ich selbst wurde betrogen über 1 ganzes Jahr lang von meiner damaligen Frau. Der Typ war ein guter Bekannter von uns. Ich hab 4 Jahre lang versucht die Ehe zu retten aber der Bruch war doch zu groß. Ich selbst hab mich dann in eine Frau verliebt wo ich dachte das sie mein Glück bedeutet. Es war eine Fernbeziehung die leider nur 1,5 Jahre hielt wobei sie in dieser Zeit 3 mal Schluss machte.
Was ich damit sagen möchte ist kämpft um eure Ehe und deine Frau soll sich wirklich eine Person wie du es bist an ihrer Seite schätzen. Ich konnte diesen Vertrauensbruch nach 14 Jahre Ehe leider nicht vergessen und hab mich dann selbst in eine andere verliebt. Zurück blieb nun eine Scheidung nach 14 Jahren und danach eine Liebe die wohl nie ihre Berechtigung fand. Zum Glück bin ich mit meiner Ex im guten Einklang wegen der Kinder.
Also ich wünsch dir Alles erdenklich Gute zum kitten eurer Ehe.
Gruß trirunner1

22.08.2014 15:06 • x 2 #13


blechpirat

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Mal vor weg: den Beitrag von Gast-123 braucht man keiner Antwort zu würdigen und er beginnt passenderweise ja auch mit , was vielleicht so einiges erklärt.

Ich merke aber schon, dass der Blick von außen (also Eure Blicke) recht interessant für mich sind. Besonders nachdenken muss ich über Alena's Ansatz, dass ich vielleicht ein wenig zu sehr meine Gefühle vermische und alle Probleme womöglich einfacher lösen ließen, wenn man sie nicht in einen Topf schmeißt.

@Trirunner1: es tut mir sehr leid, dass Du nicht vergessen konntest. Wobei ich von mir ja auch noch nicht sagen kann, ob ich es selsbt vergessen kann. Aber ich möchte es zumindest versuchen. Ich glaube einfach, dass mein großer Vorteil darin liegt, dass ich auf viele schöne Erlebnisse der letzten 13 Jahre, also der Zeit nach ihrem Seitensprung zurück schauen kann. Letzte Woche kam die Frage auf was wohl geschehen wäre, wenn sie es mir damals gebeichtet hätte. Klare Antwort: wir wären heute nicht mehr zusammen. Meine Kinder wären nie geboren worden. Das Haus gäbe es nicht. Ich wäre wahrscheinlich niemals in einem alten Mercedes ans Nordcup gefahren oder oder oder... Insofern kann ich aus Überzeugung sagen: nach dem EINEN Fehler hat sie ALLES ANDERE richtig gemacht.

Trotzdem bleibt dieser Fehler natürlich irgendwo noch als schmerzende Besis übrig, der Rest ist quasi nur das Betäubungsmittel. Irgendwo habe ich gelesen: "Die Narbe wird bleiben und man wird immer wieder mal daran erinnert. Aber Narben zeugen von Leben.". Die Hoffnung habe ich bei dem Versuch halt.

22.08.2014 15:31 • #14


Gast-123

Es tut mir Leid für meinen unqualifizierten Beitrag. Leider hat mich mein Frust dazu bewogen.

Es ist schön, wenn es noch Männer gibt, die für ihre Ehe kämpfen. Den Betrug wirst Du nie vergessen. Du kannst versuchen, zu verzeihen, aber eine Narbe wird immer bleiben. Selbst so erlebt.

Alles Gute.

22.08.2014 15:58 • x 1 #15




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