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Hat das Gefühl "Liebe" ein Mindesthaltbarkeitsdatum?

EmmaPee

EmmaPee

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Moin

Ich war am Samstag mal wieder

Während ich so langsam an mein altes Leben anknüpfe und wieder dort hin gehe, wo ich schon früher gern war, ist mir aufgefallen, dass es da eine Tendenz zu geben scheint. Ich habe das jetzt schon einige Zeit beobachtet. Und diesen Samstag war es besonders auffällig. Denn nicht nur ich bin "wieder aufgetaucht". Vielen Leuten von früher ist es genauso ergangen. Am Samstag standen immer wieder plötzlich Leute von früher vor mir. "Na, auch wieder auf dem Markt?"

Wir haben alle viel geredet und dabei scheint sich eine Vermutung zu bestätigen, die ich schon länger habe: nämlich, dass das Gefühl "Liebe" unter Umständen gar nicht dafür gemacht ist, länger als +/- 20 Jahre zu halten. Bei fast allen Leuten, mit denen ich mittlerweile wieder Kontakt habe, die jetzt auch wieder Single sind, sind Langzeitbeziehungen im Bereich von +/- 20 Jahren zerbrochen. Mal 18, mal 20 oder mal 24 Jahre. Auch hier im Forum ist mir das schon aufgefallen. Sicherlich gibt es auch Ausnahmen, wo eine Ehe/Partnerschaft 30 oder mehr Jahre gehalten hat. Aber auch da sieht man, wenn man da mal tiefer gräbt, dass das eigentliche Ende der Partnerschaft sich schon früher abzeichnete und es in den letzten Jahren nur noch so eine Art 'festhalten' war.

Nun mag man einwenden, dass Ehen früher ja auch 'ein Leben lang' gehalten haben. Aber. früher wurden die meisten Menschen nicht mal annähernd so alt, wie wir es heute werden. Man könnte schlussfolgern, dass die besagten 20 Jahre für die damalige Lebenserwartung ausreichend waren. Auch wurden Ehen nicht so schnell und einfach beendet. Man wollte sich nicht der Schmach aussetzen und akzeptierte mehr oder weniger, dass der Mann und auch die Frau sich außerhäusig vergnügten. Häufig waren Ehen ja auch Zweckehen, fast schon geschäftliche Verträge. Ich denke da beispielsweise an die Adelshäuser, wo man sich untereinander verheiratete, um mehr Einfluss zu bekommen.

Ich bin inzwischen der Meinung, dass wir unser Leben durch moderne Technik usw. weit über das von der Natur vorgegebene Alter verlängern können, uns dieses jedoch bei einem Gefühl nicht gelingen kann, weil es von der Natur nie vorgesehen war, dass dieses Gefühl länger halten sollte. Und auch, weil Gefühle nun mal nicht gesteuert werden können.

Wie seht Ihr das?

07.10.2019 14:49 • x 4 #1


Kaetzchen

Kaetzchen


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Es sind sogar sehr viel weniger als 20 Jahre - nämlich nur vier

Biologisch gesehen verschwinden die "Liebesgefühle" (die ja erstmal nichts anderes sind als Hirnbotenstoffe) nach vier Jahren. Das hat die Natur so angelegt, weil 4 Jahre der ideale Zeitraum sind, um gemeinsamen Nachwuchs großzuziehen, bis er "aus dem Gröbsten raus" ist (kann alleine laufen, ist abgestillt, Mama kann wieder schwanger werden ...). Danach schwindet die biologische Bindung. Auch die durchschnittliche Ehedauer weltweit beträgt vier Jahre, nach wie vor. Die amerikanische Anthroposophin Helen Fisher hat zu dem Thema sehr spannende Studien durchgeführt und die "Liebe" sozusagen wissenschaftlich zerlegt (ist nix für Romantiker für alle anderen aber sehr interessant, es gibt auch ein paar tolle Beiträge auf youtube von ihr).

Bis zu zehn Jahre hält man ganz gut aus in einer Langzeitbeziehung, wenn man mit der nach vier Jahren meist kaum noch vorhandenen 6uellen Anziehung leben kann, danach wird es aber meist schwierig und auch sehr anstrengend. Die durchschnittliche Dauer einer Ehe "bis dass der Tod uns scheidet" betrug im Mittelalter übrigens - tada - zehn Jahre Bis dahin war einer von beiden verstorben. Das sieht heutzutage natürlich sehr anders aus, aber biologisch gesehen ist der Mensch eben auf "serielle Monogamie" gepolt (und nicht lebenslängliche Monogamie). Früher haben die Menschen eben einfach ausgehalten in ihren Langzeitbeziehungen, weil es auch gesellschaftlich gar nicht anders ging (Scheidungen stürzten Männer in den Ruin, waren gesellschaftlich verpönt, und Frauen waren meist wirtschaftlich abhängig von ihrem Mann und konnten sich deshalb eh nicht trennen).

Obendrein gab es bedingt durch so wenige Trennungen auch ab einem Alter von Ende 20 eh kaum noch Singles am Markt (man kennt ja die alten Bräuche von den "alten Jungfern", die an ihrem 30. Geburtstag irgendwelche Frondienste verrichten müssen, wenn sie noch nicht verheiratet sind und wenn man sich dann getrennt hätte, wäre man ziemlich sicher bis ans Lebensende allein geblieben (ich hatte auch so eine Tante, die nicht rechtzeitig geheiratet hat und ernsthaft als alte "Jungfrau" verstorben ist).

Das alles hat sich ja heute geändert, noch nie zuvor war es so einfach wie heute, neue Frauen/Männer kennenzulernen, und das auch noch von überall auf der Welt. Früher war man auf sein "Dorf" beschränkt, da kannte eh jeder jeden, und abgesehen von ein paar Warmwechslern blieben die meisten lieber, wo sie waren, weil keiner alleine sein wollte. Die Auswirkungen der neuen Möglichkeiten (unabhängige Frauen/Emanzipation, unverbindlicher 6 ohne gefährliche Auswirkungen aufs Leben, die Verfügbarkeit von möglichen PartnerInnen) sieht man eben in modernen Beziehungen, oder Beziehungsanbahnungen, die allzu oft erst gar keine werden weil jeder denkt, er findet vielleicht doch noch was Besseres irgendwo. Bei zu vielen Optionen kann man sich nämlich meistens gar nicht mehr entscheiden

07.10.2019 15:02 • x 14 #2


EmmaPee

EmmaPee


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Mit dem von Dir so gut beschriebenen biologischen Aspekt habe ich mich noch nicht so tiefgehend beschäftigt. Aber es klingt sehr logisch und zeigt genug Parallelen zur Tierwelt auf, in der nur die wenigsten Tierarten eine lebenslange Bindung eingehen, weil es so eben nicht von der Natur vorgesehen ist.

Mit dem Rest (schwindende 6uelle Anziehung usw.) hast Du mit Sicherheit auch Recht, wobei ich aber auch denke, dass man es nicht so pauschalisieren kann. Denn es gibt durchaus viele Paare, die z.B. diese Anziehung über sehr viel längere Zeiträume aufrecht halten können. Und derer sind es zu viele, als dass man sie als Ausnahmen von der Regel bezeichnen könnte.

Zitat:
Bis zu zehn Jahre hält man ganz gut aus in einer Langzeitbeziehung

Mhm.. da fehlt mir irgendwie die Erfahrung, denn meine Beziehung war von Anfangs bis Ende so anstrengend, dass ich das von der Richtigkeit her nur schwer beurteilen kann. Aber mal angenommen, es ist so, wie Du sagst, dann scheinen die meisten (von dem was ich aus meinem Umfeld und auch hier mitbekomme) es trotzdem noch mal so um 10 Jahre weiter auszuhalten, bis sie dann letztendlich ausbrechen. Ich will mich da auch nicht auf genau 20 Jahre festlegen. Wie gesagt, einige länger, andere kürzer. Aber irgendwo um diese Zahl herum kommt laut dem, was ich in diesem einen Jahr nach meiner Trennung gehört, gelesen und gesagt bekommen habe, dieser finale Cut.

07.10.2019 15:33 • x 1 #3


Kaetzchen

Kaetzchen


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Zitat von EmmaPee:
Ich will mich da auch nicht auf genau 20 Jahre festlegen. Wie gesagt, einige länger, andere kürzer. Aber irgendwo um diese Zahl herum kommt laut dem, was ich in diesem einen Jahr nach meiner Trennung gehört, gelesen und gesagt bekommen habe, dieser finale Cut.


Laut Statistik beträgt die durchschnittliche Ehedauer in Deutschland 15 Jahre bei Scheidung. Wenn man bedenkt, dass die meisten wohl so nach 3-4 Jahren Beziehung heiraten, kommt das ganz gut hin mit den 20 Jahren

07.10.2019 15:48 • x 1 #4


Simone79

Simone79


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Hy.

Interessante Feststellung.
Ich kann dazu nur sagen, ich wurde vor 11 Tagen, nach fast 23 Jahren Beziehung ( davon 8: Jahre Ehe) wegen " ich spüre keine tiefe Liebe" mehr, mag dich aber sehr... verlassen

07.10.2019 15:56 • x 2 #5


Puffeltierchen


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Also meine Eltern sind fast 80 Jahre alt und davon fast 60 Jahre verheiratet.

Sind nie fremdgegangen etc. und haben ihre Probleme sehr sozial und untereinander gelöst.

Da sicher auch Niemand mit der Pistole dahinter stand.

Sicher ein Ideal was Viele wollen aber nicht erreichen, weil sie nicht wollen oder können oder der Andere nicht.

Aber es kann funktionieren.

Jetzt einfach sagen ist Blödsinn um sich da die Messlatte selber tiefer zu hängen ist irre sorry.

07.10.2019 16:17 • x 4 #6


EmmaPee

EmmaPee


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Zitat:
Also meine Eltern sind fast 80 Jahre alt und davon fast 60 Jahre verheiratet.

Genau, 80 Jahre alt. Eine komplett andere Generation, die mit ganz anderen Werten und viel weniger Möglichkeiten, als wir sie haben, aufgewachsen ist. Ich kenne Deine Eltern nicht und würde es auch nicht wagen, mir ein Urteil über sie zu erlauben.

Vor ein paar Wochen stellte ich gerade meinen Roller in der Garage ab, als ein Nachbar vorbei kam und fragte, wo denn der Mazda geblieben ist. Ich: Trennung, Mann ausgezogen, Auto mitgenommen. Und dann hatte ich ein ungewöhnlich offenes Gespräch mit diesem Nachbarn. Er, auch schon über 70, in den 70igern geheiratet. Erzählte, dass es in der Ehe viel auf und ab gab und das von der anfänglichen Liebe nicht mehr viel übrig sei. Aber man sei ein gutes Team und hätte Respekt voreinander. Und er käme nicht auf die Idee, seine Frau zu verlassen, "weil man so etwas einfach nicht macht". So wurde diese Generation eben erzogen. Da kann man sich gut vorstellen, dass sehr viele von diesen Ehen deshalb so lange halten, "weil es sich so gehört".

Zitat:
Jetzt einfach sagen ist Blödsinn um sich da die Messlatte selber tiefer zu hängen ist irre sorry.

Mit irre meinst Du Dich?

Und wer hat eine Messlatte aufgehängt? Sehe keine. Ich habe lediglich Beobachtungen geteilt und nicht behauptet, dass keine Beziehung länger als 20 Jahre halten wird und kann

07.10.2019 18:46 • x 2 #7


Urgestüm


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Die Frage ist weniger was geht, sondern eher wozu man sich entscheidet.
Man kann sich (im besten Fall gemeinsam) dazu entscheiden 2, 4, 10, 50
Jahre oder gleich bis ans Lebensende zusammen zu bleiben. Oder man entscheidet sich dagegen und beendet irgendwann die Beziehung(en).
Auch zu lieben, bzw. ein Paar zu sein, dazu kann man sich entscheiden.

Zu jeder Zeit aber gab es unterschiedliche Motive und Überzeugungen auf welcher Grundlage man seine Entscheidungen trifft. Wie hier ja schon geklärt wurde, sind einige Motive weggefallen, eine gute Sache würde ich sagen.
Das Beziehungen kurzlebig sind, ist aber keinesfalls biologisch determiniert oder "natürlich". Nur vorsorglich, falls dieser Gedanke hier mitschwingen sollte.

07.10.2019 19:04 • x 1 #8


SweetCookie

SweetCookie


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Zitat von EmmaPee:
Ich bin inzwischen der Meinung, dass wir unser Leben durch moderne Technik usw. weit über das von der Natur vorgegebene Alter verlängern können, uns dieses jedoch bei einem Gefühl nicht gelingen kann, weil es von der Natur nie vorgesehen war, dass dieses Gefühl länger halten sollte. Und auch, weil Gefühle nun mal nicht gesteuert werden können.


Das ist Pustekuchen. Die Natur hat es so eingerichtet, dass wir- bei besonders guter Pflege usw. - eben älter werden als ohne Pflege. Wir werden also nicht älter, als die Natur vorgegeben hat...wir holen nur mehr raus und nutzen mehr von dem, was die Natur uns maximal anbietet.
Liebe ist zudem für wirklich jeden Menschen etwas ganz anderes. Das kann man auch bei Paaren beobachten. Liebe ist nicht gleich Liebe...manche halten Abhängigkeit für Liebe und erdulden dafür schlimme Dinge...manche halten Dominanz für Liebe, andere Unterwürfigkeit. Einige finden den anderen einfach nur hübsch und unbeschreiblich anziehend (meistens Paare, die sich sehr änhlich sehen...das gruselt mich persönlich oft, weil die wie verwandt aussehen, da denke ich oft, die lieben nur das eigene Ich im anderen, aber auch das ist eben Liebe...)
Zu deiner eigentlichen Kernfrage: das, was also jeder so für sich als Liebe definiert, dauert auch aus meiner Erfahrung heraus nicht Ewigkeiten an und das ist auch gut so. Für mich ist Liebe ein Baustein, ein ganz wichtiger, dicker, hilfreicher Baustein, um im Leben, innerlich wie äußerlich, zu wachsen. Das kann man gemeinsam mit jemandem für eine Zeit machen, aber der eine wächst oft schneller als der andere, manchmal wächst auch nur einer...das soll dann so sein, aber für ewig halten...nee, das gruselt mich mittlerweile sogar.
Wenn ich mir jetzt so meine erste große Liebe vorstelle...puh puh puh...ich bin so froh, dass ich so viel mehr schon erfahren durfte an Menschlichkeit, Aufrichtigkeit, aber auch die ganzen anderen nicht so schönen Dinge...was kann man daran wachsen und das geht einfach nicht konstant mit der gleichen Person.
Es ist auch schade, dass Liebe immer noch so verkauft wird als: DAS ist Liebe und nun heiratet mal, setzt einen Vertrag dazu auf und Kinder in die Welt...wegen einem Gefühl! Das ist doch irre! Ich finde es super gesund, dass Beziehungen nicht ewig halten. Dieses zwanghafte für immer und ewig endet ja doch bei vielen dann im echten Elend...mit fremdgehen, finanziell ausnehmen und und und...also: Liebe ist nicht für jeden das gleiche, sondern für jeden etwas anderes und es ist gut so, wenn Sie nicht ewig dauert. Denn nur so kann man reifen...meine Meinung!

07.10.2019 20:15 • x 1 #9


Garibaldi


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Biologisch ist der Mensch eine Spezies, dessen Nachwuchs mit 12-14 Jahren reif für die Fortpflanzung ist (Pubertät).
Nimmt man auch die Reife für das Erwachsensein hinzu, gründete der Mensch ca. ab 16 Jahren eine eigene Familie.
Dies seit Jahrtausenden bis in die Zeit der Industrialisierung.

Ein Mann und eine Frau mussten für die Arterhaltung der Spezies Mensch ca. 4 Kinder zeugen.
Denn ca. die Hälfte der Kinder starb vor dem Erreichen der eigenen Fortpflanzungszeit an Krankheiten, Unfällen usw.
Nimmt man an, dass die Frau alle 2 Jahre ein Kind bekam, dann sieht die Natur vor, dass Mann und Frau allein für die reifende Aufzucht der eigenen Kinder mindestens ca. 22 Jahre eine stabile Familie bildeten.

Ab ca. dem 40-45 Lebensjahr trat dann bei der Frau die Menopause auf. Sie war nicht mehr fortpflanzungsfähig.
Dennoch waren auch die älteren Großeltern dann noch wichtig für den FamilienClan, denn sie gaben wertvolles Wissen an die nächste Generation weiter, und halfen bei der Aufzucht der Enkel.
Ab ca. 50 starben die meisten Menschen.

Grds. sieht die Natur also durchaus vor. dass der Mensch mindestens 22 Jahre und noch mehr eine stabile Beziehung führt.


zum Verliebtsein:

Man muss zwischen dem anfänglichen Verliebtsein unterschieden, welches ca. 1-2 Jahre dauert , und der tiefen Liebe.
Nach der anfänglichen Verliebtheit schließt sich in Langzeitbeziehungen die tiefe Liebe zu seinem Partner an.

Anthropologen haben anhand von Magnettomographie herausgefunden, dass bei Menschen mit Langzeitbeziehungen der Bereich Frontalhirn aktiver ist. Sie können auch nach Jahren immer wieder aufs neue die positiven Eigenschaften ihres Partners gedanklich herausfiltern ( siehe auch die Vorträge von Dr. Helen Fischer zur Liebe ).

08.10.2019 14:21 • #10


Garibaldi


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Parallel dazu ist interessant, dass laut einigen Wissenschaftlern der Narzissmus und emotionale Instabilitäten (Borderline) in unserer Gesellschaft zunehmen.
Die Gesellschaft wird egoistischer, der einzelne Mensch wird früh so erzogen, dass er sich ausschließlich an seinen eigenen Bedürfnissen orientieren darf....mein...mein..mein.
Man sieht genug Mütter mit kleinen Kindern im Kinderwagen, die fast nur am Smartphone kleben. Die nächste Generation emotional vernachlässigter Menschen steht in den Startlöchern, Resultat ist emotionale Instabilität.

Borderliner und Narzissten schütten kaum bis gar kein Bindungshormon Oxytocin aus. Daher können sie Menschen in Beziehungen auch eiskalt wieder entsorgen.
Narzissten oder Borderliner mit narzisstischen Tendenzen haben auch nicht diese Aktivität im Frontalhirn. Sie können also für Langzeitbeziehungen nicht stetig das Positive am Partner rausfiltern. Im Gegenteil, der Narzissmus lebt von Kritik und Abwertung durch den Narzissten.

08.10.2019 14:54 • x 1 #11


Puffeltierchen


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Nochmal zu meinen Eltern, nehme sie gerne als Beispiel.

Die hatten damals Beide nix !

Die haben sich mit Dreck besudelt bei der Kartoffelernte kennen und lieben gelernt !

Haben sich verstanden, zusammen was aufgebaut und sich vertraut.

Sind sehr sozial, Beide Akademiker geworden, Lehrerin und Oberst.

3 Kinder gezeugt und toll erzogen, sind Alle was geworden.

So und was sieht man heute im Kapitalismus (bin Ossi) ? Ein paar asoziale Selbstdarsteller, Abhängige von sozialen Medien, Leute die sich hier oberflächlich verkaufen und garnicht liefern können jenseits vom Körper und dem Materiellen. Dann auch eher denken muss sich irgendwie lohnen wenn Prinz oder Prinzessin sich da hingibt und weg wenn nicht oder langweilig wenn man materiell zumindest Alles hat im Überfluss.

Wie wäre es einfach mal das Gegenüber zu schätzen und was man hat, auch mal ein wenig dankbar und bescheiden sein und bleiben ? Wer Alles will, am Ende garnichts hat und die hat man ja hier zu 1000enden.

Und denke das Meiste ist krankes Ego-Denken hier was zu Problemen führt.

08.10.2019 17:22 • x 1 #12


Garibaldi


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Die Basis sind Ehrlichkeit und gegenseitiges Vertrauen.

Vertrauen und Ehrlichkeit sind der Kleber unserer Gesellschaft.

Nur mit Ehrlichkeit und gegenseitigem Vertrauen kann man überhaupt etwas in einer Paarbeziehung gemeinsam aufbauen, wie ein Haus, eine Familie usw.

Finde das heute mal.

Auch beim Handel ist gegenseitiges Vertrauen der Kleber.

Früher konnte man noch dem Handschlag des Vertragspartners vertrauen. Heute kann es schriftlich niedergelegt sein, dennoch wird sogar vor Gericht gelogen, bis sich die Balken biegen.

08.10.2019 18:10 • #13


mauerblume

mauerblume


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Ich denke, viel liegt in der Gesellschaft begründet. In den 1970er noch galt eine Scheidung als großer gesellschaftlicher Makel, man war ruiniert, als Frau sowieso. Heute ist es anders. Internet und alle Parships dieser Welt suggerieren doch, dass da draußen unendlich viele tolle Optionen warten. Ist Selbstverwirklichung nicht ein Recht? Sich Ausleben? Se xuelle Freiheit? Gibt ja auch die Pille und andere zuverlässige Verhütung. Und Hausfrauenehe? Auslaufmodell. Ich hatte neulich einen wissenschaftlichen Artikel auf dem Tisch: Je geringer die Hürden und je verfügbarer die Alternativen, desto wahrscheinlicher sind Trennung und Scheidung. Ich habe den Eindruck, Werte wie Respekt und Bescheidenheit sind heutzutage einfach nicht mehr angesagt. "LIeben und ehren" - das war einmal leider. "hat so gutgetan, die Aufmerksamkeit von einer jungen Frau", mit diesen Worten begründete mein Nochmann u.a. seinen Trennungswunsch.

08.10.2019 19:22 • x 1 #14


Garibaldi


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Haufenweise beziehungsgeschädigte Kinder wachsen heran.
Wir sind die letzte Generation, in welcher noch ein paar Menschen erleben, was noch eine intakte Familie ist.
Interessanterweise nehmen Angsterkrankungen, Borderline , Narzissmus , Depressionen, Magersucht usw. zu.
Altenheime füllen sich mit vereinsamten Menschen ohne Angehörige.

08.10.2019 21:02 • x 1 #15




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