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Ich dachte wirklich, dass er mich liebt, dass wir ein Team sind, dass er es ernst mit mir meint. Und damit auch bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten. Ich bin zu Beginn all-in gegangen, habe ihm alle meine Ängste und Sorgen anvertraut, ihm gesagt was ich mir von einer Beziehung wünsche und wie oft ich enttäuscht wurde. Ich dachte, er hat das verstanden. Wenn man jemanden gerne hat, spielt man doch nicht mit ihm. Hat er mich getäuscht?
Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich kann nicht schlafen, nicht essen, ich weine nur noch. Ich frage mich, wie ich weiter machen soll. Er hat mir alles bedeutet, ich habe ihm wirklich vertraut. Ich habe mir so sehr eine Beziehung und ein "Zuhause" gewünscht. Für mich war das ein Ankommen nach all den Jahren. Dazu kommt, dass ich leider keine Familie habe und nur einen kleinen Freundeskreis (alle derzeit nicht greifbar). Ich weiß nicht, wie ich wieder aufstehen soll, wie ich weitermachen soll. Oft wünsche ich mir, gar nicht mehr aufzuwachen. Und ich frage mich immer, was ich falsch gemacht habe. Ob ich zu viel Druck ausgeübt habe. Nicht genug für ihn getan habe. Wieso er mich nicht genug lieben konnte, obwohl es anfangs so ausgesehen hat. Und ich wünsche mir so sehr, dass er zurückkommt, weil er doch sieht, was für gute Zeiten wir auch hatten.
Hier unsere Geschichte:
Als wir uns kennengelernt haben, hatte er sich kurz zuvor endgültig von seiner Frau getrennt (1 Kind, 9 gemeinsame Jahre, das letzte davon auseinandergelebt) und ich hatte eine schlimmen Trennung 1 Jahr davor (Partner ging ohne Erklärung). Wir haben uns viel unterhalten und waren sofort auf einer Wellenlänge. Wir konnten uns stundenlang über alles unterhalten und auch über ernste Themen reden. Wir sind beide extrovertierte Persönlichkeiten. Wir haben uns gegenseitig aufgebaut. Er hatte sich als Versager gefühlt, weil seine Ehe nicht funktioniert hat und er seinem Kind durch die Trennung die Familie genommen hatte. Seine Eltern sind (wie meine auch) getrennt und er wollte seinem Kind ein stabiles Zuhause bieten. Er war (wie ich auch) in Therapie um seine Themen aufzuarbeiten.
Am Anfang waren nur Gespräche, aber wir sind uns dann langsam näher gekommen. Damals hatte er sich mit seiner Exfrau noch das Haus geteilt als "Eltern-WG". Ich war eher zögerlich ob der Situation und weil ich mit Beziehungen schlechte Erfahrungen gemacht hatte - ich wollte keine Enttäuschung mehr und habe mir Sicherheit und Geborgenheit gewünscht. Er hat mir gesagt, wie verliebt er ist und was für ein toller Mensch ich bin. Wenn wir etwas zusammen unternommen haben hatten wir immer viel Spaß, die gemeinsame Zeit war schön, ich habe mich wohl gefühlt und ihm vertraut. Er wollte allerdings keine Beziehung eingehen, solange er noch in dieser Eltern-WG gelebt hat. Also haben wir lose Kontakt gehalten. Ich weiß, dass er sich in der Zeit auch ausgelebt hat, weil er jung geheiratet hatte und ihm das gefehlt hat. Bald ist mir diese Situation aber zu viel geworden und ich wollte ihn nicht weiter treffen, da ich Gefühle entwickelt hatte und mir nicht weh tun wollte. Er hat da sehr um mich gekämpft und mir gesagt, wie wichtig ich für ihn bin und dass er ein Leben mit mir will. Wir haben uns weiterhin getroffen. Seine Ex-Frau fand bald darauf einen neuen Partner und das Zusammenleben war schwierig, daher ist seine Exfrau dann ausgezogen, und das Kind ist im Wechsel-Modell abwechselnd bei Mutter und Vater.
Ich dachte, dass wir nun ein gemeinsames Leben starten, aber er wollte es langsam angehen und es erst dann Beziehung nennen, wenn er sich sicher ist. Für ihn sind mit einer Beziehung große Verpflichtungen verbunden und er wollte sich Zeit lassen um mich besser kennenzulernen (wir kannten uns zu dem Zeitpunkt etwa 7 Monate) und in seinem neuen Leben (alleine wohnend mit Kind) anzukommen. Dafür hatte ich Verständnis. Wir haben in der Zeit viel unternommen, Kurzurlaube, Zeit zu zweit, es war wirklich wunderschön. Er hat auch immer davon gesprochen, dass er zusammenleben will und dass für ihn eine Beziehung auf Augenhöhe sehr wichtig ist. Seine Exfrau war wenig selbstständig und das hat ihn gestört - er fand es toll, dass ich mein Leben gut im Griff hatte. Auch wenn wir es nicht Beziehung genannt haben, hat es sich so angefühlt. Ich hatte auch das Gefühl, dass er mich liebt und gerne mit mir zusammen ist. Ich war gerne bereit, ihm die Zeit zu geben, die er braucht. Zeit zu dritt (mit Kind) gab es damals wenig - auch auf meinen Wunsch hin, da so kurz nach dem Auszug seiner Eltern der Kleine (5 Jahre) sich auch erst mal an die Umstellung gewöhnen musste und wir selber noch nicht wussten, wohin die Reise geht. Da sollte er mich nicht sofort als Bezugsperson kennenlernen. Ich habe nicht dort übernachtet wenn das Kind dort war und nur kurze Ausflüge mit den beiden gemacht oder bin nur ein paar Stunden zu Besuch gewesen.
Das ganze ging ca. 6 Monate so, ich habe ihn dann gefragt, ob das für ihn auch etwas ernsthaftes ist. Daraufhin hat er sich zurückgezogen, er war noch nicht so weit, eine "Beziehung mit Verpflichtungen" einzugehen. Für mich war das sehr schwer, weil ich das mit uns als sehr besonders empfunden habe. Sehr vertraut und auf allen Ebenen passend. Gemeinsame Interessen, gute Gespräche, körperlich einfach schön, auch Verständnis, dass jeder auch eigene Hobbys hat. Für mich war er genau der Partner, den ich mir gewünscht habe. Ich habe mich damit abgefunden, dass er das (noch) nicht möchte. Wir haben uns wieder weniger getroffen. Ein paar Wochen darauf hat er mich gefragt, ob wir es ernsthaft angehen wollen, er wünscht sich eine Beziehung mit mir. Er meinte, er hat es sich gut überlegt und das ist, was er wirklich will. Ich habe ihm gesagt, dass ich mir das auch wünsche und dass mir Sicherheit sehr wichtig ist - sprich man hält zusammen, gibt nicht beim 1. Problem auf und ist füreinander da. Er hat das gleich gesehen. Ich habe ihn gebeten, vorsichtig mit mir umzugehen, weil ich einfach keine Enttäuschung mehr verkrafte. Das hat er mir auch versprochen und versichert wie wichtig ich ihm bin.
Kurz danach hatten wir auch schon die erste Belastungsprobe - krank über die Feiertage. Ich habe gemerkt, dass ihm das schnell wieder zu viel wurde, weil ich in der Zeit natürlich auch nicht auf der Höhe und nicht immer fröhlich war. Er tat sich schwer damit, dass es jetzt "Beziehung" heißt. Das hat sich aber nach ein paar Wochen gelegt und es war eine schöne Zeit, trotz Alltagsstress. Nach 4 Monaten hat er sich zurückgezogen und alles in Frage gestellt, ich wusste zunächst nicht warum. Dann hat er mit gesagt, dass er sich mehr Familienleben wünscht und ich ihm das nicht gebe. Wir haben uns in der Kind-Woche wenig gesehen - er wollte das ändern. Ich will zwar keine eigenen Kinder und habe auch keine Erfahrung mit Kindern, hab mich aber gerne darauf eingelassen, auch mehr Zeit zu dritt zu verbringen und für mich war immer klar, der Kleine gehört zu ihm dazu. Natürlich braucht das Zeit um zusammenzuwachsen. Für ihn war wichtig, dass ich mich nicht in die Erziehung einmische und das war mir recht, weil ich mich als erwachsene Freundin des Kindes sah und nicht als Ersatzmutter (für ihn war das wichtig, der Kleine hat eine Mutter, er wollte nicht dass jemand diese Rolle einnimmt). Wir haben darüber gesprochen, dass wir ernsthaft an dieser Beziehung arbeiten wollen, auch wenn es Themen gab (die Exfrau hat eine große Rolle gespielt, das Leben mit Kind war für mich anfangs eine Umstellung, er hat viele Hobbys und einen anspruchsvollen Job, wodurch er einfach lieber Zeit für sich hatte als zu zweit, wochenweise alleinerziehend zu sein war anstrengend für ihn, seine Mutter ist schwer krank geworden). Für mich ist das normal, dass jeder eine Vergangenheit hat und Themen auftauchen und es Zeit und Bemühen braucht, als Paar zusammenzuwachsen. Ich habe nicht erwartet, dass alles von selbst läuft und war gerne bereit, an den Themen zu arbeiten.
In dieser Zeit hatte er viel Stress im Job und das Kind war über 2 Monate an allen Wochenenden und fast jede Woche bei ihm. Dadurch haben seine Hobbys und seine freie Zeit gelitten. Von mir war er nur mehr genervt, er hat ständig an mir rumgemeckert, alles war ein Angriff gegen ihn. Ich habe Unterstützung angeboten, er wollte nicht. Er hat sich in den Tagen, in denen wir uns nicht gesehen haben nicht mehr gemeldet, sich emotional total zurückgezogen. Wenn wir uns gesehen haben war er immer müde und genervt. Am liebsten hatte er seine Ruhe. Sogar gemeinsam fernsehen und sich dabei kraulen war zu viel. Ich habe das Gespräch gesucht, aber er hat immer nur gemeint ich bin zu anstrengend, er will nicht reden. 2 Monate ist das so gegangen. Vor 2 Wochen hatten wir dann Urlaub und ich habe gehofft, dass wir uns Zeit für die Beziehung nehmen, entspannen und eine gute Zeit haben. Er war auch im Urlaub distanziert und als ich ihn darauf angesprochen habe, dass ich unter dieser emotionalen Kälte sehr leide und wir da eine Lösung finden müssen, hat er die Beziehung damit beendet, dass ihm das zu anstrengend ist. Dass ich zu anstrengend und zu fordernd bin und mich zu sehr einmische in sein Leben.
Für mich war das ein Schock. Wir haben uns normal 2 bis 3 Tage in der Woche gesehen. Ich hatte mich in diesen 2 Monaten sehr zurückgenommen mit meinen Themen, weil ich ich nicht zusätzlich belasten wollte. Ich habe ihn gefragt, was er braucht und sich wünscht und versucht ihm Dinge abzunehmen. Trotzdem war ich ihm zu viel. Er wollte auch nicht daran arbeiten oder eine Lösung finden. Er will lieber alleine sein und keine Beziehung haben, weil Job und Kind sehr viel Energie kosten, da will er nicht auch noch in eine Beziehung investieren. Er meinte, wir hätten es ja versucht nach dem Gespräch 2 Monate davor, aber es klappt einfach nicht aus seiner Sicht. Nur, dass in diesen 2 Monaten gar nichts in die Beziehung investiert wurde. Seitdem hat er den Kontakt abgebrochen.
Was soll ich nur tun? Und was habe ich falsch gemacht - diese Frage ist ständig in meinem Kopf.