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Haus bauen, Baum pflanzen, scheiden lassen

Scream

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Hallo!
Ich habe ein ganz klassisches Problem nehme ich an. Ich bin 29 und mein Mann ist 35. Wir sind seit 2009 zusammen und haben 2014 geheiratet. 2015 haben wir mein Elternhaus gekauft und saniert. Vor 4 Wochen haben wir uns getrennt, bzw. hat er sich von mir getrennt. Vor einer Woche bin ich dann ausgezogen.
Das ist die Kurzfassung. Ich möchte aber noch etwas weiter ausholen. damit überhaupt klar wird worum es mir geht.
Wir haben uns nie gestritten, obwohl wir sehr unterschiedlich sind. Natürlich hat sich einiges in den Jahren verändert, aber eigentlich lief alles soweit normal. Er hatte schon immer viele Hobbies die ich nicht geteilt habe. Denen konnte er immer nachgehen und wir haben uns gegenseitig viele Freiheiten gelassen. Nachdem wir in das Haus gezogen sind, ist natürlich noch mehr Verantwortung auf uns zugekommen. Der Garten ist sehr groß. Dafür hat er allerdings nichts übrig. Das ist mein großes Hobby geworden.
Im letzten August kam er von einem Festival nach Hause und hat ein komisches Gesicht gemacht. (Das war ein Montag) Auf Nachfrage fragte er mich, ob ich es normal fände, dass wir so wenig miteinander machen. Ich antwortete, dass das sicher der Alltag wäre der sich eingeschlichen hat und das wir das ja ändern könnten. Das komische Gesicht war weg, alles gut. Mir war aber über das Wochenende schon aufgefallen, dass er sehr viel bei WhatsApp online war, obwohl er sonst bei Festivals keine Zeit dafür hat. Außerdem hat er wenig mit mir geschrieben. - Am Dienstag habe ich ihn abends nochmals darauf angesprochen, dass er wohl unzufrieden ist. daraufhin folgte eine lange Liste an Dingen die ihm nicht passen. Ich habe versucht vieles davon zu relativieren. Allgemein war es schrecklich, ich habe dann auf dem Sofa geschlafen. - Mittwoch ist er eher von der Arbeit gekommen, weil er sich eh nicht konzentrieren konnte und meinte, wir müssten wohl nochmal reden. Gesagt, getan. Sein erster Satz war direkt Ich will mich scheiden lassen, du ziehst aus. Ich war am Boden zerstört, von einem einfachen wir sollten wieder mehr zusammen machen zu ich lasse mich scheiden in nur 3 Tagen. Mein Leben hat mal spontan aufgehört. Mann weg, Haus weg, Leben weg. Alleine bin ich nichts, ich stehe bei Null.
Ich habe einen Paartherapeuten angerufen, für mich alleine oder uns beide. Donnerstag war er sich weiterhin sehr sicher. Wir hatten Freunde da um zu reden, etc. . Freitag habe ich Brötchen geholt und geputzt, das hat ihn irgendwie umschwenken lassen (?) und er ist mit zum Paartherapeuten gekommen. Scheidung war quasi erstmal vom Tisch.
Wir haben 3 Stunden gemacht, es war aber von Anfang an ersichtlich, dass er in der Therapie nichts sagen wird. Er hat so viel rumgedruckst und am Ende quasi nichts gesagt. Er hat halt auch noch nie über Gefühle gesprochen. Ich habe es oft versucht, er ist immer geflohen oder hat so lange geschwiegen und gelächelt, bis ich aufgegeben habe. Ich habe mich damit arrangiert, wie ich mich mit allen seinen Macken arrangiert habe. Aber wenn dann plötzlich die Scheidung kommt, ist auch meine Geduld am Ende.
Wir haben wieder mehr miteinander unternommen. Nach der dritten Stunde wollte er nicht weiter machen, das wäre nichts für ihn. (Ach, das hab ich auch gemerkt) Ich fand, wir waren auf einem guten Weg.

Wegen des Festivals hatte ich aber mal (ich weiß das macht man nicht!) sein WhatsApp gelesen. Er hat mit einer Kollegin geschrieben, sehr intensiv. Hat sich im besoffenen Kopf bei ihr ausgeheult wie sch. ich bin und welche Fehler ich so habe. Er hatte schon vorher mal von dieser Kollegin gesprochen, deshalb hatte ich sie bis dahin unter Freundschaft abgehakt. Es zeigte sich aber, dass sie viel geschrieben haben, auch vor dem Festival. Er hat immer den ersten Schritt gemacht. Er hat immer zu erst geschrieben, hat nach Komplimenten gebettelt indem er sich selbst schlecht geredet hat, etc. Wie ein 12 jähriger hat er sich ihr an den Hals geworfen. Sie ist aber absolut nicht darauf eingegangen. Sie hatte auch Probleme in ihrer Beziehung und wollte daran arbeiten. Er hat sie sogar direkt gefragt, ob sie was mit ihm anfangen würde wenn er Single wäre, sie hat ihm eine klare Abfuhr erteilt.
(Ich muss wirklich sagen das sie das ganz toll gemacht hat, ich habe noch keine Frau gesehen, die wirklich so souverän damit umgegangen ist, sie hat Null Zeichen gesendet und teilweise auch gar nicht auf seine Nachrichten reagiert, das hat er wohl nur nicht wahr genommen. )

Soweit so gut. wir sind zu meinem Geburtstag überraschend weggefahren, wir sind Silvester mit Freunden im Urlaub gewesen, im Februar waren wir im Skiurlaub (obwohl ich kein Ski fahre, ich gehe dann laufen).
Ich hatte das Gefühl auf einem guten Weg zu sein. Langsam wurde ich mir wieder sicherer, dass wir zusammen bleiben.
BÄM
Falsch. Nach dem Urlaub haben wir getrennt geschlafen, was hin und wieder vorkommt, wenn einer schnarcht oder krank ist. also nichts beunruhigendes. An einem Wochenende hatten wir wirklich eine gute Zeit. Ich habe es sogar geschafft von mir aus auf ihn zu zu gehen (das war immer ein riesen Problem, mit dem er aber gut umgegangen ist, obwohl er auch mal angesprochen hat das er gerne mehr Initiative von mir hätte). Ich habe da aber gemerkt, dass er auf Abstand geht. Er ist auf die Chance nicht eingegangen, hat mir schon am Waschbecken eine gute Nacht gewünscht, als wollte er gar nicht, dass ich sein Zimmer nochmal betreten muss.
Sonntagabend habe ich ihn darauf angesprochen. Nach einem Heimspiel, bei dem ich ihn noch vom Bahnhof abgeholt habe. Seine ersten 5 Antworten auf meine Fragen waren vollkommen normal und zufriedenstellend. Ich hätte da auch einfach aufhören können zu bohren.
Habe ich leider nicht. Auf Frage 6 kam dann wir sollten uns trennen. Ich habe keine Gefühle mehr, ich finde es passt einfach nicht. - Welt geht wieder unter, ich kann aber gefasster damit umgehen. Er merke, dass er keine Lust mehr habe was mit mir zu machen. Er ist lieber alleine in seinem Arbeitszimmer als mit mir im Wohnzimmer zu sitzen. Er geht lieber seinen Hobbies nach, als bei mir zu sein, das wäre doch nicht gut und richtig. Also, keine Gefühle mehr, und es passt eben einfach nicht (mehr).
Dieses Mal hat er mich wenigstens nicht direkt zum Ausziehen aufgefordert.

Er schreibt wieder mit einer Kollegin. Einer anderen. ich habe es wieder gelesen. (Schande über mich. ) Auch ihr schmeißt er sich an den Hals, sie schreiben den GANZEN TAG, mit maximal 30 Minuten Pause, wenn einer Autofährt. Sie haben extra eine Abmachung, dass beim Fahren nicht geschrieben wird. (Wie alt sind wir?) Und abends geht es darum wer zuerst schläft. (Und wieder, wie alt ist ER?). Sie ist noch jünger als ich. Sie hat ihm deutlich gemacht, dass sie nur eine Freundschaft will. Daraufhin wollte er den Kontakt reduzieren, hat aber nicht geklappt. Beide haben weiter den ganzen Tag geschrieben, oder sich auf der Arbeit gesehen etc. Natürlich macht er alles was ihr helfen kann. Sie ist umgezogen, er hat geholfen (als EINZIGER). Sie haben schon einige Zeit zusammen bei ihr verbracht, wie ich gelesen habe aber wirklich nur so, nebeneinander sitzend und TV schauend. Sie hat mehrere männliche Freunde. Ihr bester Freund wollte auch mehr von ihr, auch ihn hat sie abblitzen lassen und auch dieser Kerl macht natürlich alles was sie will.

Tja, ich wohne jetzt bei meinem Onkel, das ging am schnellsten.
Mein Ego ist vollkommen im Eimer. Ich war der Meinung, dass ich mit diesem Mann alt werden will. Und ich bin es noch. Egal was ich alles an ihm nicht mochte, ich habe mich mit allem arrangiert. Und jetzt bin ich so sch., dass er lieber gar keine Frau hat als mich zu haben?
Bedeutet eine Ehe nichts mehr? Wenn man heiratet sollte man doch auch bereit sein aneinander zu arbeiten? Ja, wir haben ja nach August was gemacht, aber es hat sich nicht viel verändert, was auch an ihm lag. Da er auf seine Hobbies nicht verzichten will, ist es eben schwierig.
Ich wohne jetzt eine Woche alleine und weiß nicht was ich tun soll. Soll ich hoffen, soll ich ihn vergessen.
Ich versuche mich nicht bei ihm zu melden. Aber Samstag war ich da um noch Sachen zu holen, da haben wir uns natürlich gesehen. Montag habe ich gefragt ob ich Dienstag nochmal ins Haus kann. natürlich kann ich das. Danach habe ich nicht mehr geschrieben. Heute schreibt er mir, weil es soweit ist das die Rosen geschnitten werden können.
Ich habe gesagt, dass ich mich weiter um den Garten kümmere, damit er nicht gleich alles rausreißt und platt macht.
Aber so kommt es eben nie wirklich zu Abstand.
Samstag hatte ich nicht das Gefühl das es ihm irgendwas ausmacht. Neuerdings putzt er sogar alles! Sehr sauber. er hat eine Lampe repaiert und den Seifenspender auch. Plötzlich geht das alles.

Ich will nicht hoffen. denn er hat sich vermutlich schon vor langer Zeit von mir verabschiedet und ich habe es einfach nicht gemerkt. Aber ich will nicht mein Leben verlieren. Ihn auch nicht.
Davon abgesehen, dass ich das Haus alleine nicht übernehmen kann, was mir das Herz zerreist und was ich einfach nicht akzeptieren kann, will ich ihn eben eigentlich auch nicht verlieren. Vielleicht ihn ODER das Haus, aber nicht beides. Der Garten ist mein Leben. Ich habe nicht viel Geld, aber was ich habe steckt im Garten.


Es tut mir echt leid das es doch so lang geworden ist. Ich wollte mich kürzer fassen. So lange Texte liest doch keiner.
Was soll ich morgen tun? Ich fahre hin und wir werden uns sehen. wenn wir miteinander reden, reden wir normal. Er beteuert, dass er mir ja nix böses will oder so (ach. )
Soll ich zeigen das ich traurig bin, soll ich normal tun. soll ich reden oder kurz angebunden sein?
Ich habe noch so viele Fragen und möchte noch so viele Dinge von euch bewertet und interpretiert haben. aber es ist ja jetzt schon so viel Text.

06.04.2018 23:24 • x 2 #1


Lebensfreude

Lebensfreude


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Oh je....
das Problem mit dem Elternhaus, das man dann auch verlieren könnte, kenne ich.
Als mein Ex auszog, suchte ich mir eine Mieterin und vermietete einen Teil des Hauses. Das hat mich gerettet.
Hast Du auch so eine Möglichkeit?

06.04.2018 23:39 • #2



Haus bauen, Baum pflanzen, scheiden lassen

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Scream

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Leider gibt es nur ein Badezimmer und eine Küche. Für mich alleine ist es an dich auch zu groß... Ich könnte sicher Räume vermieten, aber nur als WG. Da habe ich schon drüber nachgedacht. Leider rechnet die Bank eine WG aber nicht so gut an, deshalb wird es mit dem Kredit schwierig. Mein Mann hat viel Eigenkapital investiert, ich hingegen hatte nichts. Selbst wenn er nett ist und nur zurück will was seines war, wird es schwierig. Alle raten mir davon ab. Ich soll ein neues Leben anfangen und das Haus sind auch nur Steine. Selbst meine Mutter sagt das... Aber so einfach ist es einfach nicht.
Mein Mann verdient gut, er könnte es behalten, mir einen jämmerlich kleinen Teil auszahlen und würde es nicht groß merken.

Über den Kerl komm ich bestimmt irgendwann weg, auch wenn ich es wirklich schade finde... Aber das Haus ist einfach nicht zu ersetzen. Es muss einen Weg geben!

07.04.2018 00:04 • #3


Lebensfreude

Lebensfreude


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ANWALT und beraten lassen.

07.04.2018 00:07 • #4


Alleswirdgut65


Liebe Scream,
Anwalt und beraten lassen ist genau das richtige, lass dir nichts einreden. Das Haus hat jetzt einen bestimmten Wert an Zuwachs ab dem Kaufpreis, d.h. der Zugewinn wird durch die hälfte geteilt.
Wenn er mehr verdient und das Haus halten kann ist eine andere Sache aber den Wertzuwachs mit dir teilen. Du brauchst einen guten Anwalt für Familienrecht der auch von Immobilienrecht auch Ahnung hat.
Das alles kommt auch noch auf mich zu, aber da muss man durch und Kopf Hoch!
Lass dich virtuell umarmen und alles Gute !

07.04.2018 08:08 • x 1 #5


Unusual85


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Ich kann gut verstehen wie es dir gerade geht vor allem in Bezug auf das Haus und bin froh mein Elternhaus von der Zugewinngemeinschaft per Ehevertrag ausgeschlossen zu haben.

Bestünde evtl. die Möglichkeit durch die Wertsteigerung der Sanierung (habt ihr ökologisch saniert?) das Haus weiter zu belasten um ihn auszubezahlen? Du könntest danach auch komplett vermieten solange das Objekt nachher +Euro1 im Monat abwirft hättest du zumindest dem emotionalen Verlust des Elternhauses entgegengewirkt.

Was deinen Mann angeht: überleg dir mal, ob du einen willst, der sich ja fast wahllos seinen Kolleginnen anbiedert.

07.04.2018 08:38 • x 1 #6


uwe74


Zitat von Scream:
Leider gibt es nur ein Badezimmer und eine Küche. Für mich alleine ist es an dich auch zu groß... Ich könnte sicher Räume vermieten, aber nur als WG. Da habe ich schon drüber nachgedacht. Leider rechnet die Bank eine WG aber nicht so gut an, deshalb wird es mit dem Kredit schwierig. Mein Mann hat viel Eigenkapital investiert, ich hingegen hatte nichts. Selbst wenn er nett ist und nur zurück will was seines war, wird es schwierig. Alle raten mir davon ab. Ich soll ein neues Leben anfangen und das Haus sind auch nur Steine. Selbst meine Mutter sagt das... Aber so einfach ist es einfach nicht.
Mein Mann verdient gut, er könnte es behalten, mir einen jämmerlich kleinen Teil auszahlen und würde es nicht groß merken.

Über den Kerl komm ich bestimmt irgendwann weg, auch wenn ich es wirklich schade finde... Aber das Haus ist einfach nicht zu ersetzen. Es muss einen Weg geben!


Hallo scream!

Tut mir leid, was Du gerade durchmachst. Teile davon kenne ich in ähnlicher Form.

Nochmal zum Haus: Also da würde ich an Deiner Stelle von Abstand nehmen und hoffen, dass die Bank nicht irgendwann sogar den Kredit kündigt. Du schreibst ja, er kann den Abtrag alleine zahlen, Du nicht. Das Haus sei zudem sehr groß, zu groß für Dich alleine.

Ja, dann muss es halt weg, auch wenn man da irgendwelche besonderen Erinnerungen und Sympathien für hegt, letztlich wird es über kurz oder lang ein Klotz am Bein. Und stell´ Dir nur mal vor, er wird mal seinen Teil nicht mehr zahlen (auch eine gern gemachte Art, Druck auf den (Ex-)Partner auszuüben). Spätestens dann wird die Bank aktiv. Soweit würde ich es nicht kommen lassen, wäre ich Du.

Deine Geschichte ist der typische Abspann einer schlecht gelaufenen Ehe, nur dass hier Kinder fehlen. Wenn Du Deinen Beitrag zu Beginn mal durchliest: Getrennt schlafen ( ), unterschiedliche Interessen, kaum Gemeinsamkeiten - es liest sich so, als wäre es eine Art Zwangsehe, von Liebe keinerlei Spur. Alles nur Ablauf nach Schema, Pflichtprogramm - nenne es wie Du willst, aber von Liebe keine Spur.

Unterm Strich würde ich an Deiner Stelle lieber jetzt den Schnitt machen, als wenn es u.U. problematisch wird. Es geht ja vor allem auch wohl um finanzielle Dinge, so liest es sich heraus (auch da keine Spur von Empathie oder den Willen, es gemeinsam zu schaffen). Mach das beste draus und ziehe ab.

Du hast es mit Gesprächen versucht, mit einer Therapie - er hat alles abgeblockt und/oder abgebrochen. Dafür schön Kontakt zu den Kolleginnen gehalten. Was willst Du mit so einem Mann anfangen?

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du alleine zurecht kommst, an dem haste nach Stand jetzt nicht sehr viel zu verlieren. Aber ich würde mir an Deiner Stelle auch Gedanken um die finanzielle Zukunft machen, wenn Du selbst sagst, Du bist im Vergleich zu ihm da im Nachteil.

Auch Frauen verlieren mal Haus und Hof, aber es ist dann besser, noch mit einem Plus rauszugehen als geschädigt. Das Herz leidet ja auch schon, muss sich nicht unnötig auf die Geldbörse auswirken, oder?

Ich würde auch zu einem Anwalt raten, aber nicht mit der Intention: Wie komme ich in das Haus ohne ihn, sondern mit dem Ziel, den Ballast loszuwerden, bevor es u.U. knallt.

Habe da auch schon Erfahrungen gemacht (hatte mit meiner Ex einen großen Resthof mit entsprechenden Grundstück etc.), das wurde mir letztlich nach der Trennung der Ex von mir und Scheidung zu meinem Untergang, weil meine Ex sich lange Zeit weigerte, den Resthof billiger zu verkaufen, um den Ballast loszuwerden. Sie heiratete einen Ü80, der vermögend war, so war sie abgesichert, ich musste alleine klarkommen (waren noch viele etliche andere Umstände). Als ich dann nicht mehr zahlen konnte und auch gesundheitlich unterging letztes Jahr, wurde ich zahlungsunfähig, eine Insolvenz wurde bereits beantragt und ich lebe derzeit von ALG II mit Tendenz, evtl. als nicht mehr vermittelbar zu gelten.

Ich habe mich einigermaßen gut erholt und nehme mein Leben seit geraumer Zeit wieder in die Hand, aber die Nachwirkungen der gescheiterten Ehe hallen noch zeitweise nach......


L.G.

Udi

07.04.2018 08:38 • x 4 #7


Scream

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Erstmal zum Haus:
Es könnte natürlich ein Klotz am Bein werden, aber eigentlich muss ich doch nur überbrücken, bis ich irgendwann mal einen neuen Partner habe.
Ich war bei einer Anwältin für Familienrecht und mit dem Trennungsunterhalt könnte ich zumindest das Trennungsjahr über im Haus bleiben. Dann komme ich nur auch nicht dazu viel zu sparen. Lasse ich ihn ein Jahr im Haus wohnen (wer weiß was er alles umgestaltet), kann ich 12.000 Euro sparen, die müsste ich dann schon weniger an Kredit nehmen.
Da ich kein Kapital hatte und jetzt ein halbes Haus besitze, müsste ich ihm das Ausgleichen. Er hat 60.000 Euro an Eigenkapital im Haus stecken, davon würden ihm dann 30.000 zustehen, PLUS dem Geld für seine Hälfte vom Haus. Das wären nochmal 60.000 Euro, wenn man die Schulden schon abzieht. Ich bräuchte also einen zusätzlichen Kredit von 90.000 Euro...
Diesen Kredit kann ich rein rechnerisch zahlen, allerdings rechnet die Bank mit einem hohen Selbstbehalt, weshalb ich den Kredit trotzdem nicht kriegen würde.
Meine Überlegung ist jetzt, mir das Geld irgendwo privat zu leihen. Ein einfacher Übertrag des bisherigen Kredits auf mich wäre von der Bank aus kein Problem.
Ich könnte noch hoffen, dass mein Mann mir seine Hälfte überträgt, wenn ich ihm sein Eigenkapital wieder gebe... dann wäre ich mit 60.000 Euro raus.
Eine weitere Überlegung, die ich nicht einschätzen kann: Wir haben das Haus von meiner Mutter günstiger gekauft, weil die Differenz mein vorzeitiges Erbe sein sollte. Kann das als mein Eigenkapital angesehen werden? Dann würde der Ausgleich zur Scheidung natürlich anders ausfallen.

Es ist eigentlich total dumm das Haus zu behalten, aber ich kann mich nicht trennen. Ich würde es verkaufen, wenn mein Mann es wollte und wir dann etwas anderen aufbauen würden... aber wenn ich meinen Mann nicht haben kann, dann wenigstens das Haus. Beides zu verlieren kommt nicht infrage.


Jetzt zu ihm:
Heute geht es mir sehr schlecht. Ich habe die ganze nach von ihm geträumt und sofort nach dem Aufstehen angefangen zu weinen. Gestern war ich im Garten um Unkraut zu zupfen. In der Zeit hat er sich im Haus versteckt und sein neues Spielzeug aufgebaut (er hat sich neue Boxen gekauft, riesen teile, die im Wohnzimmer total schrecklich aussehen). Zwischendurch hat er mal einen Busch beschnitten und das war seine Aktivität draußen. Bei dem Haus gibt es draußen immer sehr viel zu tun, Hecke schneiden, den Busch schneiden, Rasen, Einfahrt fegen (oder Kärchern) und Fugen der Terrasse sauber machen. Und er? Schneidet in 30 Minuten den Busch und hat sein Tagesziel erreicht.
Ich habe jetzt erst gemerkt, wie sehr mich diese Ziele immer aufgeregt haben. Draußen war noch nie wirklich sein Ding. Wie soll das alles gepflegt werden, wenn er an einem ganzen Tag nur einen Busch schneidet?

Weiter...
Der Eheberater sagte mir, dass mein Mann wohl wirklich Probleme damit hat auf seine Gefühle zuzugreifen. Es könnte sein, dass er nie wirklich Liebe gefühlt hat. Sondern es einfach dafür gehalten hat und alles Weitere dann als logische Folge dazu kam. Nach dem Studium zusammen ziehen passte irgendwie, nach 5 Jahren zu heiraten war angemessen, das Haus zu übernehmen passte.. ich wollte es gerne haben, es musste weg (meine Mutter brauchte das Geld)... und jetzt, wo die Renovierung durch ist, folgt bei ihm die Leere.
Er selbst sagt, dass es 8 gute Jahre waren und es jetzt einfach nicht mehr passt, bzw. er einfach keine Gefühle mehr hat. Aber sie waren halt wohl mal da.
Und ich dumme habe es nicht gemerkt... ich bin immer weiter der Meinung, dass wir total gut zusammen passen, obwohl wir wirklich wenige Gemeinsamkeiten haben. Das war doch schon immer so, da hat sich nichts verändert?! Und wir waren doch glücklich zusammen? Ich habe alle seine Hobbies und Macken akzeptiert. Ist es nicht das, was man in einer Beziehung macht? Ist das nicht Liebe, wenn man jemanden so nimmt wie er ist?
Wieso ist seine Liebe dann weg? Ich hab doch alles akzeptiert. Ja, S. war mir nie so wichtig und es ist NIE etwas von mir ausgegangen. Das hat ihn gestört, aber er ist so lange damit zurecht gekommen, auch das war schon immer so... ich dachte er kann damit umgehen.
Ich will ihm nicht unterstellen mich nie geliebt zu haben. Das wäre doch auch für mich sehr schlecht? Ich habe es nicht gemerkt?! Ich habe ihn geheiratet und bin der Meinung, dass wir zusammen alt werden sollten. Und jetzt bin ich ihm egal? Wenn ich mich um den Garten kümmere ist er lieber drin?! Er schafft es nichtmal sich auch draußen aufzuhalten? Wieso nicht? Bin ich ihm wirklich so egal, oder geht es ihm doch schlecht und er hält es nicht aus? Leider fällt es mir schwer das zu glauben.

08.04.2018 14:48 • #8


Nostraventjo


Ich denke dass ihr nie wirklich miteinander geredet oder gestritten habt, sondern immer alles in euch ein gefressen habt. Wenn man Probleme nicht miteinander bespricht, staut sich das. Das wird zum großen Teil wohl sein Problem gewesen sein. Ich finde seine ganze Art und Weise absolut unfair und für dich tut es mir sehr leid. Vor allem da das Haus eigentlich dir gehört, und er aufgrund blöde Ansprüche wohl jetzt als Eigentümer des Hauses fungiert. Mir wird es da genauso gehen wie dir, das Haus an jemanden zu verlieren der einen einfach so ab schreibt, das tut weh. An deiner Stelle würde ich den Kontakt erstmal komplett abbrechen und mich auch garnicht mehr bei ihm blicken lassen, vielleicht arbeitet es dann in ihm und er erkennt, was er da eigentlich abzieht und was er mit dir verloren hat.

08.04.2018 15:44 • #9


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Sream, sorry, aber Du verrennst Dich da massiv in Deiner Problemwelt. Was verständlich ist, kennen wir alle.
Ein Haus ist immer ein Ort der mit sehr vielen Emotionen verbunden ist. Willst Du dir das wirklich weiter antun? Du sprichst davon ein Haus zu halten, am besten mit einem neuen Partner innerhalb eines Jahres. Hallo? Weder gibt es eine Garantie dafür, dass Du so schnell wieder jemand findest bzw. heißt das auch nicht, dass dieser in die Hütte einziehen will, die Dein Mann mit Dir erworben hat. Wichtig ist, dass Du selber ersteinmal die Trennung verarbeitest. Das kann lange dauern (weit über ein Jahr). Bei Schnellschüssen besteht die Gefahr, dass es wieder zur Trennung kommt.
Und da sind Dinge, die für Außenstehende ziemlich klar machen, warum er nicht mehr wollte.
Zitat:
Wieso ist seine Liebe dann weg? Ich hab doch alles akzeptiert. Ja, S. war mir nie so wichtig und es ist NIE etwas von mir ausgegangen.

Ganz ehrlich? Das ist graumsam. Für einen normal funktionierenden Mann ist dies Folter. Ich kenne das auch noch aus der Endphase meiner Ehe. Als Mann ist regelmäßiger Sechs wichtig. Auch um die Partnerin spüren zu können, die Bindung zu halten. Fällt das weg, orientiert man sich anders. Fehlender Sechsualität ist immer ein Warnzeichen. Und das ist auch ein Punkt an dem Du arbeiten solltest. Sechsualität ist kein Pflichtprogramm, bei dem Frau dann steif wie ein Brett liegen bleiben muss und es über sich ergehen lassen muss. Nein, auch Du darfst und solltest aktiv sein, Deinem Mann zeigen was Du willst und das Du ihn begehrst.
Auch Eure Aufteilung im Alttag finde ich persönlich gruselig. Hier wird nebeneinanderher gelebt wie im Bilderbuch. Wo soll da Verbindung und Gemeinschaft enstehen. Ihr habt einen riesen Garten. Das alles frisst Zeit. Und Dein Mann könnte sich in dieser Zeit sicher viele tolle Dinge mit Dir vorstellen. Aber dann heißt es schnell :Nee Schatz, heute ist doch sonnig, ich muss die Geranien schneiden. nee Schatz, nachher muss ich dies und das noch tun. Ja, und schon hast Du dich mancher lästiger Pflicht (Sechsualität / Nähe) entzogen. Ja, wirst Du ganz anders sehen, bei einem Partner kann dies aber auf Dauer so ankommen.
Und nochmal zum Thema Geld: Ein Haus kostet sehr viel Geld im Unterhalt / Abgaben / Reparaturen. Wenn man dieses Geld nicht hat, geht es nicht. Du verschuldest Dich für einen Traum, den Du allein halt nicht leben kannst. Dann ist halt erstmal wieder Zwei Zimmer Wohnung und Balkon angesagt. Und dann kann man - nach Verarbeitung - mal irgendwann wieder auf Partnersuche gehen.

08.04.2018 16:09 • #10


uwe74


Zitat von Scream:
Erstmal zum Haus:
Es könnte natürlich ein Klotz am Bein werden, aber eigentlich muss ich doch nur überbrücken, bis ich irgendwann mal einen neuen Partner habe.


Hallo scream,

also Deine Rechenmodelle kann ich nicht abschätzen, ob das alles so hinkommt, aber auf obiges Zitat wollte ich mal kurz eingehen.

Verstehe ich Dich richtig, dass der nächste Partner in Deinem Leben deshalb bei Dir ist, damit Du das Haus behältst? Ich hoffe, ich habe das missverstanden, oder?

Deine angedachte Überbrückung ist m.E. von so vielen Unwägbarkeiten und möglichen Gefahren umgeben, mir wäre das Risiko einfach zu hoch. Und wer weiß, wann Du überhaupt wieder einen Partner hast. Diese Herangehensweise halte ich nicht gerade für optimal, eher für fast schon ein bisschen fahrlässig. Aber es ist Dein Leben, wirst hoffentlich schon wissen, was Du Dir da ausdenkst.

L.G.

Uwe aka Udi

08.04.2018 16:26 • x 2 #11


Scream

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Nein, mein neuer Partner wäre nicht nur dazu da, um mit mir in dem Haus zu wohnen! Und ich suche auch nicht händeringend einen! Ich bin noch lange nicht dazu bereit mein Herz irgendwem anders zu geben...
Ich will es im Moment einfach nicht einsehen, dass ich das Haus nicht halten kann. Ich zwinge mich dazu geduldig zu sein und ihn nicht direkt morgen zu bitten sich doch eine Wohnung zu suchen. Es fällt mir unendlich schwer, und es kommt mir schon so lange vor! Dabei bin ich erst vor 10Tagen ausgezogen.
So ein Trennungsjahr ist doch eigentlich dazu da, dass man merkt ob man sich wirklich scheiden lassen will... ich denke da ist dann auch Zeit um sich über das Haus klar zu werden.
Für mich ist klar, dass wir es verkaufen wenn ich es nicht nehme/nicht nehmen kann. Denn für ihn ist es wirklich zu viel und er würde es auch nur behalten, damit die nächste Frau mit ihm da wohnt und sich kümmert. Er hängt nicht daran. Naja, das ist ja auch egal im Moment.

Ja, es gab sicher irgendwelche Anzeichen dafür, dass es nicht mehr läuft. Aber es ist nicht so als hätte ich mich seiner Nähe entzogen. Natürlich gab es viele Aufgaben im Haus und im Garten, aber die haben unsere gemeinsame Zeit nicht so begrenzt wie seine Hobbies. Wenn ich zurückblicke auf die Zeit vor dem Haus, haben wir auch schon vieles getrennt unternommen. Es war einfach schon immer so und es war gut. Wir haben uns quasi in der Mitte getroffen.
Für mich hat es oft schon gereicht von einer Anwesenheit zu wissen. Und er war noch nie jemand der viel kuschelt. Auch da habe ich ihm also nichts vorenthalten.
Nach dem S. ist er immer schon sofort aufgestanden (meistens morgens halt) und auch an sonstiger Nähe war es eben eher wenig. Das war etwas was er nicht ändern konnte/wollte.
Auch wenn wir uns nie gestritten haben, ich habe nichts in mich hinein gefressen. Ich habe vieles angesprochen. Nur is es ihm eben immer schwer gefallen selbst etwas zu sagen. Gerade was seine Gefühle oder Zukunftspläne anging hatte er nie etwas zu sagen. Ich habe gemerkt, dass ihm das immer sehr unangenehm war. Ich habe mich darauf verlassen (und es ihm auch gesagt) das er ruhig was sagen kann, wenn irgendwas nicht passt.
Veränderungen sind schwierig, das weiß ich. Aber sie sind in gewissem Maße machbar. Ich will mehr kuscheln und mehr Nähe, dann habe ich auch mehr Lust auf S.. Das hat er mir nicht geboten, S. hatten wir trotzdem aber eben nicht mehr so viel wie am Anfang (ist doch nach 9 Jahren vielleicht auch normal?) und auch nicht so abwechslungsreich. Er hat es aber auch nie versucht zu ändern. Ich eben auch nicht.

Ich weiß selbst nicht was ich von allem halten soll. Lassen wir das Haus außenvor! Was war das für eine Beziehung? Ich idealisiere diesen Menschen.
Ich habe ihm zur Hochzeit eine Kiste geschenkt in der 100 Zettel sind, 100 Gründe weshalb ich ihm liebe. Weil mir das ich liebe dich nie über die Lippen gekommen ist. Er hat 17 Zettel angesehen... mehr nicht. 17! Die Kiste stand immer in seinem Sichtfeld, sie war immer da... im Laufe der Jahre hat er nie wieder einen Zettel geöffnet. Nur diese 17
Und ich stelle fest, dass alle diese Gründe bei mir weiterhin zutreffen. Sie sind noch aktuell.
Ich bin ein schwieriger Mensch, was Zuneigung zeigen angeht. War ich schon immer. Er hat mich trotzdem geheiratet. War ich zu naiv? Darf ich gar nicht glauben, dass ein Mann mit jemandem wie mir langfristig auskommen kann?

08.04.2018 20:35 • #12


Scream

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Wir hatten am Donnerstag Hochzeitstag. Also gestern vor 9 Jahren sind wir offiziell zusammen gekommen, gestern vor 4 Jahren haben wir geheiratet, gestern vor 5 Wochen bin ich ausgezogen.
Ich habe den Tag besser überstanden als ich dachte. Ich rege mich tierisch darüber auf das ich ihm so egal bin. Wie kann man einem Menschen so egal sein, wenn man so lange zusammen war, verheiratet war? Wie geht das?
Er meldet sich nicht von selbst. Als er schrieb das ich Post habe, habe ich leider gefragt wie es ihm geht. Ganz gut soweit, er habe ja viel Arbeit mit dem Garten. Ist er so unsensibel oder macht er das mit Absicht? Schickt mir ein Bild vom Garten mit verlegten Randsteinen... ich habe lange gebettelt und genervt, er hat sie nie fertig gemacht.
Halbherzig hat er gefragt wie es mir geht. Einen Tag später hat er auch gefragt was denn eigentlich die Katzen machen. Ende der Kommunikation. Das war letzten Sonntag.

Ich kann spontan nächsten Dienstag zur Reha fahren. Extra wegen der Trennung beantragt. Ich erhoffe mir einiges.
Trotzdem bleibt die Frage: Wie kann man einem Menschen so egal sein? Wäre nicht selbst Hass besser als diese Gleichgültigkeit?

04.05.2018 21:50 • #13


Ex-Mitglied


Liebe @ scream, ich wollt dir nur sagen, dass ich deinen Titel des Themas mega gut finde, es ist schon spät, ich schreib einandermal meinen Senf dazu .
LG

04.05.2018 22:45 • #14



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