Hoffnungen, Misstrauen Eifersucht etc.

Ehemaliger User

hallo,
mir hat dein beitrag sehr gut gefallen und ich glaube diesmal tatsaechlich verstanden zu haben.
ich will versuchen, meine jetzige partnerschaft mehr in dieser richtung zu fuehren.
vielleicht hast du diesmal tatsaechlich jemanden vor der trennung helfen koennen.

nochmals danke und besten gruss,
schnecke

14.04.2003 18:52 • #1


Ehemaliger User


Hallo nopinball,

ich kann das nur dick unterstreichen was Du hier schreibst. Aber ich fürchte, es ist in den meisten Fällen leider nur eine Vision, ein Wunschdenken, zumindest hier bei uns, in einer in ihren "Freiheiten" völlig überforderten Gesellschaft. Die - jüngeren - Menschen hier haben keine Chance mehr, das Bewußtsein zu bekommen das man unbedingt braucht um die nötigen Einsichten zu bekommen, denn jedes Bemühen in dieser Richtung wird von täglich suggerierten Voruteilen und egoistischen Ansprüchen im Keim erstickt.

Es sei denn, sie haben unglaubliche Härten erlebt und sind wieder aufgestanden aus dem Dreck, in den sie gefallen sind oder gestoßen wurden. Die einen werden dadurch egoistisch, hart, lieblos und ungerecht, die anderen konsequent, aber auch großzügig, und demütig vor der Macht der Liebe und des Glücks.
Wer hat noch den Mut und möchte demütig und rücksichtsvoll sein, in einer Zeit, wo die Religion "Egoismus" Hochkonjunktur hat und kurzfristig die Puppen tanzen läßt?

Gottseidank gibt es noch einige Wenige, die sich die Mühe machen, auf den Partner einzugehen. Nur daß es genau _die_ wieder erwischt mit einem Egozentriker als Partner.

Aber Hoffnung gibt es, nach langer Zeit habe ich jetzt einen Menschen gefunden, der mit mir an einem Strang ziehen will.
Eine warmherzige junge Frau, die volles Vertrauen haben, sich auch fallen lassen kann...
Ich werde diese Liebe erst einmal nicht in einer herkömmlichen, s.uellen, Partnerschaft ausleben, weil mir dieser Zustand des Glücks zu kostbar erscheint um ihn zu zerstören. Der Wunsch ist da, aber wahre Liebe fordert nicht...
Vielleicht ist es das, was wir aufgeben müssen: Den Anspruch, daß wir alles in einer Person bekommen...

cu

15.04.2003 08:52 • #2



Hoffnungen, Misstrauen Eifersucht etc.

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Ehemaliger User


Hallo alle zusammen!

Ein sehr interessantes, weil doch aktuelles (immer aktuelles!) Thema.

Es klingt alles so wunderbar, einfach und logisch. Was es eigentlich auch sein sollte.
Nur habe leider auch ich feststellen müssen, dass es, wie so viele Dinge im Leben, eben doch nicht so einfach umzusetzen ist.

Nopinball und haben es schon angesprochen, dennoch möchte ich es noch mal wiederholen.
Der Mensch kann als Single sehr gut, ausgefüllt und unter gewissen Umständen auch glücklich leben.
Der eventuelle neue Partner sollte als *Sahnehäubchen* im Leben betrachtet werden. Als eine liebenswerte und wundervolle Zugabe und nicht als Grundsatz.

Leider, leider fällt es oft sehr schwer dies auch im realen Leben als Paar umzusetzen.
Endweder sind beide (das wäre ja noch ein Idealfall) völlig auf einander fixiert und leben nur füreinander, oder beide drängen nach außen, dass man sich fragt, ob eine solche Beziehung überhaupt noch eine Beziehung im herkömmlichen Sinne ist, oder aber, wie in den allermeisten Fällen zutreffend, versucht einer der Partner sich in dem immer enger werdenden goldenem Käfig zu behaupten oder gar zu befreien.

Ich denke auch, dass es im gewissen Sinne altersabhängig und erfahrungsbedingt ist, sich selbst nicht *aufzugeben*, sondern "nur" hinzugeben.
Die Probleme lassen sich nicht leicht aus der Welt schaffen.
Es ist ein verdammter Teufelskreis.
Je mehr ich mich bemühe, diplomatisch oder auch energisch, mich zu behaupten und zu entfalten, um so mehr klammert mein Partner.
Sein Misstrauen wächst mit jeder Handlung, mit jeder Bitte um Freiraum. Sein Klammergriff wird (unbewusst) immer enger. Sei es, er kommt mit Worten oder Geschenken.
Der Gedanker, dass man nur *Geheimnisse* und Freiräume braucht, wenn man etwas Schlimmes zu verheimlichen hat frisst sich immer mehr in ihn hinein.
Das er nicht nur dem Partner sondern auch sich selbst damit nichts Gutes tut sieht er nicht. Will er vielleicht nicht einsehen.

Möglich, dass er es ändern möchte, aber kommt er noch aus seiner Haut?
Was ist, wenn er in der früheren Beziehung in diesem Punkt böse und schlechte Erfahrungen gemacht hat? Woher soll das Vertrauen und Wissen kommen, dass es diesmal anders ist?
Er liebt und will unter allen Umständen verhindern, diese Liebe wieder zu verlieren.
Wie ein Schmuckstück, dass im Safe eingeschlossen wird. Nur damit man es einfach besitzt....

Oft ist es leider so, dass man die Sünden der Vorgänger auszubaden hat.
Ja, und ich glaube auch, dass all diese Dinge nicht nur mit Vertauen zu regeln sind, sondern auch das Selbstwertgefühl spielt dabei eine bedeutende Rolle.
Glaubt er nicht an sich selbst, zweifelt er an sich, (wie auch immer), zweifelt er an der Zuneigung des Partners, so tritt man auf der Stelle.
Er will Beweise für die Liebe, und er akzeptiert nur die vollkommene Aufgabe, absolute Rekapulation.

Er sieht nicht, dass DAS falsch ist.
Was kann ich dann tun, außer versuchen mit ihm zu reden, aber er es nicht akzeptieren und verstehen kann?
Wenn er selbst diese Freiräume nicht braucht oder will und somit meiner Logik nicht folgen und das nötige Verständnis nicht aufbringen kann?

Ich weiss, dass man sich selbst bei dieser ganzen Beziehungskiste nicht vergessen sollte. Man sollte sich seine eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen halten.
Womöglich, und nichtmal arg weit hergeholt, ist wohl doch etwas an uns/mir, dass unsere Partner SO sind!?
Nur, wenn er nicht redet, woher soll ich wissen, was es ist?

Ich finde diese Erfahrung sogar fast schwieriger zu meistern, als den Trennungsschmerz.
Mit diesem muss ich mich allein auseinandersetzen. In der Beziehung muss ich auch für den Partner denken.

Liebe Grüße Nicole

15.04.2003 09:46 • #3


Dom


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Nur ein Wort. Zum Thema „falsch“.
Was ist „falsch“, was „richtig“?
Ich denke, es gibt nicht entweder falsch oder richtig, sondern nur eine ziemlich subjektive Interpretation der Umstände.
Jede/r spiegelt seiner Sicht in den Spiegel seine/r Interpretation und zieht Schlüssel aus dem, was er/sie dort sieht.
Es mag schon sein, dass ich etwas als für mich falsch interpretiere. Muss es deswegen für jemanden anderer ebenso falsch sein? Wie wäre es hier mit der Weg des Kompromisses oder – viel besser noch – der Kommunikation? Wenn mir die Informationen für eine Handlung fehlen bin ich eher dazu geneigt sie als „falsch“ zu interpretieren... Und woher sollte der/die „Betroffene/r“ wissen, was ich warum als „falsch“ empfinde?

Lee Dacocca gab mal zum Besten: „Die einzige Möglichkeit, Menschen zu motivieren, ist die Kommunikation.“
Ich denke, dieser Grundsatz lässt sich sehr ausdehnen...

Dom

15.04.2003 12:26 • #4


Ehemaliger User


Lieber Dom,

natürlich gebe ich dir Recht, das das Wörtchen *falsch* Auslegungssache ist.
Es ist wohl sicherlich klar, dass ich meinte, was dem Einen genehm ist, ist dem Anderem unangenehm.  ;)

Man/ich begibt sich trotz Angst und jeglicher Befürchtungen dennoch nach einem solchen Schlag wie die vorangegangene Trennung in die neue Beziehung. Knüpft daran viele Hoffnungen, findet das Glück und die vermisste Liebe wieder.

Nach einiger Zeit dann, die Scheuklappen werden langsam abgelegt, kommen die alltäglichen Probleme zum Vorschein. Endweder hat man sie bis dato nicht bemerkt oder sehen wollen oder der Partner hat sich eben von einer besseren bzw. anderen Seite gezeigt. Wie man selbst ja sicherlich auch.  :)

Die Toleranz und Offenheit, trotz dem innigen Wunsch nach Nähe, war ja da. Nun ist die Frage, warum jetzt nicht mehr? Ebenso gibt es da ja sicher auch andere Dinge. Z.B. ein lange verborgen (verheimlicht) gebliebener, relativ hoher Nikotinverbrauch (meinerseits).  :o

Ich will an dieser Beziehung arbeiten, meine Hoffnungen nicht begraben.
Ich zweifle nicht an der Liebe und an der Echtheit der Gefühle. Weder bei ihm noch bei mir.
Ich/wir müssen nur daran arbeiten, dass sie nicht zerbrechen. Nicht an diesen *simplen* und doch eigentlich einfachen Angelegenheiten.

Ich wünsche allerseits das Beste!

Liebe Grüße Nicole

15.04.2003 14:42 • #5


Dom


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Liebe Nicole,

es gibt viele Wege, zum Ziel zu gelangen. Jede/r entscheidet sich immer wieder aufs Neue für einer davon, meist wohl dann, wenn sog. Probleme auftreten.
>>> Die Toleranz und Offenheit, trotz dem innigen Wunsch nach Nähe... <<<, wie Du schreibst, genügt dennoch meist nicht, jemanden wirklich nahe zu sein, zu kommen. Da ist schon ein weiterer Schritt notwendig. Und hier genau drückt einmal wieder der verrückter Schuh: wie kann ich mein Innerstes zeigen, ohne mich verletzlich zu machen?
Es bleibt nichts also, als für sich abzuwägen, inwieweit Vertrauen „für sich gut investiert“ werden kann, ohne das dieses als Waffen gegen einem selbst gerichtet werden könnte.
Ich denke, dass genau hier ebenfalls das Wort „Partnerschaft“ seiner vollen Pracht erhalten oder verlieren kann (soll?).
Vielleicht hilft die Strategie, sich nicht verletzen zu lassen, was auch immer geschieht! Immerhin entscheide doch ich, was mich wie, wann, warum trifft! Und wenn ich mir dieses VORHER bewusst bin, warum sollte dann noch auch nur eine Pointe mich treffen?
Die Zeiten auf der Schulbank des Trennungsschmerzen soll einem doch befähigen, genau besagtem Schmerz vor der Türe stehen zu lassen. Oder?

Einen wundervollen Tag,

Dom

16.04.2003 07:19 • #6


Ehemaliger User


Hallo ihr Lieben!!

Ich weiss, dass man neue Wege beschreiten wird und auch muss. Auch weiss ich, dass die Wegegabelungen die Probleme (selbstgemachte oder schwerer wiegende) in der Partnerschaft sind.
Nur will ich den *neuen* Weg nicht allein gehen.
Ich will diese Partnerschaft nicht aufgeben, knüpfe grosse Hoffnungen an die Möglichkeit der Einigung. Querfeldein?  ;)

Die Schule der Schmerzverarbeitung, Selbstfindung und Lebensneugestaltung bin ich auch gegangen. Habe hart gearbeitet und gelernt.
Und ich weiss wie ich mich vor Verletzungen schützen kann und (manchmal auch leider) werde.
Ich lasse nichts mehr allzu nahe an mich heran.
Keine *Pointen*, keine Sticheleien, Kritik o.ä. So aber auch, und das macht mich unsicher, Gefühle, Emotionen und enge Bindungen.

Ich kann mich noch sehr gut errinnern, dass ich vor einigen Monaten etwas von meiner Burg erzählt habe. Dass ich darin sitze, geschützt und von allem abgeschottet.
Nun kam aber jemand, der sie erklimmen wollte. Ich habe auch die Zugbrücke herunter und ihn über den Wassergraben gelassen. Aber er steht immer noch vor dem geschlossenem Tor und der dicken Mauer.
Ich kann ihn sehen, ihn hören, aber ich habe ihn *noch?* nicht ganz hereingelassen.  :-/

Welches *Vertrauen* fehlt mir noch?
Nein, ich vertraue ihm was Ehrlichkeit angeht, aber ich (und das liegt NICHT an ihm) vertraue ihm mein Herz, meine Seele nicht an.
Das tue ich bei niemandem.
Das wird auch der Punkt sein, warum er nicht näher in mich dringen kann. Er versucht es, will ganz sicher nichts böses, aber ich sperre und sträube mich dagegen und fange unbewusst an, mich zurückzuziehen. Suche meine *Freiheit*. Meine *Sicherheit*. Vor was?

Ist das nicht alles verrückt?
Seine Unsicherheit (Eifersucht) kann ich mir dadurch erklären, dass er ja fast nichts von mir weiss und ich mich auch nicht *preisgebe*. Er weiss weder etwas über meine Gefühle, Wünsche, Gedanken. Aber er ist ebenso, und ich dränge ihn nicht. Ein Fehler?
Ich beharre auf meinem Standpunkt: MEIN Leben, MEINE Erfahrungen, MEINE Gedanken, ICH ICH ICH... :-[

Nein, ich gebe niemandem die Schuld an irgendetwas. Es gehören immer zwei dazu, und ich habe meinen Anteil schon *geleistet*.

Ob mir diese Erkenntnisse etwas nützen werden?
Ich hoffe es so sehr!!!

Liebe Grüße Nicole

16.04.2003 12:57 • #7


Ehemaliger User




Hallo Nicole,

Himmel, was habe ich mich durch Deine Worte wieder angesprochen gefühlt ...  :o

Ich bin seit wenigen Monaten auch wieder in einer Beziehung und fühle mich (zumindest was Deine Seite angeht) sehr ähnlich.
Durch die Trennungserfahrung, die ich in den letzten 2 Jahren gesammelt habe, habe ich gelernt, nur noch ICH selbst zu sein und diesen Standpunkt auch zu verteidigen.
Auch ich lasse nur wenig an mich heran, auf der einen Seite wenig schlechtes, aber auch das positive dringt nicht ganz bis zu mir durch. Ich bin im Gegensatz zu früher relativ nüchtern und die rosarote Brille war schnell beiseite gelegt.
Ich bin auch fordernder geworden und prüfe, was mir an der Beziehung nicht passt, und versuche dies dauernd zu ändern (was aber nicht immer geht, denn 2 Menschen sind nun mal 2 Menschen und ich kann auch nicht wie die Prinzessin auf der Erbse behandelt werden, nur weil ich mal schlimme Erfahrungen machen musste..... so verhalte ich mich aber teilweise.... naja, wenigstens weiß ich es, dass ich zur Zeit auch nicht einfach bin! )

Dein Bild von der Burg gefällt mir sehr gut.
Ich habe meinem Prinz am Anfang alle Türe und Tore geöffnet, gefiel mir auch ganz gut, aber nach einiger Zeit habe ich doch gemerkt, dass ich in meinem Bergfried lieber alleine sein will ) Er kann gerne in der Nähe sein, aber eine gewisse Distanz brauche ich einfach. Seltsam. Kenn ich nicht von mir. Ich habe mich früher gerne komplett geöffnet. Oder ist es einfach zu lange her, als dass ich mich so richtig erinnern kann?

> Welches *Vertrauen* fehlt mir noch? Nein, ich vertraue ihm was Ehrlichkeit angeht, aber ich (und das liegt NICHT an ihm) vertraue ihm mein Herz, meine Seele nicht an.  Das tue ich bei niemandem. Das wird auch der Punkt sein, warum er nicht näher in mich dringen kann. Er versucht es, will ganz sicher nichts böses, aber ich sperre und sträube mich dagegen und fange unbewusst an, mich zurückzuziehen. Suche meine *Freiheit*. Meine *Sicherheit*.                       Vor was? Ist das nicht alles verrückt? <

Meine Worte!!!
Ich finde es auch verrückt und mir geht es ähnlich. Ich verstehe mich gar nicht, aber mir fehlt diesbezüglich auch noch die Erfahrung. Er ist quasi mein 2. Freund erst, die erste Beziehung ging ja 8 Jahre und ich kenne damit nur wenige Beziehungsanfänge und weiß mich daher kaum einzuschätzen. Ist sehr interessant, man lernt wieder neue Seiten an sich kennen....
Aber es ist auch anstrengend irgendwie.
Vielleicht brauchen wir einfach mehr Zeit? Wieso mit der Brechstange die Burgmauern durchbrechen? Vielleicht geht das von ganz alleine?
Und vielleicht war es auch noch etwas früh für eine neue ernste Beziehung? (Aber wer weiß schon vorher, was ernst ist und was nicht?)

Mein Partner reagiert übrigens ähnlich: Er überhäuft mich mit Liebesbeweisen und Liebe allgemein usw. - evtl. Unsicherheit? Und ich bin dann schon wieder erschreckt davon. Verrückt.

Und jetzt?
Bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht, Nicole!!
Schon interessant, was man für Dinge in die nächste Beziehung mit hereinschleppt. Ich hätte mir das alles etwas einfacher vorgestellt Pustekuchen!

Wünsche alles Gute und bis bald wieder
maryleen

16.04.2003 13:49 • #8


Ehemaliger User


Liebe Maryleen!

Huch  :o, was habe ich mich erschrocken, deine Zeilen zu lesen.
Du hast recht, es gleicht meiner Geschichte fast genau.

Deine Beschreibung, alles nüchtern und ohne rosarote Brille zu sehen, trifft den Nagel auf den Kopf. Wo sind nur meine/unsere
romantischen Gefühle geblieben?
Haben wir nicht lange um Liebe gefleht? Und nun, jetzt wo wir sie haben könnten, nehmen wir sie nicht an.
Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht können.

Mein Singleleben dauerte genau 1,5 Jahre nach 13 Jahren Beziehung bzw. 8 Jahren Ehe.

Zitat:
Er kann gerne in der Nähe sein, aber eine gewisse Distanz brauche ich einfach. Seltsam.


Nein, das allerdings empfinde ich nicht als seltsam. Ich denke mir, dass dies völlig normal ist und legitim.
Für den ANFANG, nur irgendwann muss eben auch diese Distanz überwunden werden, sonst kann ich die Beziehung wohl für die Zukunft vergessen.

Da bleibt immer noch die Frage nach dem Grund. Was ist der Grund, dass wir uns nicht komplett öffnen? Die vorangegangenen Erfahrungen oder liegt es doch mit am neuen Partner?
Liegt es zu 100% an uns?

Liebe Grüße Nicole

16.04.2003 14:41 • #9


Ehemaliger User



HI Nicole,

es tut immer wieder gut, jemanden gefunden zu haben, der gerade in einer ähnlichen Situation steckt, ob das nun in einer Trennungsphase ist oder aber in einer .... sagen wir mal "wirren" Situation, in der man sich selbst hinterfragt und das eigene Verhalten (noch) nicht versteht!

Du hast recht, wo sind die romantischen Gefühle geblieben?
Bei mir ist das ziemlich wechselhaft. Ich bin mal sehr romantisch drauf und dann wieder launisch und schwierig. Und nüchtern. Und je näher er auf mich zugeht, desto zickiger werde ich. Lässt er mir aber den Freiraum, spüre ich auch, wie ich wieder auf ihn zugehen kann.
Dieses typische Spiel irgendwie, aber ich wollte es nie spielen. Wollte eigentlich über solchen Dingen stehen. Hm. Bisher noch nicht gelungen, muss ich gestehen.

Ich war ein halbes Jahr Single nach 8 Jahren Beziehung (davon allerdings die letzten 1,5 Jahre Ablösungsprozess, bin schon im Frühjahr 2001 hier im Forum aufgetaucht ) - ich schiebe viel auf den "frühen" Beziehungsbeginn, aber man sucht sich ja sowas bekanntlich nicht unbedingt aus (falls jetzt irgendjemand auf die Idee kommt zu sagen: "Hättest Du eben noch etwas gewartet...")

Wie lange steckst Du denn in Deiner neuen Beziehung?
Denn Du schreibst, dass für den Anfang der Wunsch nach Distanz ok. ist, dass aber irgendwann die Distanz überwunden werden sollte. Wann sollte denn Deiner Meinung nach die Beziehung tiefer werden? Dafür gibt es doch eher keine festgelegten Zeiten. Oder hast Du Dir hier ein Muster vorgestellt?

Tja, und warum wir uns noch nicht vollständig öffnen, liegt entweder daran, dass es noch Zeit braucht oder daran, dass ER nicht der Richtige ist. Ich denke mal, das werden wir noch herausfinden, das wird die Zeit bringen, oder?
Möglich, dass es mit am Partner liegt. Ich weiß es bei mir noch nicht, ich glaube es aber eher nicht.

Ach, manchmal denke ich, dass die Trennung damals bei mir eine Gedankenspirale ausgelöst hat (jeder hier kennt das ja) und seither bin ich am Denken, Denken, Denken. Man denkt die vergangene Beziehung durch, man verarbeitet durch Analyse, Denken usw. usw. und dann bedenkt man sein Single-Leben und mittlerweile denke ich in meiner neuen Beziehung.
Ist doch eigentlich vollkommen überflüssig. Zumindest dieses übertriebene Denken.
Naja, aber da kann ich (noch) nicht aus meiner Haut.
Ich lasse einfach mal laufen und höre und fühle weiter in mich hinein.... und irgendwann wird sich der Weg zeigen!

Oder wie siehst DU das?
LG
maryleen
                                     

16.04.2003 15:59 • #10


Ehemaliger User


Liebe Maryleen!

Tja, nun sitze ich auch hier und DENKE, DENKE, DENKE. Als wenn ich die letzten Monate nichts anderes getan hätte.  ;)

Zuerst einmal zu deiner Frage bzw. Feststellung:
Zitat:
Tja, und warum wir uns noch nicht vollständig öffnen, liegt entweder daran, dass es noch Zeit braucht oder daran, dass ER nicht der Richtige ist.


Das ER nicht der Richtige ist, DENKE ich nicht. Ich weiss bzw. bin mir ziemlich sicher, daß ich ihm sonst gar nicht erst die *Zugbrücke* geöffnet hätte. Sprich: ich hätte mich von Anfang an nicht näher auf ihn eingelassen.
Es war ja nicht so, daß ich in der Singlezeit nicht einige, teils wundervolle Männer kennengelernt hätte. Allerdings habe ich es bis auf einen vollkommen misslungenen Versuch gar nicht erst probiert, ob es was *werden* könnte.
Dieser besagte Versuch ist jämmerlich an mir selbst und meinem bis dato noch starkem Trennungsschmerz gescheitert.
Ich habe einen Menschen und mich selbst furchtbar verletzt, was ich so nie wieder wollte.
Aber bei meinem jetzigem Freund (wir sind jetzt übrigends genau ein halbes Jahr zusammen) war es von Anfang an anders.
Hier schlug der sprichwörtliche Blitz ein. Beim allerersten Aufeinandertreffen, auf den ersten Blick.  ;) Die Luft hat geknistert vor Spannung.
Ich weiss nicht wieso, aber von da an, bei ihm, hatte ich absolut keinen Gedanken mehr an Vorsicht oder Zurückaltung. Alle meine guten Vorsätze waren auf einmal vegessen.
Das sagt mir irgendwie, er IST der Richtige.
Ich weiss nicht, ob hier der Zeitfaktor eine Rolle spielte.

Romanik.... Tja, liegt es am Alter? An den Erfahrungen?
Natürlich bin ich gern mit ihm zusammen. Spüre diese Nähe, diese Geborgenheit mit ganzem Herzen. Und ich gebe sie (hoffentlich) zurück.
Dieses Spiel, das *Komm mir nicht zu nahe, denn ich will zu dir kommen...* ist auch nicht mein Ding.
Das Dumme hierbei ist, dass es bei ihm ähnlich ist. Auch er ist ein gebranntes Kind. Und somit treffen zwei gleichgepolte Menschen aufeinander. Ziehen sie sich an oder stossen sie sich ab?
Wir haben den Punkt der Distanzüberwindung noch nicht erreicht. Zu allerest spüre ich es eben daran, dass keiner von uns Beiden sich richtig geöffnet hat. Dies wird sicherlich noch eine Zeit dauern, bis die völlig verrosteten Scharniere des Burgtores sich öffnen lassen.
Zudem reden wir beide (leider) nicht über Gefühle oder Emotionen. Nach diesen 6 Monaten hat noch keiner von uns Beiden dem anderen ins Gesicht gesagt: "Ich habe dich lieb." o.ä.
Zu spüren ist es gewaltig, es ist greifbar, aber verbal nicht vernehmbar.

"Durch diese Aussage begebe ich mich in Abhägigkeit und mache mich verletzbar, durch die Angst, diese Gefühle nicht erwidert zu bekommen."
So ein Schwachsinn, und dennoch ist es traurigerweise so.

Ja, ich bin mir sicher, des alles ist nur eine Zeitfrage und an kein bestimmtes Muster gebunden.

Auch ich bin leider ein totaler Kopfmensch. Ich brauche für Alles rationale und logische Erklärungen. Kann Nichts als einfach gegeben hinnehmen.
Meine gescheiterte Ehe, mein Singleleben und nun meine *neue* Beziehung.
Mein Kopf macht mir die meisten Probleme, da ich ohne DENKEN gar nicht kann.
So passiert es mir immer öfters, dass ich anfange zu interpretieren und dabei oft neben den Tatsachen liege.

Schwieriges Pflaster und den Gedanken, dass das nun einfacher sein sollte nach unserem *Lernprozess*, habe ich schon begraben.

Viele liebe Grüße Nicole


16.04.2003 19:30 • #11


Ehemaliger User


Hallo Nicole,

also auch so eine Denkerin wie ich
Ob man das auch irgendwann wieder ablegen kann?
Wiegesagt, ich habe das Gefühl, durch meine Trennung bin ich zunächst entgleist, dann habe ich wieder eine Spur gefunden, aber es ist eine andere als vorher (klar!), und diese neue Spur beinhaltet permanentes Denken und Hinterfragen.
Geht mir eigentlich ziemlich auf die Nerven Naja, vielleicht wird das auch noch besser irgendwann und man kann die Dinge sich einfach mal entwickeln lassen.

Bis dahin kann ich mich ja in diesem Forum weiter austoben!
Du bist also der Ansicht, es kann bei Dir nicht daran liegen, dass ER nicht der Richtige ist. Das denke ich bei mir auch, bin mir aber noch nicht sicher, schließe es also auch noch nicht aus.
Ich kenne Deinen Charakter nicht richtig, aber meinst Du nicht, dass man auch einem Menschen die Zugbrücke geöffnet hätte, der nur vermeintlich richtig für einen ist?
Ich denke, es zeigt sich erst in späteren Monaten, ob jemand richtig zu einem passt oder nicht. Man würde nie bewusst einen falschen an sich heranlassen (meistens zumindest), aber dass man nur "die richtigen" reinlassen würde, denke ich auch nicht.

Fühlst Du Dich denn nun soweit glücklich und zufrieden in der Beziehung?
Ich bin mir bei Deinen Sätzen nicht ganz sicher. Oder bist Du am Schwanken und es ist mal so und mal so?
Hast Du denn mal mit IHM gesprochen? Über diese Distanz? Oder darüber, dass Ihr nicht über Gefühle sprecht ("Ich habe Dich lieb usw.")? Vielleicht würde ein Gespräch dabei schon helfen?

Bei mir sind diese Schwankungen stark ausgeprägt! Der Drang nach Freiheit und der Drang nach Nähe. Beide ziehen an einem Strang, an entgegengesetzten Enden!
Ich glaube, mein "armer" Freund weiß manchmal gar nicht, was los ist mit mir und meinen Launen. Wir fahren jetzt über Ostern ein paar Tage weg und ich hoffe, ich komme dann wieder in etwas ruhigere Phasen.

-> Schwieriges Pflaster und den Gedanken, dass das nun einfacher sein sollte
nach unserem *Lernprozess*, habe ich schon begraben. <-


Ich glaube, ich bin gerade dabei, das zu lernen )) Werde ich wohl auch begraben!
                                       
Dann wünsche ich mal schöne Ostern und bis bald wieder!!
LG
Maryleen                                    

17.04.2003 12:11 • #12



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