phil1983
Mitglied
- Beiträge:
- 4
- Themen:
- 2
- Mitglied seit:
ich möchte hier im Forum meine aktuelle Sitatuation schildern und fragen, ob ihr Tipps für mich habt, wie ich meine Lage bewältigen soll. Aktuell wirkt alles düster und ohne Hoffnung.
Ich wohnte 5 Jahre lang bei meiner Freundin (in ihrem Haus) in einer Patchworkfamilie (ich mit 8jährigem Sohn, sie mit 7jähriger Tochter). Ich bin 30 Jahre alt und hatte noch nie im Leben eine derart intensive und glückliche Beziehung. Sie äußerte immer wieder dass ich ihr Mann fürs Leben wäre und dass ich ihr endlich einen Heiratsantrag machen sollte. Da wir beide berufstätig sind, war die gemeinsame Zeit knapp aber immer schön. Die gemeinsame Zukunft war fest in meinem Kopf verankert. Sie war die Konstante in meinem Leben.
Dann - wie aus heiterem Himmel - offenbarte mir meine Freundin dann, dass sie sich nicht mehr sicher wäre, ob ihre Gefühle noch ausreichen würden und dass sie sich trennen will.
Für mich war dies ein riesiger Schock, der mich erstarren lies. Es war wie ein Albtraum. Ich konnte 2 Nächte trotz massenhaftem Alk. (normalerweise bin ich strickt gegen Alk.) kein Auge zutun. Ich dachte nur immer "Das muss ein Traum sein, das kann nicht wahr sein!". Sie offenbarte mir zusätzlich, dass sie ihren ersten Freund wiedergetroffen hätte und dieser Freund ein Seelenverwandter wäre ("Wir verstehen uns ohne Worte") und sie nicht von ihm lassen könnte.
Was die Sache noch um 100% schlimmer machte ist die Tatsache, dass mein Sohn bei seiner psychisch gestörten Mutter aufgewachsen ist, die ihn auch gegen mich aufgehetzt hatte. Es ging vor Gericht, ihr wurde das Kind weggenommen und kam erstmal zu einer Pflegemutter und dann in ein Pflegeheim (1 Jahr). Es war für mich und für ihn eine entbehrungsreiche und äußerst harte Zeit. 2011 erhielt ich dann das Sorgerecht.
Mit diesem "Background" hatte ich mir geschworen, für mein Kind stabile Umgebung zu schaffen und immer für ihn dazu sein.
Durch diese Umstände hatte (und habe) ich eine massive Existenzangst. Ich bettelte meine Freundin regelrecht an, uns nicht zu verlassen. Sie sollte uns im Haus wohnen lassen und ich würde ihr die Affaire erlauben. (Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist - aber die Sitation war/ist für mich extrem schlimm). Für mich war es das Ende, es fühlte sich an wie Sterben. Nach der ersten schlaflosen Nacht (es sollten noch weitere fast schlaflose Nächte folgen) wendete ich mich an eine gute Freundin, die mich und meinen Sohn dann eine Woche bei sich aufnahm. Sie hat sich rührend um uns gekümmert, ich telefonierte quasi ununterbrochen mit Gott und der Welt, nur um meine traumatische Erfahrung immer und immer wieder zu erzählen. Letztlich hat mich das vorm Durchdrehen bewahrt.
Das Problem ist jetzt, dass mein Sohn seit er bei mir ist, im Ort viele Freunde gefunden hat. Er hat hier seine Schule, seinen Fußballclub. Daher war es für mich unbedingt erforderlich im Ort eine Wohnung zu finden. Leider gibt es hier extrem wenige freie Mietwohnungen (3-4), die entweder extrem teuer oder extrem klein sind. Es ist eben ein sehr kleiner Ort.
Es geht mir schon ein etwas besser (ich weiß, dass ich sie vergessen muss), ich kann zumindest wieder mehr Stunden schlafen und es gibt Momente in denen ich nicht an sie denke. Die Nächte sind jedoch schlimm, da niemand zum reden da ist und ich mich immer wieder frage, wie ich das als alleinerziehender vollberufstätiger Vater alles stemmen soll. Mein Arbeitsweg sind (einfach) 2 Stunden, ich habe daher sehr lange Arbeitstage (12-14 Stunden). Aktuell bin ich noch krankgeschrieben, aber es muss irgendwie weitergehen.
Ich hatte schon immer eine eher negative Grundstimmung und hatte auch schon früher in Alltag und Beruf Überlastungserscheinungen ("Burnout"). Daher frage ich mich, wie ich alleine meinen Alltag organisieren kann und wie ich das alles schaffen soll. Zu all dem kommen noch die tiefe Wunde, die meine Ex-Freundin hinterlassen hat.
Viele Grüße,
Philipp
Du bist noch so jung u. hast alle Möglichkeiten der Welt, eine neue liebe Partnerin zu finden.