Sternschnuppe24
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Ich befinde mich seit einigen Wochen in einem emotionalen Ausnahmezustand und bitte euch, als unbeteiligte, neutrale Personen meine Situation zu bewerten und eine Einschätzung abzugeben.
Über den moralischen Aspekt brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da mir bewusst ist, wie ich handele - ich befinde mich gefühlsmäßig einfach in der Zwickmühle und würde gerne eine Lösung herbeiführen. Im Vorfeld danke ich allen, die sich diesen Text zu Gemüte führen und mir dabei helfen, den „richtigen“ Umgang oder Weg zu finden!
Ich (w, 40 J.) bin seit 20 Jahren mit meinem Mann zusammen und 12 davon verheiratet. Wir haben zwei Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Er ist mein erster und einziger Partner. In diesem Umstand liegt auch schon die erste Crux: meine mangelnde Erfahrung vor allem in sexueller Hinsicht. Unsere Beziehung wuchs langsam und basierend auf Werten der Treue, des Respekts und des sich meist wertschätzenden Umgangs. Wir haben sehr viele Tiefen überstanden und haben uns gegenseitig bewiesen, dass wir trotz aller Schwierigkeiten zueinander halten. Was wir leider völlig ignoriert haben, ist die Tatsache, dass vor allem ich von Anfang an diese Beziehung nicht auf leidenschaftlichen Gefühlen aufgebaut habe, sondern die Vernunft bei all meinen Entscheidungen im Vordergrund stand. Dieser Umstand ist meiner konservativen und sehr strengen Erziehung geschuldet.
Nun bricht alles über mich hinein und ich leide verstärkt darunter, dass ich meinen Partner mehr als Freund sehe, mit dem ich den Alltag teile, aber eben nicht als den Mann, mit dem ich Leidenschaft und innige Verbundenheit erlebe. So sehr ich ihn als Mann schätze (wir haben alle unsere Ecken und Kanten!), fehlt in mir absolut der Wunsch nach Nähe, Zärtlichkeit und 6.
Wenn, dann ist es so, dass ich ihn an mich ranlasse, ihm aber nicht das Gleiche zurückgeben kann. Das macht uns beide unzufrieden. Aktuell wird dieses Problem ignoriert. Gespräche wurden darüber geführt, jedoch ohne Idee einer Lösung. Per Knopfdruck Gefühle herbeizuführen, ist vergebene Lebensmühe.
Es ist wie es ist: ich habe mich in einen anderen Mann verliebt. Es war der klassische Blitzschlag. Und hier habe ich spüren dürfen, wie es sich anfühlt, wenn man wirklich verliebt und „scharf“ auf einen Mann ist. (Bemerkt sei, dass ich mich bisher äußerst selten so verliebt habe). Wir kennen uns nicht lange, aber von beiden Seiten besteht eine große Sympathie mit einigen Flirtansätzen. Aufgrund einer räumlichen Distanz von ca. 100 Kilometern kann man sich nicht über den Weg laufen. Jedoch habe ich starke Gefühle für ihn entwickelt, so dass ich innerhalb weniger Wochen alle Karten auf den Tisch gelegt und ihm meine Gefühle gestanden habe. Eigentlich ist mir bewusst, dass das ein Fehler war, aber der Grund dafür ist: ich wollte alles, was sich daraus entwickeln könnte, im Keime ersticken, damit man nicht noch mehr unter einer unabsehbaren Entwicklung leiden muss. Ich denke auch nicht, dass mehr als eine Affäre daraus entstehen könnte, weil ich verheiratet bin. Welcher Mann hat schon ernsthaftes Interesse an einer Ehefrau und Mutter?!?
Das Ende vom Lied ist, dass ich ihn damit komplett abgeschreckt haben muss. Auch er hat seine Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen. Anfangs dachte ich, zwischen uns könnte sich eine Affäre anbahnen, die ich - hormonell überflutet wie ich war - wahrscheinlich auch zugelassen hätte. Aufgrund meines schlechten Gewissens habe ich dann eben unserem Kontakt durch mein Gefühlsgeständnis kaum eine Chance gegeben, was ich aber im Nachhinein bereue. Er hätte sich dennoch eine innige Freundschaft zu mir gewünscht. Daraufhin bin ich auch zurückgerudert und habe mich für den Gefühlsausbruch entschuldigt und wir haben uns auf einen „Neustart“ geeinigt. Dieser Neue Anfang gestaltet sich jedoch gerade sehr zäh, weil ich seine Distanzierung bemerke. Es vergeht immer sehr viel Zeit bis ich eine Antwort auf Nachrichten erhalte.
Meine Frage ist: habe ich noch eine minimale Chance, dass wir unsere gerade erst begonnen Freundschaft fortsetzen können oder ist der Zug dafür endgültig abgefahren? Wie sind da eure Erfahrungen/Einschätzungen? Unabhängig von meinem Hormonrausch möchte ich diesen Menschen ungern aus meinem Leben streichen, weil er mir auch auf anderen Ebenen sehr ans Herz gewachsen ist, wenn auch innerhalb kürzester Zeit!
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Auf der einen Seite bin ich unglücklich verheiratet, möchte aber keine Ehe nur aufgrund fehlender Leidenschaft aufgeben. Auf der anderen Seite bin ich hoffnungslos verliebt und möchte dennoch irgendwie herausfinden, was zwischen meinem neuen Kontakt und mir wachsen könnte.
Ich weiß, dass es sehr egoistisch und auch irgendwie ambivalent und zweigleisig fahrend klingt. Was würdet ihr tun? Wie seht ihr meine Chancen bei dem anderen Mann und wie würdet ihr parallel dazu die Eheprobleme in den Griff kriegen?
Ich danke euch für alle möglichen Antworten und Tips und entschuldigt bitte, wenn ich jemandem auf den Schlips getreten bin oder das alles irgendwie unlogisch klingt. Das sind Gefühle wohl meistens 😅 Es ist nicht einfach.