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Ich bin in der letzten Zeit wehmütig

CiRa78

CiRa78


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@Begonie oder sie werden glücklich, bis an ihr Lebensende...who know's. Er ist auch kein schlechter Mensch. Bis zu einem bestimmten Punkt, hat er mich auf Händen getragen. Erst als ich mich anfing zu verändern, körperlich aber auch psychisch, selbstbestimmter wurde...quasi erwachsen wurde, ging das Drama los.

In ihr hat er wieder so ein Kind was sich formen lässt. Sie hat noch nie gearbeitet. Ich weiß gar nicht, ob sie eine Ausbildung gemacht hat. Bisher hatte sie immer irgendeinen Mann, der sie durchgefüttert hat. Soviel ich weiß, hat sie noch nie alleine gelebt. Nun ja und seit zwei Jahren liegt sie nun unseren Eltern auf der Tasche.

Nein, ich beneide beide nicht. Und mittlerweile bin ich mir auch bewusst, dass ich nicht alleine Schuld daran bin, dass wir gescheitert sind.

07.01.2022 12:07 • #31


Begonie


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Zitat von CiRa78:
dass ich nicht alleine Schuld daran bin, dass wir gescheitert sind.

Ich würde in diesem Zusammenhang nicht so sehr von Schuld sprechen. Jeder macht sich schuldig, sogar derjenige, der das vermeiden möchte.
Ich würde dem Wort die Schärfe nehmen und eher von Anteilen sprechen.
Gerade in einer Beziehung reagieren ja die Partner aufeinander und wenn keine böswillige Absicht dahinter steckt, sollte man auch nicht die Schuld in den Vordergrund stellen.

Es ist klar, dass an Beziehungskrisen jeder einen Anteil hat.

Ich schätze, Du hast es Dir zunächst in Deinem goldenen Käfig bequem gemacht und Dich angepasst. Und sicher hat am Anfang auch alles gepasst.
Aber Menschen verändern sich, auch in einer Beziehung. Du hast irgendwann angefangen, nach mehr Eigenständigkeit zu streben, Du wolltest selbstständiger agieren. Unabhängigkeitsbestrebungen und Freiheitswillen kollidieren dann mit den Vorstellungen des Partners, der ein anpassungsfähiges Frauchen gewöhnt ist und das auch so beibehalten möchte. Denn er ist nicht so flexibel und reif, dass er Verständnis aufbringen könnte bzw. der Frau einfach mehr Eigenständigkeit zugestehen kann, ohne sich und seine Position in Gefahr zu sehen. Dazu ist nicht jeder in der Lage, einer der ohnehin von Eifersucht geplagt ist, zweimal nicht.

Denn der will Sicherheit und Kontrolle. Er bleibt in seiner Haltung stehen, Du driftest zunehmend ab. In einer guten Beziehung, in der sich beide des anderen sicher sind, muss das nicht viel ausmachen. Die Beziehung bleibt, auch wenn die Partnerin auf einmal nach etwas anderem strebt, nach mehr Unabhängigkeit z.B.
Aber mit einem statischen Partner, der sich seiner selbst unsicher ist, kann das nicht funktionieren, denn er sieht nur Gefahr. Und Gefahr und Unsicherheit fordern ihren Tribut. Es kommt zu Vorwürfen, zu Klagen, gefolgt von verständnislosen Nachfragen und schließlich verändert es sich hin zu Verdächtigungen und Kontrollwahn.

Du hast sein Leben sozusagen in Gefahr gebracht und er wollte die völlige Kontrolle haben wie er es gewöhnt war.
Wenn einer stehen bleibt und nur der andere sich verändert und verändern will, weil vielleicht gewisse Dinge erkannt werden, z.B. das Gefühl des Eingesperrtseins und dann obendrein keine Perspektive da ist, geht das nicht mehr zusammen.

Nach vielen Konfliktsituationen, die beiden viel Energie kosten, ist es dann oft besser, einen Schlussstrich zu ziehen. Reife Partner können das dann auch und sich irgendwann sagen, es ging einfach nicht mehr zusammen. Er wollte was anderes als Du und Du was anderes als er.

Bei innerlich unsicheren Menschen ist es anders. Die müssen auch bei einer Trennung die Oberhand behalten und ein probates Mittel dazu ist die Schuldzuweisung an die Partnerin. Sieh hätte es ja gut gehabt, der Preis wäre nur Anpassung und Unterwerfung gewesen. Aber dieser Preis wird dann nicht mehr gezahlt.
Es gibt viele Exehepaare, die sich im Grund genommen auch nach einer Trennung noch immer auf dem Kriegsschauplatz aufhalten. Ich war ja der Gute oder die Gute, aber er oder sie? Und der andere macht es genauso. Wenn er anders gewesen wäre, dann ...
Anstatt eine saubere Trennung zu vollziehen, bleibt dann aber bei vielen ein unterschwelliger Groll auf den oder die Ex, sogar dann wenn beide neue Partner haben. Der Kriegsschauplatz wird innerlich nicht verlassen. Gut für den oder die Neue, denn wenn der Partner abgewertet und beschuldigt wird, kann das sogar die neue Beziehung stärken. Ein gemeinsamer Feind verbindet ungemein.

Bleib nicht in der Mühle hängen. Versuche, Dich ganz zu lösen und auch innerlich frei zu werden. Innere Vorwürfe an ihn bringen Dich nicht weiter und auch Schuldzuweisungen gegen Dich blockieren nur Dein Leben.

Du musst es irgendwann schaffen, Dich ganz davon abzulösen. Von den Gedanken an die materiellen Dinge, von der Eifersucht gegenüber der untüchtigen Stiefschwester. Was die beiden tun oder auch nicht, ist für Dich ohne Belang.

Erst wenn Du eines Tages ohne Groll an ihn denken kannst, hast Du den Absprung ganz vollzogen. Wie gesagt, eine Frage der Zeit, aber auch eine Frage der eigenen Gedanken. Es hat eben nicht mehr gepasst und mir waren Alleinsein und Eigenständigkeit wichtiger als ein Leben unter der Fuchtel.

07.01.2022 12:32 • #32


Begonie


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Zitat von CiRa78:
In ihr hat er wieder so ein Kind was sich formen lässt. Sie hat noch nie gearbeitet. Ich weiß gar nicht, ob sie eine Ausbildung gemacht hat. Bisher hatte sie immer irgendeinen Mann, der sie durchgefüttert hat.

Ist sonnenklar, dass nur so eine Frau für ihn in Frage kommt. Der würde sich doch nie und nimmer eine selbstbewusste Frau suchen, die ihre eigenen Vorstellungen hat. Männer wie er finden ausschließlich schwächere Frauen. Du warst eine davon.

07.01.2022 12:36 • x 1 #33




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