Vielen Dank für diese Denkanstöße.
Einerseits fühle ich mich wie gelähmt und produziere viele Tränen, wenn ich allein bin, andererseits muß ich ja noch weiter funktionieren wie bisher, da ich berufstätig bin. Es ist anstrengend. ich muß mich sehr oft zusammenreißen.
Zitat von Annika82:Du benötigst vor allem eines, nämlich deinen Grund warum du trotz der Verletzungen so lange bei ihm geblieben bist. Nich als Schuldzuweisung, sondern um zu verstehen, worauf du bei dir in Zukunft achten musst. Dabei kann es helfen zu gucken, ob es in deinem nahen familiären Umfeld eine Person gab, die entweder ähnlich, vielleicht abgeschwächt, so reagiert hat wie er. Oder gab es jemanden, dem du es recht machen musstest oder hinter dem du relmäßig zurückstecken musstet?
In meinem familiären Umfeld gab es keine ähnliche Person mit solchen Stimmungsschwankungen. Allerdings war es schon immer so, daß wir über Beziehungen und Probleme nie richtig gesprochen haben. Wie geht man mit Problemen um, was wäre wenn... das wurde vernachlässigt.
Ich habe sein Verhalten nicht immer als Verletzung gesehen, da seine Stimmungsschwankungen meistens überraschend kamen. Er war nicht gesprächsbereit also konnte ich nur abwarten, bis es wieder besser wurde. Und diese andere Seite mochte ich sehr.
Zitat von Annika82:mal Gedanken machen, ob du für dich professionelle Hilfe zur Aufarbeitung suchen möchtest. Das könnte dir helfen die gesamte Zeit besser zu verstehen und zu verstehen, was dich bei ihm bleiben ließ
Was ich nich nicht erwähnt hatte, ist, daß ich das Haus finanziert habe, das wir uns gemeinsam ausgesucht hatten. Er war total begeistert, mir gefiel es auch sehr gut und ich hab mich von ihm mitreißen lassen. Für mich alleine hätte ich das nicht gemacht.
Das Haus wurde weiter ausgebaut, vieles renoviert, Jahr für Jahr. Wir haben dafür viel Zeit, Geld und Nerven reingesteckt. Die Kinder haben eigene Zimmer bekommen und er hatte Platz für ein eigenes Arbeitszimmer. Ich hab ihm vertraut und mich auf ihn verlassen. Man fängt so ein großes Hausprojekt mit langjährigen Krediten nicht an, um es nach wenigen Jahren zu schmeißen. Es auch gab ein paar Unstimmigkeiten bzgl Handwerkern. Da war er mal furchtbar beleidigt ("ich mache hier gar nichts mehr")... Mir ist aufgefallen, daß seine Motivation bei dem Hausprojekt sehr nachgelassen hat, aber bei dem Ausbau der Kinderzimmer war er voll dabei.
Zitat von Annika82:weil du tief in dir weißt, dass du ihn schon lange hättest verlassen müssen und es jetzt ungerecht findest, dass er zu allem was passiert ist, dich verlassen hat, bevor du es tun konntest:
Tatsächlich habe ich früher wenige Male aber nur für kurze Zeit tatsächlich gedacht, wenn wir nur eine Mietwohnung gehabt hätten, dann wäre es leichter gewesen zu gehen.
Ich bin aber nicht so ein Mensch, der schnell aufgibt.
Immer das beste daraus machen ist mein Leitgedanke. Niemand ist perfekt. Seine Art hatte ich akzeptiert.
Es hat lange gedauert, die Nachbarn kennenzulernen und irgendwann dachte ich: jetzt ist es soweit, endlich angekommen, hier können wir bleiben und gut zusammen leben.