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Ich bleibe ja nur wegen den Kindern

Kummerkasten007


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Da diese Aussage immer und immer wieder kommt, und die Eltern oft gar nicht wissen, was sie ihren Kindern antun, finde ich das nachfolgene Interview ziemlich gut. Auch in Bezug auf gegenseitigen Hass.

https://www.stern.de/familie/beziehung/ . 82500.html

Zitat:
Und Kinder haben ein hohes Bedürfnis nach Gerechtigkeit, sie verteilen am liebsten halbe, halbe. Ich frage zum Schluss immer: Was wünschst du dir, wenn du an deine Eltern denkst? Ist es noch nicht ganz so schlimm, wünschen sie sich, dass die Eltern wieder zusammen sind. Ist es relativ schlimm, kommt der Wunsch, dass sie nicht mehr streiten. Ist es richtig schlimm, lautet die Antwort: dass sie gar nicht mehr zusammentreffen. Diese Kinder haben das Vertrauen verloren. Sie wollen nur noch eins: den Cut.


Vielleicht ist der Artikel dazu da, dem einen oder anderen einen Denkanstoß über das eigene Verhalten zu geben.

Die Kinder vorzuschieben ist für mich die feigste Art, keine Verantwortung übernehmen zu wollen.

15.12.2018 09:46 • x 1 #1


AlfredENeumann


Zitat von Kummerkasten007:
Die Kinder vorzuschieben ist für mich die feigste Art, keine Verantwortung übernehmen zu wollen.


Nicht feige. Nur falsche Priorität. Falsche Umsetzung. Falsche Sicht.
Jahrelang war das meine Sicht. Wegen/für die Kinder zusammenbleiben. Nicht weil ich keine Verantwortung übernehmen wollte, sondern weil das meine Sicht der Verantwortung war. Die Kinder waren die letzte große Gemeinsamkeit. Das was mich und meine Ex-EF noch verband. Das letzte, übrig gebliebene gemeinsame, große Ziel. Reicht nur nicht. Doch das hab ich damals nicht erkannt.

15.12.2018 09:54 • x 2 #2


Mann


Zitat von Kummerkasten007:
Da diese Aussage immer und immer wieder kommt, und die Eltern oft gar nicht wissen, was sie ihren Kindern antun, finde ich das nachfolgene Interview ziemlich gut. Auch in Bezug auf gegenseitigen Hass.

"Ich bleibe nur wegen der Kinder" setzt aber nicht zwingend gegenseitigem Hass und ständige Streits voraus. Es gibt überaktivierte und unteraktivierte Beziehungen. Zu den unteraktivierten Beziehungen zählen die sprichwörtlichen Geschwisterehen. Da fehlt dann zwar jegliche Leidenschaft, aber der Umgang ist oft erstaunlich konfliktarm. Auf diese Fälle bezieht sich die Richterin jedoch gar nicht.

Viel interessanter erscheint mir die folgende Aussage:
Zitat:
Man glaubt nicht, was Facebook und Whatsapp an Ehekrisen produzieren. Man blockt sich beispielsweise gegenseitig. Wir machen inzwischen Vereinbarungen, in denen steht, dass die Eltern sich nicht blockieren dürfen. Wir regeln, wer mit wem auf welche Weise kommuniziert.

15.12.2018 12:07 • x 1 #3


Solskinn2015

Solskinn2015


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Klasse Artikel. Habe ich auch so erlebt. Kinder wurden leider im Gerichtssaal vernommen.

Kabarettcharakter hatten wir auch.

Die Richterin war aelter und lebenserfahren. Hat uns extra ihren Lieblingsvergshrensbeistand zugeordnet, weil es so assig war bei uns.

Ja Richterin sprach immer direkt die Exe an, aber immer mit den Worten: bei ihnen beiden.

15.12.2018 12:32 • x 1 #4


Tabea2018


Bei gegenseitigem Hass oder ständigen Streitigkeiten in einer Beziehung zu verbleiben, wäre ja wohl auch hochgradig ungesund. Eine Geschwisterehe wäre für mich aber auch nicht lebenswert (Geschwister habe ich zu genüge). Auch nach vielen Jahre möchte ich noch Leidenschaft und Nähe empfinden. Verantwortungsvolle Eltern können auch eine Trennung vollziehen ohne dass die Kinder massiv leiden müssen.

15.12.2018 14:20 • #5


Mann


Zitat von Tabea2018:
Eine Geschwisterehe wäre für mich aber auch nicht lebenswert (Geschwister habe ich zu genüge). Auch nach vielen Jahre möchte ich noch Leidenschaft und Nähe empfinden.

Es ging aber nicht darum, was für die Eltern lebenswerter ist, sondern die Frage war, ob die Kinder vom Verbleib in der Ehe profitieren. Bei einer Geschwisterehe erscheint dies durchaus denkbar. Es ist nämlich ein Trugschluss, dass Kinder mit friedlichen Trennungen gut klarkommen. Tatsächlich leiden Kinder selbst bei vorbildlichen Trennungen sehr oft unter schweren Loyalitätskonflikten. Verschärfend kommen noch die sozioökonomischen Folgen hinzu, die auch von Kindern als sehr traumatisch empfunden werden können, wenn sich zum Beispiel die Wohnsituation erheblich verschlechtert und aufgrund von Umzug oder geändertem Betreuungsbedarf ein Schulwechsel erforderlich wird.

15.12.2018 17:06 • x 2 #6


Tabea2018


Eine Geschwisterehe schadet Kindern vielleicht grundsätzlich nicht, aber was wird ihnen darüber vermittelt? Das immer der Verstand über Gefühle herrscht? Ich wünsche mir, dass meine Kinder ihren Gefühlen vertrauen, verstehen, dass Beziehungen sich entwickeln/verändern.
Ich halte es nicht für einen Trugschluss, dass Kinder mit friedlichen Trennungen klarkommen. Loyalitätskonflikte entstehen meiner Meinung nach nur, wenn Eltern die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Kinder nicht im Blick haben. Wenn emotionale Sicherheit gegeben ist, dann hat man auch die Kraft in schwierigen Situationen eine Lösung zu finden. Das Leben lässt sich nicht programmieren.
Ich würde so ziemlich alles für meine Kinder tun, nur nicht mit einem Mann leben, den ich nicht liebe und das würden meine Kinder auch nie von mir erwarten. Kinder gehen ihre eigenen Wege, und das ist auch gut so ....

15.12.2018 19:00 • #7


Mann


Zitat von Tabea2018:
Eine Geschwisterehe schadet Kindern vielleicht grundsätzlich nicht, aber was wird ihnen darüber vermittelt? Das immer der Verstand über Gefühle herrscht?

Leidenschaftslosigkeit ist in sehr langen Beziehungen doch keine Ausnahme, sondern eher der Normalfall. Wenn dies grundsätzlich ein Grund zur Trennung wäre, dann läge die Scheidungsrate vermutlich noch wesentlich höher.

15.12.2018 19:16 • #8


ManuelH


Kann das gut verstehen, traurig einfach das Paare zb. Kinder oder das Haus und Kredite als Bindemittel sehen. Was man menschlich nicht halten kann das versucht man dann über Kinder (emotionaler Druck und Erpressung) oder eben dann über Haus und Hof und Kredite (wirtschaftliche Erpressung und Druck). In dem Fall eben Kinder Mittel zum Zweck. Was Kinder denken ist im Grunde egal auch wenn sie mal jammern dürfen.

15.12.2018 19:27 • #9


Tabea2018


Leidenschaftslosigkeit...... Absolut nicht meins. Ich lebe lieber alleine, als in einer Beziehung zu verharren, in der ich nichts mehr spüre. Nähe, sich zugewandt sein, sich in den Augen des anderen verlieren, das wäre eine Option, mein Leben mit jemanden zu teilen.

15.12.2018 19:44 • x 1 #10


Tabea2018


Sollte die Scheidungsrate wirklich eine Rolle spielen, wenn es darum geht, eine liebevolle Beziehung zu führen?
Ich bin nicht so der WG-Typ, Freundschaften kann ich auch anders pflegen. Mein Leben teilen, jemanden ganz nah an mich heranlassen, Höhe und Tiefen teilen, das sollte dann schon besonders sein. Aber jeder hat halt so seine Prioritäten im Leben. Für eine 'Vernunftehe' ist das Leben zu kurz.

15.12.2018 20:06 • x 1 #11


Lug


Tabea du hast leicht reden wenn du keine Kinder, haus etc hast.
Nimm Mal deinen Kindern Ihr haus und ihren tollen Papa weg. Nur weil ' die gefühle weg' sind. Und setz ihnen deinen neuen ( mit dem du Leidenschaft lebst) vor die nase. Und? Wie fühlen sich die Kinder?

15.12.2018 20:53 • #12


ManuelH


Problem halt das sich gestörte Menschen halt so binden. Kinder und Haus rennen auch bei eigener Idiotie nicht so schnell weg, Partner auch nicht und kann man zumindest über Thema Geld und Kids da noch ewig stalken.

15.12.2018 21:03 • #13


Tabea2018


Das ist fern ab von der Realität. Ich habe drei Kinder. Mein Exmann hatte das Bedürfnis sich neu zu orientieren, auf eine nicht ganz so 'nette' Art und Weise. Ich habe ihn bis zum Ende unserer Beziehung geliebt, sonst hätte ich nicht mit ihm leben können. Heute weiß ich, dass die Trennung sinnvoll war. Ein Zusammenleben wäre für mich nicht mehr denkbar. Ich liebe meine Kinder und sie mich.
Es geht nicht darum, sich unreflektiert Gefühle hinzugeben, aber es ist mir absolut nicht möglich, mit einem Mann mein Leben zu teilen, wenn ich ihn nicht liebe. Bei mir gab es übrigens keinen Neuen, ich bin seit 4 Jahren Single.

15.12.2018 21:14 • x 1 #14


Tabea2018


Zitat:
Es ging aber nicht darum, was für die Eltern lebenswerter ist, sondern die Frage war, ob die Kinder vom Verbleib in der Ehe profitieren. Bei einer Geschwisterehe erscheint dies durchaus denkbar

Mann/Frau/Kinder: Für mich sind das unterschiedliche Beziehungsebenen. Warum sollten Kinder von einer Geschwisterehe profitieren? Was nehmen sie darüber mit? Das immer alles konfliktfrei funktioniert?
Wie sollen sie dann lernen mit den eigenen Bedürfnissen, die vielleicht nicht immer der Norm entsprechen, umzugehen? Veränderungen gehören zum Leben dazu und können sich durchaus als wertvoll erweisen.
Ich denke, dass in erster Linie glückliche Eltern Kinder stärken und sie davon profitieren.

16.12.2018 11:40 • #15




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