erdbeerblumen
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erdbeerblumen
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Scheol
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Zitat:Ich öffnete mich ihm, dass ich verschiedene psychische Erkrankungen habe. Die Depression, soziale Ängste, usw.
erdbeerblumen
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mokka_23
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Worrior
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Canis_Lupus
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Error
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Sonnenschein85
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Balu85
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Zitat von mokka_23:Die Heterosex uelle Datingkultur ist echt der wilde Westen zur Zeit.
Taja1976
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Scheol
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Zitat von erdbeerblumen:..
Zitat:Ich bin weiblich und 26 Jahre alt. Da dies wahrscheinlich durchaus Einfluss auf meine Bindungsmuster hat, würde ich kurz ein paar Dinge zu meiner Vergangenheit sagen.
Zitat:Ich bin in einer Familie groß geworden, wo viel Angst und Unberechenbarkeit Gang und Gebe war. Mein Vater war meiner Mutter gegenüber gewalttätig und hat sie, trotz Trennung und dass sie nicht zusammenwohnten, gestalkt. Ich habe dies als Kind oft mitbekommen und mein Vater nutzte mich jahrelang auch aus, um an Informationen über meine Mutter zu kommen.
Zitat:Ich hatte immer Angst vor meinem Vater. Davor, wann er das nächste Mal explodiert. Ob er mich unterwegs einfach aus dem Auto schmeißt und stehen lässt, wie es schon mal passierte.
Zitat:Er wurde auch mir gegenüber handgreiflich, auch wenn es in erster Linie psychische Gewalt war, die er an mir ausübte. Das ging ungefähr bis zu meinem 8. Lebensjahr so.
Zitat:Da ereignete sich ein großer Streit. Mein Vater war völlig außer Kontrolle und wir mussten aus unserer Wohnung fliehen. Meine Mutter und ich, sind in Hausschuhen zu meiner Patin gerannt, dort riefen wir auch die Polizei.
Zitat:Wir lebten bis dato noch in der selben Stadt, in der auch mein Vater lebte. Ich war danach nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, aus Angst, ihm zu begegnen. Ich konnte auch eine zeitlang keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen.
Zitat:Wir zogen dann aus der Stadt aus, in eine ca. 25km entfernte Stadt. Dort ging ich in eine neue Grundschule, kam in die 3. Klasse. Aufgrund
Zitat:dass ich damals übergewichtig wurde,
Zitat:wurde ich stark ausgegrenzt und gemobbt. Auch von Lehrern, die mich vor der Klasse bloß stellten.
Zitat:Mir wurde auch mit Prügelei gedroht, was Gott sei Dank jedoch nicht passierte. Es blieb bei verbalen Angriffen und Beleidigungen. Leider zog sich das Mobbing bis zur 6. Klasse am Gymnasium.
Zitat:Mitte der 6. Klasse war ich aus plötzlich auftretenden Panikattacken lange nicht in der Lage, die Schule zu besuchen. Ich ging dann mit meiner Mutter in eine Klinik, wo jedoch vorrangig die behandelt wurde, was auch gut ist.
Zitat:Nach anderthalb bis 2 Jahren Klinik und Tagesklinik, besuchte ich das Gymnasium wieder. Ich zog mit 17 aus, in eine Wohneinrichtung für junge Menschen und Kinder mit psychischen Problemen, da ich ab dem 14 Lebensalter mehr oder minder schwere Depressionen entwickelte.
Zitat:Das Mobbing hörte auf, jedoch verbrachte ich den Rest meiner Schulzeit als Einzelgänger. Privat, wie an der Schule. Ich wusste einfach nicht wie ich Kontakte knüpfen und halten kann. Traute mich häufig auch nicht, auf andere zuzugehen.
Zitat:Ich konnte innerhalb der 3 Jahre, in der ich in der Einrichtung lebte, mein Abitur sowie meinen Führerschein absolvieren. Das gab mir Kraft und Selbstwirksamkeit, da ich anstrengende und lange Tage meisterte, auch wenn es mitunter schwer war und ich viele Fehlzeiten sammelte.
Zitat:Die Jahre danach, mit Beginn von Corona, begann leider eine Abwärtsbewegung. Ich zog aus der Einrichtung aus,
Zitat:Das war in etwa die Zeit, in der ich das erste Mal Tinder versuchte. Zu der Zeit war ich 20. Ich hatte vorher nie einen Freund, auch wenn ich mich lange danach sehnte. Die darauffolgenden 6 Jahre waren eine Kaskade an Versagen und Enttäuschungen. Ich traf überwiegend auf Männer, die mir das Blaue vom Himmel erzählten, mich jedoch recht schnell nach einem realen Kennenlernen wieder abwiesen. Ich traf in den letzten 6 Jahren viele Männer, mit keinem kam es zu einer Beziehung, geschweige denn einem normalen Kennenlernen. Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich nicht mit den Männern ins Bett ging, außer ganz am Anfang, als ich noch 20 Jahre alt und sehr naiv war.
Zitat:Mit jedem Mann, den ich kennenlernte und mit dem ich mir Hoffnungen aufbaute, wuchs in mir mehr und mehr dieses Monster der Verlustangst. Ich kann es nur Monster nennen, auch wenn ich es vielleicht nicht versteht.
Zitat:Ich war und bin jedoch schon immer sehr ruhig und introvertiert gewesen. Habe eine eher melancholische Ausstrahlung. Das bedeutet nicht, dass ich keine Gespräche führen kann oder mich nicht für andere Personen interessiere, im Gegenteil.
Zitat:Viele Kennenlernphasen brachen früh zusammen, weil ich entweder nicht so war, wie der Mann sich das vorstellte oder weil meine Verlustängste alles sabotierten.
Zitat:Und mit den vielen Texten, komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen, was mich verzweifelt macht. Ich habe so enorme Verlustängste entwickelt, sodass ich keine Beziehung anbahnen, geschweige denn halten kann.
Zitat:Im August letzten Jahres lernte ich das erste Mal in meinem Leben einen Mann kennen, der mich gerne regelmäßig treffen wollte. Ich konnte dies kaum glauben, war aber übermäßig glücklich darüber.
Zitat:Er wurde sehr schnell zum Zentrum meines Denkens.
Zitat:Dieses Kennenlernen, was in eine einmonatige Beziehung mündete, zerbrach schließlich an meinen Ängsten. Ich brauchte ständig die Versicherung, dass er mich nicht verlässt.
Zitat:Konnte die Zeit zunehmend nicht mehr frei genießen. Hatte Angst, ihn zu verlieren. Dass er mich hintergeht.
Zitat:Ich öffnete mich ihm, dass ich verschiedene psychische Erkrankungen habe. Die Depression, soziale Ängste, usw. Nicht um es als Ausrede zu nutzen, sondern in der Hoffnung, er könne mich besser verstehen.
Zitat:Er konnte jedoch nicht damit umgehen, je mehr Zeit verging. Er fühlte sich ausgesaugt von mir und meiner Suche nach Sicherheit. Machte mir oft Vorwürfe.
Zitat:Ich versuchte meine Ängste zu bessern, schaffte es aber nicht. Ich suchte mir Hilfe in einer Klinik, in der ich nun seit einigen Wochen bin.
Zitat:Ich sagte ihm offen, dass ich meine Ängste ohne professionelle Hilfe nicht unterdrücken kann.
Zitat:Er sagte oft, wenn ich einfach ruhig wäre, wäre alles gut.
Zitat:Dass er mich dann viel früher nach einer Beziehung gefragt hätte. Dass ich nur Steine in den Weg lege, es nur versaue, mir einen anderen Idi*ten suchen soll. Das sass mir alles schwer im Magen und ich werde diese Schuldgefühle nicht los. Dieses Schuldgefühl, eine erste Beziehung sabotiert zu haben.
Zitat:Einen Menschen, der mich vielleicht so gemocht hat wie ich bin,
Zitat:weggejagt zu haben, durch meine sche*ss Angst, verlassen zu werden. Ich versuche therapeutisch daran zu arbeiten, aber es fällt mir extrem schwer, dass ich für ihn wie gestorben bin.
Zitat:Ich bettelte um die Chance, doch erstmal die Klinik wahrnehmen zu können. An der Beziehung zu arbeiten, aber egal was ich sagte, es stieß ihn nur noch mehr ab.
Zitat:Ich weiß einfach nicht wie man mit einer psychischen Erkrankung einen Partner finden soll. Ich habe das Gefühl, nicht liebenswert zu sein.
Zitat:Dass ich es nicht würdig bin. Viele auf Station hier haben Partner, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen und es kommen mir jedesmal die Tränen. Vielleicht auch, weil ich es einfach schon 6 Jahre versuche, geliebt zu werden und zu lieben und diese permanente Ablehnung mir immer mehr den Lebenssinn vernebelt. Es kommen diese alten Gefühle hoch.
Zitat:Diese Entwertungen meines Vaters. Diese Ablehnungen aus der Schulzeit.
Zitat:Ich fühlt sich an, als hätte es kein Ende. Ich träumte immer von einer eigenen Familie. Von Kindern. Einem liebenden Mann. Dass meine Vergangenheit einfach Vergangenheit bleibt. Stattdessen verfolgt sie mich bis heute. Ich baute ungesunde Bindungsmuster auf.
Zitat:Kann schwer Grenzen setzen.
Wenn mich jemand betrügt, nehme ich ihn dennoch wieder an.
Ich kann mir selber schwer einen Wert geben.
Zitat:Dass ich es ihm nicht wert war oder er es nicht mehr ertrug, mir die Zeit in der Klinik noch zu geben.
Zitat:Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich stehe vor so einem Berg und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuche fit zu werden für eine Ausbildung, für ein Studium. Dass ich das diesmal schaffe, trotz meiner Ängste, die mich immer davon abhielten, wenn es konkret wurde.
Zitat:Zuhause gab es Tage, da konnte ich nicht mehr aufstehen. Da schlief ich bis 17 Uhr und wollte nicht mehr wach werden.
Zitat:Als ich ihn kennenlernte, kam etwas Farbe in mein Leben. Die ersten Treffen waren sehr schön und sanft. Er war liebevoll und zeigte anfangs Geduld. Emotional war er häufig fern, was mich in meine Ängste stieß. Dabei hat er sicher nur seine eigenen Themen und braucht Zeit, sich zu öffnen.
Zitat:Es fiel mir schwer, ihn nur einmal die Woche ⛔ zu sehen. Dass er lieber schreiben, ⛔ statt telefonieren wollte. Dass er auf meine normalen Gespräche häufig nur wenig ⛔ Resonanz entgegengebracht hat. Er meinte immer, er sei halt so. ⛔⛔
Zitat:Ich dachte immer, es liegt an mir. Ich bin falsch. Ich bin nicht lustig. Was ihn natürlich zunehmend nervte.
Zitat:Ich weiß, dieser Text ist furchtbar lang, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter. Seit diesem Kontakt fühlt es sich an, als sei mein Leben zu Ende, auch wenn es sich für euch übertrieben anhört.
Zitat:Ich versuche hier in der Therapie an meinen Themen zu arbeiten und manchmal habe ich auch das Gefühl, etwas Klarheit zu bekommen. Nur diese ständige Trauer übermannt es permanent. Ich kann mich kaum auf das Wesentliche konzentrieren.
Zitat:Ich habe versucht, aus der Klinik heraus ihn zu kontaktieren, dass ich gut angekommen sei, an meinen Themen arbeiten kann. Worauf nie eine Antwort folgte.
Zitat:Ich fühle mich wie ein Verbrecher. Er sagte anfangs selber, Beständigkeit sei ihm wichtig. Dass es sich mit mir richtig anfühlt.
Zitat:Ja, ich bin seit meinem 10. Lebensjahr in Therapien und Kliniken gewesen, mit zeitlichen Abständen dazwischen. Als Kind hatte ich die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung. Mit der Zeit kamen dann soziale Phobie, Persönlichkeitsstörung und chronische Depression dazu
Pixelia
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Zitat von erdbeerblumen:Es fiel mir schwer, ihn nur einmal die Woche zu sehen. Dass er lieber schreiben, statt telefonieren wollte. Dass er auf meine normalen Gespräche häufig nur wenig Resonanz entgegengebracht hat.
Zitat von erdbeerblumen:Er meinte immer, er sei halt so. Ich dachte immer, es liegt an mir. Ich bin falsch.
Zitat von erdbeerblumen:Ich fühle mich wie ein Verbrecher.
Zitat von erdbeerblumen:Er sagte anfangs selber, Beständigkeit sei ihm wichtig. Dass es sich mit mir richtig anfühlt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.