×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

15

Ich brauche dringend euren Rat und eure Hilfe

E

erdbeerblumen
Mitglied

Beiträge:
2
Themen:
1
Danke erhalten:
4
Mitglied seit:
Hallo. Ehrlich gesagt suche ich im Forum einfach ein offenes Ohr. Ich weiß nicht mehr wohin mit meiner Traurigkeit und Ratlosigkeit. Ich fühle mich unfassbar hilf- und machtlos.
Vielleicht kurz zu mir. Ich bin weiblich und 26 Jahre alt. Da dies wahrscheinlich durchaus Einfluss auf meine Bindungsmuster hat, würde ich kurz ein paar Dinge zu meiner Vergangenheit sagen.

Ich bin in einer Familie groß geworden, wo viel Angst und Unberechenbarkeit Gang und Gebe war. Mein Vater war meiner Mutter gegenüber gewalttätig und hat sie, trotz Trennung und dass sie nicht zusammenwohnten, gestalkt. Ich habe dies als Kind oft mitbekommen und mein Vater nutzte mich jahrelang auch aus, um an Informationen über meine Mutter zu kommen. Ich hatte immer Angst vor meinem Vater. Davor, wann er das nächste Mal explodiert. Ob er mich unterwegs einfach aus dem Auto schmeißt und stehen lässt, wie es schon mal passierte. Er wurde auch mir gegenüber handgreiflich, auch wenn es in erster Linie psychische Gewalt war, die er an mir ausübte. Das ging ungefähr bis zu meinem 8. Lebensjahr so.

Da ereignete sich ein großer Streit. Mein Vater war völlig außer Kontrolle und wir mussten aus unserer Wohnung fliehen. Meine Mutter und ich, sind in Hausschuhen zu meiner Patin gerannt, dort riefen wir auch die Polizei. Wir lebten bis dato noch in der selben Stadt, in der auch mein Vater lebte. Ich war danach nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, aus Angst, ihm zu begegnen. Ich konnte auch eine zeitlang keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen.

Wir zogen dann aus der Stadt aus, in eine ca. 25km entfernte Stadt. Dort ging ich in eine neue Grundschule, kam in die 3. Klasse. Aufgrund meines sehr ängstlichen und ruhigen Auftretens sowie, dass ich damals übergewichtig wurde, wurde ich stark ausgegrenzt und gemobbt. Auch von Lehrern, die mich vor der Klasse bloß stellten. Mir wurde auch mit Prügelei gedroht, was Gott sei Dank jedoch nicht passierte. Es blieb bei verbalen Angriffen und Beleidigungen. Leider zog sich das Mobbing bis zur 6. Klasse am Gymnasium. Mitte der 6. Klasse war ich aus plötzlich auftretenden Panikattacken lange nicht in der Lage, die Schule zu besuchen. Ich ging dann mit meiner Mutter in eine Klinik, wo jedoch vorrangig die behandelt wurde, was auch gut ist. Nach anderthalb bis 2 Jahren Klinik und Tagesklinik, besuchte ich das Gymnasium wieder. Ich zog mit 17 aus, in eine Wohneinrichtung für junge Menschen und Kinder mit psychischen Problemen, da ich ab dem 14 Lebensalter mehr oder minder schwere Depressionen entwickelte. Das Mobbing hörte auf, jedoch verbrachte ich den Rest meiner Schulzeit als Einzelgänger. Privat, wie an der Schule. Ich wusste einfach nicht wie ich Kontakte knüpfen und halten kann. Traute mich häufig auch nicht, auf andere zuzugehen.

Ich konnte innerhalb der 3 Jahre, in der ich in der Einrichtung lebte, mein Abitur sowie meinen Führerschein absolvieren. Das gab mir Kraft und Selbstwirksamkeit, da ich anstrengende und lange Tage meisterte, auch wenn es mitunter schwer war und ich viele Fehlzeiten sammelte.

Die Jahre danach, mit Beginn von Corona, begann leider eine Abwärtsbewegung. Ich zog aus der Einrichtung aus, damals noch Jugendamt-finanziert und zu meiner Mutter, die derweil ein neues Kapitel in einem anderem Bundesland startete. Ich wollte nur kurz bei ihr leben, bis ich mit dem Jurastudium anfangen wollte. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Ich war zwar eingeschrieben, jedoch sank ich immer weiter in das Loch der Depression und Isolation. Bis auf meine Mutter, hatte ich keine Kontakte mehr. Den Kontakt zu Mädels aus der Einrichtung verlor ich und es wurde sehr einseitig, was mich damals sehr verletzt hat.

Das war in etwa die Zeit, in der ich das erste Mal Tinder versuchte. Zu der Zeit war ich 20. Ich hatte vorher nie einen Freund, auch wenn ich mich lange danach sehnte. Die darauffolgenden 6 Jahre waren eine Kaskade an Versagen und Enttäuschungen. Ich traf überwiegend auf Männer, die mir das Blaue vom Himmel erzählten, mich jedoch recht schnell nach einem realen Kennenlernen wieder abwiesen. Ich traf in den letzten 6 Jahren viele Männer, mit keinem kam es zu einer Beziehung, geschweige denn einem normalen Kennenlernen. Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich nicht mit den Männern ins Bett ging, außer ganz am Anfang, als ich noch 20 Jahre alt und sehr naiv war.

Mit jedem Mann, den ich kennenlernte und mit dem ich mir Hoffnungen aufbaute, wuchs in mir mehr und mehr dieses Monster der Verlustangst. Ich kann es nur Monster nennen, auch wenn ich es vielleicht nicht versteht. Mein Selbstwert, der ohnehin immer schon geschädigt war, nahm mehr und mehr ab. Ich kämpfte, um mich zu bessern. Äußerlich, wie innerlich. Ich wollte diese ‚tolle, entspannte, Drama-freie und friedliche Frau sein‘, die alle suchten. Die eine Augenweide, gut im Kochen ist und weibliche Werte vertritt. Ich war und bin jedoch schon immer sehr ruhig und introvertiert gewesen. Habe eine eher melancholische Ausstrahlung. Das bedeutet nicht, dass ich keine Gespräche führen kann oder mich nicht für andere Personen interessiere, im Gegenteil.

Viele Kennenlernphasen brachen früh zusammen, weil ich entweder nicht so war, wie der Mann sich das vorstellte oder weil meine Verlustängste alles sabotierten.

Und mit den vielen Texten, komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen, was mich verzweifelt macht. Ich habe so enorme Verlustängste entwickelt, sodass ich keine Beziehung anbahnen, geschweige denn halten kann.

Im August letzten Jahres lernte ich das erste Mal in meinem Leben einen Mann kennen, der mich gerne regelmäßig treffen wollte. Ich konnte dies kaum glauben, war aber übermäßig glücklich darüber. Er wurde sehr schnell zum Zentrum meines Denkens. Dieses Kennenlernen, was in eine einmonatige Beziehung mündete, zerbrach schließlich an meinen Ängsten. Ich brauchte ständig die Versicherung, dass er mich nicht verlässt. Konnte die Zeit zunehmend nicht mehr frei genießen. Hatte Angst, ihn zu verlieren. Dass er mich hintergeht. Ich öffnete mich ihm, dass ich verschiedene psychische Erkrankungen habe. Die Depression, soziale Ängste, usw. Nicht um es als Ausrede zu nutzen, sondern in der Hoffnung, er könne mich besser verstehen.

Er konnte jedoch nicht damit umgehen, je mehr Zeit verging. Er fühlte sich ausgesaugt von mir und meiner Suche nach Sicherheit. Machte mir oft Vorwürfe.
Ich versuchte meine Ängste zu bessern, schaffte es aber nicht. Ich suchte mir Hilfe in einer Klinik, in der ich nun seit einigen Wochen bin. Er trennte sich Anfang Januar und wollte mir die Chance auch nicht mehr geben, dass ich in der Klinik erstmal Unterstützung bekomme. Ich sagte ihm offen, dass ich meine Ängste ohne professionelle Hilfe nicht unterdrücken kann. Er sagte oft, wenn ich einfach ruhig wäre, wäre alles gut. Dass er mich dann viel früher nach einer Beziehung gefragt hätte. Dass ich nur Steine in den Weg lege, es nur versaue, mir einen anderen Idi*ten suchen soll. Das sass mir alles schwer im Magen und ich werde diese Schuldgefühle nicht los. Dieses Schuldgefühl, eine erste Beziehung sabotiert zu haben. Einen Menschen, der mich vielleicht so gemocht hat wie ich bin, weggejagt zu haben, durch meine sche*ss Angst, verlassen zu werden. Ich versuche therapeutisch daran zu arbeiten, aber es fällt mir extrem schwer, dass ich für ihn wie gestorben bin. Ich bettelte um die Chance, doch erstmal die Klinik wahrnehmen zu können. An der Beziehung zu arbeiten, aber egal was ich sagte, es stieß ihn nur noch mehr ab.

Ich weiß einfach nicht wie man mit einer psychischen Erkrankung einen Partner finden soll. Ich habe das Gefühl, nicht liebenswert zu sein. Dass ich es nicht würdig bin. Viele auf Station hier haben Partner, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen und es kommen mir jedesmal die Tränen. Vielleicht auch, weil ich es einfach schon 6 Jahre versuche, geliebt zu werden und zu lieben und diese permanente Ablehnung mir immer mehr den Lebenssinn vernebelt. Es kommen diese alten Gefühle hoch. Diese Entwertungen meines Vaters. Diese Ablehnungen aus der Schulzeit. Ich fühlt sich an, als hätte es kein Ende. Ich träumte immer von einer eigenen Familie. Von Kindern. Einem liebenden Mann. Dass meine Vergangenheit einfach Vergangenheit bleibt. Stattdessen verfolgt sie mich bis heute. Ich baute ungesunde Bindungsmuster auf. Kann schwer Grenzen setzen. Wenn mich jemand betrügt, nehme ich ihn dennoch wieder an. Ich kann mir selber schwer einen Wert geben.

In der Klinik bin ich dann auch gelandet, weil ich zunehmend das Gefühl hatte, es nicht mehr zu schaffen nach der Trennung. Es zog mir den Boden unter den Füßen weg. Ich habe Angst, nie wieder jemanden kennenzulernen, der mich ansatzweise annimmt. Dass ich es ihm nicht wert war oder er es nicht mehr ertrug, mir die Zeit in der Klinik noch zu geben.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich stehe vor so einem Berg und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuche fit zu werden für eine Ausbildung, für ein Studium. Dass ich das diesmal schaffe, trotz meiner Ängste, die mich immer davon abhielten, wenn es konkret wurde.

Zuhause gab es Tage, da konnte ich nicht mehr aufstehen. Da schlief ich bis 17 Uhr und wollte nicht mehr wach werden. Als ich ihn kennenlernte, kam etwas Farbe in mein Leben. Die ersten Treffen waren sehr schön und sanft. Er war liebevoll und zeigte anfangs Geduld. Emotional war er häufig fern, was mich in meine Ängste stieß. Dabei hat er sicher nur seine eigenen Themen und braucht Zeit, sich zu öffnen. Es fiel mir schwer, ihn nur einmal die Woche zu sehen. Dass er lieber schreiben, statt telefonieren wollte. Dass er auf meine normalen Gespräche häufig nur wenig Resonanz entgegengebracht hat. Er meinte immer, er sei halt so. Ich dachte immer, es liegt an mir. Ich bin falsch. Ich bin nicht lustig. Was ihn natürlich zunehmend nervte.

Ich weiß, dieser Text ist furchtbar lang, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter. Seit diesem Kontakt fühlt es sich an, als sei mein Leben zu Ende, auch wenn es sich für euch übertrieben anhört. Ich versuche hier in der Therapie an meinen Themen zu arbeiten und manchmal habe ich auch das Gefühl, etwas Klarheit zu bekommen. Nur diese ständige Trauer übermannt es permanent. Ich kann mich kaum auf das Wesentliche konzentrieren.

Ich habe versucht, aus der Klinik heraus ihn zu kontaktieren, dass ich gut angekommen sei, an meinen Themen arbeiten kann. Worauf nie eine Antwort folgte.

Ich fühle mich wie ein Verbrecher. Er sagte anfangs selber, Beständigkeit sei ihm wichtig. Dass es sich mit mir richtig anfühlt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

x 3 #1


Scheol
@erdbeerblumen
Zitat:
Ich öffnete mich ihm, dass ich verschiedene psychische Erkrankungen habe. Die Depression, soziale Ängste, usw.

Welche Diagnosen hast du den bis jetzt bekommen ?

Hast du Therapieerfahrung ?

#2


A


Ich brauche dringend euren Rat und eure Hilfe

x 3


E
@Scheol Ja, ich bin seit meinem 10. Lebensjahr in Therapien und Kliniken gewesen, mit zeitlichen Abständen dazwischen.
Als Kind hatte ich die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung. Mit der Zeit kamen dann soziale Phobie, Persönlichkeitsstörung und chronische Depression dazu

x 1 #3


mokka_23
@erdbeerblumen Ich glaube, da treffen zwei Thematiken zusammen, problematische Bindungsmuster und möglicherweise ein Trauma infolge der Gewalt deines Vaters einerseits und andererseits eine gesellschaftliche Entwicklung, bei welcher Frauen und Männer in Bezug auf Beziehungen und Geschlechterrollen immer stärker auseinanderdriften. Beides sind grosse und sehr anspruchsvolle Themen. Es ist sicher sinnvoll, wenn du deine Familiengeschichte (weiter) therapeutich aufarbeitest und gezielt an deiner Verlustangst arbeitest. Ich glaube, dass es zentral ist, dass du deinen Selbstwert nicht durch einen Partner beziehst. Die Heterosex uelle Datingkultur ist echt der wilde Westen zur Zeit. Da muss man/frau sich warm anziehen, klare Standards haben und emotional stabil sein. Drum lass das Dating erst mal, bis es dir besser geht.

x 2 #4


Worrior
@erdbeerblumen
Das liest sich alles sehr bedrückend und traurig.
Es passiert nicht oft dass ich so lange Texte bis zum Ende lese doch dieser hat mich ergriffen.
Ich hab auch wirklich keinen guten Rat für Dich weil die ganze Situation so komplex ist.
Aus meiner Sicht kann ich Dir sagen dass Du Dein Glück nicht in anderen Menschen finden wirst, Du wirst immer wieder enttäuscht werden.
Wenn Du mit Dir selbst im Reinen bist, auch alleine glücklich werden kannst, wirst Du auch positive Menschen in Dein Leben ziehen.
Deine Lebensqualität und Lebensfreude wirst Du wiederfinden um dieses Schattendasein hinter Dir zu lassen.
Gut ist dass Du Deine Baustellen erkannt hast, nur leider fehlen Dir momentan noch die Werkzeuge um diese anzugehen.
Aber das wird noch, höre niemals auf an Dich zu glauben, denn wenn sich alle abwenden gibt es nur noch Dich allein.

x 1 #5


Canis_Lupus
Bei vielen Dingen liest es sich, als könnte es von mir sein. Ich wünschte, ich hätte Antworten für dich, aber ich kämpfe auch mit dieser Verlustangst und mit vielen Dingen, die du ansprichst. Die einzige Hilfe, die ich habe - du bist mit diesen Gefühlen nicht allein...auch wenn es dir vielleicht nichts bringt...

x 2 #6


Error
Liebe @erdbeerblumen

Dein Text erschüttert mich sehr. Du bist eine junge Frau und schon so gequält durch Deine Kindheit und das Leben bis jetzt.
Du sehnst Dich nach einem Partner, der Dich hält und stützt - dadurch bist Du leider sehr empfänglich für genau die Falschen.
Nun dachtest Du, Du hättest endlich den Richtigen getroffen - aber leider auch nur ein weiterer Strohhalm, an den Du Dich klammerst und wieder in ein tiefes Loch gefallen bist.

Du bist kein Verbrecher, ganz bestimmt nicht. Du bist ganz bestimmt ein liebenswerter Mensch, der einfach nur einen sehr schweren Start ins Leben hatte und dadurch sehr verletzbar wurde.

Bitte habe keinen Liebeskummer wegen dem letzten Mann, er konnte/wollte Dir nicht wirklich helfen und ist vll. selbst nicht in der Lage, Dir das zu geben, was Du brauchst.

Denke nun erstmal nur noch an Dich und suche weiter Hilfe in den Behandlungen. Man muss nicht alles glauben, was einem da erzählt wird, aber es wird Deinen gefühlsmäßigen Horizont erweitern und Dir hoffentlich dabei helfen, erstmal zu erkennen, dass auch Du ein wertvoller, liebenswerter Mensch bist.

Du kannst nichts für Dein bisheriges Leben, aber Du kannst dafür sorgen, dass es schöner wird und Du wirst dann auch einen passenden Partner finden, suche nicht aktiv danach - das kommt, wenn Du am wenigsten damit rechnest.

Viel Kraft und Selbstliebe für Dich Händeschüttelnder Smiley

x 2 #7


Sonnenschein85
Letztendlich war es deine Angst vor Ablehnung und Verlust die so groß war das du sie nicht mehr regulieren konntest. Nachdem was du erlebt hast ist das total nachvollziehbar und verständlich. Du hast schon als Kind gelernt, Nähe bedeutet Gefahr und Verlust. Und um Liebe muss man kämpfen oder man muss "gut genug" sein.

Du sehnst dich natürlich nach Nähe und gleichzeitig macht Nähe dir Angst. Es ist eine Art Schutzsystem was dir in der Kindheit und Jugend geholfen hat zu überleben, dass Dir nun das Gefühl gibt Beziehungen zu sabotieren.

Der Mann ist definitiv nicht der Richtige, wenn er sagt du sollst dir einen anderen Suchen und das wenn du ruhig wärst alles gut wäre. Man muss Gefühle ohne Angst äußern dürfen. Und nein, man muss nicht ruhig sein und sich anpassen um geliebt zu werden. Im Gegenteil wenn man eine Beziehung führt sollte man alles ansprechen können und auch Ängste gemeinsam durchstehen können. Natürlich passt das nicht immer, aber wäre er der Richtige für dich gewesen hätte er dir Sicherheit und Zuspruch entgegen gebracht anstatt zu sagen du sollst ruhig sein.

Durch seine Sprüche hat er dir nämlich genau das gegeben was deine Angst triggert: Unklarheit/ keine Sicherheit/Abwertung etc.

Und diese alten, dir ja leider auch bekannten Muster der Ablehnung geben wieder das Gefühl nicht gereicht zu haben/nicht genug zu sein.

Lenk den Fokus von ihm weg. Konzentrier dich auf deine Heilung. Du musst lernen Sicherheit nicht nur von außen sondern von dir selbst zu bekommen. Du bist wertvoll und liebenswert mit all deinen Ecken und Kanten. Und wenn du mit dir im Reinen bist wirst du auch Jemanden kennen lernen mit dem du gemeinsam Ängste durchstehen kannst. Und wo es besser passt.

x 2 #8


Balu85
Zitat von mokka_23:
Die Heterosex uelle Datingkultur ist echt der wilde Westen zur Zeit.

ich behaupte mal das es egal ist homo oder hererosexuell. Ich hab letztens einen Freund besucht, er ist mit seinem Partner schon...ach über 20 Jahre zusammen. Inzwischen auch "verheiratet".....die zwei sind wie ein altes Ehepaar....war aber auch irgendwie lustig.

#9


T
Mir zerreißt es fast mein Herz, so jung und schon so viel mitgemacht. Du konntest niemals lernen Selbstbewust zu werden und Dich selbst zu lieben. Das liegt nicht an Dir selbst, wer so aufwächst, kann es glaube Ich, ohne die Richtigen Menschen nicht schaffen. Angefangen bei deinen Eltern, dann die Mitschüler und die Lehrer. Du musst jetzt aufstehen und für Dich kämpfen. Glaube an Dich !

x 2 #10


Scheol
Zitat von erdbeerblumen:
..


Zitat:
Ich bin weiblich und 26 Jahre alt. Da dies wahrscheinlich durchaus Einfluss auf meine Bindungsmuster hat, würde ich kurz ein paar Dinge zu meiner Vergangenheit sagen.



Zitat:
Ich bin in einer Familie groß geworden, wo viel Angst und Unberechenbarkeit Gang und Gebe war. Mein Vater war meiner Mutter gegenüber gewalttätig und hat sie, trotz Trennung und dass sie nicht zusammenwohnten, gestalkt. Ich habe dies als Kind oft mitbekommen und mein Vater nutzte mich jahrelang auch aus, um an Informationen über meine Mutter zu kommen.

Die Beschreibung hier könnte ein Entwicklungstrauma ausgelöst haben. Ein Trauma Typ II.
Sogenannte Man made Desaster , Menschen gemachte Trauma.

Zitat:
Ich hatte immer Angst vor meinem Vater. Davor, wann er das nächste Mal explodiert. Ob er mich unterwegs einfach aus dem Auto schmeißt und stehen lässt, wie es schon mal passierte.

Also du hast als Kind lernen müssen immer wachsam zu sein und dein Umfeld und beobachten ob irgendwie wieder Gefahr droht.

Das aus dem Auto werden eines Kindes und stehen lassen, kann auch eine traumatische Erfahrung gewesen sein.

Also auch wieder eine Bestätigung der negativen Erfahrung von oben. ( Trauma Typ II )

Zitat:
Er wurde auch mir gegenüber handgreiflich, auch wenn es in erster Linie psychische Gewalt war, die er an mir ausübte. Das ging ungefähr bis zu meinem 8. Lebensjahr so.

Dem Gehirn ist es egal ob ein Missbrauch Körperlich oder emotional stattfindet. Missbrauch ist Missbrauch.

Zitat:
Da ereignete sich ein großer Streit. Mein Vater war völlig außer Kontrolle und wir mussten aus unserer Wohnung fliehen. Meine Mutter und ich, sind in Hausschuhen zu meiner Patin gerannt, dort riefen wir auch die Polizei.

Auch diese Erfahrung hier bedingt wieder dem Trauma Typ II

Zitat:
Wir lebten bis dato noch in der selben Stadt, in der auch mein Vater lebte. Ich war danach nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen, aus Angst, ihm zu begegnen. Ich konnte auch eine zeitlang keine feste Nahrung mehr zu mir nehmen.

Also bist du in die Vermeidung gegangen , typisch Reaktion einer Traumatisierten Person.

Die nicht essen von fester Nahrung , könnte eine Reaktion gewesen sein , das man wenigstens das kontrolliert.

Zitat:
Wir zogen dann aus der Stadt aus, in eine ca. 25km entfernte Stadt. Dort ging ich in eine neue Grundschule, kam in die 3. Klasse. Aufgrund


Wegen deinem Vater erlernt unter dem Radar von ihm zu fliegen nur um nicht aufzufallen.
Eine sogenannte Überlebensstrategie.

Zitat:
dass ich damals übergewichtig wurde,


Zitat:
wurde ich stark ausgegrenzt und gemobbt. Auch von Lehrern, die mich vor der Klasse bloß stellten.

Mobbing kann unter traumatische Erfahrungen fallen.

Zitat:
Mir wurde auch mit Prügelei gedroht, was Gott sei Dank jedoch nicht passierte. Es blieb bei verbalen Angriffen und Beleidigungen. Leider zog sich das Mobbing bis zur 6. Klasse am Gymnasium.




Zitat:
Mitte der 6. Klasse war ich aus plötzlich auftretenden Panikattacken lange nicht in der Lage, die Schule zu besuchen. Ich ging dann mit meiner Mutter in eine Klinik, wo jedoch vorrangig die behandelt wurde, was auch gut ist.

Ich vermute mal das die Mutter durch diese Beziehung mit diesem Mann selbst Traumatisiert war.

Zitat:
Nach anderthalb bis 2 Jahren Klinik und Tagesklinik, besuchte ich das Gymnasium wieder. Ich zog mit 17 aus, in eine Wohneinrichtung für junge Menschen und Kinder mit psychischen Problemen, da ich ab dem 14 Lebensalter mehr oder minder schwere Depressionen entwickelte.

Es gibt die Diagnose Depression als Einzeldiagnose , aber es gibt auch die Diagnose , Depression mach traumatischer Erfahrung ( Traumafolgestörung )


Zitat:
Das Mobbing hörte auf, jedoch verbrachte ich den Rest meiner Schulzeit als Einzelgänger. Privat, wie an der Schule. Ich wusste einfach nicht wie ich Kontakte knüpfen und halten kann. Traute mich häufig auch nicht, auf andere zuzugehen.

Unter Traumafolgestörungen bei Trauma Typ II steht, Probleme beim führen und halten von bestehend Beziehungen.

Du hast als Kind gelernt das Menschen die Welt nicht vertrauenswürdig sind. Also folgen traumatischer Erfahrung.

Zitat:
Ich konnte innerhalb der 3 Jahre, in der ich in der Einrichtung lebte, mein Abitur sowie meinen Führerschein absolvieren. Das gab mir Kraft und Selbstwirksamkeit, da ich anstrengende und lange Tage meisterte, auch wenn es mitunter schwer war und ich viele Fehlzeiten sammelte.

In der Traumatologie sagt man das die Person ins Handeln kommen sollte um Selbstbewusstsein zu bilden um sozusagen das Trauma entgegen zu wirken.

Zitat:
Die Jahre danach, mit Beginn von Corona, begann leider eine Abwärtsbewegung. Ich zog aus der Einrichtung aus,

Traumatisierte benötigen eine Struktur , um Sicherheit zu erzeugen. Was ihnen eine Art von Kontrolle geben solle

Zitat:
Das war in etwa die Zeit, in der ich das erste Mal Tinder versuchte. Zu der Zeit war ich 20. Ich hatte vorher nie einen Freund, auch wenn ich mich lange danach sehnte. Die darauffolgenden 6 Jahre waren eine Kaskade an Versagen und Enttäuschungen. Ich traf überwiegend auf Männer, die mir das Blaue vom Himmel erzählten, mich jedoch recht schnell nach einem realen Kennenlernen wieder abwiesen. Ich traf in den letzten 6 Jahren viele Männer, mit keinem kam es zu einer Beziehung, geschweige denn einem normalen Kennenlernen. Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich nicht mit den Männern ins Bett ging, außer ganz am Anfang, als ich noch 20 Jahre alt und sehr naiv war.

Tinder ist ein Haifischbecken von Egozentrikern,

Im Endeffekt solch Personen wie es der Erzeuger war.

Zitat:
Mit jedem Mann, den ich kennenlernte und mit dem ich mir Hoffnungen aufbaute, wuchs in mir mehr und mehr dieses Monster der Verlustangst. Ich kann es nur Monster nennen, auch wenn ich es vielleicht nicht versteht.

Ich vermute das das Monster Trauma heißt.

Zitat:
Ich war und bin jedoch schon immer sehr ruhig und introvertiert gewesen. Habe eine eher melancholische Ausstrahlung. Das bedeutet nicht, dass ich keine Gespräche führen kann oder mich nicht für andere Personen interessiere, im Gegenteil.

Als Kind erlernt um nicht aufzufallen. Weil auffallen hieß Gefahr und auf dem Schirm des Erzeugers zu kommen.

( nennt man fawn Response)

Zitat:
Viele Kennenlernphasen brachen früh zusammen, weil ich entweder nicht so war, wie der Mann sich das vorstellte oder weil meine Verlustängste alles sabotierten.

Die selbst Sabotage der eigene Beziehung, das ist bekannt.

Zitat:
Und mit den vielen Texten, komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen, was mich verzweifelt macht. Ich habe so enorme Verlustängste entwickelt, sodass ich keine Beziehung anbahnen, geschweige denn halten kann.

Die mächtigen Erfahrungen aus der Kindheit.

Zitat:
Im August letzten Jahres lernte ich das erste Mal in meinem Leben einen Mann kennen, der mich gerne regelmäßig treffen wollte. Ich konnte dies kaum glauben, war aber übermäßig glücklich darüber.

Warum ich ?
Das kann nicht wahr sein ?
Und meist der Gedanke „ er wird mich sowieso verlassen“…..

Die sogenannte selbst erfüllende Prophezeiung.

Zitat:
Er wurde sehr schnell zum Zentrum meines Denkens.

Und somit wurde Druck auf ihn ausgeübt,

Die Beziehungswaage war gleich aus dem Lotä

Zitat:
Dieses Kennenlernen, was in eine einmonatige Beziehung mündete, zerbrach schließlich an meinen Ängsten. Ich brauchte ständig die Versicherung, dass er mich nicht verlässt.

Siehe oben.

Zitat:
Konnte die Zeit zunehmend nicht mehr frei genießen. Hatte Angst, ihn zu verlieren. Dass er mich hintergeht.

Und das Denken und Handeln bringt viel zu viel Druck in die Beziehung.

Zitat:
Ich öffnete mich ihm, dass ich verschiedene psychische Erkrankungen habe. Die Depression, soziale Ängste, usw. Nicht um es als Ausrede zu nutzen, sondern in der Hoffnung, er könne mich besser verstehen.

Man benötigt da schon sehr viel Erfahrung mit dem Thema.


Zitat:
Er konnte jedoch nicht damit umgehen, je mehr Zeit verging. Er fühlte sich ausgesaugt von mir und meiner Suche nach Sicherheit. Machte mir oft Vorwürfe.

Der traumatisierte versucht durch sein Verhalten immer Sicherheit zu erzeugen. Auch wenn es von außen seltsam aussieht.

Die Unsicherheit aus der Kindheit , die Verlustangst , du willst durch dein jetziges Handeln Sicherheit im hier und jetzt erzeugen, was aber nichts mehr mit der Vergangenheit zu tun hat.


Zitat:
Ich versuchte meine Ängste zu bessern, schaffte es aber nicht. Ich suchte mir Hilfe in einer Klinik, in der ich nun seit einigen Wochen bin.

Wegen welcher Diagnosen den genau ?
Welche Therapieform ?

Zitat:
Ich sagte ihm offen, dass ich meine Ängste ohne professionelle Hilfe nicht unterdrücken kann.

Also ohne co Regulation nicht klar kommst.

Man hat die anscheint bis heute keine Selbstregulation bei gebracht.

Es ist aber auch nicht die Aufgabe eines Partners der coregulator zu sein. Das wäre zu anstrengend.

Zitat:
Er sagte oft, wenn ich einfach ruhig wäre, wäre alles gut.

Und Stille ist vermutlich für dich nicht aushaltbar. Weil du keine Reaktion von der anderen Seite bekommst und diese Ruhe dich dann verunsichert.

Zitat:
Dass er mich dann viel früher nach einer Beziehung gefragt hätte. Dass ich nur Steine in den Weg lege, es nur versaue, mir einen anderen Idi*ten suchen soll. Das sass mir alles schwer im Magen und ich werde diese Schuldgefühle nicht los. Dieses Schuldgefühl, eine erste Beziehung sabotiert zu haben.

Die Selbstsabotage der eigene Beziehung durch das eigene Verhalten.

Zitat:
Einen Menschen, der mich vielleicht so gemocht hat wie ich bin,

Ja das gibt es auch für dich , auch wenn man dir als Kind was anderes gezeigt und gesagt hat.

Zitat:
weggejagt zu haben, durch meine sche*ss Angst, verlassen zu werden. Ich versuche therapeutisch daran zu arbeiten, aber es fällt mir extrem schwer, dass ich für ihn wie gestorben bin.

Dafür braucht man die richtige Therapie.

Zitat:
Ich bettelte um die Chance, doch erstmal die Klinik wahrnehmen zu können. An der Beziehung zu arbeiten, aber egal was ich sagte, es stieß ihn nur noch mehr ab.

Vorschlag , mit deinem Verhalten drückst du ihn gerade weiter weg.
Schau doch erstmal das du die Sache in den Griff bekommst , und wenn es gut gelaufen ist , dann meldet du dich nochmals bei ihm,

Zitat:
Ich weiß einfach nicht wie man mit einer psychischen Erkrankung einen Partner finden soll. Ich habe das Gefühl, nicht liebenswert zu sein.

Auch dieses Dinge sind Erfahrungen und falsche Glaubenssätze aber auch traumatische Erfahrungen gewesen wo das her kommt.

Zitat:
Dass ich es nicht würdig bin. Viele auf Station hier haben Partner, die sie in dieser schweren Zeit unterstützen und es kommen mir jedesmal die Tränen. Vielleicht auch, weil ich es einfach schon 6 Jahre versuche, geliebt zu werden und zu lieben und diese permanente Ablehnung mir immer mehr den Lebenssinn vernebelt. Es kommen diese alten Gefühle hoch.



Zitat:
Diese Entwertungen meines Vaters. Diese Ablehnungen aus der Schulzeit.

Hier wurden die Traumata gesetzt ! Hier liegt der Kern.

Zitat:
Ich fühlt sich an, als hätte es kein Ende. Ich träumte immer von einer eigenen Familie. Von Kindern. Einem liebenden Mann. Dass meine Vergangenheit einfach Vergangenheit bleibt. Stattdessen verfolgt sie mich bis heute. Ich baute ungesunde Bindungsmuster auf.

Ich würde behaupten das es Überlebensstrategie sind.


Zitat:
Kann schwer Grenzen setzen.
Wenn mich jemand betrügt, nehme ich ihn dennoch wieder an.
Ich kann mir selber schwer einen Wert geben.

Wen erkennst du hier ?

Deine Mutter ?

Eltern sind die ersten Menschen mit denen man die erste Beziehung führt aber eben auch beobachten wie Beziehung funktioniert.

Deine Mutter hat dir dieses Muster vermutlich mit gegeben.

Zitat:
Dass ich es ihm nicht wert war oder er es nicht mehr ertrug, mir die Zeit in der Klinik noch zu geben.

Dein Wert hängt nicht von einer anderen Person ab.

Zitat:
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich stehe vor so einem Berg und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich versuche fit zu werden für eine Ausbildung, für ein Studium. Dass ich das diesmal schaffe, trotz meiner Ängste, die mich immer davon abhielten, wenn es konkret wurde.

Prokrastination müsste das sein.

Der Traumatiserte finden die Situation im hier und jetzt , egal wie sie gerade ist , als sicher !

Ein anfangen eine Studium , Lehre oder sonst was, würde bedeuten das man seine hier und jetzt die Stelle verändern müsste , ABER Veränderung bedeutet Neues , Neues gleich Unsicherheit , also lässt der traumatisierte das lieber und bleibt stehen.

Zitat:
Zuhause gab es Tage, da konnte ich nicht mehr aufstehen. Da schlief ich bis 17 Uhr und wollte nicht mehr wach werden.

Das Trauma , die Trauma Energie unter Kontrolle zu halten kostet enorme Energie.

Zitat:
Als ich ihn kennenlernte, kam etwas Farbe in mein Leben. Die ersten Treffen waren sehr schön und sanft. Er war liebevoll und zeigte anfangs Geduld. Emotional war er häufig fern, was mich in meine Ängste stieß. Dabei hat er sicher nur seine eigenen Themen und braucht Zeit, sich zu öffnen.

Richtig , nicht jeder Partner kann sein Fokus zu 100 % auf seinen Partner haben, das geht gar nicht !

Zitat:
Es fiel mir schwer, ihn nur einmal die Woche zu sehen. Dass er lieber schreiben, statt telefonieren wollte. Dass er auf meine normalen Gespräche häufig nur wenig Resonanz entgegengebracht hat. Er meinte immer, er sei halt so. ⛔⛔

Also aus meiner Perspektive finde ich den aber nicht so passend.


Zitat:
Ich dachte immer, es liegt an mir. Ich bin falsch. Ich bin nicht lustig. Was ihn natürlich zunehmend nervte.

No warum sollte es an dir liegen ?

Es hat eher nicht gepasst , weil er nicht so kommunikativ ist wie du es dir wünschst.

Zitat:
Ich weiß, dieser Text ist furchtbar lang, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter. Seit diesem Kontakt fühlt es sich an, als sei mein Leben zu Ende, auch wenn es sich für euch übertrieben anhört.

Mit dieser Kindheitserfahrung mit Sicherheit nicht.

Zitat:
Ich versuche hier in der Therapie an meinen Themen zu arbeiten und manchmal habe ich auch das Gefühl, etwas Klarheit zu bekommen. Nur diese ständige Trauer übermannt es permanent. Ich kann mich kaum auf das Wesentliche konzentrieren.

Ist es eine Körper orientierte Therapie ?

Zitat:
Ich habe versucht, aus der Klinik heraus ihn zu kontaktieren, dass ich gut angekommen sei, an meinen Themen arbeiten kann. Worauf nie eine Antwort folgte.

Lass ihn.

Zitat:
Ich fühle mich wie ein Verbrecher. Er sagte anfangs selber, Beständigkeit sei ihm wichtig. Dass es sich mit mir richtig anfühlt.

Die Kommunikation hat sich doch bei dir nicht richtig angefühlt.



Zitat:
Ja, ich bin seit meinem 10. Lebensjahr in Therapien und Kliniken gewesen, mit zeitlichen Abständen dazwischen. Als Kind hatte ich die Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung. Mit der Zeit kamen dann soziale Phobie, Persönlichkeitsstörung und chronische Depression dazu

Eine PTBS ist ein Einzelnes schweres Erlebnis. Ein Sogenannter Trauma Typ I. Unfälle , Schocktrauma usw.


Ein Entwicklungstrauma ist aber eine mehrfach Traumatisierung.

Das was du beschreibst , sind Traumata die durch Menschen verursacht wurden , man Made Desaster und fallen unter einer komplexen PTBS.

Die K-PTBS gibt es seit 1992 in den USA und wurde 2022 in den ICD 11 aufgenommenö

Da eine Person mit einer k-ptbs denkt das die Menschheit die Welt nicht vertrauenswürdig ist. Das zum Thema der angebliche sozialphobie.

Deine „angedeutet Persönlichkeitsstörung“ wird vermutlich eine Borderlinepersönlichkeitsstörumg sein.

Die komplexe PTBS und die BPS , hat eine Überschneidung von 80 % mit der k ptbs.

Eine BPS wird oft mit einer Komplexen ptbs verwechselt , oder die komplexe ptbs wird nicht als solche erkannt und deshalb die falsche Therapieform gewählt.


die Depression kann hier hier auch eine traumafolgestörung sein. Ich gehe mal davon aus , wenn das Trauma aufgelöst wäre und die mit Menschen besser agieren könntest , wärst du froh. Und somit würde sich die Depression auflösen.

#11


Pixelia
Liebe @erdbeerblumen,
da hast du ein ganz schweres Paket zu tragen. Viele andere wären unter der Last zerbrochen, aber du hast selbstständig gelebt und sogar dein Abitur gemacht. Hut ab!
Das Ding bei so einem Paket aus der Kindheit ist, dass es dauert, bis sich der eigene Platz im Leben eröffnet. Du bist 26, hast kein sicheres Aufwachsen erlebt, hast alleine deine Schule abgeschlossen, stellst dich deinen Ängsten und arbeitest daran. Das ist richtig stark, auch wenn es sich noch nicht so anfühlt.

Zitat von erdbeerblumen:
Es fiel mir schwer, ihn nur einmal die Woche zu sehen. Dass er lieber schreiben, statt telefonieren wollte. Dass er auf meine normalen Gespräche häufig nur wenig Resonanz entgegengebracht hat.

Das ist ja auch, wie am ausgestreckten Arm zu verhungern.

Zitat von erdbeerblumen:
Er meinte immer, er sei halt so. Ich dachte immer, es liegt an mir. Ich bin falsch.


Deine Tiefe und deine Bereitschaft, als erstes bei dir und deinen vereintlichen Defiziten zu schauen und die Verantwortung zu übernehmen, ist leider anziehend für Menschen, die genau das nicht mitbringen, aber dafür den „Stallgeruch“.

Zitat von erdbeerblumen:
Ich fühle mich wie ein Verbrecher.

Warum? Wem gegenüber?

Zitat von erdbeerblumen:
Er sagte anfangs selber, Beständigkeit sei ihm wichtig. Dass es sich mit mir richtig anfühlt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Hab Geduld mit dir selbst. Da draußen laufen ein Haufen Leute rum, die haben nicht ansatzweise durchgemacht, was du überlebt hast, aber sind soviel fremd gesteuerter, ohne es zu wissen.
Trauere nicht um jemanden, der dich mit Häppchen abspeist und dir dazu noch einreden möchte, du seiest zu viel.

Lern dich noch ein bisschen selber kennen. Du wirst überrascht sein, was in die steckt. Menschen, die ihr kränkendes oder ausnutzendes Verhalten mit einem „Ich bin eben so“ abtun und dabei belassen, darfst du geflissentlich loslassen.

Liebe Grüße

#12


A


x 4